Immer wieder gibt es auf dieser Plattform Beiträge, die sich mit der Erinnerung an den Holocaust oder den 2. Weltkrieg beschäftigen. Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich von sachlich-konstruktiver Diskussion bis zu totaler Ablehnung des Themas. Das habe ich selbst bei meinem Beitrag Erinnerung ideologisch vermint? erfahren.
Immerhin begann der 2. Weltkrieg mit dem Überfall von Hitler-Deutschland auf Polen am 1. September vor 70 Jahren. Das bedeutet, dass die Zeitzeugen jetzt um die 90 Jahre alt sind. Aber hier diskutieren Blogger, die entweder diese Zeit noch als Kind miterlebt haben oder zur Nachkriegsgeneration gehören.
Für die unmittelbar Betroffenen bleiben Erlebnisse aus dieser Zeit ein Leben lang bedeutsam. Aber tragen auch deren Kinder oder sogar Kindeskinder die Last der Vergangenheit mit?
2004 hat die 1947 geborene, in Köln lebende Journalistin
Sabine Bode das Buch „Die vergessene Generation die Kriegskinder brechen ihr Schweigen“ herausgebracht. Darin schildert sie exemplarisch Schicksale aus der Generation, die noch während des Krieges geboren wurde. Den heute 65- bis 80-jährigen geht es so gut wie nie. Sie haben den Bombenkrieg oder die Vertreibung miterlebt, aber darüber geschwiegen. Sie wollten danach funktionieren, nicht jammern und sie konnten kein Brot wegwerfen. Aber das Erleben von Krieg und Gewalt hat sie geprägt. Viele haben mit Anpassung, Pflichterfüllung und Härte gegen sich selbst reagiert. Die Autorin plädiert für eine angemessene Gedenk-Kultur, damit die Kriegskinder ihre Erfahrungen verarbeiten und nicht in ihrer Opferrolle verharren.
Für Sabine Bode selbst überraschend haben sich nach der Veröffentlichung bei ihr viele Menschen gemeldet, die nach 1960 geboren waren. Sie berichteten ihr, dass auch sie von den Kriegserfahrungen ihrer Eltern geprägt seien. 14 Einzelschicksale beschreibt sie nun in ihrem neuen Buch : „Kriegsenkel - Die Erben der vergessenen Generation“, Klett-Cotta, Stuttgart. Sie zeigt dabei Ursachen für diffuse Zukunftsängste, Unsicherheit und Kontaktscheu im alltäglichen Leben auf: sie liegen in den Traumata der Eltern, die sich diese aber nicht eingestehen. „Waren Mutter und Vater in ihrem eigenen Lebensgefühl und in ihrer Identität verunsichert, konnten sie ihren Kindern wenig Orientierung geben.“
Die Lösung sieht Sabine Bode auch hier darin, dass in den Familien offen darüber gesprochen wird. „Viele Kriegsenkel werden lernen müssen, sich selbst wichtig zu nehmen und notwendige heftige Auseinandersetzungen mit den Älteren nicht länger aus dem Weg zu gehen.“
Wer sich näher dafür interessiert: eine Lesung von Sabine Bode zu ihrem neuen Buch „Kriegsenkel“ findet statt
am Mittwoch, 16. September 2009, um 19:00 Uhr,
in 53117 Bonn, TuBF Frauenberatung, Dorotheenstraße 1-3.
Immerhin begann der 2. Weltkrieg mit dem Überfall von Hitler-Deutschland auf Polen am 1. September vor 70 Jahren. Das bedeutet, dass die Zeitzeugen jetzt um die 90 Jahre alt sind. Aber hier diskutieren Blogger, die entweder diese Zeit noch als Kind miterlebt haben oder zur Nachkriegsgeneration gehören.
Für die unmittelbar Betroffenen bleiben Erlebnisse aus dieser Zeit ein Leben lang bedeutsam. Aber tragen auch deren Kinder oder sogar Kindeskinder die Last der Vergangenheit mit?
2004 hat die 1947 geborene, in Köln lebende Journalistin
Sabine Bode das Buch „Die vergessene Generation die Kriegskinder brechen ihr Schweigen“ herausgebracht. Darin schildert sie exemplarisch Schicksale aus der Generation, die noch während des Krieges geboren wurde. Den heute 65- bis 80-jährigen geht es so gut wie nie. Sie haben den Bombenkrieg oder die Vertreibung miterlebt, aber darüber geschwiegen. Sie wollten danach funktionieren, nicht jammern und sie konnten kein Brot wegwerfen. Aber das Erleben von Krieg und Gewalt hat sie geprägt. Viele haben mit Anpassung, Pflichterfüllung und Härte gegen sich selbst reagiert. Die Autorin plädiert für eine angemessene Gedenk-Kultur, damit die Kriegskinder ihre Erfahrungen verarbeiten und nicht in ihrer Opferrolle verharren.
