Lesenswert: "Die Vermessung der Welt"
Wege zur Erkenntnis
Der Autor
 
Der 1975 in München geborene und derzeitig in Wien und Berlin lebende Autor Daniel Kehlmann sagt in seinen 2005 erschienenen Essays “Wo ist Carlos Montúfar ?“ über sich selbst:
“Ein Erzähler operiert mit Wirklichkeiten. Aus dem Wunsch heraus, die vorhandene nach seinen Vorstellungen zu korrigieren, erfindet er eine zweite, private ... ! Erzählen, das bedeutet einen Bogen spannen, wo zunächst keiner ist, den Entwicklungen Struktur und Folgerichtigkeit gerade dort verleihen, wo die Wirklichkeit nichts davon bietet.”
Daniel Kehlmann ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Für sein erzählerisches Schaffen wurde er mit einer Vielzahl von Förderpreisen und Auszeichnungen bedacht, voraussichtlich wird ihm im Oktober dieses Jahres der Thomas-Mann-Preis verliehen !

Das Buch
 
“Die Vermessung der Welt” ist ein philosophischer Abenteuerroman. Zwei deutsche Wissenschaftler (besser gesagt: zwei deutsche Genies !) begeben sich, jeder auf seinem Gebiet, an das Wagnis, die Welt zu vermessen. Der in Göttingen lebende Mathematiker, Physiker und Astronom Professor Carl Friedrich Gauß trifft im September 1828 beim Deutschen Naturforscherkongress in Berlin mit Alexander Freiherr von Humboldt, einem der größten Naturforscher und Begründer der physikalischen Geographie sowie “Weltreisender” in Sachen Botanik, Zoologie, Geographie und Geologie zusammen. Beide sind gealtert (Gauß ist 51 Jahre, Humboldt ist 59 Jahre alt) und weltberühmt, ihre wissenschaftlichen Erfolge und ihre familiären “Einbettungen” haben sie jedoch ein wenig sonderlich werden lassen.
Mit einem manchmal fast süffisant zu nennenden hintergründigen Humor verknüpft der Autor die Schicksale dieser beiden zutiefst unterschiedlichen Charaktere auf eine Art miteinander,
die den Leser unausweichlich in ihren Bann zieht. Beider Leben wird in einer umfassenden Rückschau, die auch eine Fülle sehr privater Empfindungen und Erlebnisse mit manchmal fast penibler Genauigkeit umreißt, dargestellt. Die sechzehn Kapitel des Buches sind den beiden Protagonisten jeweils im Wechsel gewidmet, sodass sich für den Leser auf eine vollendete Weise sowohl die unterschiedlichsten Denkansätze der beiden Wissenschaftler, als auch deren Gemeinsamkeiten offenbaren. Beide sind beseelt von dem Gedanken, die Geheimnisse unserer Welt zu durchdringen und zu beschreiben, Erfolg und Misserfolg liegen dabei in ihrem Bemühen stets dicht beieinander.

Carl Friedrich Gauß und Alexander Freiherr von Humboldt - weltberühmt, und dennoch jeder auf seine Weise einsam !
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Kommentare | 1 bis 6 von 6 Kommentieren
27.07.2008 | 12.39 Uhr | Degimotz Hallo, liebe Escape !
Natürlich keinerlei Einwände meinerseits. Weiterhin noch einen angenehmen "Rest" des Sonntags und eine gute Woche für Dich !
Liebe Grüße
von "Degimotz"
aus Overath
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26.07.2008 | 16.09 Uhr | escape Hallo Degimotz,
auch für mich eins der unbedingt empfehlenswerten Bücher. Du hast es treffend vorgestellt.
 
Ich werde das mit einer kleinen Leseprobe mal im Blogger-Büdchen verlinken, damit man noch besser ahnen kann, was man verpasst.
 
Dagegen hast du wohl keine Einwände, oder? Der Blog ist so schnell-lebig, dass gute Beiträge einfach zu schnell in der Versenkung verschwinden.
 
Gruß
 
escape
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17.07.2008 | 00.49 Uhr | Anita Brandtstäter Hallo Degimotz,
 
Deine Buchbesprechung macht richtig Lust auf das Buch. Zumindest einer Mathematikerin!
 
Viele Grüße
Anita
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16.07.2008 | 10.39 Uhr | Roeschen Kompliment von einer Buchhändlerin für diese Rezension,-))
 
Viele Grtüße
 
Röschen
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15.07.2008 | 21.56 Uhr | Zabaione Hallo Degimotz,
das hast du sehr anschaulich beschrieben!
liebe grüße
Zabaione
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15.07.2008 | 21.41 Uhr | ing.lambertz Hallo Degimotz,
 
ich habe das Buch auch mit Vergnügen gelesen. Die Einsamkeit bei Gauß ist bei mir nicht ganz so rübergekommen wie im Falle von Humboldt. Ich war eher erstaunt, dass er so garnicht weltfremd gezeichnet ist, nicht wunderlich.
 
An Gauß fasziniert mich immer die Geschichte, wo der Lehrer die Klasse auffordert, die Zahlen von 1 bis 100 zu addieren. die Mitschüler beugen sich über ihre Additonen und der junge Gauß bringt nach wenigen Sekunden das Ergebnis. Wie das ? Das Mathegenie hat gesehen, dass 1+100=101, 2+99=101.....50+51=101, also die Summe der Zahlen von 1 bis 100 = 50x101=5050. Die Story hat mich immer fasziniert.
Gruß Lemm(y)i
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