Marcel Reich-Ranicki: Was für ein Auftritt! Schade eigentlich, dass der deutsche Fernsehpreis eine Bühne ohne schweren roten Samtvorhang gewählt hatte. Ein solcher hätte dem Auftritt Reich-Ranickis bei der gestrigen Preisverleihung des deutschen Fernsehpreises genüge getan. Denn was das ungläubige Publikum, das sich brav zum Applaudieren versammelt hatte und noch braver selbst nach Reich-Ranickis Rede standing ovations gab, erleben durfte war großes Hollywood-Kino. Die Laudatio hielt Thomas Gottschalk, der Großmeister deutscher Fernsehunterhaltung ein Glück für die Verantwortlichen. Kaum ein anderer wäre derart souverän mit dem, was darauf geschah, umgegangen. Als Gottschalk dem bereits 88-jährigen Reich-Ranicki auf die Bühne half, sah man einen alten, wacklig auf den Beinen stehenden Mann, der es die paar Stufen bis zum Rednerpult nicht mehr allein schafft. Kaum aber hinter dem Rednerpult eingefunden, entfesselte Reich-Ranicki einen Vulkan. Oder besser: er ließ eine Bombe platzen.
Jahr für Jahr sehen sich die Fernsehzuschauer die ermüdenden Zeremonien der vielfältigen und austauschbaren Preisverleihungen an, in denen sich eine Branche selbst feiert, ein Förderpreis an junge Talente und eine Ehrenpreis für ein Lebenswerk verliehen wird. Man sieht mehr oder weniger prominenten Gästen in Galakleidung zu, wie sie sich einer stundenlangen Prozedur unterziehen und dabei vor der Kamera den Schein von großer Unterhaltung aufrecht erhalten müssen und man hofft auf etwas Bemerkenswertes. Allzu selten darf sich der Fernsehzuschauer auf eine Situation, einen Kommentar oder gar einen ganzen Auftritt freuen, der ein wenig aus der Rolle fällt. In Amerika wird dem sogar bewusst entgegengearbeitet. Nichts falscher als das! Man fiebert einem Ereignis wie dem gestrigen als Fernsehzuschauer entgegen. Ah, welch erfrischender Nonkonformismus!
Reich-Ranickis Rede ließ sich gemächlich an. Er sorgte, wie man es von ihm gewohnt ist und übrigens auch erwartet hat , für einige Lacher, die aus Anspielungen auf seine Eitelkeit resultierten. Er erzählte, wie viele Preise er bisher dankend entgegennehmen durfte. Und dann kam, was viele immer noch für einen Gag hielten. So verhielte es sich, erklärte er, mit diesem Preis nicht. Er gehörte gar nicht hierher, er wolle sicherlich niemanden kränken, aber er könne diesen Preis nicht annehmen. Denn mit dem Fernsehprogramm, wie es sich zumeist darstellt, könne er sich nicht identifizieren.
Marcel Reich-Ranicki ist ein Schelm. Das ist nach diesem Auftritt sicher. Er nutzt die große Bühne, um bewusst einen Skandal zu verursachen. Einen Skandal, den er sich, wie er selbst genau weiß, leisten kann, und den ihm, dem 88-jährigen Vorzeigeintellektuellen und Querulanten, niemand übel nehmen wird. Nur ein solcher Paukenschlag kann zumindest für eine Weile Denkanstöße geben, dass das, was gestern als große Fernsehunterhaltung besungen wurde, vielleicht nicht so besingenswert ist; dass das, was Fernsehen kann und soll nicht mehr das ist, was es hervorbringt. Reich-Ranicki hat seine Bühne und seinen Moment genutzt, um auf einen Missstand hinzuweisen, den Viele ständig bejammern und doch hinnehmen. Er weiß, dass er sich einen Auftritt wie diesen leisten kann. Und dass es eines solchen Auftritts bedarf, damit das Medium Fernsehen weiterhin eine Bereicherung des Kulturbetriebs bleibt. Danke Marcel Reich-Ranicki. Danke, für einen Moment von Hollywood-Heldenkino im deutschen Fernsehen, für eine Demonstration von großem Entertainment.
