Heute wäre Walter Kempowski 80 Jahre alt geworden. Die Werke dieses großen Autors sind bis heute umstritten. Er hat nie die von ihm erhoffte große Anerkennung wie z.B. den Georg Büchner-Preis erhalten.
“Alles umsonst“
Bei seinem letzten Werk „Alles umsonst“, dem 2006 veröffentlichten großen Roman über die dramatische Flucht einer adligen Familie aus Ostpreußen im letzten Kriegswinter 1945, gerieten einige Rezensenten ins Schwärmen: Detailreichtum, Heiterkeit wenn auch gespenstige , das düstere Zeitkolorit und nach Wolfgang Schneider eine unideologische Schilderung der lange totgeschwiegenen Leidern der deutschen Zivilbevölkerung durch einen Autor, der „mit Ironie im Hintergrund“ waltet. Und Gustav Seibt preist das Buch als einen „vollkommen überzeugenden historischen Roman“: dem Autor sei das „fast Unmögliche“ geglückt, weil der darauf verzichtet, Schuld aufzurechnen, aber mittels Zitaten aus Schlagern, Bibel- und Dichterworten die Atmosphäre des untergehenden preußischen Bildungsbürgertums meisterhaft einfängt.
Aber andere kritisierten, dass die Judenvernichtung erst auf Seite 173 thematisiert wird und die Gräuel des Kriegs mit der Sturm der Roten Armee erst nach knapp 200 Seiten geschildert werden. So stört etwa Ulrich Baron die klischeehafte Anordnung, vom Gutshof bis zu seinem adeligen und unglaubwürdiges Personal. Er hält die Schilderungen für insgesamt voraussehbar und noch dazu dramaturgisch schlecht gemacht. Aber möglicherweise haben nicht nur die Bewohner des Georgenhofs bis zuletzt die Augen vor der heraufziehenden Katastrophe verschlossen.
Was auf dem Roman bis zum Ende lastet ist Vergeblichkeit. So hat Walter Kempowski den Titel einem berühmten Choral von Martin Luther entlehnt:
"Bei dir gilt nichts denn Gnad’ und Gunst
die Sünde zu vergeben,
es ist doch unser Tun umsonst,
auch in dem besten Leben."
Leben
Vielleicht passt dieses Zitat auch auf das Leben von Walter Kempowski, das als Stoff für einen Roman geeignet scheint, weil es exemplarisch für die wechselvolle Geschichte des deutschen Bürgertums im 20. Jahrhundert ist. Er wurde am 29. April 1929 in Rostock als Sohn einer Reederfamilie geboren. Nach dem Krieg schlug er sich als Laufbursche und Bürogehilfe durch, begann in einer Druckerei eine kaufmännische Lehre und verdiente sein Geld schließlich in einem Lebensmittellager der US Army in Wiesbaden.
Während eines Besuchs bei seiner Mutter 1948 in Rostock wurde der damals 19-jährige festgenommen und von einem sowjetischen Militärgericht zusammen mit seinem Bruder wegen angeblicher Spionage zu fünfundzwanzig Jahren Arbeitslager verurteilt. Sie wollten Frachtpapiere aus der väterlichen Reederei an die Amerikaner weiterleiten, aus denen der Abtransport von Demontagegütern aus Deutschland nach Russland hervorging. Weil ihre Mutter sie nicht angezeigt hatte, verbüßte sie sechs Jahre Zwangsarbeit im Frauengefängnis Hoheneck. Die Schuld, seine Mutter denunziert zu haben, belastete Kempowski sein Leben lang. Er hatte unter Folter die Mitwisserschaft seiner Mutter bestätigt.
Seine Zeit in der berüchtigten Haftanstalt Bautzen verarbeitete Walter Kempowski in seinem kommerziell wenig erfolgreichen Debütwerk „Im Block“. Nüchtern stellt er sie ohne Kommentare oder Wertungen gemäß der Maxime „Nichts über sich selbst“ dar. Seine Bilanz dieser Jahre: „An die Wand ritzte ich einen Gesamt-Kalender für acht Jahre. Acht Weihnachtsgänse. Achtmal Ferien an der See. Zwei Berufe hätte ich lernen können oder sechzehn Semester studieren.“ Aber er nutzte diese Zeit auch zu intensiver Lektüre, hörte Vorträge seiner Mitgefangenen über Kriechtiere oder Segelflug …, organisierte Chorgesang fast professionell.
