Bildung kann wehtun
Riesenschildkröte in Weiß
Wer kennt das nicht: ein Gebildeter als Heimsuchung für seine Mitmenschen?
 
Neulich nach der Probe in der Kneipe: Jannik erzählt von seinem Urlaub in der Türkei.
„Wir waren die einzigsten Rheinländer in unserem Hotel“.
„Die einzigen“, unterbreche ich ihn.
„Ich sage doch, die einzigsten Rheinländer“, wiederholt er leicht irritiert.
„Die einzigsten ist falsch“, doziere ich.. „Einzig kann man nicht steigern!“
„Das ist halt Umgangssprache“, rechtfertigt er sich.
„Nein, das ist schlicht falsch!“
Er sagt es nicht, aber denkt sicher „Du Besserwisser!“
 
Wir wechseln das Thema. Jannik ereifert sich. „Der Ackermann ist der hochbezahlteste Manager Deutschlands.“
Höchst“, falle ich ihm schon wieder ins Wort,
höchstbezahlt heißt es.“
Annika unterstützt ihren inzwischen leicht genervten Mann:
„Das haben sie neulich im Fernsehen genauso gesagt.“
„Aber dadurch wird’s ja noch schlimmer!“
 
Bildung kann wehtun, zuerst dem Gebildeten, dann dem Korrigierten. Der eine hat Probleme bei falschem Umgang mit der deutschen Sprache. Und unser musikalischer Leiter Gregor mit den Tempi:
„Mich ärgert es jedes mal, wenn Musikstücke wie z.B. das wunderschöne Pop-Lied Music gejagt werden. Besonders die Russen sind darin Meister. Im Konzert neulich habe ich gar nicht mehr hinhören können!“
„Es gefällt einem immer nicht, wenn ein anderes Orchester die gleichen Stücke wie wir anders spielt,“ entgegne ich.
„Aber auch die Russen in der Kölner Fußgängerzone: Vor lauter Virtuosität und Technik hört man gar keine Musik mehr!“ bekräftigt er.
„Ja, Celibidache hat vorgeführt, dass man ein Adagio fast halb so schnell wie Karajan dirigieren kann. Und das ist alles andere als langweilig.“
 
Offensichtlich tut den deutschen Abiturienten Bildung auch weh!
 
Nur 35 Prozent eines Jahrgangs entscheidet sich für die Aufnahme eines Studiums. “Deutschland gehen die Akademiker aus“ titelten Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau am letzten Mittwoch. Der Anteil der Studienanfänger und Hochschulabsolventen ist in den meisten Industrienationen deutlich schneller gewachsen als in Deutschland, so der diesjährige OECD-Bildungsbericht. Zwischen 2000 und 2006 konnten die 30 OECD-Länder den Anteil ihrer Hochschulabsolventen im Schnitt von 28 auf 37 Prozent erhöhen – und die Zahl der Absolventen von deutschen Universitäten und Fachhochschulen stieg nur von 18 auf 21 Prozent. Damit liegt Deutschland auf Rang 21 zwischen Slowenien und Portugal und weit abgeschlagen hinter Kanada, Japan und Südkorea, wo über 50 Prozent der 25- bis 34-jährigen einen Uni-Abschluss haben..
 
Und das ist ja nicht die erste Schlappe, die die deutsche Bildungspolitik im internationalen Vergleich einsteckt. So beanstandete ein Bericht 2007 dem Menschenrechtsrat in Genf gegenüber die Ausgrenzung und Benachteiligung von Kindern aus sozial schwächeren Elternhäusern, Kindern von Migranten und Kindern mit Behinderungen. Dabei wird als Ursache für die mangelnde Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung das streng gegliederte Schulsystem kritisiert, das die Kinder viel zu früh auf unterschiedliche Schularten aufteile.
 
Der OECD-Bildungsbericht des letzten Jahres kritisierte dazu passend, dass der Anteil der Kinder von Akademikern an den Studenten 2,2-mal höher ist, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Erneut übte dieselbe Studie auch Kritik an den öffentlichen Bildungsausgaben. Mit 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt Deutschland auch hier auf Platz 21 und weit zurück hinter dem Durchschnitt von 5,4 Prozent.
 