Jahr für Jahr sehen sich die Fernsehzuschauer die ermüdenden Zeremonien der vielfältigen und austauschbaren Preisverleihungen an, in denen sich eine Branche selbst feiert, ein Förderpreis an junge Talente und eine Ehrenpreis für ein Lebenswerk verliehen wird. Man sieht mehr oder weniger prominenten Gästen in Galakleidung zu, wie sie sich einer stundenlangen Prozedur unterziehen und dabei vor der Kamera den Schein von großer Unterhaltung aufrecht erhalten müssen und man hofft auf etwas Bemerkenswertes. Allzu selten darf sich der Fernsehzuschauer auf eine Situation, einen Kommentar oder gar einen ganzen Auftritt freuen, der ein wenig aus der Rolle fällt. In Amerika wird dem sogar bewusst entgegengearbeitet. Nichts falscher als das! Man fiebert einem Ereignis wie dem gestrigen als Fernsehzuschauer entgegen. Ah, welch erfrischender Nonkonformismus!
Reich-Ranickis Rede ließ sich gemächlich an. Er sorgte, wie man es von ihm gewohnt ist und übrigens auch erwartet hat , für einige Lacher, die aus Anspielungen auf seine Eitelkeit resultierten. Er erzählte, wie viele Preise er bisher dankend entgegennehmen durfte. Und dann kam, was viele immer noch für einen Gag hielten. So verhielte es sich, erklärte er, mit diesem Preis nicht. Er gehörte gar nicht hierher, er wolle sicherlich niemanden kränken, aber er könne diesen Preis nicht annehmen. Denn mit dem Fernsehprogramm, wie es sich zumeist darstellt, könne er sich nicht identifizieren.
Marcel Reich-Ranicki ist ein Schelm. Das ist nach diesem Auftritt sicher. Er nutzt die große Bühne, um bewusst einen Skandal zu verursachen. Einen Skandal, den er sich, wie er selbst genau weiß, leisten kann, und den ihm, dem 88-jährigen Vorzeigeintellektuellen und Querulanten, niemand übel nehmen wird. Nur ein solcher Paukenschlag kann zumindest für eine Weile Denkanstöße geben, dass das, was gestern als große Fernsehunterhaltung besungen wurde, vielleicht nicht so besingenswert ist; dass das, was Fernsehen kann und soll nicht mehr das ist, was es hervorbringt. Reich-Ranicki hat seine Bühne und seinen Moment genutzt, um auf einen Missstand hinzuweisen, den Viele ständig bejammern und doch hinnehmen. Er weiß, dass er sich einen Auftritt wie diesen leisten kann. Und dass es eines solchen Auftritts bedarf, damit das Medium Fernsehen weiterhin eine Bereicherung des Kulturbetriebs bleibt. Danke Marcel Reich-Ranicki. Danke, für einen Moment von Hollywood-Heldenkino im deutschen Fernsehen, für eine Demonstration von großem Entertainment.
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17.10.2008 | 23.59 Uhr | Roeschen
Aber was sollte Ranicki auf die Verteidigungsansprache von Gottschalk auch antworten. Die Chance eine gute Diskussion zu führen, leider verpaßt!
17.10.2008 | 23.26 Uhr | Roeschen
Bertha:
Das mit der Quote ist nur "äußerer Schein!"
ICh fand die Diskussion, nein Diskussion kann man es ja nicht nennen, einfach nur peinlich, die ben ausgestrahlt wurde, leider haben beide Parteien nichts gesagt! Das war genau so schlecht!
Das mit der Quote ist nur "äußerer Schein!"