1956 wurde er entlassen, studierte in Göttingen Pädagogik und ging dann als Lehrer aufs Land zuletzt in Nartum, nördlich von Rotenburg op der Wümme bei Bremen. Parallel begann er zu schreiben. Kaum ein Autor hat die deutsche Gegenwartsgeschichte mit derartiger Akribie registriert und beschrieben wie Walter Kempowski. Schon seit Mitte der 60er Jahre arbeitete er planmäßig an der auf neun Bände angelegten Deutschen Chronik, die er 1971 mit dem höchst populären und auch für das Fernsehen von Eberhard Fechner verfilmten Roman "Tadellöser & Wolff" eröffnete und 1984 mit "Herzlich Willkommen" beschloss.
Das von ihm angelegte literarische und biografische Archiv mit achttausend deutschen Familiengeschichten überließ Walter Kempowski im Oktober 2005 der Berliner Akademie der Künste. Mit 500 Metern Regallänge gilt es als eines der bedeutendsten Schriftstellerarchive überhaupt. Es war Basis seines zehnbändigen Werkes "Echolot ein einzigartiges literarisches Denkmal", einer Dokumentation, die Erinnerungsstücke wie Reden, Briefe, Tagebücher, Fluchtberichte oder Verlautbarungen und Fotos unterschiedlichster Herkunft aus den Kriegsjahren 1943 bis 1945 collagiert, für die er international höchste Anerkennung fand.
Walter Kempowski erlag am 5. Oktober 2007 einer Krebserkrankung.
Biografien
Schon zu Lebzeiten hat sich Dirk Hempel, ein langjähriger Mitarbeiter, daran gemacht, diese außergewöhnliche Biografie, die quer durch die deutsch-deutsche Geschichte geht, darzustellen. Jetzt hat sich sein Freund Georg Henschel eingehend mit der Frage beschäftigt, warum Kempowski jahrzehntelang von Kritikern missachtet und geschmäht wurde. Henschel nennt Hempels Biographie eine „Pionierleistung“ und einen „soliden Leitfaden“ und hält es für überflüssig, „all das mit anderen Worten zu wiederholen“.
Stattdessen verarbeitet er persönliche Erinnerungen, Gespräche mit Zeitzeugen und nutzt bisher nicht veröffentlichte Quellen und Dokumente aus Kempowskis Privatarchiven. Damit porträtiert er Kempowski als einfallsreichen Überlebenskünstler in Bautzen, als passionierten Dorschullehrer, als eigenbrötlerischen Workaholic, als gastfreundlichen Hausherrn in Nartum … Henschel setzt damit allerdings beim Leser einiges an Wissen um Walter Kempoweskis Leben voraus.
Mit dieser Würdigung von Walter Kempowski sind deshalb gleich drei Literaturempfehlungen verbunden:
Walter Kempowski: Alles umsonst
Albrecht Knaus Verlag
448 Seiten, 21,95 Euro
Dirk Hempel: Walter Kempowski. Eine bürgerliche Biografie
btb Taschenbuch
302 Seiten, 9,50 Euro
Gerhard Henschel: Da mal nachhaken: Näheres über Walter Kempowski
dtv premium
240 Seiten, 14,90 Euro
“Alles umsonst“
Bei seinem letzten Werk „Alles umsonst“, dem 2006 veröffentlichten großen Roman über die dramatische Flucht einer adligen Familie aus Ostpreußen im letzten Kriegswinter 1945, gerieten einige Rezensenten ins Schwärmen: Detailreichtum, Heiterkeit wenn auch gespenstige , das düstere Zeitkolorit und nach Wolfgang Schneider eine unideologische Schilderung der lange totgeschwiegenen Leidern der deutschen Zivilbevölkerung durch einen Autor, der „mit Ironie im Hintergrund“ waltet. Und Gustav Seibt preist das Buch als einen „vollkommen überzeugenden historischen Roman“: dem Autor sei das „fast Unmögliche“ geglückt, weil der darauf verzichtet, Schuld aufzurechnen, aber mittels Zitaten aus Schlagern, Bibel- und Dichterworten die Atmosphäre des untergehenden preußischen Bildungsbürgertums meisterhaft einfängt.