Für Sabine Bode selbst überraschend haben sich nach der Veröffentlichung bei ihr viele Menschen gemeldet, die nach 1960 geboren waren. Sie berichteten ihr, dass auch sie von den Kriegserfahrungen ihrer Eltern geprägt seien. 14 Einzelschicksale beschreibt sie nun in ihrem neuen Buch : „Kriegsenkel - Die Erben der vergessenen Generation“, Klett-Cotta, Stuttgart. Sie zeigt dabei Ursachen für diffuse Zukunftsängste, Unsicherheit und Kontaktscheu im alltäglichen Leben auf: sie liegen in den Traumata der Eltern, die sich diese aber nicht eingestehen. „Waren Mutter und Vater in ihrem eigenen Lebensgefühl und in ihrer Identität verunsichert, konnten sie ihren Kindern wenig Orientierung geben.“
Die Lösung sieht Sabine Bode auch hier darin, dass in den Familien offen darüber gesprochen wird. „Viele Kriegsenkel werden lernen müssen, sich selbst wichtig zu nehmen und notwendige heftige Auseinandersetzungen mit den Älteren nicht länger aus dem Weg zu gehen.“
Wer sich näher dafür interessiert: eine Lesung von Sabine Bode zu ihrem neuen Buch „Kriegsenkel“ findet statt
am Mittwoch, 16. September 2009, um 19:00 Uhr,
in 53117 Bonn, TuBF Frauenberatung, Dorotheenstraße 1-3.
Schlagworte: Erinnerung | Kriegsenkel | 2. Weltkrieg | Flucht | Vertreibung | Bombenkrieg | Kriegskinder | Trauma | Angst | Generation | Ostpreußen | Geschichte | Kultur
Beitrag bewerten
Erst einloggen, dann bewerten
Note
Stimmen
Aufrufe
weiterempfehlen
29.08.2009 | 11.53 Uhr | Anita Brandtstäter
Liebe Paula,
das ist ja toll! Du wirst den Termin sicher im Blogger-Büdchen bekannt geben?
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein Buchtipp hier so große Resonanz findet sowohl nach Klicks als auch nach Zahl und Qualität der Kommentare gemessen.
Danke, Spiegel,
für den Buchtipp. Das ist ja ein ganz interessantes Zeitzeugenprojekt: eine Art „Klassenarbeit“ viele, viele Jahre nach dem Abitur. Offensichtlich ist das Buch ja auch in einer Restauflage noch erhältlich.
Habe den Auszug daraus über die Erlebnisse am Kriegsende eines weiteren Stolpers und Deine eigenen Gedanken und Erfahrungen dazu mit Interesse gelesen.
Ich habe Dir bei Deinem Beitrag zu den Erinnerungen einer Stolperin noch einmal mit Hilfe der Aufzeichnungen meiner Mutter über ihre Flucht unter anderem durch Stolp geantwortet.
Schönes Wochenende
Anita
das ist ja toll! Du wirst den Termin sicher im Blogger-Büdchen bekannt geben?
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein Buchtipp hier so große Resonanz findet sowohl nach Klicks als auch nach Zahl und Qualität der Kommentare gemessen.
Danke, Spiegel,
für den Buchtipp. Das ist ja ein ganz interessantes Zeitzeugenprojekt: eine Art „Klassenarbeit“ viele, viele Jahre nach dem Abitur. Offensichtlich ist das Buch ja auch in einer Restauflage noch erhältlich.
Habe den Auszug daraus über die Erlebnisse am Kriegsende eines weiteren Stolpers und Deine eigenen Gedanken und Erfahrungen dazu mit Interesse gelesen.
Ich habe Dir bei Deinem Beitrag zu den Erinnerungen einer Stolperin noch einmal mit Hilfe der Aufzeichnungen meiner Mutter über ihre Flucht unter anderem durch Stolp geantwortet.
Schönes Wochenende
Anita
28.08.2009 | 10.34 Uhr | Paula
Hallo Anita, ich habe bei der Buchhandlung Karola Brockmann in Brühl angeregt, Sabine Bode zu einer Autorenlesung einzuladen. Das hat man getan, und die Autorin hat erfreut zugesagt, derzeit wird noch über den Termin gesprochen, es wird irgendwann im Frühjahr 2010 sein.
27.08.2009 | 21.25 Uhr | Spiegel
Im selben Zusammenhang habe ich das Buch "Mein Kriegsende" - Kindheit im Dritten Reich und danach Erinnerungen einer Abiturklasse - zur Hand genommen, das neben den Berichten von Kriegskindern Wichtige Aussagen zu den Zusammenhängen enthält. Die Berichte erstatten Kriegskinder aus Ost und West.
Den Bericht eines weiteren "Stolper Jungchen" habe ich inzwischen unter dem Titel
Stoip in Pommern und die Kriegskinder
in "Grüße aus dem Westen" eingestellt.
(ISBN des Buches. 3 933974 98 4 axel dielmann Verlag 2005)
Den Bericht eines weiteren "Stolper Jungchen" habe ich inzwischen unter dem Titel
Stoip in Pommern und die Kriegskinder
in "Grüße aus dem Westen" eingestellt.