ICh fand die Diskussion, nein Diskussion kann man es ja nicht nennen, einfach nur peinlich, die ben ausgestrahlt wurde, leider haben beide Parteien nichts gesagt! Das war genau so schlecht!
17.10.2008 | 18.57 Uhr | Bertha
Marcel RR nimmt nichts zurück so lautet die Schlagzeile zu dem bereits stattgefunden Gespräch mit Gottschalk, das heute Abend im ZDF gesendet wird.
In einer beispiellosen Zahl von Zuschriften wird RR hochgejubelt. Wenn all diese Leserbriefschreiber häufiger die von RR gelobten Sender arte und 3sat sehen würden, dann würde deren Quote nicht so erbärmlich niedrig sein.
Es wird doch keiner gezwungen sich den Schrott der Privaten und auch von ARD und ZDF anzusehen, oder? Warum dann diese Aufregung? So ist es nichts anderes als die Arroganz des Interlektuellen RR, die selten Mitmenschlichkeit zeigt und anderen nicht den Lohn einer vielleicht auch guten Arbeit gönnt.
In einer beispiellosen Zahl von Zuschriften wird RR hochgejubelt. Wenn all diese Leserbriefschreiber häufiger die von RR gelobten Sender arte und 3sat sehen würden, dann würde deren Quote nicht so erbärmlich niedrig sein.
Es wird doch keiner gezwungen sich den Schrott der Privaten und auch von ARD und ZDF anzusehen, oder? Warum dann diese Aufregung? So ist es nichts anderes als die Arroganz des Interlektuellen RR, die selten Mitmenschlichkeit zeigt und anderen nicht den Lohn einer vielleicht auch guten Arbeit gönnt.
17.10.2008 | 01.23 Uhr | Schuster
Wenn man dern Maler Spitzweg in zwei Figuren sehen will, die als Bücherfstützen von mir mal iregndwo entdeckt worden sind, dann könnte Reich - die eine sein, die als versessene Leseratte fungiert, weil sie jedes geschrrriebene Wort mitkriegen will; und die Ranicki-Figur, die das Buch noch in der Hand hält, aber angestrrrrengt in die Luft schaut beim Nachdenken über den Text : Und nun zu Marcels persönlicher Fähigkeit, d i e Dinge klar zu durchschauen, treffend zu benennen, wurzelhaft (radikal) zu kritisieren oder überschwenglich zu belobigen; das nutzt er beruflich für sich, aber er teilt es mit anderen im TV ohne Furcht vor Gegenwind; und ab und zu kanner auch zuhören oder sich belehren lassen, aberr letzteres eben seltener. Neider für solcherlei Fähigkeiten und Wissen gibt es eben, und dass er über sein Ziel hinaus übertreibt, liegt im Trend unserer Zeitgenossen: Man ist für leisere Töne unempfindlicherr geworden, die Reizwelt braucht die Keule bis zum nächsten "Hit";leider.Sch.J.
16.10.2008 | 21.41 Uhr | fidelio
Hurra wir verblöden! Das gabs so ca. vor 10 Jahren schon mal als Titelüberschrift in der Zeitschrift DIE WOCHE. Da war auch schon das Fernsehen gemeint.
16.10.2008 | 19.38 Uhr | Bertha
Auch der frühere "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Mehrheit der Zuschauer anspruchsvollere Sendungen gar nicht vermisst.
Dagegen sieht die Marktforschung anders aus: Einer Umfrage zufolge hält knapp die Hälfte der Bundesbürger (48 Prozent) das Niveau der deutschen Fernsehprogramme unterm Strich für mittelmäßig. 37 Prozent gaben in der Befragung des Meinungsinstituts Forsa im Auftrag von N-TV an, es sei niedrig oder sehr niedrig. Nur elf Prozent sprachen von einem hohen oder sehr hohen Niveau.
Es fragt sich nur für welche Auftraggeber geforscht wurde?