Aber andere kritisierten, dass die Judenvernichtung erst auf Seite 173 thematisiert wird und die Gräuel des Kriegs mit der Sturm der Roten Armee erst nach knapp 200 Seiten geschildert werden. So stört etwa Ulrich Baron die klischeehafte Anordnung, vom Gutshof bis zu seinem adeligen und unglaubwürdiges Personal. Er hält die Schilderungen für insgesamt voraussehbar und noch dazu dramaturgisch schlecht gemacht. Aber möglicherweise haben nicht nur die Bewohner des Georgenhofs bis zuletzt die Augen vor der heraufziehenden Katastrophe verschlossen.
Was auf dem Roman bis zum Ende lastet ist Vergeblichkeit. So hat Walter Kempowski den Titel einem berühmten Choral von Martin Luther entlehnt:
"Bei dir gilt nichts denn Gnad’ und Gunst
die Sünde zu vergeben,
es ist doch unser Tun umsonst,
auch in dem besten Leben."
Leben
Vielleicht passt dieses Zitat auch auf das Leben von Walter Kempowski, das als Stoff für einen Roman geeignet scheint, weil es exemplarisch für die wechselvolle Geschichte des deutschen Bürgertums im 20. Jahrhundert ist. Er wurde am 29. April 1929 in Rostock als Sohn einer Reederfamilie geboren. Nach dem Krieg schlug er sich als Laufbursche und Bürogehilfe durch, begann in einer Druckerei eine kaufmännische Lehre und verdiente sein Geld schließlich in einem Lebensmittellager der US Army in Wiesbaden.
Während eines Besuchs bei seiner Mutter 1948 in Rostock wurde der damals 19-jährige festgenommen und von einem sowjetischen Militärgericht zusammen mit seinem Bruder wegen angeblicher Spionage zu fünfundzwanzig Jahren Arbeitslager verurteilt. Sie wollten Frachtpapiere aus der väterlichen Reederei an die Amerikaner weiterleiten, aus denen der Abtransport von Demontagegütern aus Deutschland nach Russland hervorging. Weil ihre Mutter sie nicht angezeigt hatte, verbüßte sie sechs Jahre Zwangsarbeit im Frauengefängnis Hoheneck. Die Schuld, seine Mutter denunziert zu haben, belastete Kempowski sein Leben lang. Er hatte unter Folter die Mitwisserschaft seiner Mutter bestätigt.
Seine Zeit in der berüchtigten Haftanstalt Bautzen verarbeitete Walter Kempowski in seinem kommerziell wenig erfolgreichen Debütwerk „Im Block“. Nüchtern stellt er sie ohne Kommentare oder Wertungen gemäß der Maxime „Nichts über sich selbst“ dar. Seine Bilanz dieser Jahre: „An die Wand ritzte ich einen Gesamt-Kalender für acht Jahre. Acht Weihnachtsgänse. Achtmal Ferien an der See. Zwei Berufe hätte ich lernen können oder sechzehn Semester studieren.“ Aber er nutzte diese Zeit auch zu intensiver Lektüre, hörte Vorträge seiner Mitgefangenen über Kriechtiere oder Segelflug …, organisierte Chorgesang fast professionell.
1956 wurde er entlassen, studierte in Göttingen Pädagogik und ging dann als Lehrer aufs Land zuletzt in Nartum, nördlich von Rotenburg op der Wümme bei Bremen. Parallel begann er zu schreiben. Kaum ein Autor hat die deutsche Gegenwartsgeschichte mit derartiger Akribie registriert und beschrieben wie Walter Kempowski. Schon seit Mitte der 60er Jahre arbeitete er planmäßig an der auf neun Bände angelegten Deutschen Chronik, die er 1971 mit dem höchst populären und auch für das Fernsehen von Eberhard Fechner verfilmten Roman "Tadellöser & Wolff" eröffnete und 1984 mit "Herzlich Willkommen" beschloss.
