Bleibt Flucht und Vertreibung von fast fünf Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein Thema, vor dem die deutsche Öffentlichkeit Angst hat? In der Nachkriegsliteratur fand die Erinnerung an die Leiden der Deutschen nur wenig Raum. Eine Ausnahme ist die Novelle von Günter Grass „Im Krebsgang“. Darin beklagt er, man habe „über so viel Leid, nur weil die eigene Schuld übermächtig und bekennende Reue in all den Jahren vordringlich gewesen war, geschwiegen und dadurch das gemiedene Thema den Rechtsgestrickten überlassen“. Wer sich wissenschaftlich damit beschäftigte, setzte sich der Gefahr aus, als Relativierer der Schuld an der Judenvernichtung abgestempelt zu werden. Wer an Flucht und Vertreibung der Deutschen erinnerte, galt als Revanchist. In der ehemaligen DDR war das Thema noch heftiger tabuisiert.
Intellektuelle lasen vielleicht 2005 in „Die Zeit“ den Essay über „Inferno und Befreiung“ von Heinrich Schwendemann, der an der Universität Freiburg Geschichte lehrt. Darin beschreibt er, wie Frauen und Kinder sowie alte Männer alles zurück lassen und sich im eisigen Winter in Trecks auf den Weg in Richtung Westen machen, obwohl Gauleiter wie Erich Koch in Ostpreußen noch zum Durchhalten aufrufen und Räumungsbefehle zurückhalten. „Diejenigen, die zurückbleiben oder gar nicht erst aus ihren Dörfern herausgekommen sind und jetzt von der Roten Armee eingeholt werden, erwartet Schreckliches: Die sowjetischen Soldaten erschießen, wer ihnen nicht passt, plündern, vergewaltigen, brennen ganze Orte wie zum Beispiel Allenstein und Neidenburg nieder. Sie rächen sich mit bestialischer Wut für all den Mord und Schrecken, den deutsche Soldaten vier Jahre lang über ihr Land gebracht haben, für einen Vernichtungskrieg ohne Beispiel in der neueren Geschichte Europas.“
Und 2006 veröffentlichte der damals 77-jährige Walter Kempowski sein letztes Werk „Alles umsonst“, einen großen Roman über die dramatische Flucht einer adligen Familie aus Ostpreußen im letzten Kriegswinter 1945. Die Rezensenten sind sich wieder einmal uneinig: einige gerieten ins Schwärmen über den „vollkommen überzeugenden historischen Roman“, andere kritisierten die klischeehafte Anordnung, vom Gutshof bis zu seinem unglaubwürdigen Personal, und die voraussehbaren Schilderungen. Auch Blogger haben diesen Roman unterschiedlich gelesen, wie die „Diskussion“ im Blogger-Büdchen zeigt.
Erst 2007 sehen mehr als 13 Millionen Menschen den ARD-Zweiteiler „Die Flucht“ mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle. Offenbar ist das genau der richtige Zeitpunkt für einen Film, in dem zwar viel Rosamunde Pilcher steckt, der aber so politisch neutral ist, dass er das Tabu Flucht und Vertreibung endlich zum Gesprächsthema macht. Sogar die BILD-Zeitung widmet dem schwierigen Thema eine mehrteilige Serie. Töchter kamen mit ihren Müttern ins Gespräch. So beschrieb die Journalistin Helga Hirsch ihre Scham in der „Welt“: "Warum hatte ich ihr mein Mitgefühl verwehrt? Warum hatte ich geglaubt, dass wer sich zur Schuld und der aus ihr resultierenden Verantwortung der Deutschen bekennt, kein Mitleid haben darf mit deutschen Opfern? Warum hatte ich den Flüchtlingen und Vertriebenen sogar das Recht auf Schmerz und Trauer abgesprochen und verlangt, sie hätten sich klaglos in das Unabänderliche zu fügen?"
Im Oktober 2008 kam der Film „Anonyma eine Frau in Belin“ in die Kinos: er schildert wie sich eine junge Berlinerin, gespielt von Nina Hoss, um weiteren Vergewaltigungen zu entgehen, einen russischen Offizier als Beschützer sucht, dem sie natürlich Gegenleistungen bieten muss. Er basiert auf dem Tagebuch der Journalistin Marta Hillers, die stellvertretend für das Schicksal von mindestens 100.000 Berlinerinnen steht, die nach 1945 von Angehörigen der Roten Armee vergewaltigt wurden. Das Buch ist schon 1959 auf Deutsch erschienen, war aber damals ein Ladenhüter. Der Film zeigt jedoch keine jener vielfach bezeugten extremen Grausamkeiten, über die die Opfer meist schweigen aus Scham und aus Angst vor der Reaktion ihrer männlichen Verwandten und Freunde. Man habe sich bemüht, so Produzent Günter Rohrbach, „den russischen Soldaten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“.
Der britische Historiker Antony Beevor beschreibt den Einmarsch der Roten Armee in Ostpreußen 1944/45 als einen der grausamsten Feldzüge der Geschichte. Russische Soldaten, die auf Rache aus waren Nemmersdorf in Ostpreußen wurde zum Symbol des russischen Vergeltungswillens: im Herbst 1944 waren 62 Frauen und Mädchen von russischen Soldaten vergewaltigt und getötet worden. Offiziell gelten 387.000 Deutsche allein aus Ostpreußen als "Nachkriegsverluste", also als nach Mai 1945 ermordet, in Lagern verhungert, in der sowjetischen Verschleppung umgekommen oder vermisst (Statistisches Bundesamt 1958). Hildegard Rauschenbach hat nach mehr als 45 Jahren ihr Schicksal (dreieinhalb Jahre Zwangsarbeit in Schadrinsk) beschrieben im Buch Vergeben ja - vergessen nie.
