Erst der schiefe Turm von Köln und...
Einsturzstelle
nun die Katastrophe: der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln gestern Nachmittag. Zunächst hatte man befürchtet, dass das Unglück eine hohe Zahl von Menschenleben gefordert hat. Zum Glück konnte sich die Mehrzahl der Besucher und Angestellten des Archivs nach Warnungen durch das Baupersonal noch rechtzeitig aus dem Gebäude retten. Am Abend wurden aber noch zwischen 2 und 5 Personen vermisst. Das der Einsturz in Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau in der Severinstraße stehen würde, ist von Anfang an sehr wahrscheinlich. Vor 5 Jahren konnte man bereits den schiefen Turm von Köln etwas südlicher von der Einsturzstelle bewundern. Zum Glück ist damals noch nichts Schlimmeres passiert. Damals hatten die Kölner- Verkehrs- Betriebe (KVB) als Bauherr zunächst bestritten, dass diese Schiefstellung etwas mit dem U-Bahn-Bau zu tun haben könnte. Man darf gespannt sein, wie der Bauherr nun reagieren wird.
 
Bei den vielen Schlampereien und Unzulänglichkeiten bei diesem Bau in einem archäologisch sensiblen Untergrund, konnte man eigentlich auf das nächste Ereignis warten. Das es gerade so schlimm kommen konnte ist eine Katastrophe ersten Ranges. Nicht nur vor allem wegen der zu befürchtenden Menschenleben, sondern auch wegen der unwiederbringlich hohen Verluste des größten historischen Archivs nördlich der Alpen.
 
Bei einem solchen größten unzunehmenden Unglück treten oft nach den Erfahrungen mehrere ungünstig zusammenhängende Ereignisse gleichzeitig auf, die in einer Kettenreaktion ablaufen können. Die beiden Hauptröhren der U-Bahn waren bereits unter der Straße in Höhe des Archivs hergestellt. Aber selbst unterirdische Zugänge zu diesen Röhren sind unterirdische Bauten, die mit der gleichen Sorgfalt und dem gleichen Sicherheitsniveau hergestellt werden müssen. Wurde hier mit der notwendigen Sorgfalt vorgegangen? Es ist für mich unverständlich, warum bei einem solch bedeutenden Bauwerk, wie dem Historischen Archiv, bei dem die Lasten von 18 km langen Regalen voll mit Büchern von zum Teil von unschätzbarem Wert, auf den Untergrund abgetragen werden, alle Bauphasen nicht wirkungsvoller messtechnisch begleitet worden sind. Jeder der mal versucht hat ein Regal voll mit Büchern auch nur Millimeter zu bewegen, kann diese Lasten nachvollziehen. Wollte man hier die Kosten von Messungen sparen, während man an anderen Stellen das Geld mit der Schaufel zum Fenster heraus geworfen hat ( U-Bahn Bau wird immer teurer)?
 
