Provinzielles
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Es ist mal wieder so weit, man kann sagen: Isch han de Schnüss voll. Nicht nur dass wieder einmal, in der Hauptsaison, sämtliche Straßen zur gleichen Zeit repariert werden und eine Strecke die ich üblicherweise in ca zwanzig Minuten bewältigte , jetzt die doppelte bis dreifache Zeit dauert. Nein zu allem Überdruss, und das bringt einen fast zur Weißglut, sind diese Baustellen maximal mit zwei oder drei Mann besetzt die zu allem Übel auch noch ständig irgendwelche Pausen haben. Eine Brückenreparatur im Tal hat sage und schreibe über zweieinhalb Jahre gedauert. Der Verkehr wurde durch Ampeln geregelt die so eingestellt waren, dass sie erst auf grün schalteten, wenn ein Stau von zwei Kilometern erreicht war. Hatte man dann das Glück, endlich passieren zu können, wurde einen der vollkommen entmenschlichte Zustand der Baustelle erst so richtig bewusst.
Die Frage die sich mir stellt ist einfach die; sitzen in den Planungsbüros der Straßenbauverwaltungen mittlerweile Personen die jeglichen Bezug zum fließenden Verkehr verloren haben.
Eins nach dem anderen. Allzu viel zur gleiche Zeit führt bei den Ausführenden zu unnötigen Irritationen und somit zu Verwirrungen und Orientierungslosigkeit.
 
Das sollte aber ursprünglich nicht mein Thema sein, sondern wiedereinmal, wie immer wenn Wahlen anstehen die Plakatierungen. Hier insbesondere die von denen die noch immer nicht kapiert haben, dass die Welt sich geändert hat und die Parolen von gestern heute einfach nur noch lächerlich bis peinlich wirken.
Mit Sicherheit sind unsere Nachbarn, hier besonders unsere östlichen, an einer Neuauflage großdeutschen Gedankengutes nicht interessiert und sind mit Recht über die nicht zu begreifende Thematik mancher Wahlplakate entsetzt.
Nicht nur unsere Nachbarn sondern auch die zur Zeit recht zahlreichen Touristen reiben sich die Augen über soviel nicht zu überbietende Ignoranz.
Stellenweise ist jeder zweite Laternenmast mit Produkten dieser Klientel verunziert, einfach nur noch ätzend.
Woher haben die so viel Geld? Ist eine Frage, die sich mittlerweile immer mehr Bürger stellen.
Manche Machwerke erfüllen den Tatbestand der Volksverhetzung, komisch, nein geradezu unverständlich ist: Wo bleibt die Staatsmacht? Die, wenn es um kleinere Verkehrsverstösse geht, doch immer gleich auf der Matte stehen.
 
Bei der all morgendlichen Zeitungslektüre (Sächsische Zeitung) lese ich heute in einer sehr klein gehaltenen Leiste: 9 119 rechtsextreme Straftaten im ersten Halbjahr, wobei das Ranking Nordrhein-Westfalen an Platz 1 sah mit 1533 Straftaten, gefolgt von Sachsen mit 999 auf Platz zwei.
Auch hier stellt sich die Frage: Wo bleibt unser Staat?
Ein erneutes Verbotsverfahren am Bundesverfassungsgericht ist dringend angesagt um einem immer größer werdenden Image Verlust einen Riegel vor zu schieben. Noch so gut gemachte Großveranstaltungen können auf Dauer dieses Problem nicht neutralisieren.
Das Wichtigste aber wäre, der Ordnungsmacht, endlich ein Werkzeug in die Hand zu geben welches effektiv greifen würde.
Bis dahin müssen wir uns wohl oder übel darüber Gedanken machen, wer da so vehement auf der Bremse steht.
Angenehm ja geradezu luxuriös ist dieser Zustand für die anderen Parteien. Kann man doch die eigenen Fehlleistungen immer mit dem Hinweis kaschieren, dass sich Mühe gegeben wird und dass es gilt, ja in erster Linie ……..bla,bla,bla, alles mehr oder weniger hinlänglich bekannt.
Liegt hier….womöglich der Hase im Pfeffer?
Was auch immer, die Wahlen werden vorübergehen und die unsäglichen Plakate werden bis zur nächsten „eingebunkert“ dann beginnt das selbe Elend von Neuem.
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Kommentare | 1 bis 17 von 17 Kommentieren
31.08.2009 | 23.14 Uhr | Spiegel Nein, Gohrisch, natürlich nicht! Nur zeigen, was zu sehen ist.
 
