WM mit Hindernissen
Das WM-Jahr hat kaum begonnen, schon werden die ersten Zweifel am Sportereignis des Jahres laut. Eine Weltmeisterschaft in Südafrika – kann das gut gehen? Oder wird genau das eintreten, was wir alle insgeheim doch befürchten: Ein Turnier, begleitet von kaltblütiger Gewalt und tiefgreifendem Hass.
 
Der feige und brutale Anschlag auf das Nationalteam Togos anlässlich des Afrika-Cups in Angola hat die Besorgnis um die Sicherheitslage in jedem Falle weiter geschürt. Er ist Wasser auf die Mühlen der Skeptiker an Sepp Blatters ehrgeizigem Projekt und macht eines offenbar: Eine WM in Afrika ist ein Abenteuer. Ein Abenteuer, dessen Folgen noch nicht absehbar sind.
 
Nun ist Angola bekanntlich nicht Südafrika. Aus europäischer Sicht mögen die geographischen, sozialen und kulturellen Unterschiede marginal sein. Mit Stereotypen ist jedoch wenig geholfen. Die Verhältnisse beim größten Fußballturnier der Welt im Juni und Juli dieses Jahres werden gewiss andere sein als derzeit beim Afrika-Cup. Zumindest wenn man den Beschwichtigungen des Veranstalterlandes und der FIFA glauben darf.
 
Und dennoch kann man sich übler Vorahnungen, die durch die neuerlichen Vorfälle zusätzliche Nahrung erhalten haben, nicht gänzlich entledigen. Eine solch große Veranstaltung in einem von sozialen und kulturellen Kontrasten zerrissenen Land ist und bleibt ein Sicherheitsrisiko. Dies haben alle Beteiligten von Anfang an gewusst und sich trotz aller Bedenken ganz bewusst für Südafrika entschieden. Damit endlich auch der vernachlässigte Kontinent ins Blickfeld der (Fußball)-Öffentlichkeit gerät.
 
Es erschiene daher geradezu scheinheilig, die WM auf dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Zweifel ziehen zu wollen. Mehr noch: Das Attentat auf die togoische Nationalmannschaft könnte, auch wenn es selbst eben nicht in unmittelbarem Zusammenhang zum Weltmeisterschaftsturnier steht, nur der Beginn vielfältiger Widrigkeiten, Hindernisse und Schreckensmeldungen sein, die im Vorfeld und während der WM für Unruhe und Besorgnis sorgen werden. Dies alles wird man aushalten müssen, will man das ambitionierte Vorhaben eines Fußballfestes inmitten von Armut und Kriminalität auch wirklich in die Tat umsetzen.
 
Natürlich gibt es den Fall X, der die Organisatoren zum Umdenken zwingen müsste. Allein die Erkenntnis, dass die Sicherheit der beteiligten Mannschaften nicht zu 100% garantiert werden kann, dürfte hierzu jedoch nicht reichen. Denn dies war von vorneherein klar. Sollte dieses Dilemma Südafrika gleichwohl zum Verhängnis werden, so wäre es doch aufrichtiger gewesen, man hätte die Weltmeisterschaft erst gar nicht ans Kap vergeben. So aber kann man nur hoffen, dass das Turnier einigermaßen friedlich und ohne größeres Unheil von statten geht. Wie auch immer dies gelingen mag…
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Kommentare | 1 bis 9 von 9 Kommentieren
02.02.2010 | 23.24 Uhr | Hajo4711 Herr Blatter und Konsorten dürften bei der Vergabe der WM an Südafrika vor allem und primär an ihre wirtschaftlichen Interessen gedacht haben.

Mich interessiert dabei primär der völkerverbindende Aspekt und deshalb ist die Vergabe in diesen Kontinent sicher ein Segen für uns alle. Dass wir nun größere Ängste bezügl. der Sicherheit zu haben scheinen als in anderen Ländern, befördert nur unsere Ur-Ängste.

Es war erst gestern, als die ewig Kritischen glaubten, SA wäre mit der riesigen Bauaufgabe überfordert und würde nicht rechtzeitig fertig. Fertig ist zu 95% bereits jetzt alles. Kassandra lässt grüßen!

Und so ist es auch mit der Sicherheit: Die gibt es nirgendwo auf dem Planeten, warum aber thematisiert Europa die besonderen Bedingungen in SA? Was dort geschehen könnte, kann bei jedem Großereignis an jeder Stelle des Planeten passieren.

