Am 15. August 2011 geht es los. Ralph und ich werden auswandern. Besser gesagt: losfahren im Wohnmobil. Zunächst für ein Jahr. Ende offen. Bis zur Abfahrt sind es noch knapp sieben Monate. Es gibt noch einiges zu tun...
 
30. Dezember 2011
 
Nach monatelangem Grübeln und Pläne schmieden wage ich den ersten Schritt.
 
Ich trete in Köln-Lindenthal über die Schwelle einer weltweit opererierenden Immoblienfirma.
 
Die für uns zuständige Filiale in Bergisch Gladbach schickt uns heute am 19. Januar 2011 eine Maklerin, die unser Haus für die Vermietung einwerten wird.
 
Auf der Homepage der Immobilienfirma habe ich gelesen, dass die Miet- und Kaufpreise für Häuser im Bergischen Land
"volatil" sind.
 
Also starken Schwankungen unterlegen.
 
16. Januar 2011
 
Ralph ist einverstanden mit meinem Ultimatum. 15. August 2011. Wir sitzen im Stadtgarten-Café in Köln und überlegen, wie wir unsere gesamte Habe in den kommenden Monaten verkaufen. Das wird unser Startkapital. Es ist ein wunderschöner lauer Januartag - in einem Winter, der uns den Rest gegeben hat. Der uns bestärkt hat, es endlich zu wagen. Der uns gezeigt hat, in welch schwindelnde Höhen eine Heizkosten-Abrechnung schnellen kann.
 
19. Januar 2011
 
In zwei Stunden kommt die Maklerin. Ein wichtiger Tag! Der Tag beginnt in einem kleinen Blumengeschäft. Ich kaufe sieben Blumen in sieben Regenbogenfarben und dekoriere das Haus damit. Das Haus, das schon bald verlassen wird. Dann überfallen mich starke Kopfschmerzen. Mir ist schlecht. Angst. Mein Mann tröstet mich.
Anruf von der Maklerin. Sie wird erst morgen am 20. Januar um 10.30 Uhr gemeinsam mit einer zweiten Kollegin kommen. Eine ist zuständig für Vermietung und die zweite für Verkauf.
Nach einer Aspirin geht es mir besser. Ich beginne, einen großen Topf Chili con carne zu kochen. Heute Abend kommt ein Couchsurfer aus Catalunya..
Beitrag ändern
Beitrag bewerten
Erst einloggen, dann bewerten
Note
Stimmen
Aufrufe
weiterempfehlen
Kommentare | 1 bis 24 von 24 Kommentieren
23.01.2011 | 19.36 Uhr | Taxania Gewaltiges Vorhaben. Nun leben wir allerdings im Zeitalter der Globalisierung, da wird wohl einiges leichter sein, als ich das so in Erinnerung habe.
 
Als junger Mann reiste ich mit dem Daumen durch ganz Europa, großartige Erinnerungen. Allerdings ging es dabei nicht um Geldverdienen, sondern nur um etwas auszugeben, was man nicht hatte, Geld. Eine Kunst, die leider im Laufe des Lebens verloren geht.
 
Übrigens Polen ist eines von 5 Ländern, die ich in Europa nicht kenne, so liegen noch Aufgaben vor mir! Doch was rede ich hier von mir, Deine Gedanken sind natürlich auf Wichtigerem fixiert. Gut so.
Kommentar löschen
Kommentar melden
23.01.2011 | 07.02 Uhr | Nelly Fleckhaus Lieber Taxania,
 
unser Trip startet in Deutschland. Da wir unterwegs Geld verdienen müssen, ist das in der Heimat einfacher.
 
Wir fahren immer dort hin, wo es Arbeit gibt.
 
Ich bin ein "Teacher on Tour" und Ralph kann seine Bücher in 27 EU-Staaten verkaufen.
 
Möglicherweise ist unsere erste Station Hamburg - und danach Freiburg.
 
Ins Ausland geht es, wenn wir ausreichend Kontakte geknüpft haben.
 
Denkbar ist z. B., dass ich den Auftrag bekomme, in Polen Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten.
 
Viele Grüße
Nelly
Kommentar löschen
Kommentar melden
22.01.2011 | 16.23 Uhr | Taxania Aus all Deinen Worten ist begeisterte Euphoruie zu entnehmen. Möge Dir und Deinem Partner diese Empfindungen und Lebensfreude erhalten bleiben!
 