Die Bilder sind nur deshalb in Dresden gemacht, weil ich da war und in Sachsen gewählt wurde. Hier wird das Papier schon für die Bundestagswahl verwendet.
 
Da (Wahl-)Plakate, woanders Aufkleber. Wenn sich etwas beweist, dann das, was Du richtig aufgeschrieben hast. Leider ist es so und wird sich trotz aller guten Wünsche kaum bessern, wenn jede Partei mit sich zu tun hat, nur an sich denkt und nicht darüber hinaus, etwa an gemeinsame Verantwortung und entsprechendes Handeln.
 
Wenn man sich die drei Wahlergebnisse von gestern ansieht, fallen die sächsischen in verschiedener Hinsicht aus dem Rahmen.
Insofern sind sie hoffentlich kein Vorzeichen für den 27.September!
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30.08.2009 | 10.41 Uhr | Gohrisch @Spiegel
Ich habe sie mir angeschaut......was willst Du damit beweisen?
Doch nicht etwa, dass es solche Machwerke nicht noch wo anders gibt? Das von Dir ins Bild gerückte Problem ist, Gott sei es geklagt, bundesweit.
Zugegeben, die Anfälligkeit für Einfältiges scheint in den neuen Bundesländern etwas größer zu sein.
Die perfiden Spielchen der Macht sind so noch nicht verinnerlicht. Die Zeit wird kommen wo auch das der Vergangenheit angehört.
Uns allen wünsche ich für den heutigen Tag, dass die Vernunft über das Irreale siegt.
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29.08.2009 | 23.10 Uhr | Spiegel Heute war ich in Dresden, einen Tag vor der Landtagswahl in Sachsen, und habe ein paar Fotos gemacht - zu sehen im Ostverein!
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27.08.2009 | 22.31 Uhr | escape @marewa
Behaupten ist leicht, überzeugt aber selten.
 
Was bewegt dich denn zu der Aussage, dass der Osten zuerst die Probleme gehabt und diese dann transportiert hat? Mir ist das zu simpel ... und zu westlich gedacht. Es gibt immer mindestens zwei Seiten.
 
Ich denke, wir müssen uns mehr in den anderen hineinversetzen. Die Mauer besteht weiter, solange wir vom Osten und vom Westen reden ... und nicht von einzelnen Bundesländern.
 
Hat sich schon mal jemand über Ausgleichzahlungen für das Saarland beklagt? Nöö? Wie auch ?... Das weiß kaum einer. Aber dass wir den Aufbau-Ost finanzieren, dass hat jeder im Kopf! Falsch, die Ossis zahlen dafür auch! Und dazu gibt es auch gar keine Alternative.
 
@Gorisch
Ich bin nicht stolz, deutsch zu sein. Das ist ein Zufall. Das Land meines Vaters ist heute nicht deutsch. Wenn ich sage, ich bin deutsch, werde ich häufig gefragt, ost oder west? ... Da ist die Grenze wieder. Wir müssen sie überwinden.
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27.08.2009 | 22.19 Uhr | Gohrisch @marewa
Wenn man wie Du aus einer dermaßen schönen und gepflegten Idylle kommt, ist es um so unverständlicher mit den chaotischen Zuständen mancher deutschen Metropolen konfrontiert zu werden.
Unsere Regierenden haben versäumt den Proporz zu wahren.
Die Resultate sind hinlänglich bekannt.
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27.08.2009 | 22.09 Uhr | Gohrisch @Browning
Zu Deinem Kommentar etwas Gescheites zu sagen, ist relativ schwer. Du scheinst da einige negative Erfahrungen gemacht zu haben.
Sensibilität ist gerade bei Ämtern nicht immer gewährleistet.
Zu neuen Ufern?... warum nicht. Du hast schon größere Sprünge gemeistert.
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27.08.2009 | 15.51 Uhr | marewa Escape schreibt:
Einen Anschluss als Wiedervereinigung zu feiern, ist sehr euphemistisch und kann m. E. so nicht funktionieren. Richtig!