Freuen wir uns für SA auf ein Fest.
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13.01.2010 | 02.22 Uhr | Höschen Eine RICHTIGE Fußball-WM gehört nach England, Deutschland, Italien, Spanien oder andere klassische europäische Fußball-Nationen. Oder von mir aus noch nach Südamerika (Brasilien, Argentinien). Woanders hat die Fußball-WM nichts zu suchen, und schon gar nicht in Süd-Afrika! Sowohl die WM 1994 in den USA als auch die WM 2002 in Süd-Korea/Japan gehörten dort nicht hin und waren ja auch voll für'n Arsch!
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12.01.2010 | 12.52 Uhr | budget_cal Danny Jordaan, der Geschäftsführer des Organisationskomitees der WM 2010, sagte heute anlässlich einer Pressekonferenz in Johannesburg, dass weniger als 100.000 Tickets in die sechs afrikanischen Teilnehmerländer (Südafrika, Nigeria, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria and Algerien) verkauft wurden. Von den 3,1 Millionen Tickets weltweit wurden bis heute über 1 Millionen verkauft. Es sind also noch 2 Millionen Tickets zu haben. Besonders die Bafana Bafana Fans haben sich bisher auffallend zurückgehalten, sagte Jordan. Wohl weniger wegen der Sicherheit sondern wegen der miserablen Leistungen des südafrikanischen Nationalteams, welches nur 1 von den letzten 11 Spielen gewinnen konnte.
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12.01.2010 | 12.43 Uhr | Marathonman40 Mir ist die Vergabe von sportlichen Großereignissen an Südafrika oder Brasilien bei allen Sicherheitsrisiken für Fans und Sportler immer noch verständlicher und symphatischer, als eine Olympiade in China.
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12.01.2010 | 11.21 Uhr | budget_cal Terroristen oder Freiheitskämpfer? Angola hat die Enklave Cabinda, ein ehemaliges portugiesisches Protektorat, im Jahre 1975 militärisch besetzt. In der Folge entspann sich ein bewaffneter Konflikt zwischen der Frente para a Libertação do Enclave de Cabinda (FLEC) und dem angolanischen Militär. Der Angriff der FLEC galt nach Angaben des Generalsekretärs Rodrigues Mingas nicht der Togolesischen Nationalmannschaft sondern der sie begleitenden Militäreskorte. „Wir kämpfen für die totale Befreiung von Cabinda“, sagte Mingas gestern. Dem entgegen steht die Beschwichtigungspolitik der Angolanischen Regierung geführt von der Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA), welche im Vorfeld der CAN 2010 immer wieder vorgaukelte, wie sicher und normal die Situation in Cabinda sei. Wie sich nun herausstellte, leider ein tödlicher Irrtum. Was uns aber nicht dazu verleiten sollte, jetzt in einen generellen Afrika-Pessimismus zu verfallen.
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12.01.2010 | 11.15 Uhr | odyssee 1: Südafrika hat die WM deswegen bekommen , weil Blatter bei seiner Wiederwahl die afrikanischen Stimmen brauch(te). Hier gehts in erster Lienie um die FIFA Politik und nicht um die Entwicklung des scharzen Kontinents. Es geht ums Geld !
 
2: Bei der WM 2006 hatten wir Glück, schon die vesuchten Anschläge in Köln auf die Regionalzüge vergessen ?, sowas kann überall passieren, in Europa, Afrika...
, das kann man den Südafrikanern nicht anhängen.
 
3) Hauptpropblem ist die Kriminalität, jeden Tag werden in Südafrika 50 Menschen umgebracht, die Taxi fahrer wurden schon gewalttätig , weili Busse die Menschen ins Stadion fahren sollen, nicht die taxis, die Taxifahrer wollen nicht einsehen,dass man 50000 Leute nicht per Taxi zum Stadion fahren kann, es geht um die eigene Existenz, das verstehe ich zwar , aber es gab schon Überfälle der Taxifahrer auf diese Pendelbusse ! ,
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12.01.2010 | 11.03 Uhr | budget_cal Trotz und alledem, werde ich hinfliegen, zur WM 2010 nach Südafrika.
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12.01.2010 | 10.58 Uhr | budget_cal Wer das südliche Afrika kennt, weiß dass dort jederzeit alles passieren kann. Die sozialen Verwerfungen im Lande Nelson Mandelas sind leider eine traurige Realität. Die diesjährigen Auseinandersetzungen in den Townships wegen fehlender Arbeit, nicht vorhandener Strom-, Wasser- Abwasserversorgung ebenso. Vier Millionen Flüchtlinge aus Simbabwe erhöhen den Druck auf den Arbeitsmarkt und führten in diesem und im letzten Jahr zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, Zerstörung und Vertreibung. Wer also davon träumt, abends nach Spielschluss noch das ein oder andere Bierchen im Freien trinken zu können, wird wohl von der WM 2010 enttäuscht werden. Aufgrund der hohen Gewaltkriminalität in Großstädten und deren Randgebieten empfiehlt es sich die Innenstätte nach Geschäftsschluss zu meiden. Alles was glänzt und glitzert, lässt man besser im Safe zurück. Nach Einbruch der Dunkelheit ist es im eigenen Hotel am sichersten, wenn man überhaupt von so etwas wie Sicherheit reden kann. Trotz und alledem,
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12.01.2010 | 00.36 Uhr | WilIiTiVi Ich glaube, ich halte das aus.
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