Wir alle wissen es: Singen ist für die meisten von uns ein menschliches Ur-Bedürfnis, das uns hin und wieder überfällt. Kinder haben damit keinerlei Problem. Sie trällern laut und herzhaft allein oder gemeinsam, wann immer ihnen danach ist. Wir Erwachsene tun uns schwerer. Jeder ertappt sich aber hin und wieder dabei, seinen verrauchten oder verrosteten Stimmbändern möglichst diskret (wenn wir nicht gerade besoffen sind) freie Entfaltung zu gestatten. Einige gehen sogar so weit, sich zum Idioten machen zu lassen, wenn Herr Bohlen sie vor Millionen Augen genussvoll in der Jauchegrube versenkt.
 
Das muss aber gar nicht sein. Lustvolles Singen funktioniert viel besser ohne Herrn Bohlen und ohne Jauchegruben. Publikum ist trotzdem dabei und manchmal - so wie gestern - sogar eine laufende RTL-Kamera.
 
Diese wahre Geschichte richtet also sich an alle verschämten Badewannen-"Madonnas" und Dusch-"Mercurys", die ihre Leidenschaft bisher nur in der Abgeschlossenheit ihrer Intimsphäre bei laut rauschenden Wasser auszuleben wagten: Das hemmungslose Singen.
 
Wann immer Frau Höpker in der Kneipe "Spielplatz", in der Kölner Südstadt, zum Gesang bittet, schart sie einen großen, sehr gemischten Chor aus noch mehr individuellen Stimmen und Stimmlagen um sich. Denn jetzt wird gemeinsam gesungen. Was diesen Chor eint, sind der gemeinsame Spaß am Singen, der Bekanntheitsgrad der gesungenen Popsongs (deren überwiegend englischen Texte auf eine Leinwand projiziert werden), vor allem aber die sensationelle "Performance" der charismatischen Protagonisten, eben dieser Frau Höpker. Als Animateurin an Klavier und Mikrophon versprüht so viel Können, Charme und so viel gute Laune, dass sich niemand, auch nicht der/die Schüchterndste, der begeisterten Teilnahme entziehen kann. Und ihre Stimme ist nicht nur eine Klasse für sich, sie kopiert zudem nahezu perfekt typische stimmliche Sonderheiten der Originale - z. B. Robin Gibb von den Bee Gees.
 
Dreimal eine halbe Stunde dauert die Gesangsstunde mit Frau Höpker. Mit nur 5 Euro (!) ist man dabei, sofern man sich rechtzeitig angemeldet hat. Ihr Programm wechselt monatlich. Und ihr Repertoire ist riesig. Jeder, der am unbeschwerten, gemeinsamen Singen Vergnügen hat, sollte sich unbedingt von Frau Höpker zum Gesang bitten lassen. So wie ich gestern Abend.
 
Wen's interessiert: www.frauhoepker.de
 
P.S. Auch wenn er so klingen mag, dies ist kein Werbeblog.
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Kommentare | 1 bis 3 von 3 Kommentieren
08.02.2010 | 00.16 Uhr | Anita Brandtstäter Interessanter Tipp, paperback writer.
 
Du weißt ja, Musik macht glücklich.
 
Habe gerade gelesen, dass eine schwer demenzkranke 100-jährige Frau bei einer Veranstaltung, in der Lieder gesungen wurden, die sie kannte, diese in allen Strophen mitgesungen hat, wie sie es in ihrer Jugend gelernt hat.
 
Sie hatte seit fünf Jahren nicht mehr gesprochen – und sie gab auch keine Signale, dass sie das, was Verwandte oder Pfleger zu ihr sagten, versteht.
 
Schöne Woche
Anita
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06.02.2010 | 12.00 Uhr | Roeschen Hallo paperbäg,-)
 
Und jetzt bin ich nicht mehr in Kölle, seufz:-((( Aber wer weiß was kommt, lach.
 
Dir einen lieben Gruß, ich lese jetzt natürlich noch lieber, was sich in meinem geliebten Kölle so tut. Aber in Frankfurt gehts auch so....
 
Ich hab halt imemr noch keinen PC-Anschluß und nach den wechselnden Schichten empfinde ich kaum Zeit und Lust, im Internet-Cafe abzuhängen. Geht gar nicht. Aber es kommen sicher wieder andere Zeiten, auch zum Singen, lach.
 
Dir ein gutes Wochenende
 
Röschen
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06.02.2010 | 08.35 Uhr | ing.lambertz Hallo pw,
 
gesehen habe ich wahrscheinlich Frau Höpker als ich vor circa 10 Tagen an der Theke des Spielplatz zwei Kölsch trank. So gegen 18:30 Uhr. Da liefen die Vorbereitungen für den Gesangsabend. Vorbereitungen mit Kasse und Anmeldungsliste.
 
Gruß Lemm(y)i
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