(ISBN des Buches. 3 933974 98 4 axel dielmann Verlag 2005)
26.08.2009 | 11.45 Uhr | Anita Brandtstäter
Spiegel hat einen Bericht von der Flucht eines damals 14-jährigen Mädchens aus seiner Heimatstadt Stolp/Pommern hier veröffentlicht:
Als ob es gestern war …
Vermischtes | 21.08.2009 | Spiegel
"Nachdem Mitte Februar (1945) die deutsche Gegenoffensive in die Flanke des an der Oder stehenden Gegners ... fehlgeschlagen war, gab es für Pommern keine Rettung mehr." (K.H. Pagel, Stolp in Pommern, Lübeck 1977)
Als ob es gestern war …
Vermischtes | 21.08.2009 | Spiegel
"Nachdem Mitte Februar (1945) die deutsche Gegenoffensive in die Flanke des an der Oder stehenden Gegners ... fehlgeschlagen war, gab es für Pommern keine Rettung mehr." (K.H. Pagel, Stolp in Pommern, Lübeck 1977)
24.08.2009 | 15.43 Uhr | Paula
Es ist schon ein großer Unterschied, ob eine Journalistin oder ein Psychoanalytiker schreiben
Im Gegensatz zum Psychoanalytiker, der zu jedem gerade aktuellen Thema ein Buch oder Büchlein, einen Vortrag oder einen Artikel in der ZEIT oder sonstwo "produziert", sind mir Journalistinnen mit einem eigenen Interesse und Engagement, die an "ihrem" Thema dran bleiben, eigentlich lieber.
Im Gegensatz zum Psychoanalytiker, der zu jedem gerade aktuellen Thema ein Buch oder Büchlein, einen Vortrag oder einen Artikel in der ZEIT oder sonstwo "produziert", sind mir Journalistinnen mit einem eigenen Interesse und Engagement, die an "ihrem" Thema dran bleiben, eigentlich lieber.
24.08.2009 | 13.55 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo Paula,
diesen Buchtipp, der mir in einer psychologischen Fachzeitschrift untergekommen ist, habe ich nur in Ergänzung zu madonnamadonnas Gedanken zur 68er Generation hier eingebracht.
Du kennst sicher Schmidbauers „Opfer-Täter-Buch“?
Es ist schon ein großer Unterschied, ob eine Journalistin oder ein Psychoanalytiker schreiben!
Liebe Grüße
Anita
diesen Buchtipp, der mir in einer psychologischen Fachzeitschrift untergekommen ist, habe ich nur in Ergänzung zu madonnamadonnas Gedanken zur 68er Generation hier eingebracht.
Du kennst sicher Schmidbauers „Opfer-Täter-Buch“?
Es ist schon ein großer Unterschied, ob eine Journalistin oder ein Psychoanalytiker schreiben!
Liebe Grüße
Anita
24.08.2009 | 12.18 Uhr | Profil gelöscht
hallo Anita :)
nun hab’ ich es! Die "Angehörigen" der 68er Generation, die einen Aufbruch inszeniert haben, weil ihnen die Kriegsgeneration der Eltern kaum Identifizierungsmöglichkeiten boten.
Das ist aber schön, dass Du Dich noch einmal mit meinem einspruch befasst hast. Danke und ja, das ist was mir in den Sinn kam. Der Satz trifft es ganz gut. Den Link muss ich mir mal in Ruhe zu genüge führen.
eine schöne Woche Dir
saluti
Donna
nun hab’ ich es! Die "Angehörigen" der 68er Generation, die einen Aufbruch inszeniert haben, weil ihnen die Kriegsgeneration der Eltern kaum Identifizierungsmöglichkeiten boten.
Das ist aber schön, dass Du Dich noch einmal mit meinem einspruch befasst hast. Danke und ja, das ist was mir in den Sinn kam. Der Satz trifft es ganz gut. Den Link muss ich mir mal in Ruhe zu genüge führen.
eine schöne Woche Dir
saluti
Donna
23.08.2009 | 15.09 Uhr | Paula
Stöhn, Anita: Den Schmidtbauer muss "man" aber wirklich
mögen :-[
mögen :-[
23.08.2009 | 10.31 Uhr | Anita Brandtstäter
Hallo Donna,
nun hab’ ich es! Die "Angehörigen" der 68er Generation, die einen Aufbruch inszeniert haben, weil ihnen die Kriegsgeneration der Eltern kaum Identifizierungsmöglichkeiten boten.
Mir ist dazu gerade eine Buchkritik untergekommen: Wolfgang Schmidbauer: Ein Land Drei Generationen Psychogramm der Bundesrepublik.
Der Psychoanalytiker blickt auf die Kriegsgeneration, die 68er und deren Kinder. Dabei soll deutlichwerden, wie Eltern ihre Ängste auf die nächste Generation übertragen. Interessant auch seine Sicht auf die nach 1970 geborenen überbehüteten Kinder der 68er, die er als ängstlich und extrem kränkbar beschreibt.