Warnungen vom Sommer 2008 über erhebliche Risse und Verwerfungen hatte es angeblich gegeben. Warum wurde dem nicht nachgegangen? Glaubte man sich so sicher, weil ja die Hauptarbeiten bereits erledigt waren? Wenn nun in der Nähe des Archivs unterirdische kleinere Zugangsbauwerke nicht mit der gleichen notwendigen Sorgfalt erstellt werden, kann es wegen des geologischen und archäologischen Untergrunds in der Kölner Innenstadt jederzeit zu unvorhergesehen Ereignissen kommen. Der typische Satz des Tunnelbauers lautet immer ‚Vor der Ortsbrust ist es dunkel’. Hier in der Kölner Innenstadt muss man ,dunkel’ wohl durch ‚rabenschwarz’ ersetzen. Ein solches rabenschwarzes Ereignis scheint hier gestern Nachmittag in Höhe des Archivs stattgefunden zu haben. Wasser kann Feinsandlinsen in kurzer Zeit verflüssigen, d.h. die Reibung zwischen den Körnern geht urplötzlich gegen Null. Wenn dann eine solche Linse angebaggert wird, fließt das Sand-Wasser- Gemisch in die bereits hergestellte Baugrube und es entstehen Hohlräume im Untergrund. Mit Beton wird nun versucht einen Damm gegen dieses Sand-Wasser- Gemisch aufzubauen, um weiteres Abfließen aus dem Untergrund benachbarter Gebäude zu verhindern. Kleinere Hohlräume können oft von intakten Gebäudeteilen überbrückt werden. Der Ingenieur nennt das dann die ‚Schlauheit des Materials’. Doch wenn größere Hohlräume vorliegen und die Konstruktion schon an der Grenze der Belastbarkeit angekommen ist, kann durchaus ein totaler Kollaps entstehen. Dem Vernehmen nach war das Archiv bis zur Halskrause überbelegt, d.h. mit entsprechend hohen Lasten. Zu hohen Lasten? Bei Betonkonstruktionen, die wie das Archiv vor über 40 Jahren hergestellt wurden, sind Materialermüdungen auch denkbar. Das wissen wir aus einer Vielzahl von abgebauten älteren Betonbrücken. Dem Vernehmen nach wurde aus Geldmangel in den vergangenen Jahren fast gar nichts am Archiv unternommen. Hat man es einfach alt werden lassen?
Das alles sind Fragen über Fragen, die beantwortet werden müssen. Es bleibt zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft mit unabhängigen Gutachtern Licht in das Dunkel bringen wird. Die Sätze , Es ist noch immer gut gegangen’ und ‚Es kommt wie es kommt’ des Kölschen Klüngels haben bei dieser Katastrophenbaustelle nichts mehr zu suchen.
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Kommentare | 1 bis 25 von 28 Kommentieren
07.03.2009 | 15.46 Uhr | ing.lambertz Hallo Bertha,
 
ich habe zwei meiner Kommentare hier bei dir als Kommentar auch unter den Artikel: Schwerste Vorwürfe gegen KVB. gesetzt.
 
Willst du das nicht auch machen mit deinem Kommentar hier von heute ?
 
Gruß Lemm(y)i
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07.03.2009 | 14.07 Uhr | Bertha -F
wahrscheinlich. Die Firma hätte nicht im Schacht arbeiten dürfen, bevor nicht die Schwierigkeiten mit dem Brunnen geklärt worden sind. Wer hat das zu verantworten? Diese Frage müsste ohne Ansehen von Personen geklärt werden
 
meint Bertha
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07.03.2009 | 14.02 Uhr | Bertha Hallo Lemm(y)i,
 
wenn man der Berichterstattung des KStA von heute Glauben schenken darf, dann hat die KVB erst gestern die Katze aus dem Sack gelassen: Schwierigkeiten bei der Beherrschung des Grundwasserabsenkungsbrunnen in unmittelbarer Nähe des Einsturzes. Bei dieser Sachlage ohne Abklärung der wirklichen Ursachen der Probleme weiter im U-Bahn-Schacht zu arbeiten wäre dann mit grob fahrlässig zu bezeichnen. Es gibt aber Ungereimtheiten bei der Bewertung der Brunnen. Wenn die Brunnen einwandfrei filterstabil ausgebildet worden wären, dann dürften kaum Feinstteile ausgeschwemmt worden sein. Die Spezialfirma hat aber angeblich genau die Funktionsfähigkeit der Brunnen bestätigt. Weil Sie sie selber hergestellt hat? Warum musste die Pumpenleistung bis zum Anschlag erhöht werden? Es wäre nicht das erste Mal das Pumpen versuchen würden ein fließendes Gewässer leer zu pumpen. Ist das ausreichend kontrolliert worden?
Nach der Sachlage ist ein klassischer hydraulischer Grundbruch
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06.03.2009 | 21.26 Uhr | ing.lambertz Hallo Bertha,
 