Bildungspolitik kann wehtun.
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Kommentare | 1 bis 25 von 34 Kommentieren
15.06.2009 | 10.40 Uhr | Anita Brandtstäter
 
Heute ist der russische Teil anders als der polnische Teil von Ostpreußen, also das alte Nordostpreußen, sicher alles andere als schön für Touristen. Ich war Anfang der 90er Jahre dort und habe die Heimat meiner Eltern besucht. Die Schöne der ehemaligen Kornkammer Deutschlands kann man nur ahnen: übrig geblieben sind nach dem Krieg vermoorte Wälder, verfallene alte Häuser gemischt mit neuen Plattenbauten, die noch älter aussehen, verschlammte Straßen mit kaputtem Pflaster, nur noch Weideland mit übersäuertem Boden und nicht mehr funktionsfähigen Drainagen, armselige Geschäfte ohne Waren …
 
Wenn Reisen nach Ostpreußen für Touristen angeboten werden, gehen sie deshalb immer nach Masuren, also in den polnischen Teil, in das ehemalige Südostpreußen!
 
Gruß Anita
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15.06.2009 | 10.39 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo Schuster,
 
ich habe Deinen Kommentar, 2. Teil, in die Kommentare des Beitrags „Gerdauen ist schöner“ kopiert.

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15.06.2009 | 10.36 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo Schuster,
 
habe heute noch einmal Deine Kommentare zu diesem Beitrag gelesen.
 
Bildung kann aber auch Spaß machen, wenn man wie Du Freude an Sprachen und Mundarten hat. Auf jeden Fall hat mein Dein erster Kommentar zum „versenkten“ Kölner Stadtarchiv Spaß gemacht!
 
Herzlicher Gruß
Anita
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04.04.2009 | 00.22 Uhr | Schuster Sorry, Gr-lapsus periti (nicht peritus, weil Plural documentae)sunt..
und die komischen Schreibfehler; vielleicht habe ich zu viele mundartliche Unartikeiten meinem Computer mitgeteilt, sie seien auch richtig, und der setzt das auf seine Weiser wieder wie in alten Zeiten - Herbr. ißt oder ist oderr isst ein Hähnchen ist zumindest zweierlei, wenn es der alten Regel nach kein "ß" gab, in der neuen dem Computer zuliebe "ss" auch orthographisch stimmt, aber "s" bei [ist] Essenz enthält - leichter erkennbar in der Infinitivform des Hilfsverbs "sein". Da sagt der Lateiner rechtmäßig "sum -fui-esse" (ich bin, ich bin gewesen oder war, sein). Tja, manchmal regiert Schwachsinn oder Trübsal wie in den Randgebieten des ehem. Ostpreußens - heute kan eine TV-Sendung wieder, von alten Rußland-Deutschen im heutigedn Polen, und Gerdauen - potthäßlich, leider also nicht schöner wie jene kurze Geschichte aus dem Schulbuch) bis hin zu den herrlichen Pferden, ehem.Trakehner wurde gezeigt (Wiederholung)
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31.03.2009 | 01.59 Uhr | Schuster Ich möchte den Kreeis der Bildung noch erweitern:
Meiune Auswanderung zu Waidmärkten mit versenkten Stadtarchiven. Vielleicht kommen später mal wieder ein paar Römer zurück aus dem galaktischen Raketenschrottplatz einer technisch übersättigten neuen Welt im All und suchen ebendort nach Einsteins Resten oder Albertus Magnus - O civitate peritus sunt documenti Coloniae. Äver dr Zoch unge de Ääd kütt nochens öm de Wette müt denne Rejenwürmer. Watt iss datt förene wässrische Bildung jeweas. Norens jesaach: Datt Wasser vum Kölsche is jot. 4711. Et rösch nu jett fuhl.
Dat Stadt-Arschief könnense dörsch Werbungsartikel leischt upfölle, wenn se nu zo vill Plaats in de Rejale han. Dat fördert de Müllverbrennung, wennse widder zo vill Papier loswerde müsse...
Herzlichst Schuster-Assi.zoo Atziones.
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11.10.2008 | 22.59 Uhr | Anita Brandtstäter Immer wieder schön, lieber Schuster, Deine Assoziationen
 