Schönen Sonntag
Anita
nun hab’ ich es! Die "Angehörigen" der 68er Generation, die einen Aufbruch inszeniert haben, weil ihnen die Kriegsgeneration der Eltern kaum Identifizierungsmöglichkeiten boten.
Mir ist dazu gerade eine Buchkritik untergekommen: Wolfgang Schmidbauer: Ein Land Drei Generationen Psychogramm der Bundesrepublik.
Der Psychoanalytiker blickt auf die Kriegsgeneration, die 68er und deren Kinder. Dabei soll deutlichwerden, wie Eltern ihre Ängste auf die nächste Generation übertragen. Interessant auch seine Sicht auf die nach 1970 geborenen überbehüteten Kinder der 68er, die er als ängstlich und extrem kränkbar beschreibt.
Schönen Sonntag
Anita
21.08.2009 | 11.51 Uhr | Profil gelöscht
Hallo Anita,
In welche Schublade hast Du Dich da von mir gesteckt gefühlt? Da muss ich mich ja sehr missverständlich ausgedrückt haben!
.. ich finde es zu einfach, die Rebellion der 68ziger + ff als einfache Beziehungsprobleme mit den Eltern abzutun. Auch geht es nicht wie Sua schreibt um das Entsetzen bei Betrachtung der Bilder. Es ging um das Enstsetzen, das Eltern + Großeltern daran beteiligt waren und sei es auch nur durch wegschauen. Ist das denn weniger beeinflussend, als der subtilere Fall, den Sua schildert? Ich bin mir da nicht sicher, zumal sich jeder Einzelfall bestimmt in einer Art und Weise aufschlüsseln ließe wie Sua ihn beschreibt. Vielleicht ist es nur die intellekt. Variante.
Das Thema ist wirklich sehr breitgefächert und jeder hat eigene Bilder, Assoziationen, Erfahrens- und Wissenshintergründe.
Beenden wir es für uns hier. Es war dann doch interessant darüber nachzudenken. :)
Ich wünsche dir noch einen schönen Tag
Donna
In welche Schublade hast Du Dich da von mir gesteckt gefühlt? Da muss ich mich ja sehr missverständlich ausgedrückt haben!
.. ich finde es zu einfach, die Rebellion der 68ziger + ff als einfache Beziehungsprobleme mit den Eltern abzutun. Auch geht es nicht wie Sua schreibt um das Entsetzen bei Betrachtung der Bilder. Es ging um das Enstsetzen, das Eltern + Großeltern daran beteiligt waren und sei es auch nur durch wegschauen. Ist das denn weniger beeinflussend, als der subtilere Fall, den Sua schildert? Ich bin mir da nicht sicher, zumal sich jeder Einzelfall bestimmt in einer Art und Weise aufschlüsseln ließe wie Sua ihn beschreibt. Vielleicht ist es nur die intellekt. Variante.
Das Thema ist wirklich sehr breitgefächert und jeder hat eigene Bilder, Assoziationen, Erfahrens- und Wissenshintergründe.
Beenden wir es für uns hier. Es war dann doch interessant darüber nachzudenken. :)
Ich wünsche dir noch einen schönen Tag
Donna
20.08.2009 | 20.07 Uhr | Roeschen
Die überwiegende Zahl der Menschheit wünscht sich keinen Krieg und hat doch keinen Einfluß drauf. Gab und gibt es nicht genug Demontrationen gegen den "Krieg?
Ob Krieg ja oder nein ist doch meistens von dem Geist abhängig, der in den verantwortlichen Politikern herrscht.
Ob Krieg ja oder nein ist doch meistens von dem Geist abhängig, der in den verantwortlichen Politikern herrscht.
20.08.2009 | 19.06 Uhr | Anita Brandtstäter
@Röschen
Dein allgemeines Fazit „Nie mehr Krieg“ hat berlin auch „vor“ einigen Kommentaren hier ähnlich als Konsens geäußert.
Ich vermute nur, dass die Menschen Ende der 30er Jahre sich auch keinen Krieg „gewünscht“ haben.
@madonnamadonna
Paula nimmt mir das Wort aus dem Mund.
In welche Schublade hast Du Dich da von mir gesteckt gefühlt? Da muss ich mich ja sehr missverständlich ausgedrückt haben!
Du beschreibst treffend „unsere“ Sturm- und Drangzeit in den 70er Jahren. Daraus resultierten sicher diverse familiäre Auseinandersetzungen. Da stimme ich Dir zu. Es geht wirklich nicht darum, monokausal alle Generationskonflikte mit einem „Kriegsenkel“-Syndrom zu erklären.
Aber die 70er Jahre waren deshalb auch nicht die ideale Zeit, um das Thema "Vererbung" von Kriegstraumata mit den Eltern aufzuarbeiten.
@Mister_Tom
Danke, Du greifst einen Kernsatz aus dem Buch bzw. meinem Beitrag auf.