„Viel schockierender für Russen ist, dass Offiziere und Soldaten der Roten Armee so außer Kontrolle geraten waren, dass sie sich auch an ukrainischen, russischen und weißrussischen Frauen und Mädchen vergriffen, die als Zwangsarbeiterinnen in Deutschland waren“, schreibt Beevor in seinem Buch „Berlin 1945: Das Ende“. „Vergewaltigungen traten überall auf, wo die Rote Armee über Feinde herfiel“, erklärt die englische Historikerin Catherine Merridale in ihrem Buch „Iwans Krieg“: Die Sowjettruppen führten sich in den Ländern, die sie von den Nazis „befreiten“, ebenfalls wie Barbaren auf, sie mordeten, plünderten und schändeten im Baltikum genauso wie auf dem Balkan. Z.B. wurden nach der Einnahme Budapests im Februar 1945 ungarische Mädchen massenhaft in sowjetische Quartiere verschleppt, mehrfach vergewaltigt und manchmal auch getötet.
„Ohne Zweifel hat Moskau die Taten der Männer gefördert, wenn nicht gar gesteuert“, beurteilt Historikerin Merridale. „Diese Kreaturen sind keine menschlichen Wesen. Sie sind schreckliche Parasiten. Sie sind schädliches Ungeziefer“, schrieb Stalins Chefpropagandist Ilja Ehrenburg schon im Sommer 1941. „Die Deutschen sind keine Menschen“, erklärte er 1942/43. Sein Text „Es genügt nicht, die Deutschen nach Westen zu treiben. … Von allen Fritzen aber sind die toten die besten.“ wurde 1943 überall den russischen Soldaten laut vorgelesen. Und kurz vor dem Einmarsch nach Ostpreußen Ende 1944 schrieb er in der Frontzeitung „Die Deutschen werden die Stunde verfluchen, da sie unseren Boden betraten. Die deutschen Frauen werden die Stunde verfluchen, in der sie ihre Söhne Wüteriche geboren haben.“. Noch im März 1945 verlautbarte er „Die historische Mission der Sowjetarmee besteht bescheiden und ehrenwert darin, die Bevölkerung von Deutschland zu vermindern.“. Offiziere, die sich für die Schonung deutscher Zivilisten einsetzten, wanderten ins Gefängnis, z.B. Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew.
Offensichtlich ist bei der Beurteilung der eingangs gestellten Frage eine positive Entwicklung zu erkennen. Allerdings bleibt noch ein Weg zu gehen. Das zeigt besonders die Aussage des Produzenten des Films „Anonyma“ und die Tatsache, dass sich nur wenig Quellen deutscher Historiker über die Auswirkungen des Stalinismus auf Deutschland 1945 vor und nach Kriegsende finden lassen. „Doch was verdrängt wird, bedrängt später um so mehr“, warnt der einer breiten Öffentlichkeit durch seine Fernsehsendungen bekannte Historiker Guido Knopp.
Intellektuelle lasen vielleicht 2005 in „Die Zeit“ den Essay über „Inferno und Befreiung“ von Heinrich Schwendemann, der an der Universität Freiburg Geschichte lehrt. Darin beschreibt er, wie Frauen und Kinder sowie alte Männer alles zurück lassen und sich im eisigen Winter in Trecks auf den Weg in Richtung Westen machen, obwohl Gauleiter wie Erich Koch in Ostpreußen noch zum Durchhalten aufrufen und Räumungsbefehle zurückhalten. „Diejenigen, die zurückbleiben oder gar nicht erst aus ihren Dörfern herausgekommen sind und jetzt von der Roten Armee eingeholt werden, erwartet Schreckliches: Die sowjetischen Soldaten erschießen, wer ihnen nicht passt, plündern, vergewaltigen, brennen ganze Orte wie zum Beispiel Allenstein und Neidenburg nieder. Sie rächen sich mit bestialischer Wut für all den Mord und Schrecken, den deutsche Soldaten vier Jahre lang über ihr Land gebracht haben, für einen Vernichtungskrieg ohne Beispiel in der neueren Geschichte Europas.“
Und 2006 veröffentlichte der damals 77-jährige Walter Kempowski sein letztes Werk „Alles umsonst“, einen großen Roman über die dramatische Flucht einer adligen Familie aus Ostpreußen im letzten Kriegswinter 1945. Die Rezensenten sind sich wieder einmal uneinig: einige gerieten ins Schwärmen über den „vollkommen überzeugenden historischen Roman“, andere kritisierten die klischeehafte Anordnung, vom Gutshof bis zu seinem unglaubwürdigen Personal, und die voraussehbaren Schilderungen. Auch Blogger haben diesen Roman unterschiedlich gelesen, wie die „Diskussion“ im Blogger-Büdchen zeigt.
Erst 2007 sehen mehr als 13 Millionen Menschen den ARD-Zweiteiler „Die Flucht“ mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle. Offenbar ist das genau der richtige Zeitpunkt für einen Film, in dem zwar viel Rosamunde Pilcher steckt, der aber so politisch neutral ist, dass er das Tabu Flucht und Vertreibung endlich zum Gesprächsthema macht. Sogar die BILD-Zeitung widmet dem schwierigen Thema eine mehrteilige Serie. Töchter kamen mit ihren Müttern ins Gespräch. So beschrieb die Journalistin Helga Hirsch ihre Scham in der „Welt“: "Warum hatte ich ihr mein Mitgefühl verwehrt? Warum hatte ich geglaubt, dass wer sich zur Schuld und der aus ihr resultierenden Verantwortung der Deutschen bekennt, kein Mitleid haben darf mit deutschen Opfern? Warum hatte ich den Flüchtlingen und Vertriebenen sogar das Recht auf Schmerz und Trauer abgesprochen und verlangt, sie hätten sich klaglos in das Unabänderliche zu fügen?"
Im Oktober 2008 kam der Film „Anonyma eine Frau in Belin“ in die Kinos: er schildert wie sich eine junge Berlinerin, gespielt von Nina Hoss, um weiteren Vergewaltigungen zu entgehen, einen russischen Offizier als Beschützer sucht, dem sie natürlich Gegenleistungen bieten muss. Er basiert auf dem Tagebuch der Journalistin Marta Hillers, die stellvertretend für das Schicksal von mindestens 100.000 Berlinerinnen steht, die nach 1945 von Angehörigen der Roten Armee vergewaltigt wurden. Das Buch ist schon 1959 auf Deutsch erschienen, war aber damals ein Ladenhüter. Der Film zeigt jedoch keine jener vielfach bezeugten extremen Grausamkeiten, über die die Opfer meist schweigen aus Scham und aus Angst vor der Reaktion ihrer männlichen Verwandten und Freunde. Man habe sich bemüht, so Produzent Günter Rohrbach, „den russischen Soldaten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“.