Meint Bertha
Dagegen sieht die Marktforschung anders aus: Einer Umfrage zufolge hält knapp die Hälfte der Bundesbürger (48 Prozent) das Niveau der deutschen Fernsehprogramme unterm Strich für mittelmäßig. 37 Prozent gaben in der Befragung des Meinungsinstituts Forsa im Auftrag von N-TV an, es sei niedrig oder sehr niedrig. Nur elf Prozent sprachen von einem hohen oder sehr hohen Niveau.
Es fragt sich nur für welche Auftraggeber geforscht wurde?
Meint Bertha
16.10.2008 | 16.37 Uhr | Roeschen
Hallo!
Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Sache mit den Quoten doch sehr undurchsichtig ist. Im Grunde werden die Quoten beim Fernseh schauen hochgerechnet. Und zwar dergestalt, dass es eine Quotenbox gibt von 1o.ooo Zuschauern und damit werden dann mathematisch die Zahlen errechnet. Im Grunde ist das Bild verfälscht, denn nicht wirklich weiß man, wer wie wann und wo welches Programm schaut!
Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Sache mit den Quoten doch sehr undurchsichtig ist. Im Grunde werden die Quoten beim Fernseh schauen hochgerechnet. Und zwar dergestalt, dass es eine Quotenbox gibt von 1o.ooo Zuschauern und damit werden dann mathematisch die Zahlen errechnet. Im Grunde ist das Bild verfälscht, denn nicht wirklich weiß man, wer wie wann und wo welches Programm schaut!
16.10.2008 | 11.32 Uhr | Max Bärenmarke
Die öffentlich-rechtlichen Programme sollten mehr Alternativen zum Privatfernsehen bieten, mehr Kultur (quer-Beet von Barock bis Rock), mehr Regionales, mehr Mut zu weniger Bekanntem. Bloß: Dann muss ihnen fairerweise auch der Quotendruck genommen werden. Denn würden WDR & Co konsequent auf niveauvolle Themen setzen, wäre ein Absturz der Einschaltquoten gewiß - und ganz schnell ginge die Diskussion los zum Thema "warum zahlen wir Gebühren für ein Programm, das kaum einer guckt?". In diesem Zusammenhang: Häufig wird auf das vorbildliche ARTE verwiesen. Interessant bloß, dass dessen Einschaltquoten meistens im nicht meßbaren Bereich sind ....
15.10.2008 | 19.50 Uhr | Bertha
Hallo odyssee,
Die Niveaulosigkeit des TV Programms ist ein Spieglebild unserer Gesesellschaft, sicherlich nicht aller Menschen , aber leider vieler.
Da stimme ich Dir voll zu. Ich möchte sogar behaupten, dass mindestens 2/3 aller Zuschauer dieses niveaulose Fernsehen konsumieren, sonst würden die Intendanten nicht so ruhig in ihren Sesseln sitzen. Die Einschaltquoten stimmen eben nach ihrer Ansicht und der Rubel der Werbeeinnahmen rollt.
Gruß Bertha
Die Niveaulosigkeit des TV Programms ist ein Spieglebild unserer Gesesellschaft, sicherlich nicht aller Menschen , aber leider vieler.
Da stimme ich Dir voll zu. Ich möchte sogar behaupten, dass mindestens 2/3 aller Zuschauer dieses niveaulose Fernsehen konsumieren, sonst würden die Intendanten nicht so ruhig in ihren Sesseln sitzen. Die Einschaltquoten stimmen eben nach ihrer Ansicht und der Rubel der Werbeeinnahmen rollt.
Gruß Bertha
15.10.2008 | 18.00 Uhr | karin-unterwegs
Ich hatte bisher mit RR nicht viel am Hut - allzu häufig allzu viel Besserwisserei und Selbtgefälligkeit. Aber jetzt habe ich großen Respekt vor ihm.
Gruß von Karin
Gruß von Karin
15.10.2008 | 16.05 Uhr | No_name202
natürlich jazzwolf. oder glaubst du, herr ranicki überlegt sich seinen zorn erst zwei minuten vor der sendung?