Dein allgemeines Fazit „Nie mehr Krieg“ hat berlin auch „vor“ einigen Kommentaren hier ähnlich als Konsens geäußert.
Ich vermute nur, dass die Menschen Ende der 30er Jahre sich auch keinen Krieg „gewünscht“ haben.
@madonnamadonna
Paula nimmt mir das Wort aus dem Mund.
In welche Schublade hast Du Dich da von mir gesteckt gefühlt? Da muss ich mich ja sehr missverständlich ausgedrückt haben!
Du beschreibst treffend „unsere“ Sturm- und Drangzeit in den 70er Jahren. Daraus resultierten sicher diverse familiäre Auseinandersetzungen. Da stimme ich Dir zu. Es geht wirklich nicht darum, monokausal alle Generationskonflikte mit einem „Kriegsenkel“-Syndrom zu erklären.
Aber die 70er Jahre waren deshalb auch nicht die ideale Zeit, um das Thema "Vererbung" von Kriegstraumata mit den Eltern aufzuarbeiten.
@Mister_Tom
Danke, Du greifst einen Kernsatz aus dem Buch bzw. meinem Beitrag auf.
20.08.2009 | 18.21 Uhr | Profil gelöscht
„Waren Mutter und Vater in ihrem eigenen Lebensgefühl und in ihrer Identität verunsichert, konnten sie ihren Kindern wenig Orientierung geben.“
Darum geht es in Sabine Bodes Buch - und nicht um das Feeling der 68er, oder um das Entsetzen, was uns bei den Bildern des Krieges befällt, etc...
Die Auswirkungen sind es, die über Generationen hinweg unsere Biographien beeinflussen und prägen.
Beispiel:
Vater erlebte als Kind während des Krieges Angst und Gewalt. Etwas anderes hatte er nie kennengelernt.
Im Erwachsenenalter schlägt Vater dann Mutter und Sohn.
Sohn hat nun zwei Möglichkeiten:
Entweder er hinterfragt das Vaterverhalten nicht und wird selbst zum Schläger, (im schlimmsten Fall schlägt er selbst Vater, Mutter und Geschwister), oder er beginnt bewusst die Gewaltspirale der Familie zu durchbrechen-->Bewusstmachung.
Das ist nur ein krasses Beispiel von vielen, da sich auch andere Verhaltensweisen durchsetzen und übertragen werden können.
Darum geht es in Sabine Bodes Buch - und nicht um das Feeling der 68er, oder um das Entsetzen, was uns bei den Bildern des Krieges befällt, etc...
Die Auswirkungen sind es, die über Generationen hinweg unsere Biographien beeinflussen und prägen.
Beispiel:
Vater erlebte als Kind während des Krieges Angst und Gewalt. Etwas anderes hatte er nie kennengelernt.
Im Erwachsenenalter schlägt Vater dann Mutter und Sohn.
Sohn hat nun zwei Möglichkeiten:
Entweder er hinterfragt das Vaterverhalten nicht und wird selbst zum Schläger, (im schlimmsten Fall schlägt er selbst Vater, Mutter und Geschwister), oder er beginnt bewusst die Gewaltspirale der Familie zu durchbrechen-->Bewusstmachung.
Das ist nur ein krasses Beispiel von vielen, da sich auch andere Verhaltensweisen durchsetzen und übertragen werden können.
20.08.2009 | 17.23 Uhr | Bertha
Hallo Anita,
Was wären wir ohne dr.lach, der uns erklärt, welche Themen für uns wichtig sind?
Wie konnte da bei mir oder anderen Kommentatoren bloß der Eindruck entstehen, dass Du andere Meinungen neben Deiner voll respektierst?
Danke für deinen Kommentar, dem brauche ich nichts mehr hinzuzufügen. Selten so gelacht :-)))))
Gruß Bertha
Was wären wir ohne dr.lach, der uns erklärt, welche Themen für uns wichtig sind?
Wie konnte da bei mir oder anderen Kommentatoren bloß der Eindruck entstehen, dass Du andere Meinungen neben Deiner voll respektierst?
Danke für deinen Kommentar, dem brauche ich nichts mehr hinzuzufügen. Selten so gelacht :-)))))
Gruß Bertha
20.08.2009 | 16.01 Uhr | Paula
Huch?
20.08.2009 | 15.24 Uhr | Profil gelöscht
Ich plädiere hier wirklich nicht für Verallgemeinerungen nach dem Motto: alle über 40-jährigen, die Probleme in der Beziehung mit ihren Eltern haben, sind „Kriegsenkel“ und die Ursache liegt in den Traumata der Eltern.
Klappe zu, Affe tot ;)
Zu Verallgemeinerungen tendierst du dann offensichtlich doch.
Egal wie herum.
Mäht nix oder so.
Saluti
Donna
Klappe zu, Affe tot ;)
Zu Verallgemeinerungen tendierst du dann offensichtlich doch.
Egal wie herum.
Mäht nix oder so.