... von Bildung zur Kapitalbildung, zur Kapitalkrise, zum US-Wahlkampf, zu Auswanderern und Büffeln der Indianer und dann wieder zu den Kapitalmärkten ...
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26.09.2008 | 12.03 Uhr | Schuster Gerade entdecke ich deine Antwort auf KAPITAL-BILDUNG hier zu deinem ursprünglich anders initiiertem Blog.
Natürlich ist dass Summen-Spektakel geldabhängiger Bildung längst überholt; heute lese ich in der Rhein-Sieg-Rundschau, dass die beiden Präsidenten-Anwärter OBAMA&Co beim noch zu verabschiedenden US-Bush eher der Krise weltweit als dem eigenen Wahlkampf voller Edelmut (Hm. Hast du sich geräuspert?) entsagen; gab's bei Goethe schon unter dem Kapitel "DIe Ausgewanderten", die in der "Neuen WElt" das Heil suchten und als Pilgerväter die Verteibung alter Indiander im Einklang mit Büffel und Natur abjagten.
Neuen Bildungschancen also in EU, wo noch Steinbrück mit den steinreichen Erzengeln der Kapitalmärkte ringt, damit im alten EUROPE der Stier auf der Weide bleibt und nicht ebenso "niedergebüffelt" wird seinerzeit der lebendige Spießbraten der Indiander.
Bildungsziele sind auch für Häuslebauer in USA erkennbar, aber was die nach den Katastrophen noch regeln wollen, bleibt offen.J.
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20.09.2008 | 10.13 Uhr | Anita Brandtstäter Danke Schuster,
 
für Deine Ausführungen angesichts der aktuellen Kapitalmarktkrise zu den Beziehungen von Bildung und KapitalBILDUNG.
 
Auf jeden Fall scheint ein Exkurs ins Ausland zu „bilden“!
 
Und auch die Kapitalbildung kann Schmerzen verursachen …
 
Auf jeden Fall braucht Deutschland für Innovationen sowohl Bildung als auch Kapitalbildung!
 
Liebe Grüße
Anita
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20.09.2008 | 10.08 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo satansbraten,
 
ist das jetzt teuflisch oder engelsgleich verstehend?
 
Schönes Wochenende in der Hölle
Anita
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18.09.2008 | 19.56 Uhr | Schuster Drickes meint, der Ausland-Trend von guten Studentenabschlüssen sei ein anderes Thema.
Wenn ich heute lese, dass Finanzminister Peer Steinbrück sauer ist, dass mal 300 oder möglicherwseise 600 Millionen schon wieder im Ausland vernichtet worden sind durch so gescheite Bänker, dann kann doch wohl arme deutsche Studenten durchaus beim Thema "Wir gucken mal nach, wo das ganze Geld bleibt" im Ausland mehr finden könnten als luftleere Innovationen. Übedr Bildung fällt mir übrigens gerade noch ein, dass Humboldt auch in Südamerika war und möglicherweise den Guanakos nachgeschaut hat - die Zoo-Kapitalisten holen sie ja ab und zu wieder heim nach Deutschland; mal gucken, ob die etwas von Kapital-BILDUNG total verstehen, statt es so etwas Köstliches (hm!) dem Kleinaktionär zu verklickern, wie man solcherlei Bildung mit faulen Tricks verhindert. Sagte nicht Brecht: Erst kommt das Fressen, dann die Moral - na klar, bei nur Drei-Groschern in der Oper!
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16.09.2008 | 23.48 Uhr | No_name203 fuer Dummheit kann kein Mensch etwas. Wir alle werden "dumm" geboren.
 
Es gibt aber Moeglichkeiten, sich zu informieren. Wer das nicht schafft, ist medizinisch schwachsinnig.
 
Und das ist auch nicht zu verurteilen.
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16.09.2008 | 22.58 Uhr | Anita Brandtstäter Ergänzung aus den Leserbriefen im Kölner Stadt-Anzeiger von gestern:
 
Bildungsgipfel
 
Die Warnung der OECD ist sehr ernst zu nehmen. We nicht rechtzeitig in die Zukunft investiert, den bestraft der Wettbewerb. Dass in Deutschland deutlich weniger junge Menschen eine akademische Karriere beginnen als in den meisten anderen modernen Industrienationen, ist ein Standortnachteil, der weitaus schwerer wiegt als eines hohe Steuer- und Abgabenlast. Denn das Fehlern von Fachkräften lässt sich nicht kompensieren.
 
Die internationale Organisation sollte, wie im Übrigen auch der Bundespräsident, am Bildungsgipfel von Bund und Ländern teilnehmen. Was die Bundesrepublik braucht, ist Klartext anstatt schöner Worte, und den gibt es nur, wenn kritische Geister mit am Tisch sitzen.
 