Vielleicht wirst Du dann auch einmal zu der Erkenntnis kommen, Deutschland hat etwas und das istin der Summe so gewaltig, mit keiner Ecke des interessanten Globus möchte ich mein Domiziel tauschen. Doch erst muß der Gang in die Welt angetreten werden, dazu alles Gute.
Kommentar löschen
Kommentar melden
22.01.2011 | 00.54 Uhr | Nelly Fleckhaus LIeber Taxania,
 
als Versicherungskaufmann hast du einiges erlebt. Die Trauer um verlorene Güter kenne ich auch. Schlimmer als selbst etwas abgeben ist aber, wenn ich etwas verliere oder mir etwas gestohlen wird.
 
In den USA habe ich mal aus Versehen meine Kontaktlinsen die Toilette runtergespült. Da war ich in einem Hostel und plötzlich blind wie eine Schleiche. Gottseindank hat mich Fran with the van zu einem 10 Kilometer entfernten Optiker gefahren.
 
Ich war darauf angewiesen, um Hilfe zu bitten und habe auch Hilfe bekommen. Das war eine sehr gute Erfahrung.
 
Lieber Stema, ich guck mir gleich mal deine Seite an.
 
Nelly
Kommentar löschen
Kommentar melden
21.01.2011 | 15.50 Uhr | Taxania Bewunderswert! Bei mir scheiterte das Unternehmen bereits beim Verkauf des Gut und Habens. Bei jedem zweiten Artikel stände ich im Nebel, weil die Tränendie die Brille beschlägt. In der Fremde würde ich auf jedem Markt vor Augen den Verrat an dem so lang Geliebten verfolgen.
 
Nein, ich wünsche Euch alles Gute, werde aber bei aller Freude, die Ihr hoffentlich uns berichtet, im Lande bleiben und mich redlich ernähren, wie man es mich lehrte.
Kommentar löschen
Kommentar melden
21.01.2011 | 13.47 Uhr | stema wir haben es schon 2010 gemacht ...
 
s. www.plan-be.de
Kommentar löschen
Kommentar melden
21.01.2011 | 10.39 Uhr | Nelly Fleckhaus Lieber Appels Ejon,
 
ihr seid am nächsten dran. Sollen wir die erste "Tee-Station" bei euch machen?
 
Nelly
Kommentar löschen
Kommentar melden
21.01.2011 | 10.37 Uhr | Nelly Fleckhaus Liebe WestfAlien,
 
uns ging es auch so. Wir haben einige Zeit gebraucht, bis wir bereit waren, alles aufzugeben.
 
Zunächst dachte ich, mein Mann sei der, der die meiste Angst hätte.
 
Nachdem dieser keine Angst mehr zeigte, ging es mir einen Tag richtig schlecht. Rasende Kopfschmerzen und mir war es speiübel für einen Tag.
 
Und dann ging es plötzlich.
 
Ich habe jetzt noch sieben Monate Zeit, um Seminar-Aufträge zu akqirieren. Nach einer Woche Urlaub vom 15. - 22. August habe ich vor, das erste Seminar abzuhalten.
 
Und da ich das will, gelingt mir das auch. Schön ist, dass viele Menschen unsere Idee richtig gut finden.
 
Freunde berichten am Telefon, dass sie den täglichen Kampf satt haben. Und das alles, um sich einen gewissen materiellen Luxus leisten zu können.
 
Nelly
Kommentar löschen
Kommentar melden
21.01.2011 | 10.17 Uhr | Appels Ejon Das ist so ähnlich, als würde man von der rechten Rheinseite auf die Linke wechseln ;)))