Saluti
Donna
20.08.2009 | 14.13 Uhr | Roeschen
persönlich Erfahrende besser verstehen zu können.
Aber eines kann ich sagen und da schließe ich mich Madonna an, das hab ich auch schon einmnal in anderen Beiträgen zum Thema Kriegsvergangenheit kommentiert, die Filme, die ich in der Schule gesehen habe und die geschichtliche Auseinandersetzung haben mich sehr, sehr berührt. Ich werde und habe diese Bilder nie vergessen. Das allein schon genügt, um zu sagen, nie mehr Krieg.
LG
Röschen
Aber eines kann ich sagen und da schließe ich mich Madonna an, das hab ich auch schon einmnal in anderen Beiträgen zum Thema Kriegsvergangenheit kommentiert, die Filme, die ich in der Schule gesehen habe und die geschichtliche Auseinandersetzung haben mich sehr, sehr berührt. Ich werde und habe diese Bilder nie vergessen. Das allein schon genügt, um zu sagen, nie mehr Krieg.
LG
Röschen
20.08.2009 | 14.12 Uhr | Roeschen
Hallo Anita:
Ich denke, Dein Beitrag hat ganz sicher dazu verholfen, dass Menschen sich noch einmal ihren Erinnerungen gewidmet haben, persönlich, aber auch geschichtlich.
Ich habe in den letzten Tagen Beitrag und Kommentare sehr genau verfolgt.
Ich kann eigentlich auch nur bestätigen, zum einen ist jeder Mensch von der persönlichen Geschichte der vergangenen Generationen, seien es Kriegstraumatas oder andere, betroffen und wird davon im heutigen Leben beeinflußt. Oft ist viel Arbeit nötig, um sich zu befreien.
Man ist auch insoweit von den Kriegserfahrungen der Vorgeneration betroffen, auch wenn diese nicht darüber gesprochen haben. Denn ihr Verhalten, ihre Lebenshaltung wurde ja dadurch beeinflußt. Auch Schweigen kann übertragen werden. Kinder lernen dann ebenfalls nicht über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Meine Großmutter und auch meine Eltern haben nie ein Wort über ihre Kriegserfahrungen, die Flucht aus Ostpreußen gesprochen. Gerne hätte ich mehr davon gehört, um das
Ich denke, Dein Beitrag hat ganz sicher dazu verholfen, dass Menschen sich noch einmal ihren Erinnerungen gewidmet haben, persönlich, aber auch geschichtlich.
Ich habe in den letzten Tagen Beitrag und Kommentare sehr genau verfolgt.
Ich kann eigentlich auch nur bestätigen, zum einen ist jeder Mensch von der persönlichen Geschichte der vergangenen Generationen, seien es Kriegstraumatas oder andere, betroffen und wird davon im heutigen Leben beeinflußt. Oft ist viel Arbeit nötig, um sich zu befreien.
Man ist auch insoweit von den Kriegserfahrungen der Vorgeneration betroffen, auch wenn diese nicht darüber gesprochen haben. Denn ihr Verhalten, ihre Lebenshaltung wurde ja dadurch beeinflußt. Auch Schweigen kann übertragen werden. Kinder lernen dann ebenfalls nicht über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Meine Großmutter und auch meine Eltern haben nie ein Wort über ihre Kriegserfahrungen, die Flucht aus Ostpreußen gesprochen. Gerne hätte ich mehr davon gehört, um das
20.08.2009 | 14.02 Uhr | Anita Brandtstäter
@madonnamadonna
Ich plädiere hier wirklich nicht für Verallgemeinerungen nach dem Motto: alle über 40-jährigen, die Probleme in der Beziehung mit ihren Eltern haben, sind „Kriegsenkel“ und die Ursache liegt in den Traumata der Eltern.
@Browning
Danke für die Ausführungen zu Deiner persönlichen Geschichte. Diese könnte sicher auch als Fallbeispiel für Sabine Bode dienen.
@Paula
Ich denke, dass das Problem, dass es kein Schwarz-Weiß zwischen Tätern und Opfern gibt, auch ein Grund für Schweigen sein kann. Das hat glaube ich Bertha gemeint. Denn darum geht es auch in seiner Aufarbeitung der Familiengeschichte. Bertha selbst ist ja „Kriegskind“.
Browning hat ein ganz anderes Beispiel aus ihrer Familiengeschichte geliefert, wo das Schweigen damit zu tun hat, dass man für das Schreckliche, das einem passiert ist, keine Worte hat, dass man sich sogar die Schuld dafür gibt und sich dafür schämt. Natürlich auch mit der Angst vor möglichen Repressalien in der UdSSR vor Perestroika.
Ich plädiere hier wirklich nicht für Verallgemeinerungen nach dem Motto: alle über 40-jährigen, die Probleme in der Beziehung mit ihren Eltern haben, sind „Kriegsenkel“ und die Ursache liegt in den Traumata der Eltern.