Der britische Historiker Antony Beevor beschreibt den Einmarsch der Roten Armee in Ostpreußen 1944/45 als einen der grausamsten Feldzüge der Geschichte. Russische Soldaten, die auf Rache aus waren Nemmersdorf in Ostpreußen wurde zum Symbol des russischen Vergeltungswillens: im Herbst 1944 waren 62 Frauen und Mädchen von russischen Soldaten vergewaltigt und getötet worden. Offiziell gelten 387.000 Deutsche allein aus Ostpreußen als "Nachkriegsverluste", also als nach Mai 1945 ermordet, in Lagern verhungert, in der sowjetischen Verschleppung umgekommen oder vermisst (Statistisches Bundesamt 1958). Hildegard Rauschenbach hat nach mehr als 45 Jahren ihr Schicksal (dreieinhalb Jahre Zwangsarbeit in Schadrinsk) beschrieben im Buch Vergeben ja - vergessen nie.
„Viel schockierender für Russen ist, dass Offiziere und Soldaten der Roten Armee so außer Kontrolle geraten waren, dass sie sich auch an ukrainischen, russischen und weißrussischen Frauen und Mädchen vergriffen, die als Zwangsarbeiterinnen in Deutschland waren“, schreibt Beevor in seinem Buch „Berlin 1945: Das Ende“. „Vergewaltigungen traten überall auf, wo die Rote Armee über Feinde herfiel“, erklärt die englische Historikerin Catherine Merridale in ihrem Buch „Iwans Krieg“: Die Sowjettruppen führten sich in den Ländern, die sie von den Nazis „befreiten“, ebenfalls wie Barbaren auf, sie mordeten, plünderten und schändeten im Baltikum genauso wie auf dem Balkan. Z.B. wurden nach der Einnahme Budapests im Februar 1945 ungarische Mädchen massenhaft in sowjetische Quartiere verschleppt, mehrfach vergewaltigt und manchmal auch getötet.
„Ohne Zweifel hat Moskau die Taten der Männer gefördert, wenn nicht gar gesteuert“, beurteilt Historikerin Merridale. „Diese Kreaturen sind keine menschlichen Wesen. Sie sind schreckliche Parasiten. Sie sind schädliches Ungeziefer“, schrieb Stalins Chefpropagandist Ilja Ehrenburg schon im Sommer 1941. „Die Deutschen sind keine Menschen“, erklärte er 1942/43. Sein Text „Es genügt nicht, die Deutschen nach Westen zu treiben. … Von allen Fritzen aber sind die toten die besten.“ wurde 1943 überall den russischen Soldaten laut vorgelesen. Und kurz vor dem Einmarsch nach Ostpreußen Ende 1944 schrieb er in der Frontzeitung „Die Deutschen werden die Stunde verfluchen, da sie unseren Boden betraten. Die deutschen Frauen werden die Stunde verfluchen, in der sie ihre Söhne Wüteriche geboren haben.“. Noch im März 1945 verlautbarte er „Die historische Mission der Sowjetarmee besteht bescheiden und ehrenwert darin, die Bevölkerung von Deutschland zu vermindern.“. Offiziere, die sich für die Schonung deutscher Zivilisten einsetzten, wanderten ins Gefängnis, z.B. Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew.
Offensichtlich ist bei der Beurteilung der eingangs gestellten Frage eine positive Entwicklung zu erkennen. Allerdings bleibt noch ein Weg zu gehen. Das zeigt besonders die Aussage des Produzenten des Films „Anonyma“ und die Tatsache, dass sich nur wenig Quellen deutscher Historiker über die Auswirkungen des Stalinismus auf Deutschland 1945 vor und nach Kriegsende finden lassen. „Doch was verdrängt wird, bedrängt später um so mehr“, warnt der einer breiten Öffentlichkeit durch seine Fernsehsendungen bekannte Historiker Guido Knopp.
Schlagworte: Flucht | Vertreibung | Rote Armee | Ostpreußen | Im Krebsgang | Günter Grass | Alles umsonst | Walter Kempowski | Anonyma | Marta Hillers | Antony Beevor | Catherine Merridale | Ilja Ehrenburg | Geschichte | Kultur
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16.07.2009 | 09.04 Uhr | A-Jay
14.07.2009 | 11.44 Uhr | Anita Brandtstäter
A-Jay, ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich in meinem „Gespräch“ mit Bertha und escape zu den letzten Kommentaren nicht erwähnt habe, dass Röschen und Du in diesem Thread wiederholt geäußert haben, dass Ihr das anders seht.
Danke
Ihr meint, dass das Leid der deutschen Zivilbevölkerung aus den ehemaligen Ostgebieten und insbesondere der von Soldaten der russischen Armee vergewaltigten Frauen schon immer in der deutschen Öffentlichkeit Gesprächsthema war.
was "wir" meinen, kann ich nicht sagen, ich weiß, was "ich meine"
: Ich hatte geschrieben, dass ich nicht der Auffassung bin, dass die Vertreibung mit den Schrecken, welche die Vertriebenen erfahren haben, ein Tabuthema in der deutschen Gesellschaft ist - weder ein verdrängtes noch ein absichtlich verschwiegenes.
F
A-Jay, ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich in meinem „Gespräch“ mit Bertha und escape zu den letzten Kommentaren nicht erwähnt habe, dass Röschen und Du in diesem Thread wiederholt geäußert haben, dass Ihr das anders seht.
Danke
Ihr meint, dass das Leid der deutschen Zivilbevölkerung aus den ehemaligen Ostgebieten und insbesondere der von Soldaten der russischen Armee vergewaltigten Frauen schon immer in der deutschen Öffentlichkeit Gesprächsthema war.
was "wir" meinen, kann ich nicht sagen, ich weiß, was "ich meine"
: Ich hatte geschrieben, dass ich nicht der Auffassung bin, dass die Vertreibung mit den Schrecken, welche die Vertriebenen erfahren haben, ein Tabuthema in der deutschen Gesellschaft ist - weder ein verdrängtes noch ein absichtlich verschwiegenes.