15.10.2008 | 14.05 Uhr | jazzwolf
Ranickis Rache????
Wofür wollte er sich rächen?
Dafür, dass das Fernsehen in bekannt gemacht hat?
Dafür, dass er mit der Einladung bereits wußte, dass er den Ehrenpreis bekommt?
Dafür, dass er, wie er sagt, nicht in den Kreis der hier Geehrten gehört?
Dafür, dass er vorher wußte, wie lang der Abend werden würde?
Dafür, dass seine Fernsehpräsenz geringer geworden ist?
Ich bin davon überzeugt, dass er seine Rede längst fertig im Kopf hatte, als er die Reise nach Köln angetreten hat.
Wofür wollte er sich rächen?
Dafür, dass das Fernsehen in bekannt gemacht hat?
Dafür, dass er mit der Einladung bereits wußte, dass er den Ehrenpreis bekommt?
Dafür, dass er, wie er sagt, nicht in den Kreis der hier Geehrten gehört?
Dafür, dass er vorher wußte, wie lang der Abend werden würde?
Dafür, dass seine Fernsehpräsenz geringer geworden ist?
Ich bin davon überzeugt, dass er seine Rede längst fertig im Kopf hatte, als er die Reise nach Köln angetreten hat.
15.10.2008 | 13.51 Uhr | odyssee
Ich denke, die Qualität im TV wird nicht beser werden. Warum auch ?. So lange die Einschaltqouten stimmen ? Irgeneiner guckt sich den allltäglichen Schwachsinn ja schließlich an , oder würde dieser ganze TV Müll sonst noch laufen ?. Die Leute wollen halt keine problematischem Themen. Öberflächlichkeit ist leider angesagt. Herr Gottschalk hat sich bei Wetten dass in ein Faß Senf kippen lassen, sowas bewegt die Nation, traurig aber wahr,. Wen interessiert es schon, dass alleine jeden tag 20.000 Kinder verhungern ?? Die Leute können und wollen teilweise gar nicht mehr tiefschürfend nachdenken. Mal ehrlich, wie viele Leute würden den Einwanderungstest bestehen ? Einaches Programm für einfache Leute, das hat Herr Thoma, EX RTL Chef mal selbst
gesagt. Die Niveaulosigkeit des TV Programms ist ein Spieglebild unserer Gesesellschaft, sicherlich nicht aller Menschen , aber leider vieler. Nicht jeder läuft mit Goethes Faust in der Tasche rum oder geht mal ins Thetar oder in die Oper.
gesagt. Die Niveaulosigkeit des TV Programms ist ein Spieglebild unserer Gesesellschaft, sicherlich nicht aller Menschen , aber leider vieler. Nicht jeder läuft mit Goethes Faust in der Tasche rum oder geht mal ins Thetar oder in die Oper.
15.10.2008 | 13.48 Uhr | Roeschen
Goldbär und Brummbär, smile, lustisch!
15.10.2008 | 11.26 Uhr | oh jemineh
oh jemineh,
und jetzt ? Klasse so geht das in der hiesigen Kulturwelt. Kritik nein danke. der/das kleine graue/schwarze könnte bekleckert werden.
Sendung am Freitag Abend 22.30 eine halbe Stunde Goldbär mit Brummbär. Die Intendanten haben die Lufthoheit wieder gewonnen. Keiner nimmt daran Teil. Ausgrenzen ist angesagt.
Schaun mer mal bekommt eine ganz andere Bedeutung.
Danke Ihr Intendanten.
und jetzt ? Klasse so geht das in der hiesigen Kulturwelt. Kritik nein danke. der/das kleine graue/schwarze könnte bekleckert werden.
Sendung am Freitag Abend 22.30 eine halbe Stunde Goldbär mit Brummbär. Die Intendanten haben die Lufthoheit wieder gewonnen. Keiner nimmt daran Teil. Ausgrenzen ist angesagt.