danke für deine Beschreibung einiger Probleme der am Bau Beteiligten.
Eine weitere Szene sind die Wohnungsgesellschaften wie hier in Köln die GAG.
Ich habe früher auch plump gedacht, sollen die Kommunen doch ihre Wohnungen verkaufen, um ihre Etats zu sanieren. Heute meine ich, eine Kommune ist nicht gut beraten, eine Wohnungsbaugesellschaft wie die GAG an eine Heuschrecke zu verschachern. Hier wird wichtige soziale Arbeit geleistet zu Gunsten eines sozial ausgewogenen Klimas.
Klüngel hin, Klüngel her, nicht jede Privatisierung ist besser als ein städtisch, staatlich geführter Betrieb. Hier heißt es immer abwägen und soziale Aspekte zum Wohle des inneren Friedens und der Stabilität der Gemeinschaft mit in die Entscheidungen einzubeziehen.
 
Soziale Marktwirtschaft nach all den Verwerfungen der letzten Zeit besinnt man sich wieder dieses doch großartigen Gebildes von Ludwig Erhard.
 
Ein wenig bin ich jetzt wohl vom Thema abgekommen. Sei's drum.
 
Lemm(y)i
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06.03.2009 | 20.07 Uhr | Holzauge @Bertha:

Da muss ich Dir zustimmen, mit dem Druck auf Entscheidungsträger.

Nicht ganz teile ich die -sinngemäße- Bemerkung das träfe unsere jüngeren Nachkommen verstärkt. Um genau zu sein: Ich kann es mangels tieferem Einblick nicht beurteilen.

Ich weiss aber in den 70/80er Jahren meiner ratsmitgliedschaft in Bergneustadt zwangen Haushalts- und Vergaberecht stets unbedingt den "(Preis-)günstigsten Anbieter" nehmen zu müssen.

Das kostete Bergneustadt in einem einzigen Fall schon 7,4 Mio. DM. Beim Bau der "Lingestentrasse" hochtrabend "Autobahnzubringer" politisch verkauft. Wegen um gut 500 DM "billigsten" Anbieter mussten wir den (einer ARGE aus mehreren Firmen mit Sitz in B o n n) nehmen. Der Zweitbilligste (500 DM mehr) kam aus der Stadt, da hätten wir sogar anteilig die Gewerbesteuer vom 9 Mio. Auftrag zurück gekriegt, hätten zudem die 500 DM Unterschied an Telefonkosten (damals noch Orts- bzw. Ferngespräch zu Postzeiten) mit der ARGE gespart.

 
=>2
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06.03.2009 | 20.06 Uhr | Holzauge =>2
 
Also war der aus der eigenen Stadt tatsächlich der "günstigste Anbieter". Hat uns nix genützt, die Kommunalaufsicht zwang uns, drohte andernfalls mit ihrer "Ersatzvornahme."
 
Und was passierte dann? Auf gut 400 Meter rutsche der ganze Berg (typisch rheinisches Schiefergebirge) auf die frisch quer zum Hang geschobene Trasse. Und dann ging die ARGE Pleite und wäre zudem nicht in der Lage gewesen, den Hang mit Betonnägeln zu sichern, was nötig war aber unterlassen wurde.
Mehrkosten allein für die Freilegung der Trasse und Dübelung des Hang: 7,4 Mio. DM.
 
Einen neuer Auftragnehmer, der das konnte musste beauftragt werden: Mehrkosten nochmals 3,7 Mio. DM. Das bei einem Auftrag von urspprünglich gut 9 Mio. DM.
 
Und wir hatten noch Glück, der Abrutsch erfolgte bei starkem Regen nachts, die Strasse noch nicht freigegeben und darunterliegend auch keine Bebauung.
 