F
16.07.2009 | 09.03 Uhr | A-Jay
-F-
14.07.2009 | 11.44 Uhr | Anita Brandtstäter
Das scheint Dich aber sehr zu beschäftigen zumal mein Beitrag ja gar nicht mehr „aktuell“ ist
Das ist so meine Eigenart - mich für den Fortgang einer Diskussion zu interessieren an der ich mich beteiligt habe.
Das du deinen eigenen Beitrag aber als "schon nicht mehr aktuell" bezeichnest wundert mich aber nun sehr.
Das wird der Thematik ja ganz und gar nicht gerecht.
Ich dachte, es wäre das Ansinnen dieses Beitrages, genau dieses "Unaktuell"-sein , diese Non-Präsenz der Thematik in den Köpfen der deutschen Nachkriegsgenerationen zu beklagen.
14.07.2009 | 11.44 Uhr | Anita Brandtstäter
Das scheint Dich aber sehr zu beschäftigen zumal mein Beitrag ja gar nicht mehr „aktuell“ ist
Das ist so meine Eigenart - mich für den Fortgang einer Diskussion zu interessieren an der ich mich beteiligt habe.
Das du deinen eigenen Beitrag aber als "schon nicht mehr aktuell" bezeichnest wundert mich aber nun sehr.
Das wird der Thematik ja ganz und gar nicht gerecht.
Ich dachte, es wäre das Ansinnen dieses Beitrages, genau dieses "Unaktuell"-sein , diese Non-Präsenz der Thematik in den Köpfen der deutschen Nachkriegsgenerationen zu beklagen.
16.07.2009 | 00.32 Uhr | Anita Brandtstäter
Wo sind die beiden Kommentare geblieben, auf die ich geantwortet habe?
05.07.2009 | 02.06 Uhr | jesus_vom_lazarett
"Wenn heute rechtextremes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft ankommt, dann nur, weil es politisch korrekt vermittelt wird. Dagegenhalten kann man nur mit Aufklärung und Argumenten." …
05.07.2009 | 00.21 Uhr | jesus_vom_lazarett
Verstehe ich nicht ganz, was dieser Artikel bezwecken soll? …
Ich habe die Löschung nicht veranlasst.
Was ist der Grund für die Löschung? Hat jemand von „Herr Stadtrat“-Team gelöscht?
05.07.2009 | 02.06 Uhr | jesus_vom_lazarett
"Wenn heute rechtextremes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft ankommt, dann nur, weil es politisch korrekt vermittelt wird. Dagegenhalten kann man nur mit Aufklärung und Argumenten." …
05.07.2009 | 00.21 Uhr | jesus_vom_lazarett
Verstehe ich nicht ganz, was dieser Artikel bezwecken soll? …
Ich habe die Löschung nicht veranlasst.
Was ist der Grund für die Löschung? Hat jemand von „Herr Stadtrat“-Team gelöscht?
14.07.2009 | 11.44 Uhr | Anita Brandtstäter
A-Jay, ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich in meinem „Gespräch“ mit Bertha und escape zu den letzten Kommentaren nicht erwähnt habe, dass Röschen und Du in diesem Thread wiederholt geäußert haben, dass Ihr das anders seht.
Ihr meint, dass das Leid der deutschen Zivilbevölkerung aus den ehemaligen Ostgebieten und insbesondere der von Soldaten der russischen Armee vergewaltigten Frauen schon immer in der deutschen Öffentlichkeit Gesprächsthema war.
Ich verweise ein zweites Mal auf meine Antwort an Euch vom 30.06.2009 | 10.04 Uhr.
Das scheint Dich aber sehr zu beschäftigen zumal mein Beitrag ja gar nicht mehr „aktuell“ ist.
Ihr meint, dass das Leid der deutschen Zivilbevölkerung aus den ehemaligen Ostgebieten und insbesondere der von Soldaten der russischen Armee vergewaltigten Frauen schon immer in der deutschen Öffentlichkeit Gesprächsthema war.
Ich verweise ein zweites Mal auf meine Antwort an Euch vom 30.06.2009 | 10.04 Uhr.
Das scheint Dich aber sehr zu beschäftigen zumal mein Beitrag ja gar nicht mehr „aktuell“ ist.
13.07.2009 | 11.48 Uhr | A-Jay
12.07.2009 | 10.38 Uhr | Anita Brandtstäter
Offensichtlich habe ich hier wirklich noch ein Tabu-Thema eingebracht, was über Jahr nur von der rechten Szene besetzt wurde
Nein, das hast du nicht. Es mag ihn vielen Familien und/oder Kreisen Tabuthema gewesen sein oder immer noch sein. Das ist jedoch deine persönlichen Erfahrung mit deiner Umgebung und der Literatur in Deutschland.
Andere haben, wie hier in der Diskussion mehrfach bemerkt wurde, eine ganz andere Erfahrung gemacht - das von verdrängtem Tabuthema keine Rede sein konnte und kann.
Und aus diesem Grunde kannst Du auch das Fragezeichen in der Überschrift deines Beitrages, erst Recht im Anschluß an diese Diskussion hier nicht "wohl getrost weglassen", sozusagen als Ergebnis des Meinungsaustausches.
Das würde die Meinungen und Erfahrungen einiger Diskussionsteilnehmer schlichtweg ignorieren.
Offensichtlich habe ich hier wirklich noch ein Tabu-Thema eingebracht, was über Jahr nur von der rechten Szene besetzt wurde
Nein, das hast du nicht. Es mag ihn vielen Familien und/oder Kreisen Tabuthema gewesen sein oder immer noch sein. Das ist jedoch deine persönlichen Erfahrung mit deiner Umgebung und der Literatur in Deutschland.
Andere haben, wie hier in der Diskussion mehrfach bemerkt wurde, eine ganz andere Erfahrung gemacht - das von verdrängtem Tabuthema keine Rede sein konnte und kann.