@Browning
Danke für die Ausführungen zu Deiner persönlichen Geschichte. Diese könnte sicher auch als Fallbeispiel für Sabine Bode dienen.
@Paula
Ich denke, dass das Problem, dass es kein Schwarz-Weiß zwischen Tätern und Opfern gibt, auch ein Grund für Schweigen sein kann. Das hat glaube ich Bertha gemeint. Denn darum geht es auch in seiner Aufarbeitung der Familiengeschichte. Bertha selbst ist ja „Kriegskind“.
Browning hat ein ganz anderes Beispiel aus ihrer Familiengeschichte geliefert, wo das Schweigen damit zu tun hat, dass man für das Schreckliche, das einem passiert ist, keine Worte hat, dass man sich sogar die Schuld dafür gibt und sich dafür schämt. Natürlich auch mit der Angst vor möglichen Repressalien in der UdSSR vor Perestroika.
20.08.2009 | 14.00 Uhr | Anita Brandtstäter
@dr.lach
Dein Kommentar:
Ich gebe demonstrativ einen Stern. Nicht, weil der Beitrag schlecht geschrieben wurde, sondern weil mich das Thema anko.... ;-((
Das Unwort der letzten Jahrzehnte: A U F A R B E I T U N G.
Gut, dass ich ausgewandert bin, da bleibt mir dieses Geschwaetz wenigstens erspart.
Meine Bemerkung dazu:
Was wären wir ohne dr.lach, der uns erklärt, welche Themen für uns wichtig sind?
Wie konnte da bei mir oder anderen Kommentatoren bloß der Eindruck entstehen, dass Du andere Meinungen neben Deiner voll respektierst?
Dein Kommentar:
Ich gebe demonstrativ einen Stern. Nicht, weil der Beitrag schlecht geschrieben wurde, sondern weil mich das Thema anko.... ;-((
Das Unwort der letzten Jahrzehnte: A U F A R B E I T U N G.
Gut, dass ich ausgewandert bin, da bleibt mir dieses Geschwaetz wenigstens erspart.
Meine Bemerkung dazu:
Was wären wir ohne dr.lach, der uns erklärt, welche Themen für uns wichtig sind?
Wie konnte da bei mir oder anderen Kommentatoren bloß der Eindruck entstehen, dass Du andere Meinungen neben Deiner voll respektierst?
20.08.2009 | 13.01 Uhr | Browning
@ Paula
Das stimmt. Ich habe das zwar nicht erlebt und bei meiner Familie war es nicht der Fall, weil wir in einer anderen Situation waren und zu einer anderen sozialen Schichte gehörten (bei uns gab es kein Porzellan, Silber und Schmuck). Aber ich habe in sehr vielen Büchern gelesen, dass es genau so war, wie Du es beschreibst. In Russland war es übrigens auch so... nur das es nicht um Juden ging, sondern um "Feinde des Volkes" (egal welcher Nationalität) und es bezieht sich auf etwas anderen Zeitraum. Ein internazionales Phänomen halt: Gefallen Dir die Sachen Deines Nachbarns, vernichte ihn im Namen des "Guten", damit Du nicht als Mörder und Dieb da stehst, sondern als Held und Retter.
Das stimmt. Ich habe das zwar nicht erlebt und bei meiner Familie war es nicht der Fall, weil wir in einer anderen Situation waren und zu einer anderen sozialen Schichte gehörten (bei uns gab es kein Porzellan, Silber und Schmuck). Aber ich habe in sehr vielen Büchern gelesen, dass es genau so war, wie Du es beschreibst. In Russland war es übrigens auch so... nur das es nicht um Juden ging, sondern um "Feinde des Volkes" (egal welcher Nationalität) und es bezieht sich auf etwas anderen Zeitraum. Ein internazionales Phänomen halt: Gefallen Dir die Sachen Deines Nachbarns, vernichte ihn im Namen des "Guten", damit Du nicht als Mörder und Dieb da stehst, sondern als Held und Retter.
20.08.2009 | 12.15 Uhr | Browning
Und als ich dann mit den Schattenseiten ganz unerwartet und ganz massiv konfrontiert wurde (nicht dass ich vorher über die Schattenseiten nicht wusste, aber doch nicht in so einem Umfang und nicht in so einer Härte), war ich noch ganz jung und in meiner Verwirrtheit allein gelassen. Und in gewissen Aspekten fühlte ich mich total verarscht. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte... und eigentlich weiß ich es auch heute noch nicht so richtig. Klar bin ich älter geworden und habe Einiges dazugelernt. Aber ich fühle mich immer noch irgendwie zerrisen. Und manchmal knallt es.
20.08.2009 | 12.09 Uhr | Paula
Ich möchte hier einen weiteren Aspekt einbringen, der gestern in einem Gespräch mit Freunden Thema wurde. Bitte nicht gleich "NEIN" schreien, erstmal drüber nachdenken.
