Fremdschämen live
Es gibt nur wenige Emotionen, die mich zum Einschalten des Fernsehers animieren. Aufregung (beim Fußball), Sensationsgier (beim Dschungelcamp) oder eben reines Interesse, so man darin denn eine Emotion sehen will. Mitleid gehörte jedenfalls bislang nicht zu den Gefühlsregungen, die mich vor die Mattscheibe zwangen. Bis Thomas Gottschalk sein neues Format „Gottschalk Live“ startete.
 
Getrieben vom Druck der Zeit und der Macht der Werbung stolpert Deutschlands letzter großer Showmaster durch 25 Minuten dahinplätschernder Sendezeit. Late Night am Vorabend – so oder so ähnlich lautet wohl das ambitionierte Format, dessen Scheitern schon feststand, ehe es überhaupt das Licht der Kameras erblickte.
 
Das einzige Highlight der Show: Die Studioeinrichtung
 
Gottschalk will das Tagesgeschehen Revue passieren lassen, im Dialog mit sich selbst und einem prominenten Gast, der während seiner Berlin-Stippvisite mal kurz in Thommys neuem Wohnzimmer reinschaut. Womit denn auch das einzige wirkliche Highlight der Show benannt wäre. Das neue Studio in der Mitte Berlins mit seinen warmen Brauntönen und der modernen Einrichtung ist genauso einladend wie gemütlich und gibt die perfekte Kulisse für eine heimelige Talkshow ab. Genau das will oder kann Gottschalk Live aber eben nicht sein.
 
Zum investigativen Fragensteller wird Gottschalk, wie wir aus 22 Jahren Wetten das..? wissen, wohl nie taugen, kokettiert er doch selbst allzu gerne mit seiner Unfähigkeit, einem Gesprächspartner erhellende Bekenntnisse zu entlocken. Zudem ist die Vorabend-Late-Night eben auch nicht auf bloßen Talk angelegt, sondern soll vielmehr eine Mischung aus Boulevard und Satire abgeben, die in der Kürze der Zeit aber kaum realisierbar scheint.
 
Im Zwiespalt von Anspruch und Wirklichkeit
 
So stagniert „Gottschalk Live“ im Zwiespalt von Anspruch und Wirklichkeit und hinterlässt – nicht zuletzt dank des auffallend unbeholfenen Moderators – genauso ratlose wie enttäuschte Zuschauer. Sinn und Zweck des neuen Formates erschließen sich nicht. Selbst Gottschalk, der pflichtbewusst aber ohne innere Überzeugung nunmehr auch soziale Medien einbindet, scheint die Idee der Veranstaltung nicht verstanden zu haben. Womöglich weil es eine solche gar nicht gibt.
 
Der Ansatz, Unterhaltung am Vorabend zu etablieren, erschien mutig, wohl übermütig. Vielleicht war es also die schier übergroße Herausforderung, die Gottschalk zu diesem aussichtslosen Experiment trieb, das nach den Eindrücken der ersten drei Wochen zum baldigen Scheitern verurteilt ist. Denn das, was traurig begann, wird langsam nur noch peinlich. Und so verwandelt sich mein Mitleid allmählich in Fremdschämen. Und das verleitet bekanntlich ja eher zum Ausschalten.
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Kommentare | 1 bis 12 von 12 Kommentieren
21.02.2012 | 17.30 Uhr | bundestrojaner :) fein Gottachalk und die Stadtmenschen haben einige Gemeinsamkeiten: ein ueberaltertes Format, die alltaeglichen Banalitaeten, und ein Wohnzimmer. Das letztere ist bei gottschalk an plueschigen Geschmacklosigkeiten kaum zu uebertreffen. Ramsch waere auch ein gutes Wort dafuer. Welch ein Glueck, dass das vielzitierte der Stadtmenschen nie moebliert werden musste. Wie das wohl aussaehe? :D
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15.02.2012 | 02.05 Uhr | Morgenstern Thomas Gottschalk wäre ohne seine Assistentinnen bei Wetten, Daß.. hoffnungslos überfordert gewesen. Jetzt bei GOTTSCHALK Live ist die Schonzeit vorbei. Wie so oft, Gottschalk beweihräuchert sich, wirkt fahrig und genervt. Er stellt NINA HAGEN als Nina von Hagen vor, Brülll!! Noch besser war seine Dummschwätz-Tirade über einen der häßlichen Möpse, "der Hund ist wohl GLUUUTEN-sensibel." Er konnte noch nicht mal die Betonung von "een" bei Gluten richtig setzen. Schonungsloser kann man sich nicht als unwissend outen. Dann hatte er mit Handschuhen versucht, ein Smartphone zu bedienen, dies gelang ihm nicht. Gottschalk warf genervt und asozial die Handschuhe und das Smartphone in die Ecke. Thomas Gottschalk, der Proll findet sich toll? Die Einschaltquote sagt was anderes, Daumen runter! ARD, setzt diesen Schwachsinn ab, sofort.
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13.02.2012 | 01.37 Uhr | Luegenbaron " Und so verwandelt sich mein Mitleid allmählich in Fremdschämen. Und das verleitet bekanntlich ja eher zum Ausschalten."
 