Das von ihm angelegte literarische und biografische Archiv mit achttausend deutschen Familiengeschichten überließ Walter Kempowski im Oktober 2005 der Berliner Akademie der Künste. Mit 500 Metern Regallänge gilt es als eines der bedeutendsten Schriftstellerarchive überhaupt. Es war Basis seines zehnbändigen Werkes "Echolot ein einzigartiges literarisches Denkmal", einer Dokumentation, die Erinnerungsstücke wie Reden, Briefe, Tagebücher, Fluchtberichte oder Verlautbarungen und Fotos unterschiedlichster Herkunft aus den Kriegsjahren 1943 bis 1945 collagiert, für die er international höchste Anerkennung fand.
Walter Kempowski erlag am 5. Oktober 2007 einer Krebserkrankung.
Biografien
Schon zu Lebzeiten hat sich Dirk Hempel, ein langjähriger Mitarbeiter, daran gemacht, diese außergewöhnliche Biografie, die quer durch die deutsch-deutsche Geschichte geht, darzustellen. Jetzt hat sich sein Freund Georg Henschel eingehend mit der Frage beschäftigt, warum Kempowski jahrzehntelang von Kritikern missachtet und geschmäht wurde. Henschel nennt Hempels Biographie eine „Pionierleistung“ und einen „soliden Leitfaden“ und hält es für überflüssig, „all das mit anderen Worten zu wiederholen“.
Stattdessen verarbeitet er persönliche Erinnerungen, Gespräche mit Zeitzeugen und nutzt bisher nicht veröffentlichte Quellen und Dokumente aus Kempowskis Privatarchiven. Damit porträtiert er Kempowski als einfallsreichen Überlebenskünstler in Bautzen, als passionierten Dorschullehrer, als eigenbrötlerischen Workaholic, als gastfreundlichen Hausherrn in Nartum … Henschel setzt damit allerdings beim Leser einiges an Wissen um Walter Kempoweskis Leben voraus.
Mit dieser Würdigung von Walter Kempowski sind deshalb gleich drei Literaturempfehlungen verbunden:
Walter Kempowski: Alles umsonst
Albrecht Knaus Verlag
448 Seiten, 21,95 Euro
Dirk Hempel: Walter Kempowski. Eine bürgerliche Biografie
btb Taschenbuch
302 Seiten, 9,50 Euro
Gerhard Henschel: Da mal nachhaken: Näheres über Walter Kempowski
dtv premium
240 Seiten, 14,90 Euro
Schlagworte: Walter Kempowski | Biografie | Roman | Ostpreußen | Flucht | Vergeblichkeit | Rostock | Reeder | Bürgertum | Bautzen | Lehrer | Deutsche Chronik | Echolot | Dirk Hempel | Gerhard Henschel
Beitrag bewerten
Erst einloggen, dann bewerten
Note
Stimmen
Aufrufe
weiterempfehlen
12.07.2009 | 10.36 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo Schuster,
danke für Deinen neuen Kommentar.
Interessant Deine Assoziation zu den Überwachungskameras z.B. beim Discounter.
Ich habe ihn auch unter meinen aktuellen Beitrag in Fortsetzung der Diskussion um Kempowskis Roman „Alles umsonst“ Erinnerung ideologisch vermint? kopiert.
Liebe Grüße
Anita
danke für Deinen neuen Kommentar.
Interessant Deine Assoziation zu den Überwachungskameras z.B. beim Discounter.
Ich habe ihn auch unter meinen aktuellen Beitrag in Fortsetzung der Diskussion um Kempowskis Roman „Alles umsonst“ Erinnerung ideologisch vermint? kopiert.
Liebe Grüße
Anita
02.07.2009 | 18.11 Uhr | Schuster
Jetzt weiß ich auch wieder, warum schon mein Pa hab ihn selig!- "gut dem Dinge" benutzte; alter Dativ vor der Erfindung des attributiven Relativsatzes anstelle "das Gute daran..." zu sagen.
