23.06.2009, 08.49 Uhr, koelnkorrekt
Jedes Argument, das ein menschliches Verhalten (oder die Kritik an ihm) auf die biologische Natur des Homo sapiens stützt, als bösen "Biologismus" zu denunzieren, dafür bin ich weiß Gott nicht.
Bei Herrn Precht fällt mir nun aber zum zweiten Mal eine komisch-krude Wortwahl auf, bei der ich mir "biologistisch" in dem Bart murmle. In diesem Interview, mit Bezug auf 1-Kind-Familien, sagt er:
"(I)ch halte das nicht für artgerechte Haltung."
Bezogen auf die sexuelle Frau-oben-Position sagte Herr Precht dem KStA im März:
"Ich halte das nicht für ein arttypisches weibliches Verhalten.", was ich sehr komisch fand, mir deshalb merkte - und Prechts neues Buch gleich von meinem Wunschzettel strich.
Unabhängig davon, was man von der Sache jeweils hält: die Wortwahl ist obskur. Wüsste ich es nicht besser, müsste ich unken, Richard David Precht sei rhetorisch nicht in der philosophischen Moderne großgeworden, sondern beim alten Ernst Haeckel oder bei Kardinal Meisner ("entartete Kunst").

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