25.02.2009, 19.49 Uhr, truchsess
Ich bin mir ja nicht so sicher, ob die Welt wirklich Bildungsökonomen braucht, oder ob es nicht vielmehr an gebildeten Ökonomen mangelt? Herr Wößmann sollte sich vielleicht mal die "Genealogie der Wirtschaftsstile" von Alfred Müller-Armack durchlesen…
Wößmanns Erkenntnisse widersprechen im Grunde in keinster Weise Webers Argumentation. Was ich ihm zugestehe ist, dass Wößmann den Bildungsaspekt höher gewichtet als es bei Weber den Eindruck macht. Allerdings geht es bei Weber um die Erklärung einer bestimmten Form des Kapitalismus mit der Betonung des Rationalismus und des Individuums, die sich wiederum dort schneller als anderswo verbreitete, in dem der Calvinismus dominierte. In den lutheranischen Gebieten kam es zu einer stärker staatszentrierten Ausprägung des Kapitalismus. Das kann Herr Wößmann mit seiner Studie aber nicht untersuchen, da es in Preußen seit der evangelischen Kirchenunion die verschiedenen Ausprägungen des Protestantismus nicht mehr im vollen Umfang erhebbar sind.

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