Ist ja auch journalistischer Stil, gnadenlos einfach, damit jeder..., aber die Verfilmung von Oberstufenklassenklima und die hintergründige Furcht , irgendwie von wem auch immer erwischt zu werden war nötig; heute hat man das nur noch am Kassenstand hinter dem Zahltisch, wenn Chefs Vieeo-Kamera dokumentiert, dass man mal das Keep-Smiling dem zahlenden Kunden gegenüber ausgelassen hat und die Entlassung droht. Ansonsten sind wir heute schon weniger unter Druck als die Kempowski-Ära.
Ist ja auch journalistischer Stil, gnadenlos einfach, damit jeder..., aber die Verfilmung von Oberstufenklassenklima und die hintergründige Furcht , irgendwie von wem auch immer erwischt zu werden war nötig; heute hat man das nur noch am Kassenstand hinter dem Zahltisch, wenn Chefs Vieeo-Kamera dokumentiert, dass man mal das Keep-Smiling dem zahlenden Kunden gegenüber ausgelassen hat und die Entlassung droht. Ansonsten sind wir heute schon weniger unter Druck als die Kempowski-Ära.
30.06.2009 | 21.27 Uhr | Anita Brandtstäter
Vergleiche auch den weiter führenden Beitrag - angeregt durch Berthas Buchbesprechung von "Alles umsonst" von Walter Kempowski:
Erinnerung ideologisch vermint? Kultur 28.06.2009
Bleibt Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein Thema, vor dem die deutsche Öffentlichkeit Angst hat?
Betrachtung der Entwicklung in Literatur, Film und Fernsehen, aber auch in der historischen Forschung …
Erinnerung ideologisch vermint? Kultur 28.06.2009
Bleibt Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein Thema, vor dem die deutsche Öffentlichkeit Angst hat?
Betrachtung der Entwicklung in Literatur, Film und Fernsehen, aber auch in der historischen Forschung …
13.05.2009 | 09.47 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo Karin,
schön, dass Dich mein Beitrag an Deine Eindrücke aus „Tadellöser & Wolff“ erinnert hat.
Kempowski steht für detailreiche Schilderungen der deutschen Geschichte. Seinen Durchbruchs-Roman habe ich nicht gelesen, aber in den 70-er Jahren die Fernsehverfilmung gesehen. Das ist ja schon 30 Jahre her!
Übrigens ich habe jetzt auch Deine „Brücken-Trilogie“ gelesen und in meine Zusammenstellung Ausflüge „Ein Tag in …“ integriert. Wenn ich Besuch habe, der Köln nicht kennt, mache ich mindestens den Rund-Spaziergang über Hohenzollernbrücke und Deutzer Brücke. Ist bei jeder Uhrzeit schön!
Lieber Gruß
Anita
schön, dass Dich mein Beitrag an Deine Eindrücke aus „Tadellöser & Wolff“ erinnert hat.
Kempowski steht für detailreiche Schilderungen der deutschen Geschichte. Seinen Durchbruchs-Roman habe ich nicht gelesen, aber in den 70-er Jahren die Fernsehverfilmung gesehen. Das ist ja schon 30 Jahre her!
Übrigens ich habe jetzt auch Deine „Brücken-Trilogie“ gelesen und in meine Zusammenstellung Ausflüge „Ein Tag in …“ integriert. Wenn ich Besuch habe, der Köln nicht kennt, mache ich mindestens den Rund-Spaziergang über Hohenzollernbrücke und Deutzer Brücke. Ist bei jeder Uhrzeit schön!
Lieber Gruß
Anita
12.05.2009 | 18.32 Uhr | karin-unterwegs
Hallo Anita,
" ... fiss, biste patzt ... " (Ansage vom Vater zum Sohn, der immer so gierig aß) - ist das nicht auch aus Tadellöser & Wolff ?
Dies war jedenfalls vor ewigen Zeiten eins meiner ersten Bücher, in denen ich als junger Mensch über die seinerzeit "schwierigen Jahre" gelesen habe.
Ein Buch, welches ich mir noch mal vornehmen werde, denn ich erinnere mich daran, dass nicht nur die Anschaulichkeit mich sehr beeindruckte, die Schilderungen des täglichen Lebens usw., sondern dass das Buch irgendwie voller Warmherzigkeit war.
Danke für die Erinnerung daran.