Schaun mer mal bekommt eine ganz andere Bedeutung.
Danke Ihr Intendanten.
15.10.2008 | 01.03 Uhr | Schuster
Schelm - große Bühne (Shakespeares Global Bretter-Board hatte seinen fast selbstmörderischen Hamlet Reich(lich) Ranickisiert) und der Good Companion Gottschalk wusste es schon zu richten -
Ja, ich habe in seinem Mienenspiel im Gesicht vor diesem Auftritt gelesen und bemerkt, dass es das Schelm-und Schalk-Spiel geben würde; dass er den Ehrenpreis für fernsehreifes Auftreten oder die eifrige Mimik zugedacht bekam, oder für literarische Kritrik, die an Unterhaltungswert mal wieder dem Fass den Boden ausschlug; eine Komödie der modernen Art
"Gottschalk dem bereits 88-jährigen Reich-Ranicki auf die Bühne half, sah man einen alten, wacklig auf den Beinen stehenden.." sehr schön beschrieben, ninakatarina!
Alte Menschen haben weniger Zeit zu verlieren, man hätte RR auch eher "drannehmen" sollen. Allein, der Höhepunkt mit einem solchen Ausgang ist auch Wahrheit: In der Kürze liegt mehr Würze bei solchen Ehrungen; Massenware Bildung kommt nicht an. Nur RR-Ideal auch nicht f.jedermann.+
Ja, ich habe in seinem Mienenspiel im Gesicht vor diesem Auftritt gelesen und bemerkt, dass es das Schelm-und Schalk-Spiel geben würde; dass er den Ehrenpreis für fernsehreifes Auftreten oder die eifrige Mimik zugedacht bekam, oder für literarische Kritrik, die an Unterhaltungswert mal wieder dem Fass den Boden ausschlug; eine Komödie der modernen Art
"Gottschalk dem bereits 88-jährigen Reich-Ranicki auf die Bühne half, sah man einen alten, wacklig auf den Beinen stehenden.." sehr schön beschrieben, ninakatarina!
Alte Menschen haben weniger Zeit zu verlieren, man hätte RR auch eher "drannehmen" sollen. Allein, der Höhepunkt mit einem solchen Ausgang ist auch Wahrheit: In der Kürze liegt mehr Würze bei solchen Ehrungen; Massenware Bildung kommt nicht an. Nur RR-Ideal auch nicht f.jedermann.+
14.10.2008 | 21.54 Uhr | Klauka
Ja ganz nett geschrieben der Beitrag, auch der Auftritt von RR war sicherlich auch mal nötig.
Aus meiner Sicht liegt das Problem viel tiefer als ein 88 jähriger, der eh nichts mehr zu verlieren hat, in einer ihn offensichtlich sehr Langweiligenden Sendung sagen kann.
Ich sehe das eigentliche Problem im Umgang mit Randgruppen. Auch hier im Blog wird laut nach Löschung geschrieen wenn jemand etwas, außerhalb der "Norm" schreibt. Seitdem ist es auch hier sehr viel langweiliger geworden.
Wir lassen uns gerne berieseln, wenn nicht im Fernsehen dann halt im Internet.
Wer ist denn Heute noch bereit für Veränderungen auf die Straße (oder auf die Bühne) zu gehen ?
Und wenn, wird er vom Verfassungsschutz ins Visier genommen.
Unsere Gesellschaft wurde so lange weichgespült bis sogar die Partei "die Linke" einen Tatortschauspieler als Bundespräsidenten vorschlägt.
Was wollt Ihr ??
Palaver ? oder wirklich interessante Diskussion die uns weiter bringt ?
schönabend
klauka
Aus meiner Sicht liegt das Problem viel tiefer als ein 88 jähriger, der eh nichts mehr zu verlieren hat, in einer ihn offensichtlich sehr Langweiligenden Sendung sagen kann.