Rasmsus Ph. Holt, Hamburg
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16.09.2008 | 22.56 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo Dluxe,
 
danke für Deine Ergänzung.
 
Ein kriminologe und Drickes1 haben ja auch schon zu Recht bemerkt, dass Deutschland mit seinem guten dualen Ausbildungssystem nicht ganz vergleichbar ist mit den anderen Industrienationen.
 
Viele Grüße
Anita
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16.09.2008 | 22.53 Uhr | Anita Brandtstäter @satansbraten
 
Recht hast Du mit Deiner Ergänzung zu meinem Beitrag.
 
Wenn Dummheit Schmerzen verursachte,
könnte man sie aus jedem Haus schreien hören.
Sprichwort aus Spanien
 
Aber eine Weisheit von Wilhelm Busch passt doch noch besser in den Blog?
 
Dummheit, die man bei den anderen sieht,
wirkt meist erhebend aufs Gemüt.
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15.09.2008 | 15.01 Uhr | Dluxe Ein entscheidender Punkt, dass die Mehrzahl der Abiturienten nicht studiert, ist doch, dass man mittlerweile für eine Vielzahl von Ausbildungsberufen eben das Abitur benötigt.
 
Das Abitur ist nicht mehr die Vorbereitung auf ein Studium, sondern die Voraussetzung für einen halbwegs vernünftigen Beruf.
 
Vor 15 Jahren brauchte man für die Mehrzahl aller kaufmännischer Berufe einen Realschulabschluss. Jetzt muss es das Abitur sein.
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15.09.2008 | 03.08 Uhr | No_name203 Anita schreibt: Bildung kann wehtun.
 
Kann!, muss aber nicht. Aber Ungebildetheit schadet auch nicht unbedingt. Es kommt darauf an, was jemand in seinem Leben machen moechte.
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15.09.2008 | 00.45 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo moppel,
 
danke für Deinen Diskussionsbeitrag.
 
Die Situation an den Unis trägt sicher dazu bei, dass Studenten ihr Studium wieder aufgeben oder auch erst gar keines antreten. Das ist sicher ein wichtiges Thema für die Bildungspolitik.
 
Allerdings könnte Deine Beschreibung der Zustände an der Uni Köln auch auf die Situation vor gut 35 Jahren zutreffen. Wir haben damals viel in Eigenorganisation geregelt – und selbst kleine Gruppen gebildet.
 
Und sebstverständlich kann nur mit richtigen Schwerpunkten in der Finanzierung der universitären Bildung hier eine Verbesserung erreicht werden. Auch eine ganz wichtige Aufgabe der Bildungspolitik.
 
Schöne Woche
Anita
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15.09.2008 | 00.43 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo cumulus,
 
danke für Deine Ergänzungen über die starke Strukturierung der Bachelor-Studiengänge.
 
Das habe ich auch von einem Studenten der Wirtschaftsinformatik in Aachen gehört. Da er im Nachrückverfahren den Studienplatz gar nicht zu Beginn des Semesters hatte, tat er sich natürlich mit den Prüfungen nach dem ersten Semester schwer. Deshalb hat er das zweite Semester gleich als Urlaubssemester genommen!
 
Vor knapp 30 Jahren war z.B. die Regelstudienzeit im Diplom-Studiengang Mathematik 9 Semester. Der Durchschnitt schloss nach über 14 Semestern ab!
 
Viele Grüße
Anita
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15.09.2008 | 00.39 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo Zabaione,
 
danke für deine positive Rückmeldung.
 
Sicher gehört die Finanzierung eines Studiums mit zu den „Schmerzen der Bildung“. Nicht nur für den Studenten, der in der Regel dazu verdienen muss, sondern auch für seine Eltern!
 
In einem der Kommentare in der Wochenendeausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers wird eindringlich von einer Studentin gefordert, das Studium doch attraktiver zu machen.
 
Eine schöne neue Woche wünscht
Anita
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15.09.2008 | 00.35 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo Paula,
 
danke für Deine Kommentare.
 
Du reißt viele Probleme der akademischen Bildung an: schlechte Startchancen im Beruf nach dem Studium, wenig finanzielle Unterstützung im Studium durch Stipendien, die Schwierigkeit des Übergangs von Schule zur Universität, die Ursachen für Reproduktion der Akademiker als Akademiker – wie es der kriminologe so schön ausgedrückt hat …
 
Übrigens – als ich vor fast 35 Jahren in Köln mit dem Mathematik-Studium begonnen habe, sind von 500 Studienanfüngern nur weniger als 200 nach den Klausuren im ersten Semester noch dabei geblieben. Die anderen haben aufgegeben. Schon damals haben sich die Assistenten über die mangelnde Vorbereitung durch die Schule beklagt, obwohl die Differenzierung in der Oberstufe erst begonnen hat.
 