Liebe Grüße von Karin
" ... fiss, biste patzt ... " (Ansage vom Vater zum Sohn, der immer so gierig aß) - ist das nicht auch aus Tadellöser & Wolff ?
Dies war jedenfalls vor ewigen Zeiten eins meiner ersten Bücher, in denen ich als junger Mensch über die seinerzeit "schwierigen Jahre" gelesen habe.
Ein Buch, welches ich mir noch mal vornehmen werde, denn ich erinnere mich daran, dass nicht nur die Anschaulichkeit mich sehr beeindruckte, die Schilderungen des täglichen Lebens usw., sondern dass das Buch irgendwie voller Warmherzigkeit war.
Danke für die Erinnerung daran.
Liebe Grüße von Karin
09.05.2009 | 00.31 Uhr | Anita Brandtstäter
berlin und Hörnchen haben die "Diskussion" zu diesem Beitrag noch in meinem Gästebuch fortgesetzt.
Vielen Dank dafür.
Vielen Dank dafür.
01.05.2009 | 00.35 Uhr | Anita Brandtstäter
Noch drei Link-Tipps zu „professionellen“ Artikeln zum 80. Geburtstag von Walter Kempowski:
Rostock hat nun ein Kempowski-Ufer
Walter Kempowski Collagen gegen das Vergessen
Hellmuth Karasek über Walter Kempowski
Rostock hat nun ein Kempowski-Ufer
Walter Kempowski Collagen gegen das Vergessen
Hellmuth Karasek über Walter Kempowski
01.05.2009 | 00.32 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo berlin,
wo Du Recht hast, hast Du Recht!
Übrigens - durch Deinen Hinweis bei meinem Beitrag Wie es damals war im Blogger-Büdchen, bin ich wieder dazu gekommen, mich mit Walter Kempowski und seinem Werk näher zu beschäftigen.
Liebe Grüße
Anita
wo Du Recht hast, hast Du Recht!
Übrigens - durch Deinen Hinweis bei meinem Beitrag Wie es damals war im Blogger-Büdchen, bin ich wieder dazu gekommen, mich mit Walter Kempowski und seinem Werk näher zu beschäftigen.
Liebe Grüße
Anita
01.05.2009 | 00.27 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo hörnchen, Bertha, Lemm(y)i,
danke für Eure Kommentare zu meinem Beitrag.
Hörnchen, Du bist ja richtiger Fan! Vielleicht ist dann die neue Biografie etwas für Dich?
Lemm(y)i, Kempowski fehlte sicher die Zeit „im Block“! Dadurch konnte er erst danach das Abitur nachholen, studieren und einen Beruf ausüben! Und er musste diese Zeit erst schriftstellerisch verarbeiten, bevor er frei war, sich anderen Themen zu widmen. Deshalb begann er erst sehr spät in seinem Leben mit seiner „Deutschen Chronik“.
Viele Grüße
Anita
danke für Eure Kommentare zu meinem Beitrag.
Hörnchen, Du bist ja richtiger Fan! Vielleicht ist dann die neue Biografie etwas für Dich?
Lemm(y)i, Kempowski fehlte sicher die Zeit „im Block“! Dadurch konnte er erst danach das Abitur nachholen, studieren und einen Beruf ausüben! Und er musste diese Zeit erst schriftstellerisch verarbeiten, bevor er frei war, sich anderen Themen zu widmen. Deshalb begann er erst sehr spät in seinem Leben mit seiner „Deutschen Chronik“.
Viele Grüße
Anita
30.04.2009 | 20.19 Uhr | Profil gelöscht
Meinetwegen.
Aber ich lese seine Bücher auch heute noch.
Ein Hans Fallada, wenn Dir das was sagt.
Aber ich lese seine Bücher auch heute noch.
Ein Hans Fallada, wenn Dir das was sagt.
30.04.2009 | 19.29 Uhr | Elfi.Jel
war....Berlin....war.....wunderbar!
30.04.2009 | 12.21 Uhr | Profil gelöscht
Ja, gegen Abwerter kann man nix machen!
Walter Kempowski ist wunderbar!
Walter Kempowski ist wunderbar!