[#K]Ich denke nicht, dass der Osten uns neben den Kosten auch noch die Nazis beschert hat. Das ist ein gesamtdeutsches Problem. Solche Aufkleber habe ich allerdings bisher nie gesehen.[/F]
 
Doch, hat er. Und dadurch wird es ein gesamtdeutsches Problem.Und solche Aufkleber (ich hab sie auch noch nie gesehen) greifen wohl eher bei den Ost-Rechten.
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27.08.2009 | 14.43 Uhr | Browning @Gohrisch
 
Die Aufkleber sind nicht die Wurzel des Übels. Ich lebe (noch) in der Gemeinde, wo auf jedem Behördenbrief (sei es irgendeine alltägliche Mitteilung oder was auch immer) ganz oben ein Login steht: "Gemeinde XY gegen Rechtsextreme!". Was sich da aber in Behörden-Büros abspielt, ist einfach gruselig. Die Leute werden aufgrund ihren Herkunfts bis zum geht nicht mehr schikaniert und erniedrigt, und zwar von den Vertreter des Staats!
 
Ich schaue jetzt gen Osten. Von "Hier" habe ich die Schnautze voll. Mal sehen...
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27.08.2009 | 11.08 Uhr | Gohrisch @escape
Der politische Teil dieses Blogs war so angedacht, dass er zu Widersprüchen auffordern sollte. Eine breit gefächerte Diskussion über Rechts, bei Euch Pro Köln, sollte das Ziel sein.
Natürlich war ich mir darüber im Klaren, dass man nicht Birnen mit Äpfeln verwechseln sollte.(Hier die unterschiedliche Bevölkerungsstatistik).Was interessant ist; dass trotz 60 jähriger demokratischer Erziehung in der alten BRD, die Anfälligkeit für rechts so hoch ist. Hier könnte Deine Einwendung betreffs der unterschiedlichen Häufigkeit der Migranten, seine Ursache haben.
Wir sind ein Volk? In erster Linie waren wir, wenn man sich unsere Geschichte anschaut, primär Rheinländer, Bayern, Hessen,
Badner,Württemberger, Friesen, Sachsen usw.
Einen ähnlichen Nationalstolz wie es z.B.die Franzosen, Engländer ua. haben, wird man bei uns nicht finden.
Das Bekenntnis; ich bin stolz Deutscher zu sein, führt in den meisten Fällen dazu, ins rechte Spektrum eingeordnet zu werden.
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27.08.2009 | 01.43 Uhr | escape Vergleicht man die rechtsextremen Straftaten in NRW und Sachsen, muss man sicher auch die unterschiedliche Einwohnerzahl von knapp 18 Mio gegen 4 Mio berücksichtigen.
 
Der Anteil der Migranten ist in Sachsen verschwindend gering, in Köln sind es etwa 25%.
 
Die Wahlwerbung von Pro Köln macht mir Sorgen. Die läuft subtiler. "OB gegen Moschee ... für dich", "Intensivtäter abschieben".
 
Trotzdem sieht die NPD im Osten mehr Chancen? Sind da die Verunsicherung und der "Heimatverlust" größer? Vorstelbar ist das. Die Wende hat Freiheit gebracht ... aber auch Verunsicherung und Verlust, und bei weitem keine Gleichheit.
 
Ich hab nur Fragen, keine Antworten.
 
Aber wir sind ein Volk, auch wenn wir erst lernen müssen, was das bedeutet ... und wie wir das verwirklichen können.
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27.08.2009 | 01.22 Uhr | escape Lieber Gohrisch,
die Probleme beim Straßenbau lass ich mal außen vor ... der entmenschlichte Zustand der Baustelle gefällt mir als Begriff allerdings sehr gut!
 
Dass es im Osten der Republik nicht viel anders ist als im Westen, würde ich mir wünschen. Ist das aber realistisch? Vierzig Jahre getrennte Entwicklung hinterlassen Spuren, die man nicht einfach wegwischen kann.
 
Einen Anschluss als Wiedervereinigung zu feiern, ist sehr euphemistisch und kann m. E. so nicht funktionieren.
 
Ich denke nicht, dass der Osten uns neben den Kosten auch noch die Nazis beschert hat. Das ist ein gesamtdeutsches Problem. Solche Aufkleber habe ich allerdings bisher nie gesehen.
 