Ich sehe das eigentliche Problem im Umgang mit Randgruppen. Auch hier im Blog wird laut nach Löschung geschrieen wenn jemand etwas, außerhalb der "Norm" schreibt. Seitdem ist es auch hier sehr viel langweiliger geworden.
Wir lassen uns gerne berieseln, wenn nicht im Fernsehen dann halt im Internet.
Wer ist denn Heute noch bereit für Veränderungen auf die Straße (oder auf die Bühne) zu gehen ?
Und wenn, wird er vom Verfassungsschutz ins Visier genommen.
Unsere Gesellschaft wurde so lange weichgespült bis sogar die Partei "die Linke" einen Tatortschauspieler als Bundespräsidenten vorschlägt.
Was wollt Ihr ??
Palaver ? oder wirklich interessante Diskussion die uns weiter bringt ?
schönabend
klauka
14.10.2008 | 20.38 Uhr | Udogi-Sela
Das muss man RR lassen: Er hats geschafft, dass nicht nur über ihn, sondern auch über die Qualität im Fernsehen diskutiert und nachgedacht wird. Das alleine rechtfertigt schon seine Ablehnung des Preises.
Wir brauchen viel mehr "Nein!"-Sager, nicht nur beim Fernsehen.
Wenn alle "Ja" sagen ist "Nein!" sagen gar nicht so leicht...
Denn jemanden, der seinen Kopf aus der Masse erhebt, sieht man besonders gut und wird deshalb auch leicht zur Zielscheibe
meint der Udo
Wir brauchen viel mehr "Nein!"-Sager, nicht nur beim Fernsehen.
Wenn alle "Ja" sagen ist "Nein!" sagen gar nicht so leicht...
Denn jemanden, der seinen Kopf aus der Masse erhebt, sieht man besonders gut und wird deshalb auch leicht zur Zielscheibe
meint der Udo
14.10.2008 | 18.51 Uhr | Bertha
Endlich mal keine langweilige Verleihung des Deutschen Fernsehpreises.
Doch was solls? Wird RR durch seine spektakuläre Ablehnung des Ehrenpreises zu besserem deustchen Fernsehen beitragen? Wohl kaum.
Jedes Volk hat die Fernsehprogramme, die es verdient.
Schließlich regiert die Einschaltquote und daran halten sich die Intendanten in der Regel, schon alleine wegen der Werbung. Ärgerlich ist nur das die öffentlich-rechtlichen Anstalten schon lange auf das Niveau der Privaten eingeschwenkt sind, trotzdem sie unsere Gebühren kassieren.
Doch was solls? Wird RR durch seine spektakuläre Ablehnung des Ehrenpreises zu besserem deustchen Fernsehen beitragen? Wohl kaum.
Jedes Volk hat die Fernsehprogramme, die es verdient.
Schließlich regiert die Einschaltquote und daran halten sich die Intendanten in der Regel, schon alleine wegen der Werbung. Ärgerlich ist nur das die öffentlich-rechtlichen Anstalten schon lange auf das Niveau der Privaten eingeschwenkt sind, trotzdem sie unsere Gebühren kassieren.
14.10.2008 | 18.28 Uhr | hörnchen
Satan an dich , aber auch an andere, die es interessieren könnte:
Ein Freund von mir hat die Live-Übertragung im Radio gehört. Es war genau so, wie am nächsten Tag die Fernsehübertragung. Wir haben uns nämlich noch darüber unterhalten, wie wohl der Schnitt aussehen wird. Ob das alles weggeschnitten wird oder nicht. Wir kamen zu dem Schluss, dass, egal, wie sie es machen, eine Blamage wird.
Ok?
Das war also nicht abgesprochen. Obwohl ich das mittlerweile JEDEM Sender zutraue. Ist doch alles getürkt. Die binden uns ohne rot zu werden, die größten Lügen auf die Nase.
Aber diesmal weiß ich es sicher: es war genau so.