30.04.2009 | 10.31 Uhr | koenigartus
Schade, irgendwelche Vollidis haben abgewertet auf 3,18*
wie isses nur bloß möchlich....
wie isses nur bloß möchlich....
30.04.2009 | 07.15 Uhr | Hanni-Mechen
3,40*
29.04.2009 | 21.43 Uhr | ing.lambertz
Hallo Anita,
ich habe nichts von ihm gelesen. Mehr über ihn selbst in den letzten Jahren mit seinem Sterben und seinem Tod.
Seine Verbitterung über die geringe Beachtung. Erst in den letzten Jahren seines Lebens hat die Szene ihn wahrgenommen.
Die Zeit war ihm nicht günstig. In den 68-ern hat die studentische Jugend HoHoHoTschiMin skandiert. Auf einen, der es besser wußte aus eigener bitterster Erfahrung, hat die in ihren Eigenkonstruktionen von Revolutionären Zellen fixierte Jugend nicht gehört. Ein Art von Autismus, in den auch ein Joschka Fischer, ein Cohn-Bendit eingesponnen waren. Die beiden haben sich dann schlau arrangiert, gewendet und trotzdem Karriere gemacht. Die Geschichte, die Nachschau gibt aber Kempowski recht. Aber was gilt ein Weiser, eine Kassandra. Gegen Massenhysterie, gegen den Rattenfänger von Hameln kommt keine Vernunft an.
Wir wollen keine Wahrheit, wir wollen den Wahn und reden uns besoffen.
Gruß Lemm(y)i
ich habe nichts von ihm gelesen. Mehr über ihn selbst in den letzten Jahren mit seinem Sterben und seinem Tod.
Seine Verbitterung über die geringe Beachtung. Erst in den letzten Jahren seines Lebens hat die Szene ihn wahrgenommen.
Die Zeit war ihm nicht günstig. In den 68-ern hat die studentische Jugend HoHoHoTschiMin skandiert. Auf einen, der es besser wußte aus eigener bitterster Erfahrung, hat die in ihren Eigenkonstruktionen von Revolutionären Zellen fixierte Jugend nicht gehört. Ein Art von Autismus, in den auch ein Joschka Fischer, ein Cohn-Bendit eingesponnen waren. Die beiden haben sich dann schlau arrangiert, gewendet und trotzdem Karriere gemacht. Die Geschichte, die Nachschau gibt aber Kempowski recht. Aber was gilt ein Weiser, eine Kassandra. Gegen Massenhysterie, gegen den Rattenfänger von Hameln kommt keine Vernunft an.
Wir wollen keine Wahrheit, wir wollen den Wahn und reden uns besoffen.
Gruß Lemm(y)i
29.04.2009 | 18.59 Uhr | Bertha
Hallo Anita,
schön das Du an ihn erinnerst. Ich habe von ihm auch einiges gelesen: u.a. Barbarossa 41, Abgesang 45, Hamit . Leider fehlte ihm die Anerkennung für seine Leistungen.
Gruß Bertha
schön das Du an ihn erinnerst. Ich habe von ihm auch einiges gelesen: u.a. Barbarossa 41, Abgesang 45, Hamit . Leider fehlte ihm die Anerkennung für seine Leistungen.
Gruß Bertha
29.04.2009 | 14.03 Uhr | hörnchen
Ich hab fast alles von ihm gelesen, von dem Peterpump, dem Purzel, dem die Mutter immer eine mit Kölnisch Wasser betupfte Ecke des Taschentuches die Ohren ausgewischte.
Tadellöser und Wolf und "gut dem Dinge"...herrlich. In unserer WG haben nachher alle so gesprochen...das war angesagt.
Ja, schade mit der fehlenden Anerkennung. Ist doch ein gutes Stück Geschichte, die da verarbeitet wurden in seinen Werken. Und schön zu lesen allemal.
Tadellöser und Wolf und "gut dem Dinge"...herrlich. In unserer WG haben nachher alle so gesprochen...das war angesagt.
Ja, schade mit der fehlenden Anerkennung. Ist doch ein gutes Stück Geschichte, die da verarbeitet wurden in seinen Werken. Und schön zu lesen allemal.
























