17.11.2009, 16.40 Uhr, coke
Der Parteitag in Dresden war auf maximale Öffentlichkeitswirksamkeit ausgelegt. Von einer inhaltlichen Aufarbeitung der vergangenen elf Regierungsjahre sind die Sozialdemokraten jedoch noch weit entfernt. Man konzentrierte man sich darauf, Geschlossenheit zu demonstrieren und sich verbal neu aufzustellen. Es ist jedoch fraglich, ob der alte Schröderianer Gabriel das Grundproblem der SPD überwinden wird – die zerstörte Glaubwürdigkeit. Warum sollte ein Politiker, der jahrelang das Mantra der freien Märkte nachgebetet hat, nun diese Märkte zum Wohle der Allgemeinheit regulieren wollen? Warum sollte ein bekennender Seeheimer und Netzwerker nun auf eine ernst zu nehmende Alternative rot-rot-grün im Bund hinarbeiten? Nein, das ist nicht glaubhaft. Wenn sich der selbst gespendete Weihrauch verzogen hat, wird die Partei erkennen, dass sie noch keinen einzigen Schritt auf dem Marsch zur Neugestaltung der Partei vorangekommen ist.

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