Wer fühlt sich da angesprochen? Gruselig!
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26.08.2009 | 17.00 Uhr | Gohrisch @Marathonmann
Es ist hier nicht viel anders als in den alten Bundesländern.
Da Du sicher mitbekommen hast, dass ich die meiste Zeit im Köln- Bonner Raum gelebt habe , kann ich das beurteilen.
Auch hier leben Ausländer, die, wenn sie nicht gerade ihr Ursprungsland demonstrativ zur Schau tragen, ohne jegliche Probleme. Hier meine ich nicht das äußere Erscheinungsbild sondern die Nationalsymbole, wie oft im Westen beobachtet. Das türkische Obst und Gemüsegeschäft im Westen ist hier im Osten in vietnamesischer Hand Ebenso akzeptiert und ohne sichtbare Diskriminierungen.
Natürlich und das ergibt sich aus der östlichen Lage,haben wir hier wenig Holländer oder Belgier,dafür aber viele Tschechen und Polen.
In Pirna existiert ein bilinguales Gymnasium,Tschechisch-Deutsch,welches mittlerweile einen so guten Ruf hat, dass der Ansturm der Lernwilligen die Kapazität sprengt.
Mein Lieblingsrestaurant in Dresden ist ein Italiener der mittlerweile schon das Vierte eröffnet.
Du siehst...
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26.08.2009 | 12.49 Uhr | Marathonman40 Die Plakatierungen der NPD sind sicherlich ärgerlich. Schlimmer finde ich es aber, dass angeblich die NPD in manchen Gebieten tief in der Gesellschaft verwurzelt ist, d.h. Vereine und Jugendclubs dominiert, Bürger- und Volksfeste organisiert etc.
 
Ich kenne mich in den jungen Bundesländern nicht aus. Ist es wirklich so, dass in einigen Kreisen in MeckPom, Brandenburg oder Sachsen Menschen, deren Vorfahren sichtbar nicht aus Deutschland kamen, sich besser dort nicht auffhalten sollten?
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26.08.2009 | 11.19 Uhr | Gohrisch @Maibowle
Die Erneuerungen beziehungsweise die Instandsetzungen des ehemaligen DDR-Straßennetzes nach der Wende wurde im überwiegenden Falle mit der heißen Nadel gestrickt. Das heißt in den meisten Fällen wurde keine grundhafte Erneuerung vorgenommen. Kosmetik war angesagt um die Wende so schnell wie möglich auch optisch darstellen zu können.
Oft wurde auf die bestehende Bepflasterung nur Bitumen aufgebracht.
Das ging einige Jahre gut, jetzt fangen die beiden Schichten an, sich von einander zu lösen.
Was die Beschilderung betrifft scheint sich einiges zu tun.
Heute in der Tagespresse: Maßloser Ärger über NPD-Plakate- Anzeigen wegen Wahlwerbung gegen Ausländer- Entfernen von eindeutiger Plakatierung an der Dresdner-Synagoge.
Ich bin gespannt ob den Lippenbekenntnissen auch Resultate folgen.
Bedankt für Deine Stellungsnahme und den Mut, bei dem sicher nicht leichten Thema.
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26.08.2009 | 08.32 Uhr | Profil gelöscht Hallo Gohrisch,
 
ich kann es nicht glauben, dass im "ehemaligen Osten" so viele Straßenbaustellen sein sollen.
Die Straßen sind doch nach der Wende alle erneuert worden.
Ich war 2005 ein paar Tage im Harz, da konnte ich feststellen wie groß der Unterschied der Straßen war. Man konnte merken wo die Grenze verlaufen war.
Auf der ehemaligen Westseite, waren die Straßen nur geflickt und dann auf der anderen Seite alles wunderbar.
Zu den Wahlplakaten will ich mal nichts sagen, die sind ja bald wieder weg.
 
Viele Grüße
 
Maibowle
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25.08.2009 | 21.03 Uhr | rarep Es sind keine Plakate, sondern - nur - Aufkleber.
 
Es geht nicht mal direkt um die Wahlen.
 
Es ist nicht Provinzielles, sondern - leider - Bundesweites.
 
Trotzdem gehören die neuen Bilder dazu, wo gefragt wird: im Osten nichts Neues? Und im Westen?
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25.08.2009 | 19.02 Uhr | kunterbunt Übrigens: Zeitgleich zum Tennis-Turnier findet in Paris die Weltmeisterschaft der Exhibitionisten statt:
 
die "Trench Open“.
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