køllealaaf

 
Ich bin von der Linken auf die rechte Rheinseite und noch weiter weg ausgewandert. Sozusagen von der Schickeria und dem prallen Leben der Stadt auf den einsamen Lanz, die Hügel und Lamas und der Erna ihre Dröppelminna.
Da iss Norwejen nix jejen.
Macht ett mal juhd
Appelejonhelau
Kommentar löschen
Kommentar melden
21.01.2011 | 09.26 Uhr | WestfAlien Hallo Nelly,
hey, Ihr mit Eurem Bulli, das hat mir doch schon mal Fernweh gemacht... und jetzt das große Ding! Irgendwie beneide ich Dich... pendelnd zwischen Sehnsucht nach Fernem und Wurzeln-schlagen-wollen hänge ich hier diffus rum... mir fehlt noch der innere Aufbruch. Zuviel Angst, fürchte ich. Dabei wäre es wahrscheinlich ein großartiges Gefühl, das zu überwinden - ich bin sicher, Ihr kommt bereichert und stark zurück (wenn Ihr zurückkommt und nicht in Norwegen oder sonstwo bleibt ;-))
Bitte schreib von Deinen Stationen, ja?
Ich krame jetzt meinen Fernweh-Symbol-Siku-Bulli ´raus... mal sehen, ob sich was bewegt...
Herzliche Grüße und alles Gute für Euch!
Kommentar löschen
Kommentar melden
21.01.2011 | 09.15 Uhr | Nelly Fleckhaus Lieber Kölle Allaf,
 
wir kommen euch besuchen, wenn wir dürfen. Dann kannst du uns lehren, wie man in Norwegen auch mit kleinem Budged überleben kann. Oder du hast einen Tipp für mich, wo ich ein Seminar über Jugendaustausch, Fördergelder der EU oder Städtepartnerschaften Norwegen-Deutschland abhalten könnte?
viele Grüße
Nelly
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 18.42 Uhr | köllealaaf Hei Nelly,
 
damit kein falscher Eindruck entsteht... In Norwegen habe ich Arbeit gefunden. Man schätzt in Norge eine Arbeitskraft anders als in Deutschland. Dazu die atemberaubende Landschaft und die netten Leute.
Deutschland habe ich im Guten verlassen, nur - zurück möchte ich nicht mehr.
Das ist so ähnlich, als würde man von der rechten Rheinseite auf die Linke wechseln ;)))
 
køllealaaf
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 17.39 Uhr | Nelly Fleckhaus Liebe Paula, lieber Kölleallaf, lieber Appels Ejon,
 
Paula, danke für die Werbung. Ich blättere gerade in der Hochglanz-Zeitschrift der Makler-Firma. Im Bergischen Land wird nur eine Immobilie angeboten. Da ist unser Haus schon schöner. Wir sind aber nicht Eigentümer des Fleckhaus, es gehört meiner Mutter. Und sie muss entscheiden, was geschehen soll. Ralph wird
all seine Bücher verkaufen - in den nächsten sieben Monaten.
 
Köllealaaf,
 
immer wieder gerne lese ich, wie wohl du dich in deiner Wahlheimat Norwegen fühlst. Das, was dich aus der eigentlichen Heimat wegtreibt, muss naturgemäß ziemlich heftig sein.
 
Appels Ejon, das Verwurzeltsein und das Heimweh ist ist eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist: aus der Routine ausbrechen und sich mit 50+ noch einmal neu zu erfinden.
 
Nelly
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 17.33 Uhr | Gipsy Ganz großes Daumendrücken zu Deinem Vorhaben, bin gespannt darauf, wie Euer Weg "in den Aufbruch" weitergeht.
Gruß
Gipsy
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 16.18 Uhr | Appels Ejon Tja,
den Mut bewundere ich auch. Ein ehemaliger Arbeitskollege von mir ist damals mal mit seinem Segelboot Richtung Karibik verschwunden. Habe ich niemals mehr von gehört.

Bei mir würde es vielleicht noch bis ins Oberbergische reichen. Aber noch so dass ich auch den Dom noch sehen kann ;-)

Selbst der Schwarzwald, den ich gerne als meine zweite Heimat bezeichne ist nur solange schön, wie ich ihn auch wieder nach Hause in das Bergische verlassen kann.

Wie sagt der Kölner " Jeder Jeck ist anders"
Ich werde wahrscheinlich über Karneval wieder in die Eifel reisen und mit dem E-bike da was rumkurven. Soviel zu meinem Fernweh und Auswanderungsplänen :-)

 
Also viel Glück, ich drücke die Daumen
Macht ett juhd
und ich würde gerne von den Erfahrungen und Erlebnissen lesen

Wolli
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 15.55 Uhr | köllealaaf Hei Nelly,
 
bis heute habe ich meine Auswanderung nach Norwegen keine Sekunde lang bereut. Möglicherweise hatte ich andere Beweggründe das Land zu verlassen, aber ein harter Trennungsstrich gehörte dazu.
 