Gruß vom Hörnchen
Ein Freund von mir hat die Live-Übertragung im Radio gehört. Es war genau so, wie am nächsten Tag die Fernsehübertragung. Wir haben uns nämlich noch darüber unterhalten, wie wohl der Schnitt aussehen wird. Ob das alles weggeschnitten wird oder nicht. Wir kamen zu dem Schluss, dass, egal, wie sie es machen, eine Blamage wird.
Ok?
Das war also nicht abgesprochen. Obwohl ich das mittlerweile JEDEM Sender zutraue. Ist doch alles getürkt. Die binden uns ohne rot zu werden, die größten Lügen auf die Nase.
Aber diesmal weiß ich es sicher: es war genau so.
Gruß vom Hörnchen
14.10.2008 | 17.21 Uhr | No_name203
Gottschalk war einst Lehrer.
Ich denke, dass er so dumm nicht ist, wie er sich meist in den Unterhaltungsshows darstellt?
Und: Um schlagfertig zu sein, bedarf es auch eines bestimmten Intellekts und ner Menge Bildung.
Vielleicht war auch vorher alles abgesprochen?? Wer weiss das schon bei einer Aufzeichnung? Nur eine Live-sendung haette die "wahre" Situation unverfaelscht dargestellt.
So kann alles "geplant" gewesen sein.
Ich denke, dass er so dumm nicht ist, wie er sich meist in den Unterhaltungsshows darstellt?
Und: Um schlagfertig zu sein, bedarf es auch eines bestimmten Intellekts und ner Menge Bildung.
Vielleicht war auch vorher alles abgesprochen?? Wer weiss das schon bei einer Aufzeichnung? Nur eine Live-sendung haette die "wahre" Situation unverfaelscht dargestellt.
So kann alles "geplant" gewesen sein.
14.10.2008 | 14.58 Uhr | Dluxe
Nach Ranicki´s Kritik, bekommt er noch stehenden Applaus. Das verdeutlicht doch, dass die Fernsehschaffenden sich bewusst sind, welchen Schund sie da abliefern und dafür auch noch gefeiert werden.
RR lässt sich aber weiter auf das Niveau ein und führt ein Gespräch mit Thomas Gottschalk. Und der ist nicht gerade das Paradebeispiel für stilvolle und intelligente Fernsehunterhaltung.
Na ja, immerhin noch besser als Kerner oder Beckmann.
RR lässt sich aber weiter auf das Niveau ein und führt ein Gespräch mit Thomas Gottschalk. Und der ist nicht gerade das Paradebeispiel für stilvolle und intelligente Fernsehunterhaltung.
Na ja, immerhin noch besser als Kerner oder Beckmann.
14.10.2008 | 14.26 Uhr | Paula
Danke, Compi! Ich habe mir das eben angesehen. Ich frage mich, wieso man das als "Wut-Rede" bezeichnet. Es war in meinen Augen klar, relativ sachlich.... aber auch hier sieht man: es muss medienwirksam aufgemacht werden.
14.10.2008 | 13.22 Uhr | compikoch
Ein Tipp an Paula: Hier kannst Du dir den Videoclip mit der Rede von RR ansehen:
Clip
Clip
14.10.2008 | 13.20 Uhr | compikoch
Vorweg: Ein stark geschriebener Artikel. RR hätte seine Freude daran.
Ich denke, RR ist intelligent genug, zu wissen, auf was er sich da einließ. Schlussfolgerung: Er hat diese Gelegenheit bewusst genutzt, um einigen Menschen ein paar Dinge um die Ohren zu hauen. Applaus dafür!
Ich denke, RR ist intelligent genug, zu wissen, auf was er sich da einließ. Schlussfolgerung: Er hat diese Gelegenheit bewusst genutzt, um einigen Menschen ein paar Dinge um die Ohren zu hauen. Applaus dafür!







