Liebe Grüße
Anita
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15.09.2008 | 00.31 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo escape,
 
Du hast Recht: mit dem Titel wollte ich provozieren! Ich finde Bildung etwas Tolles – vergleiche meine Antwort auf die Frage des kriminologen.
 
Das passt – glaube ich – auch zu Deinem Verständnis von Bildung.
 
Allerdings – in technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen ist ein Wissen wichtig, auch wenn es veraltet und lebenslanges Lernen angesagt ist. Um gewisse Vorgänge zu verstehen braucht man Grundlagen, die man wiederum verstanden und gelernt haben muss!
 
Das ist so ähnlich, wenn Schüler z.B. in der Oberstufe Schwierigkeiten mit Mathematik haben. Es liegt meist daran, dass sie Basis-Fähigkeiten aus der Mittelstufe nicht beherrschen …
 
Danke für Deinen Diskussionsbeitrag.
 
Liebe Grüße
Anita
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15.09.2008 | 00.27 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo Drickes1,
 
danke für Deinen Kommentar.
 
Du hast Recht: unser duales Ausbildungssystem ist einzigartig. Und deshalb ist der Anteil von Hochschulabsolventen im internationalen Vergleich sicher nicht ganz so relevant wie andere Kennzahlen.
 
Allerdings halte ich eine ganze Menge davon, Statistiken auch im internationalen Wettbewerb auszuwerten. Auch wenn man einzelne Ergebnisse nicht verabsolutieren sollte! Sie helfen insgesamt zur Steuerung in diesem Fall der Bildungspolitik.
 
Ich befürchte, dass wir, wenn nicht gegen gesteuert wird, Akademikermangel auf breiterer Front haben – nicht nur in Ingenieur-Fachgebieten wie heute. Erschreckend ist doch auch, dass Handwerksbetriebe in den östlichen Bundesländern aktuell keine Auszubildenden mehr aus deutschen Schulen bekommen und in der EU auf Suche gehen wollen. Bei unserem „guten Händchen“ bei der Eingliederung von Migranten oder von Hochqualifizierten zum Beispiel in der Informationstechnologie!
 
Gruß Anita
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15.09.2008 | 00.21 Uhr | Anita Brandtstäter Dank an die Hölle für die vielen Sterne vom Himmel.
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15.09.2008 | 00.19 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo kriminologe,
 
danke für Deinen Diskussionsbeitrag.
 
Es ist richtig: das sehr gute duale Ausbildungssystem in Deutschland ist einzigartig und wird von der OECD-Studie nicht berücksichtigt. In den USA z.B. müssen die Unternehmen in der Regel entweder mit nur angelernten Mitarbeitern oder eben mit Studienabsolventen arbeiten und können nicht auf durch eine Berufsausbildung Qualifizierte zurückgreifen.
 
Zu Deiner Frage „Was ist Bildung?“: Der Philosoph Peter Bieri sagt, bilden kann man sich nur selbst. Das hat mit Neugier zu tun: etwas wissen wollen, bereit sein, etwas Neues aufzunehmen, auch wenn es im Widerspruch zu bisherigen Prägungen steht … dadurch über den Tellerrand zu schauen, zu relativieren, die Fähigkeit zur Toleranz entwickeln …
 
Viele Grüße
Anita
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14.09.2008 | 12.45 Uhr | moppel Mit der Qualität der Gymnasien hat das nichts zu tun. Die sind größtenteils sehr gut. Als Grund für die geringere Anzahl der Studierenden würde ich einfach mal die Zustände an den Unis sehen. Jahrzehntelang wurde und wird nix investiert; marode Gebäude, überfüllte Hörsäle, Professoren, die lustlos ihre Vorlesungen halten. Gerade Studienanfänger werden in einem Moloch wie der Uni Kön komplett alleine gelassen.
Schauen wir doch mal nach GB: Hier lernen die Studenten in kleinen Gruppen, werden umfassend von Tutoren betreut - natürlich nicht zum Nulltarif.
Bildung ist nun mal nicht umsonst.
Moppel
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