Markus Babbel hat seinen Abschied vom VfB zu einer Generalabrechnung mit dem Profifußballtum genutzt. Von den Ereignissen rund um das Spiel gegen den VfL Bochum sichtlich erschüttert, skizzierte er die Angst seiner Spieler vor dem wütenden Mob und blickte zurück auf die Anteilnahme am Tode Robert Enkes, die aus heutiger Sicht „nur eine Heuchelei“ gewesen sei.
Dabei hat Babbel hat Recht, wenn er auch für Fußballmillionäre menschlichten Respekt reklamiert. Morddrohungen und persönliche Beleidigungen müssen auch gegenüber hochbezahlten Fußballern Tabu bleiben. Das erscheint, auch wenn die Lebenswirklichkeit zuweilen anders ausschauen mag, selbstverständlich. Menschliche Achtung macht eben nicht vor Geld und Prominenz Halt. Es bedarf auch keines Quervergleichs zum Fall Enke, um die nicht immer einfache Grenzziehung zwischen hinnehmbarer Emotion und inakzeptablen Verbalinjurien zu begründen.
Insofern fügen sich Babbels Ausführungen in eine Stimmung, die den Selbstmord Robert Enkes zum Mahnmal des inhumanen Profisports überhöhen. Dabei ist bis heute nicht geklärt, ob und inwiefern die mitunter harten Rahmenbedingungen des Fußballgeschäfts für Enkes Suizidentschluss ausschlaggebend waren. Fest steht lediglich, dass Enke an Depressionen litt und sich aus Scham und Angst nicht traute, diese Krankheit der Öffentlichkeit zu offenbaren. Wenn man hieraus Rückschlüsse allgemeiner Art ziehen will, dann betreffen diese zunächst einmal unsere Gesellschaft im Allgemeinen, und allenfalls in zweiter Linie den Profisport.
Das allseits beschworene Vorhaben, im Sport mehr Menschlichkeit walten und Schwächen zulassen zu wollen, mag gleichwohl löblich sein. Seine praktische Umsetzung dürfte sich bei den im Fußballgeschäft obwaltenden Gesetzen indes schwierig gestalten. Und so wird sich vieles, was großspurig versprochen wurde, am Ende doch als Lippenkenntnis erweisen. Zumal wenn man mit der Ankündigung stärkerer Rücksichtnahme die Hoffnung verbindet, dass Häme und Hass aus Deutschlands Stadien verschwinden und sich diese zu einem Ort der Sensibilität verwandeln. Dies wird der Profifußball nicht leisten können. Jedenfalls solange, wie er in Deutschland eine Ventilfunktion für angestaute Emotionen einnimmt.
Genau das macht den Fußball letztlich aber so populär. Fußball bedeutet Emotionen. Und Emotionen sind nicht immer schön und lieb, sondern manchmal dreckig und widerwärtig. Dies gilt umso mehr, als Fußball die Massen anzieht. Und in der Masse befinden sich eben auch zahlreiche Idioten, die ihre Idiotie im Schutz des Kollektivs wonnevoll ausleben können. Das ist so und das wird auch so bleiben. Trotz Enke.
Dabei hat Babbel hat Recht, wenn er auch für Fußballmillionäre menschlichten Respekt reklamiert. Morddrohungen und persönliche Beleidigungen müssen auch gegenüber hochbezahlten Fußballern Tabu bleiben. Das erscheint, auch wenn die Lebenswirklichkeit zuweilen anders ausschauen mag, selbstverständlich. Menschliche Achtung macht eben nicht vor Geld und Prominenz Halt. Es bedarf auch keines Quervergleichs zum Fall Enke, um die nicht immer einfache Grenzziehung zwischen hinnehmbarer Emotion und inakzeptablen Verbalinjurien zu begründen.
Insofern fügen sich Babbels Ausführungen in eine Stimmung, die den Selbstmord Robert Enkes zum Mahnmal des inhumanen Profisports überhöhen. Dabei ist bis heute nicht geklärt, ob und inwiefern die mitunter harten Rahmenbedingungen des Fußballgeschäfts für Enkes Suizidentschluss ausschlaggebend waren. Fest steht lediglich, dass Enke an Depressionen litt und sich aus Scham und Angst nicht traute, diese Krankheit der Öffentlichkeit zu offenbaren. Wenn man hieraus Rückschlüsse allgemeiner Art ziehen will, dann betreffen diese zunächst einmal unsere Gesellschaft im Allgemeinen, und allenfalls in zweiter Linie den Profisport.
Das allseits beschworene Vorhaben, im Sport mehr Menschlichkeit walten und Schwächen zulassen zu wollen, mag gleichwohl löblich sein. Seine praktische Umsetzung dürfte sich bei den im Fußballgeschäft obwaltenden Gesetzen indes schwierig gestalten. Und so wird sich vieles, was großspurig versprochen wurde, am Ende doch als Lippenkenntnis erweisen. Zumal wenn man mit der Ankündigung stärkerer Rücksichtnahme die Hoffnung verbindet, dass Häme und Hass aus Deutschlands Stadien verschwinden und sich diese zu einem Ort der Sensibilität verwandeln. Dies wird der Profifußball nicht leisten können. Jedenfalls solange, wie er in Deutschland eine Ventilfunktion für angestaute Emotionen einnimmt.
Genau das macht den Fußball letztlich aber so populär. Fußball bedeutet Emotionen. Und Emotionen sind nicht immer schön und lieb, sondern manchmal dreckig und widerwärtig. Dies gilt umso mehr, als Fußball die Massen anzieht. Und in der Masse befinden sich eben auch zahlreiche Idioten, die ihre Idiotie im Schutz des Kollektivs wonnevoll ausleben können. Das ist so und das wird auch so bleiben. Trotz Enke.
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08.12.2009 | 18.04 Uhr | TT1975
in Anbetracht der Info, dass Enkes Depressionen wohl ihren Anfang in Istanbul gefunden haben, kann man mE da sehr wohl Brücken nach Stuttgart schlagen. Auch dort (Türkei) waren es die Aktionen der eigenen "Fans".
Babbel hat völlig Recht. Bei vielen war das Gerede nach Enkes Tod Heuchelei. Kaum war er unter der Erde, wurde (auch kräftig in Köln immer schön gegen einen Spieler!) in den Stadien wieder gepfiffen was das Zeug hält. Differenzierung? Fehlanzeige. Brot und Spiele für das Volk.
Es heißt immer, dass Emotionen zum Fussball dazu gehören und die "Kritiker" nehmen sich daher alles raus. Jedoch werden den Profis dabei keine Emotionen geduldet.
(Ich bitte zwischen Kritik (Pfiffe etc) des Gegners und aus dem eigenen Lager zu unterscheiden...)
Babbel hat völlig Recht. Bei vielen war das Gerede nach Enkes Tod Heuchelei. Kaum war er unter der Erde, wurde (auch kräftig in Köln immer schön gegen einen Spieler!) in den Stadien wieder gepfiffen was das Zeug hält. Differenzierung? Fehlanzeige. Brot und Spiele für das Volk.
Es heißt immer, dass Emotionen zum Fussball dazu gehören und die "Kritiker" nehmen sich daher alles raus. Jedoch werden den Profis dabei keine Emotionen geduldet.
(Ich bitte zwischen Kritik (Pfiffe etc) des Gegners und aus dem eigenen Lager zu unterscheiden...)