Und aus diesem Grunde kannst Du auch das Fragezeichen in der Überschrift deines Beitrages, erst Recht im Anschluß an diese Diskussion hier nicht "wohl getrost weglassen", sozusagen als Ergebnis des Meinungsaustausches.
Das würde die Meinungen und Erfahrungen einiger Diskussionsteilnehmer schlichtweg ignorieren.
12.07.2009 | 10.42 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo jesus_vom_lazarett,
Du meinst also, wenn ein Thema fast 65 Jahre Tabu war, sollte man es dabei belassen? Auch wenn es in Literatur, Film und Fernsehen jetzt zwar dargestellt wird, aber etwas verzerrt …
Aber Verdrängen bringt im Allgemeinen nicht mit sich, dass man aus Erfahrungen lernt, sondern kann sich unbewusst sogar auf Folgegenerationen auswirken. Du schreibst ja selbst:
Aus schlechten Erfahrungen lernen und in Zukunft alles besser machen oder Negativerlebnisse verhindern, nur DAS kann die Devise sein.
Zu Deiner Antwort an escape: Man soll die Hoffnung nie aufgeben … Ich bin immer für kritische Auseinandersetzung! Wie escape …
Danke für Deine Kommentare zu meinem Beitrag.
Gruß Anita
Du meinst also, wenn ein Thema fast 65 Jahre Tabu war, sollte man es dabei belassen? Auch wenn es in Literatur, Film und Fernsehen jetzt zwar dargestellt wird, aber etwas verzerrt …
Aber Verdrängen bringt im Allgemeinen nicht mit sich, dass man aus Erfahrungen lernt, sondern kann sich unbewusst sogar auf Folgegenerationen auswirken. Du schreibst ja selbst:
Aus schlechten Erfahrungen lernen und in Zukunft alles besser machen oder Negativerlebnisse verhindern, nur DAS kann die Devise sein.
Zu Deiner Antwort an escape: Man soll die Hoffnung nie aufgeben … Ich bin immer für kritische Auseinandersetzung! Wie escape …
Danke für Deine Kommentare zu meinem Beitrag.
Gruß Anita
12.07.2009 | 10.38 Uhr | Anita Brandtstäter
Danke, Bertha und escape, dass Ihr mich in der Moderation zu diesem Beitrag so ausgezeichnet unterstützt habt.
Offensichtlich habe ich hier wirklich noch ein Tabu-Thema eingebracht, was über Jahr nur von der rechten Szene besetzt wurde. Also kann man das Fragezeichen in der Überschrift wohl getrost weglassen!
Liebe Grüße
Anita
Offensichtlich habe ich hier wirklich noch ein Tabu-Thema eingebracht, was über Jahr nur von der rechten Szene besetzt wurde. Also kann man das Fragezeichen in der Überschrift wohl getrost weglassen!
Liebe Grüße
Anita
12.07.2009 | 10.35 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo Schuster,
danke für Deinen neuen Kommentar zu meinem Beitrag Da mal nachhaken Walter Kempowski.
Interessant Deine Assoziation zu den Überwachungskameras z.B. beim Discounter.
Ich habe ihn auch unter meinen aktuellen Beitrag in Fortsetzung der Diskussion um Kempowskis Roman „Alles umsonst“ kopiert.
Liebe Grüße
Anita
danke für Deinen neuen Kommentar zu meinem Beitrag Da mal nachhaken Walter Kempowski.
Interessant Deine Assoziation zu den Überwachungskameras z.B. beim Discounter.
Ich habe ihn auch unter meinen aktuellen Beitrag in Fortsetzung der Diskussion um Kempowskis Roman „Alles umsonst“ kopiert.
Liebe Grüße
Anita
12.07.2009 | 10.34 Uhr | Anita Brandtstäter
Kopie eines Kommentars bei meinem Beitrag über Walter Kempowski:
02.07.2009 | 18.11 Uhr | Schuster
Jetzt weiß ich auch wieder, warum schon mein Pa hab ihn selig!- "gut dem Dinge" benutzte; alter Dativ vor der Erfindung des attributiven Relativsatzes anstelle "das Gute daran..." zu sagen.
Ist ja auch journalistischer Stil, gnadenlos einfach, damit jeder..., aber die Verfilmung von Oberstufenklassenklima und die hintergründige Furcht , irgendwie von wem auch immer erwischt zu werden war nötig; heute hat man das nur noch am Kassenstand hinter dem Zahltisch, wenn Chefs Vieeo-Kamera dokumentiert, dass man mal das Keep-Smiling dem zahlenden Kunden gegenüber ausgelassen hat und die Entlassung droht. Ansonsten sind wir heute schon weniger unter Druck als die Kempowski-Ära.
02.07.2009 | 18.11 Uhr | Schuster
Jetzt weiß ich auch wieder, warum schon mein Pa hab ihn selig!- "gut dem Dinge" benutzte; alter Dativ vor der Erfindung des attributiven Relativsatzes anstelle "das Gute daran..." zu sagen.
Ist ja auch journalistischer Stil, gnadenlos einfach, damit jeder..., aber die Verfilmung von Oberstufenklassenklima und die hintergründige Furcht , irgendwie von wem auch immer erwischt zu werden war nötig; heute hat man das nur noch am Kassenstand hinter dem Zahltisch, wenn Chefs Vieeo-Kamera dokumentiert, dass man mal das Keep-Smiling dem zahlenden Kunden gegenüber ausgelassen hat und die Entlassung droht. Ansonsten sind wir heute schon weniger unter Druck als die Kempowski-Ära.
12.07.2009 | 10.32 Uhr | Anita Brandtstäter
Auf diesen weiteren Kommentar von Karl Napf brauche ich nicht zu antworten, weil sein Profil in dieser Community inzwischen gelöscht wurde.
06.07.2009 | 02.22 Uhr | Profil gelöscht
Diese elendig-primitivsten Totschläger wir alle hatten sie in unserer Familie - waren Hitlers willfährige Helfer.