Wenn ich heute über die B55 nach Bergneustadt fahre oder zurück, gucke ich selbst im Bus in die andere Richtung.
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06.03.2009 | 14.02 Uhr | Bertha @Kotthof
kaum ein Wort wird verloren über die Menschen, die innerhalb v. Sekunden zwar ihr Leben retten, aber nun vor dem Nichts stehen!
 
Das kann man so nicht stehen lassen. Die Lokalzeit WDR3 hat ausführlich darüber berichtet. Heute sind im KStA ganze Seiten diesem Thema gewidmet.
Der Frust bei Betroffenen ist verständlich und nachvollziehbar. Das darf jedoch nicht soweit führen, dass man ein kulturelles Erbe zu Altpapier erklärt. Wenn das die Mehrheitsmeinung in Deutschland wäre, dann gute Nacht Kulturnation Deutschland. Dann könnte man Migranten verstehen, die auf unsere Kultur verächtlich herabblicken!
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06.03.2009 | 13.09 Uhr | Bertha -F
 
Und das ist ja leider nun geschehen. Schlimm ist es für unsere jüngeren Kollegen, die oft gegen ihre eigenen Überzeugungen handeln müssen, weil Zeit- und Kostendruck auf Ihnen lastet und sie nicht ihren Job verlieren wollen. Sie gehen dann oft Kompromisse ein und hoffen dabei das nichts passieren wird.
Außerdem ist bei der Bauausführung die fachliche Qualifikation durch den Einsatz von Arbeitskräften aus Billiglohnländern oft nicht auf dem Stand, der von solchen schwierigen Untergründen gefordert wird.
Ich bin gespannt, welche Schlüsse aus diesem Desaster gezogen werden. Weiter so geht wohl nicht mehr.
 
Gruß Bertha
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06.03.2009 | 12.52 Uhr | Bertha Hallo Lemm(y)i,
Die besondere Kölner Klüngelkonstruktion kenne ich nicht. Aber es ist in den letzten Jahren modern geworden alles in so genannten PPP (public privat partnership) Konstruktionen aufzulösen. Das Ziel ist die öffentlichen Kontrollen zugunsten des freien Spiels der Wirtschaft zurückzudrängen. Wohin das geführt hat haben wir ja am Beispiel der Finanzkrise kennengelernt, wo die staatliche Kontrolle gegen NULL gefahren wurde.
Eine weitere Unsitte ist es Bodengutachten auszuschreiben und oft den billigsten Anbieter zu nehmen. Diese verfügen oft nicht über das notwendige Spezialwissen bei schwierigem Untergrund. Solchen Gutachtern bleibt dann als so genannter Notausgang nur die Schlussbemerkung mit der Empfehlung einen weiteren Spezialisten heranzuziehen. Das ist genau beim Archiv passiert. Die Entscheiddungsträger, die fachlich oft NULL Ahnung haben, überlesen dan gerne solche Empfehlungen, weil ja weitere Kosten entstehen könnten. Bis das Kind in den Brunnen fällt.
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06.03.2009 | 12.04 Uhr | Holzauge Lemm(y)i, gute Frage, ich hab mir auch etwas verwundert die Augen gerieben als ich das nun zum erstenmal gelesen habe?
 
Ob man im Vorfeld bei der Stadt mit etwaigen Haftungsansprüchen möglicherweise gerechnet haben könnte? Etwa besonders darüber nochmal nachgedacht hatte, als man konkrete Planungen des genauen Ablaufs zum möglichst "kostengünstigen U-Bahnbau" vor Augen hatte?
 
Z.B. der Verzicht auf die übliche permanente Seismo Überwachung des Umgebungsboden wird aber sicher keine Baukosten eingespart haben, oder????
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06.03.2009 | 07.50 Uhr | ing.lambertz Hallo Bertha,
 
ich bin es auch noch einmal. Weiß eigentlich jemand wieso die KVB diesmal der Bauherr ist. Früher war doch immer die Stadt und somit das Amt für Brücken und Stadtbahnbau verantwortlich.
 