Die Mehrzahl der Elterngeneration (ich rede jetzt mal von denen, die 15-40 jährig waren zur Zeit des Krieges...vom Flaghelfer bis zum Soldaten, von der jugendlichen Schülerin bis zur Frau, die ihre Kinder durchbringen musste, während der Mann im Krieg war...bis zu den verfolgten Gruppierungen). Die Mehrzahl war doch nicht (nur) Opfer. Man nehme das berühmte Stichwort von der "Identifikation mit dem Aggressor". Warum waren diverse Brühler froh, als meine Urgroßmutter "endlich" "weg war" (Zitate)?
Im Sinne des "Guten" konnten sie aus dem haus Porzellan, Silber, Schmuck, alle möglichen Werte "retten". - Als die Urgroßmutter 1956 zurück kam und bei Verwandten zu Gast war, bekam sie den Kuchen auf ihrem eigenen Geschirr serviert...
Die Mehrzahl der Elterngeneration (ich rede jetzt mal von denen, die 15-40 jährig waren zur Zeit des Krieges...vom Flaghelfer bis zum Soldaten, von der jugendlichen Schülerin bis zur Frau, die ihre Kinder durchbringen musste, während der Mann im Krieg war...bis zu den verfolgten Gruppierungen). Die Mehrzahl war doch nicht (nur) Opfer. Man nehme das berühmte Stichwort von der "Identifikation mit dem Aggressor". Warum waren diverse Brühler froh, als meine Urgroßmutter "endlich" "weg war" (Zitate)?
Im Sinne des "Guten" konnten sie aus dem haus Porzellan, Silber, Schmuck, alle möglichen Werte "retten". - Als die Urgroßmutter 1956 zurück kam und bei Verwandten zu Gast war, bekam sie den Kuchen auf ihrem eigenen Geschirr serviert...
20.08.2009 | 12.09 Uhr | Browning
Andererseits - ich habe Russland abgöttlich geliebt. Russische Literatur, russische Musik, russische Landschaften. Ich war zehn oder elf, als ich angefangen habe, Dostojewskij, Tolstoj und andere Klassiker aus dem 19.Jahrhundet zu lesen... und das war so fesselnd, dass ich nicht aufhören konnte, bis ich nicht alles durch hatte (dafür habe ich natürlich einige Jahren gebraucht, denn wenn ich ALLES sage, dann meine ich auch alles und nicht nur die bekannteste Werke, die zum Schulstoff gehören). Mit der Zeit kam dazu die "silberne Poesie" (so wurde bei uns Ende 19 Jahrhundert/erste Viertel 20. Jahrhundert genannt... das war die Zeit der poetischen Genies, für die keine Vergleiche in der Weltliteratur gibt). Dann habe ich für mich die 60-er Jahren (Achtung: Was anderes als europeische 60-er) und Barden entdeckt... dann noch was... und noch was... und noch was... Ich habe russische (und teilweise auch sowejtische) Kultur sehr gut gekannt und ich habe sie vergöttert.
->
->
20.08.2009 | 11.54 Uhr | Browning
um Schluße ziehen zu können.
Das ist auch ein allgemein verbreitetes Phänomen, dass die Opfer sich selbst die Schuld geben, wenn mit Ihnen etwas Schreckliches/Peinliches passiert... und deswegen wird auch nicht geredet.
Und ich... in meiner Kindheit wurde mit mir ALLES falsch gemacht, was man mit einem Kind überhaupt falsch machen könnte. Das war nicht schön. Das war ganz und gar nicht schön. Und lange Zeit konnte ich es nicht verstehen und nicht verzeihen... bis ich erfahren habe, was für eine Hölle die Menschen, die mir am Nächsten stehen, über Jahrzenten lang mit sich herumschleppen... und das sie es anders nicht können, weil sie was anderes nicht erlebt und nicht gelernt haben... und das die Abneigung und Gewalt gegen mich im Grunde genommen die Abneigung und Gewalt gegen sich selbst sind, weil sie sich selbst nicht akzeptieren und verabscheuen... und mich als ihr eigenes Spiegelbild empfinden.
->
Das ist auch ein allgemein verbreitetes Phänomen, dass die Opfer sich selbst die Schuld geben, wenn mit Ihnen etwas Schreckliches/Peinliches passiert... und deswegen wird auch nicht geredet.
Und ich... in meiner Kindheit wurde mit mir ALLES falsch gemacht, was man mit einem Kind überhaupt falsch machen könnte. Das war nicht schön. Das war ganz und gar nicht schön. Und lange Zeit konnte ich es nicht verstehen und nicht verzeihen... bis ich erfahren habe, was für eine Hölle die Menschen, die mir am Nächsten stehen, über Jahrzenten lang mit sich herumschleppen... und das sie es anders nicht können, weil sie was anderes nicht erlebt und nicht gelernt haben... und das die Abneigung und Gewalt gegen mich im Grunde genommen die Abneigung und Gewalt gegen sich selbst sind, weil sie sich selbst nicht akzeptieren und verabscheuen... und mich als ihr eigenes Spiegelbild empfinden.
->





