Der Nachkriegs-Skandal ist das unerkannte Durchgewurschtel der heute ca. 70-90-jährigen, reingewaschen durch die so genannte Entnazifizierung. Unsere Grossväter/Väter, die uns erzogen haben, waren brutale Massenmörder, Vergewaltiger und Totschläger. Damit muss man erstmal klarkommenn.
Der Nachkriegs-Skandal ist das unerkannte Durchgewurschtel der heute ca. 70-90-jährigen, reingewaschen durch die so genannte Entnazifizierung. Unsere Grossväter/Väter, die uns erzogen haben, waren brutale Massenmörder, Vergewaltiger und Totschläger. Damit muss man erstmal klarkommenn.
04.07.2009 | 02.12 Uhr | escape
Ich denke nicht, dass man aus Angst, in irgendeiner Schmuddelecke aufzutauchen, ein Thema den Schmuddeligen überlassen darf. Dann sind sie die einzigen, die ein Tabu-Thema aufgreifen ... genau so können sie neue Anhänger gewinnen.
Man muss in einer Demokratie über alle Themen offen und kontrovers diskutieren können ... anders funktioniert Demokratie nicht.
Leider ist das nach meinem Eindruck in der öffentlichen Diskussion in Deutschland kaum möglich. Zu schnell geht es um politische Korrektheit ... oder Nettiquette, mit denen die andere Meinung unterdrückt wird.
Wenn heute rechtextremes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft ankommt, dann nur, weil es politisch korrekt vermittelt wird. Dagegenhalten kann man nur mit Aufklärung und Argumenten.
Man muss in einer Demokratie über alle Themen offen und kontrovers diskutieren können ... anders funktioniert Demokratie nicht.
Leider ist das nach meinem Eindruck in der öffentlichen Diskussion in Deutschland kaum möglich. Zu schnell geht es um politische Korrektheit ... oder Nettiquette, mit denen die andere Meinung unterdrückt wird.
Wenn heute rechtextremes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft ankommt, dann nur, weil es politisch korrekt vermittelt wird. Dagegenhalten kann man nur mit Aufklärung und Argumenten.
03.07.2009 | 18.31 Uhr | Bertha
@ Karl Napf
Flucht und Vertreibung waren die unausweichlichen Konsequenzen der größten Gewalt-Orgie der Menschheit, welche nun mal die Deutschen unter der Leitung ihrer Nazi-Massenmörder-Monster vom Zaun gebrochen haben.
Das hat keiner bestritten und es wurde und wird auch ständig an Ursache und Wirkung erinnert!
Generell sollte was Menschen im Krieg Menschen angetan haben nicht vergessen werden, schon um nachfolgende Generationen zu warnen, was Hass untereinander anrichten kann.
Dazu gehören genauso wie die Gräuel der Nazidiktatur die Gräuel der Stalinistischen Diktatur über die auch ein Lew Kopelew berichtet hatte. Er durfte dann aus Mitleid mit dem feind 10 jahre im sowjetischen Gulag verbringen.
Günter Grass hatte 2002 Recht als er feststellte: wir hätten die Aufarbeitung nicht allein den Rechtsgestrickten überlassen dürfen. Nach deinem Profilbild zu urteilen zählst Du wohl zu dieser Gruppierung oder sollte das bitterböse Satire sein?.
Gruß Bertha
Flucht und Vertreibung waren die unausweichlichen Konsequenzen der größten Gewalt-Orgie der Menschheit, welche nun mal die Deutschen unter der Leitung ihrer Nazi-Massenmörder-Monster vom Zaun gebrochen haben.
Das hat keiner bestritten und es wurde und wird auch ständig an Ursache und Wirkung erinnert!
Generell sollte was Menschen im Krieg Menschen angetan haben nicht vergessen werden, schon um nachfolgende Generationen zu warnen, was Hass untereinander anrichten kann.
Dazu gehören genauso wie die Gräuel der Nazidiktatur die Gräuel der Stalinistischen Diktatur über die auch ein Lew Kopelew berichtet hatte. Er durfte dann aus Mitleid mit dem feind 10 jahre im sowjetischen Gulag verbringen.
Günter Grass hatte 2002 Recht als er feststellte: wir hätten die Aufarbeitung nicht allein den Rechtsgestrickten überlassen dürfen. Nach deinem Profilbild zu urteilen zählst Du wohl zu dieser Gruppierung oder sollte das bitterböse Satire sein?.
Gruß Bertha
03.07.2009 | 02.05 Uhr | Profil gelöscht
Verehrte Frau @Brandtstäter,
Flucht und Vertreibung waren die unausweichlichen Konsequenzen der größten Gewalt-Orgie der Menschheit, welche nun mal die Deutschen unter der Leitung ihrer Nazi-Massenmörder-Monster vom Zaun gebrochen haben.
Dem Umstand, dass die deutschen Brutalo-Totschläger und ihre millionenfachen Helfer - vom höchsten General bis hin zum kleinsten Gefreiten und der Stöpsel-Maid im besetzen Ausland - trotz ihres grenzenlosen Kollektiv-Verbrechens nur zu einem winzigen Bruchteil aus Rache vom Leben ins Jenseits befördert wurden, verdanke ich z.B. meine Geburt...
Was Soll ich jetzt? Frohlocken? Dass die weitaus meisten Massemörder-Helfer ihrer verdienten Exekution entgangen sind, und so nach dem Krieg die Möglichkeit hatten, Kinder zu zeugen? Oder soll ich wehklagen?
- F -
Flucht und Vertreibung waren die unausweichlichen Konsequenzen der größten Gewalt-Orgie der Menschheit, welche nun mal die Deutschen unter der Leitung ihrer Nazi-Massenmörder-Monster vom Zaun gebrochen haben.
Dem Umstand, dass die deutschen Brutalo-Totschläger und ihre millionenfachen Helfer - vom höchsten General bis hin zum kleinsten Gefreiten und der Stöpsel-Maid im besetzen Ausland - trotz ihres grenzenlosen Kollektiv-Verbrechens nur zu einem winzigen Bruchteil aus Rache vom Leben ins Jenseits befördert wurden, verdanke ich z.B. meine Geburt...