Gruß Lemm(y)i
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05.03.2009 | 21.09 Uhr | coloniapro Hallo,
ich bin's nochmal.
War vor kurezen in Leipzig - die Bedingungen für den Surchstich sind dort schwieriger. Aber man hat (s.vorigen Beiträge) nicht mit Stbilisierungsmassnahmen gespart.
Die KVB als Bauherr - mir graust davor.
Noch schlimmer: Ist die Stadt Köln mit dem Bau überfrodert?
Eine logische Konsequenz der Klüngelpoitik? In einigen Tagen wissen wir mehr.
coloniapro
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05.03.2009 | 20.57 Uhr | ichmachmit Wo liegt das Problem? Jeder wollte die neue U-Bahn! Ein neues Stadtmuseum wäre auch nicht schlecht gewesen. So löst man als Kölner seine Probleme. Glaubt hier wirklich einer, der Fritz würde den U-Bahn-Bau stoppen wegen drei-vier Gebäuden,die jetzt abgerissen werden müssen. Und das, nachdem wat weiß ich wieviel von Köln unterbuddelt ist. Wahrscheinlich waren die Römer schuld, man kennt ja die Italiener und ihre Bauweise. Die Politiker haben jetzt natürlich Fragen: Welcher Idiot baut den direkt über eine geplante U-Bahn? Wem kann ich jetzt die Schuld geben? Wie kann ich durch dieses Unglück (?) meine Wiederwahl sichern (Gerhard S. und das Oder-Hochwasser lassen grüßen) ? Was schreib ich demnächst im KVB-Takt? Kenn ich die KVB nicht mehr? Das sind die wirklichen Probleme, da haben die realen Opfer keine Ahnung von. Wie Hab und Gut verloren? Sind doch mit dem Leben davon gekommen! Will nur hoffen, das es wirklich keine Opfer in menschlicher Form mehr gibt! Das wären unerklärbare Probleme!
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05.03.2009 | 19.26 Uhr | Tiberius Es ist ganz richtig, die Anwohner, die alles verloren haben kommen zu kurz. Gerade eben wurde aber auch über sie berichtet. Richtig so!
 
Die Dokumente jedoch als Altpapier zu bezeichnen, halte ich für ziemlich frech.
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05.03.2009 | 18.50 Uhr | Gröpeling-1 Hallo Kotthoff und Mitstreiter
 
Wie meistens,die Opfer bleiben auf der Strecke.
Die Dokumente,mögen die noch so wertvoll sein für Historiker ist doch nur
- ALTPAPIER-
 
Wo bleibt der Mensch?
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05.03.2009 | 18.37 Uhr | Alegro gut geschrieben und deshalb 5
;-)
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05.03.2009 | 18.15 Uhr | Kotthoff Unser Verwandter und s. Lebensgefährtin sowie deren Freundin wohnten bis vorgestern in dem "Haus neben dem Stadt-Archivgebäude", Nr 230. Wir möchten hiermit unseren UNMUT zum Ausdruck bringen über die unfassbar einseitige Informationspolitik der Medien! Ob TV-Sender, Radio oder Zeitungen, die wichtigste und teilweise sogar einzige Diskussion dreht sich immer um die unglaublich wichtigen Stadtdokumente, kein oder kaum ein Wort wird verloren über die Menschen, die innerhalb v. Sekunden zwar ihr Leben retten, aber nun vor dem Nichts stehen! Diese Diskussion mussten erst einzelne Mitmenschen in den Foren der Medien anregen...., wie beschämend! Wir finden, dies ist ein Armutszeugnis für d. sich selbst in hohen Tönen liebende Stadt Köln und leider auch ein typisches Beispiel für unsere heutige Medienpolitik. Wird doch unseren Kindern indirekt dadurch der Eindruck erweckt, dass historisch bedeutsame Dokumente wichtiger sind als Mitbürger, die all ihr Hab- und Gut im Schutt verloren haben! M K
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05.03.2009 | 18.12 Uhr | Kotthoff Unser Verwandter und s. Lebensgefährtin sowie deren Freundin wohnten bis vorgestern in dem "Haus neben dem Stadt-Archivgebäude" Nr 230. Wir möchten hiermit unseren UNMUT zum Ausdruck bringen über die unfassbar einseitige Info.politik der Medien! Ob TV-Sender, Radio oder Zeitungen, die wichtigste und teilweise sogar einzige Diskussion dreht sich immer um die unglaublich wichtigen Stadtdokumente, kein oder kaum ein Wort wird verloren über die Menschen, die innerhalb von Sekunden zwar ihr Leben retten, aber nun vor dem Nichts stehen! Diese Diskussion mussten erst einzelne Mitmenschen in den Foren der Medien anregen..-wie beschämend! Wir finden, dies ist ein Armutszeugnis f. die sich selbst in höchsten Tönen liebende Stadt Köln und leider auch ein typisches Beispiel f. unsere heutige Medienpolitik. Wird doch unseren Kindern indirekt dadurch d. Eindruck erweckt, dass historisch bedeutsame Dokumente wichtiger sind als Mitbürger, die all ihr Hab- und Gut im Schutt verloren haben. M.Kotthoff
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05.03.2009 | 17.59 Uhr | Bertha Hallo Lemm(y)i,
 