Warum hast du es nicht getan, Voegi ??
 
Peinlich sind nur dein Aufsaetzchen und Stefans Verlinkung.
 
Schaem dich ruhig ein bisschen fremd, hast ja sonst nix zu tun.
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12.02.2012 | 01.09 Uhr | escape Dat amira wieder, hihihi
 
Mein Schämkontigent ist ausgeschöpft. Aber Frendschämen liegt ja im Hauptstrom. Tut euch keinen Zwang an.
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11.02.2012 | 03.56 Uhr | Profil gelöscht Escape: Du hast ja wirklich mit dir genug zu tun. Da musst du dich nicht auch noch für andere Menschen schämen.
 
Wenn Gottschalk aufhört, wäre das doch eine neue Beschäftigung für den titularrat. Ich schaue um diese Zeit ohnehin nie fern, so dass ich davon zum Glück nichts mitbekommen würde.
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10.02.2012 | 15.49 Uhr | Taxania Kity
 
Bei dieser von Dir vorgeschlagenen Sendung würdest du nach der 50. Sendung die goldene Palme für die treueste Fan-Zuschauuerin erhalten.
 
Bei meinem Vorschlag, könnte er ohne Zeitfruck mit seinen Kindern das angesagtetse Outfit für jung gebliebene diskutieren.
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10.02.2012 | 14.28 Uhr | Hell Kitty kokettiert er doch selbst allzu gerne mit seiner Unfähigkeit, einem Gesprächspartner erhellende Bekenntnisse zu entlocken.
 
Wie soll das auch gehen, wo er am liebsten über sich selbst plaudert. Ein klarer Fall von Fehlbesetzung, für dieses Programmkonzept.
 
Ergo - eine neue Sendung für Gottschalk muss her. Titel: "Ich!"
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10.02.2012 | 11.22 Uhr | Roeschen Vögi...
 
Ich bin einfach froh, dass ich nicht fernsehen brauche,-)
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10.02.2012 | 10.13 Uhr | Taxania Holzauge
 
Dein Kommentar klingt gut, nur den Inhalt darf man getrost vergessen!
 
Dein Beitrag überrascht mich nicht. Im Grunde war das vorauszusehen! Von Gotschalk erwartet man eigentlich nur "liebevollen" Skandal in irgendeiner Form. Das passt aber nicht zu dem ernsthaften Auftrag. Interview auf Ebene des "Neuen Blatt" kann kein Zuschauermagnet sein.
 
Ich erinnere, mit G. erhoffte man sich, seine besten Verbindungen zur Prominenz für Einladungen nutzen zu können!
 
Wenn G. scheitert ist so eine großartige Chance vertan. Anderseits was nützen gute Gäste, wenn für die Befragung wenig Interesse besteht. Diese besonderen Kenntnisse von G., sind leztlich auch der Grund, weshalb keiner die Nachfolge von G. in Wetten das übernehmen will. Jeder scheitert an diesen nicht vorhandenen Kontakten und gefährdet seinen unbestrittenen guten Ruf.
 
Gotschalk sollte erkennen, ein neues Konzept nach Wetten das funktioniert nicht! Ihm ist anzuraten, in einen verdienten Ruhestand zu gehen, Memoaren
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10.02.2012 | 01.57 Uhr | escape Fremdschämen ist nicht so mein Ding. Warum sollte ich jemandem das abnehmen?
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10.02.2012 | 00.24 Uhr | Holzauge Oh Gott, Schalk.
 
Ich will zum dem Thema mal meine Gefühlswelt und Meinung so ausdrücken:
 
Wer es schon nötig hat gegen Bares öffentlich Gummibärchen zu fressen der hat andernfalls sonst wohl nix mehr zu beissen?
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09.02.2012 | 21.17 Uhr | checkmate He! Sprichst Du von Gottschalk oder den Stadtmenschen?
Vielleicht sollte man lieber Bücher lesen.
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