Was Soll ich jetzt? Frohlocken? Dass die weitaus meisten Massemörder-Helfer ihrer verdienten Exekution entgangen sind, und so nach dem Krieg die Möglichkeit hatten, Kinder zu zeugen? Oder soll ich wehklagen?
- F -
03.07.2009 | 02.04 Uhr | Profil gelöscht
- F -
Also: wem nutzt Ihre ganze Betrachtung?
Ich fürchte, bestenfalls den unverbesserlichen, ewig gestrigen rechtsextrem-verblendeten Neo-Nazis jeglicher Couleur und Tarnanstriche.
Also einer politischen Schmuddel-Ecke, in der Sie sich nicht wiederfinden möchten, oder etwa doch?
Also: wem nutzt Ihre ganze Betrachtung?
Ich fürchte, bestenfalls den unverbesserlichen, ewig gestrigen rechtsextrem-verblendeten Neo-Nazis jeglicher Couleur und Tarnanstriche.
Also einer politischen Schmuddel-Ecke, in der Sie sich nicht wiederfinden möchten, oder etwa doch?
01.07.2009 | 23.11 Uhr | Anita Brandtstäter
Möglicherweise passt dieser Beitrag von Bertha im Ostpreußen-Forum des Blogger-Büdchens zur geführten Diskussion. Er enthält einen Hinweis auf einen Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger:
Bertha | 20.02.2009 | 19:46
Unter dem Titel Die deutsche Leidenserfahrung ist in der heutigen Ausgabe ein lesenwerter Artikel von Frank Olbert zu finden. Das Thema ist zu wichtig, um es alleine den ewig Gestrigen und Rechtsradikalen zu überlassen.
Bertha | 20.02.2009 | 19:46
Unter dem Titel Die deutsche Leidenserfahrung ist in der heutigen Ausgabe ein lesenwerter Artikel von Frank Olbert zu finden. Das Thema ist zu wichtig, um es alleine den ewig Gestrigen und Rechtsradikalen zu überlassen.
01.07.2009 | 22.52 Uhr | Anita Brandtstäter
Danke, Steinfels, für Deinen inhaltlichen Kommentar.
Absolut d’accord zu Deinen Aussagen.
Du hast ja im Gegensatz zu mir Krieg erlebt!
Den Fehler, Vertreibung der Deutschen nur isoliert zu sehen, haben in der Vergangenheit ja leider oft die Funktionäre der Vertriebenenverbände gemacht. Das hat mit zur Verdrängung der Schreckenszeit der Flüchtlinge beigetragen.
Viele Grüße
Anita
Absolut d’accord zu Deinen Aussagen.
Du hast ja im Gegensatz zu mir Krieg erlebt!
Den Fehler, Vertreibung der Deutschen nur isoliert zu sehen, haben in der Vergangenheit ja leider oft die Funktionäre der Vertriebenenverbände gemacht. Das hat mit zur Verdrängung der Schreckenszeit der Flüchtlinge beigetragen.
Viele Grüße
Anita
01.07.2009 | 16.22 Uhr | Steinfels
Krieg kennt keine Grenzen, weder geografisch,
moralisch noch menschlich.
Nur Tod und Verderben treiben ihn an und wenn
er dann Rache nimmt, ist er noch tausendfach
schlimmer.
Selbstverständlich ist Flucht und Vertreibung
ein Thema und die Schreckenszeit darf nicht
verdrängt werden. Aber das Thema gehört
im Zusammenhang mit dem Krieg und darf
nicht für sich alleine gesehen werden.
moralisch noch menschlich.
Nur Tod und Verderben treiben ihn an und wenn
er dann Rache nimmt, ist er noch tausendfach
schlimmer.
Selbstverständlich ist Flucht und Vertreibung
ein Thema und die Schreckenszeit darf nicht
verdrängt werden. Aber das Thema gehört
im Zusammenhang mit dem Krieg und darf
nicht für sich alleine gesehen werden.
30.06.2009 | 23.41 Uhr | Anita Brandtstäter
30.06.2009 | 10.04 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo A-Jay, hallo Röschen,
vielleicht wird in Eurem Umfeld über das Leid der Vertriebenen am Ende des Zweiten Weltkriegs schon seit Jahrzehnten gesprochen. Prima!
Ich habe andere Erfahrungen gemacht und bin damit offensichtlich nicht allein.
Das Zitat von Günter Grass aus meinem ersten Abschnitt des Beitrags dazu stammt aus diesem Jahrtausend!
Und mein Zitat von Helga Hirsch in Zusammenhang mit der Medienberichterstattung zum Fernsehfilm „Die Flucht“ aus 2007 drückt das auf der persönlichen Ebene aus, was Betroffene z.B. bei ihren Kindern erlebt haben, die in der Schule Nationalsozialismus und Krieg durchgenommen haben. ...
vielleicht wird in Eurem Umfeld über das Leid der Vertriebenen am Ende des Zweiten Weltkriegs schon seit Jahrzehnten gesprochen. Prima!
Ich habe andere Erfahrungen gemacht und bin damit offensichtlich nicht allein.
Das Zitat von Günter Grass aus meinem ersten Abschnitt des Beitrags dazu stammt aus diesem Jahrtausend!
Und mein Zitat von Helga Hirsch in Zusammenhang mit der Medienberichterstattung zum Fernsehfilm „Die Flucht“ aus 2007 drückt das auf der persönlichen Ebene aus, was Betroffene z.B. bei ihren Kindern erlebt haben, die in der Schule Nationalsozialismus und Krieg durchgenommen haben. ...
30.06.2009 | 23.12 Uhr | Roeschen
Naja..Anita...solche Artikel, wie auch andere sind ja auch subjektiv, oder? Meine ich nur mal so....
30.06.2009 | 23.00 Uhr | Anita Brandtstäter
Sorry, A-Jay, ich kann Deinen erneuten und vehementen Widerspruch nicht nachvollziehen.