Aber die Sache geht mir doch sehr an die Nieren und ich komme garnicht davon los.
 
Da sagst Du was! Mir geht es ähnlich.
Eine Vereisung wird in der Regel über den Firstbereichen angeordnet, wenn lockere Sedimente durchfahren werden sollen. Die Regel für die dicken Sohlen ist Unterwasserbeton. Doch dabei wird auch oft nicht sorgfältig genug gearbeitet und kontrolliert. Und wer sagt uns, ob die Schlitzwände einwandfrei waren? Termin- und Kostendruck führt häufig zu Mängeln. Die Kosten laufen der KVB davon. Sorgfältiges Arbeiten auch bei kleineren unterirdischen Nachbauten kosten Geld. Eventuelle Bodeninjektionen, die den Boden hinter den Schlitzwänden stabilisieren könnten, kosten Zeit und Geld. Hat man dieses angesichts der aus dem Ruder laufenden Gesamtkosten gescheut?
Das wäre Fahrlässigkeit hoch drei! Jetzt auf einmal werden die Messintervalle an Häusern verkürzt. Warum hat man das nicht schon viel früher gemacht? Auch aus Kostengründen?
meint Bertha
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05.03.2009 | 15.22 Uhr | ing.lambertz Hallo Bertha,
noch etwas: kurz vor dem Unglück wurden ja noch Baggerarbeiten durchgeführt. Nicht auszuschliessen, dass dadurch die Sohle geschwächt wurde und dadurch das unter hohem artesischen Druck stehende Wasser durch geschossen ist und eine Öffnung aufgerissen hat. Dieses Szenario erscheint mir dann umso wahrscheinlicher, wenn statt einer Betonsohle ein vereister Bogen nach unten den Wasserdruck gehalten hätte. Eine Vereisung wie ich sei kennengelernt habe bei meiner Baustellenbesichtigung am Kurt Hackenbergplatz und am Alter Markt..
 
Klar, das sind reine Spekulationen und hinterher ist jeder schlauer. Aber die Sache geht mir doch sehr an die Nieren und ich komme garnicht davon los.
 
Gruß Lemm(y)i
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05.03.2009 | 14.05 Uhr | Leon Blogiker Hallo Bertha,

ok,ok! Du bestätigst mich aber in meiner Meinung. OB Schramma sagt: "Es ist fast nicht mehr zu verantworten", den U-Bahnbau unter Südstadt fortzusetzen. Was soll hier bitteschön das klüngelige Wörtchen "fast" bedeuten? Wenn Du Recht hast, und das glaube ich, dann braucht gerade Köln für den U-Bahnbau eine "längere Atempause". Es ist zur Zeit überhaupt nicht mehr zu verantworten, den U-Bahn fortzusetzen.