Und wenn man dazu in mehreren Sprachen zuhause ist, dann ist das neue gelebte Zuhause nicht mehr weit weg.
 
Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Umsetzung dieser einmaligen Erfahrung.
 
Lykke til!
 
køllealaaf
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 15.23 Uhr | Paula Hallo Nelly! Das finde ich gut, denn: "wenn nicht jetzt, wann dann?..."
 
Euer wunderschönes Haus sollte auf dem Immobilienmarkt willkommen sein, sofern Ihr entsprechende Abstriche macht. Aber es ist ein Unterschied zwischen Verkaufen und Vermieten, was wollt Ihr lieber? Vermieter sein kann nerven, besonders wenn man fern der Heimat ist.... Verkäufer sein hat auch zwei Seiten: Tür zu, und das war es; aber die Option zurück zu können in das Traumhaus mit dem tollen Garten ist auch "futsch". So, jetzt hab ich genug Werbung für das Haus gemacht :-)
 
Was macht Ralph mit den ganzen Büchern, fragt (interessiert)
die Paula
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 15.21 Uhr | Abu Zorn Der Countdown läuft]
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 10.35 Uhr | Marathonman40 Hallo Nelly,
von den Auswanderern, die es auf die warmen spanischen Ferieninseln zieht, kommen mehr als die Hälfte in den ersten zwei Jahren wieder zurück, viele verarmt und auf Sozialhilfe angewiesen. Ohne eine gute Rente oder eine sichere berufliche Perspektive (also nicht irgendwo ein Cafe oder eine Boutique eröffnen) würde ich es nicht wagen.
 
Ich denke mal ihr habt eine Neustart Perspektive für den Fall, dass es nach dem Probejahr wieder zurückgeht. Vielleicht zahlen ein paar Privatsender ja etwas für eine Auswandererdoku :)
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 10.25 Uhr | Nelly Fleckhaus LIebe Zabaione, lieber A-Jay, liebe dhorade, lieber Lemmy (i),
 
vielen Dank für euer Interesse. Es hat mich Mut gekostet, den Blog zu beginnen. Aber es ist auch schön, alle Überlegungen, Hoffnung und Befürchtungen zu diesem Thema niederschreiben zu können. Auch um zu erfahren, wie die Reaktionen dazu sind. Gleich kommen die Maklerinnen. Ich werde dann später eure Fragen beantworten.
Liebe Grüße
Nelly
Kommentar löschen
Kommentar melden
20.01.2011 | 08.43 Uhr | ing.lambertz Hallo Nelly,
 
hat euch Jack Kerouac angeregt mit seinem Buch On the Road ;-)?
 
Nun, warten wir es einmal ab. Es ist noch viel zu tun. Da wird noch viel Wasser die Dhünn runterlaufen.
 
Ich hoffe du hältst die community über die Entwicklung auf dem Laufenden. Spannend kann es allemal werden.
 
Gruß Lemm(y)i - ich bleibe hier !
Kommentar löschen
Kommentar melden
19.01.2011 | 22.10 Uhr | dhorade85 Mich würde interessieren, was Euch denn genau dazu bewogen hat - die Heizkostenabrechnung kann es allein doch nicht gewesen sein. Was erwartet Ihr von einem Leben im Wohnmobil oder sucht Ihr nach einem Platz, wo Ihr Euch dann niederlassen wollt?
 
Ich fahr ja gern in Urlaub - aber ohne Not irgendwo anders als in Köln zu wohnen, käm für mich nicht in Frage. Und so scheinbar endgültig alles abzubrechen, die ganze Habe zu verkaufen? Da wär ich wirklich neugierig, mehr zu erfahren!
Kommentar löschen
Kommentar melden
19.01.2011 | 21.32 Uhr | A-Jay Dann wünsche ich euch beiden, dass ihr bei eurer langen Reise das findet, was ihr euch dazu animiert hat, sie zu unternehmen.
 
Viel Glück!
Kommentar löschen
Kommentar melden
19.01.2011 | 21.27 Uhr | Zabaione Auswandern auf Probe? Cool wenn man die Möglichkeit hat. Wohin soll es denn gehen?
Kommentar löschen
Kommentar melden
Kommentar schreiben
1000/1000
Zeichen übrig
Beitrag suchen
Neu hier? Fragen? Anregungen?
Der direkte Draht zum Stadtrat ist hier. Einfach auf das Icon klicken.