Sicher haben die Heimatvertriebenenverbände seit den 1950er Jahren erinnert. Aber:
Radikal beharrten die Funktionäre bei dem regelmäßigen Treffen zu Pfingsten auf einem Vaterland "in den Grenzen von 1937". Dies machte die Identifikation mit dem Leid der betroffenen Menschen schwer und trug zur Tabuisierung des Themas bei.
Die Deutschen als Opfer - das war freilich noch aus einem anderen Grund ein Tabu. Vor dem Hintergrund der unermesslichen, von Deutschen begangenen Verbrechen während der Nazi-Diktatur galt es als ungebührlich, das selbst erfahrene Leid zu diskutieren.
Zitat aus einem Internet-Artikel der Deutschen Welle von September 2003 Das Tabu der vertriebenen Deutschen von Cornelia Rabitz.
Sicher haben die Heimatvertriebenenverbände seit den 1950er Jahren erinnert. Aber:
Radikal beharrten die Funktionäre bei dem regelmäßigen Treffen zu Pfingsten auf einem Vaterland "in den Grenzen von 1937". Dies machte die Identifikation mit dem Leid der betroffenen Menschen schwer und trug zur Tabuisierung des Themas bei.
Die Deutschen als Opfer - das war freilich noch aus einem anderen Grund ein Tabu. Vor dem Hintergrund der unermesslichen, von Deutschen begangenen Verbrechen während der Nazi-Diktatur galt es als ungebührlich, das selbst erfahrene Leid zu diskutieren.
Zitat aus einem Internet-Artikel der Deutschen Welle von September 2003 Das Tabu der vertriebenen Deutschen von Cornelia Rabitz.
30.06.2009 | 15.25 Uhr | A-Jay
Und wieder widerspreche ich dieser Schlußfolgerung oder Einschätzung der Lage.
Die mag für die schreibende und darstellende Kunst gelten, das halte ich jedoch nicht für einen Spiegel des Bewusstseins der deutschen Öffentlichkeit.
Die mag für die schreibende und darstellende Kunst gelten, das halte ich jedoch nicht für einen Spiegel des Bewusstseins der deutschen Öffentlichkeit.
30.06.2009 | 10.11 Uhr | Anita Brandtstäter
Ich habe mich nach Berthas Rezension von „Alles umsonst“ gefragt, warum Walter Kempowski wenig von den „alltäglichen“ Leiden der Deutschen durch Soldaten der Roten Armee in seinem Roman darstellt. Mein Beitrag stellt einen Erklärungsversuch dar: es ist der erste deutsche Roman, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Literatur ist Spiegel der Gesellschaft!
Und der Film „Anonyma“, der die Vergewaltigung von Frauen durch Russen zum Thema hat, ist der erste deutsche Film dazu. Er ist gut im Rahmen der Bewusstmachung, weil dadurch wie beim ARD-Film „Die Flucht“ mehr Deutsche erreicht werden als durch historische Fachartikel. Aber auch hier werden die schrecklichen Gräuel, die Zeitzeugen auch erst jetzt Jahrzehnte nach dem Krieg - äußern, nicht dargestellt.
Offensichtlich sind wir erst am Anfang bei der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen der Roten Armee. Man kann hoffentlich jetzt daran erinnern, denn damit wird nicht der NS-Terror oder die Schuld der Deutschen geleugnet!
Und der Film „Anonyma“, der die Vergewaltigung von Frauen durch Russen zum Thema hat, ist der erste deutsche Film dazu. Er ist gut im Rahmen der Bewusstmachung, weil dadurch wie beim ARD-Film „Die Flucht“ mehr Deutsche erreicht werden als durch historische Fachartikel. Aber auch hier werden die schrecklichen Gräuel, die Zeitzeugen auch erst jetzt Jahrzehnte nach dem Krieg - äußern, nicht dargestellt.
Offensichtlich sind wir erst am Anfang bei der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen der Roten Armee. Man kann hoffentlich jetzt daran erinnern, denn damit wird nicht der NS-Terror oder die Schuld der Deutschen geleugnet!
30.06.2009 | 10.07 Uhr | Anita Brandtstäter
Danke, Mister_Tom,
für Deine intensive „Diskussion“ mit Röschen. Du hast mich exzellent in der Moderatorenrolle vertreten- :-)
Meine Zielsetzung hast Du gut erkannt. Es ging mir darum, u.a. auch durch sachlich-kritische Darstellung von wenig bekannten neuen historischen Forschungen, bewusst zu machen. Gerade die Frauen, die im oder nach dem Zweiten Weltkrieg Vergewaltigungen von Russen haben ertragen mussten, haben darüber nie oder erst nach Jahrzehnten gesprochen.
Ich habe ja auch auf das Schicksal von Hildegard Rauschenbach hingewiesen, die über 45 Jahre gebraucht hat, um das Erlebte aus ihrer Verschleppung nach Sibirien zu verarbeiten - durch Niederschreiben.
Liebe Grüße
Anita
für Deine intensive „Diskussion“ mit Röschen. Du hast mich exzellent in der Moderatorenrolle vertreten- :-)
Meine Zielsetzung hast Du gut erkannt. Es ging mir darum, u.a. auch durch sachlich-kritische Darstellung von wenig bekannten neuen historischen Forschungen, bewusst zu machen. Gerade die Frauen, die im oder nach dem Zweiten Weltkrieg Vergewaltigungen von Russen haben ertragen mussten, haben darüber nie oder erst nach Jahrzehnten gesprochen.
Ich habe ja auch auf das Schicksal von Hildegard Rauschenbach hingewiesen, die über 45 Jahre gebraucht hat, um das Erlebte aus ihrer Verschleppung nach Sibirien zu verarbeiten - durch Niederschreiben.
Liebe Grüße
Anita
30.06.2009 | 10.06 Uhr | Roeschen
Guten Morgen Anita...
so scheint es zu sein. Und daher ist es ja auch schön..sich auszutauschen. Mir hat es jedenfalls Vergnügen bereitet.
Dir einen guten Tag
herzlichst
Röschen
so scheint es zu sein. Und daher ist es ja auch schön..sich auszutauschen. Mir hat es jedenfalls Vergnügen bereitet.
Dir einen guten Tag
herzlichst
Röschen



