Vielen Dank überhaupt für Deine klaren, fachmännisch geprägten Überlegungen zu den Ursachen. Mehr als das können im Augenblick sicher auch die Kölner "Fachleute" nicht leisten. Aber solche Überlegungen und Erwägungen sind doch noch keine hinreichenden Erkenntnisse, um eine Entscheidung zu fällen. Und eben deshalb ist es zur Zeit überhaupt nicht zu verantworten, den U-Bahnbau einfach fortzusetzen!

Gruß von L.B.
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05.03.2009 | 13.16 Uhr | Bertha Hallo Leon Blogiker,
Der U-Bahn-Bau muss vorerst gestoppt werden! Ist das nicht so?
In vielen Städten der Welt werden U-Bahn-Tunnel oft unter noch ungünstigeren Verhältnissen als in Köln sorgfältig und sicher gebaut. Das an Bauskandalen reiche Köln, Müllverbrennungsanlage, Messebau und nun U-Bahn-Bau, ist offensichtlich durch die typische Kölsche Klüngelei beim Bau nicht in der Lage die entstehenden Kosten in den Griff zu bekommen. Dann wird schon mal leicht am falschen Ende gespart. Was getan werden muss ist die lückenlose Aufklärung durch Gutachter, die nicht dem Klüngel angehören. Nach dem Desaster werden plötzlich die Messintervalle an Häusern erhöht. Warum hat man das nicht, wie in anderen Städten üblich, schon viel früher getan? Es gibt genügend technische Möglichkeiten den Untergrund bei zu starken Setzungen zu verbessern. Das alles kostet allerdings noch mehr Geld! Hatte man davor Angst? Augen zu und durch? 'et es noch emmer jut jejange'
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05.03.2009 | 12.51 Uhr | Leon Blogiker Mir scheint, dass man die "Anregung" von OB Schramma unverschnörkelt aussprechen sollte:
 
Es ist zur Zeit nicht(!) zu verantworten, den U-Bahn-Bau unter der Südstadt fortzusetzen.
 
Es braucht eine "Atempause", um die Ursachen und Risiken genauer zu identifizieren. Niemand kann zur Zeit die Ursachen soweit einkreisen, dass er katastrophale Risiken für andere Einwohner in der Südstadt wirklich ausschließen kann.
 
Der U-Bahn-Bau muss vorerst gestoppt werden! Ist das nicht so? Eure Meinung würde mich interessieren!
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05.03.2009 | 12.46 Uhr | koenigartus Bertha, wieder ein guter Beitrag.
5, wie immer!
Artus
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05.03.2009 | 12.29 Uhr | Profil gelöscht @ing.lambertz
 
im Magazin "nano" war gestern ein interessanter Bericht über ähnliche Baumaßnahme in Leipzig. Wegen des unsicheren Untergrundes wurde hier u.a. der kritische Untergrund unter Häusern VOR der Tunnelbohrung mit Betoninjektionen stabilisiert und gegen Erdabrutsch gesichert - das hätte das Stadtarchiv und den Kirchturm sicher auch gerettet. Außerdem gab es dort ein umfangreiches Sensorsystem in allen Häusern entlang der Tunnelstrecke, das nach dem Prinzip kommunizierender Röhren funktioniert und so Neigungen im Zehntelbereich anzeigt - jede Abweichung konnte sofort erfasst werden und es wurden umgehend Gegenmaßnahmen ergriffen.
 
Ein so sorgfältiges Vorgehen hätte man sich angesichts des gerade im historischen Köln instabilen Untergrundes hier auch gewünscht. Warum das nicht geschehen ist, ist rätselhaft, soweit mir bekannt, hat man trotz zahlreicher Schäden/Hinweise keine einzige Sicherungsmaßnahme ergriffen.
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