Publikumsschelte
(Bild: dpa)
Ja mei, den Deutschen fehlt halt diese Leichtigkeit. Überall! Und ganz besonders im deutschen Film! Dass dies so ist,pardon,das ist ein Fehler von uns allen,die wir in die falschen Filme laufen,verehrtes Kinopublikum! Wir gucken lieber "Ziemlich beste Freunde" als "Halt auf freier Strecke".
 
Christoph Maria Herbst hat dies deutlich ausgesprochen und sogar demonstriert:Er verteilte Weihrauch unter seinen Kollegen und meinte, sie sollen sich doch gerne ein wenig selbst beweihräuchern, denn von uns,den Zuschauern, sei ja nichts zu erwarten: Alle hier nominierten Filme hätten zusammen so viele Zuschauer gehabt wie ein Herr Gottschalk im Vorabendprogramm.
Ja, lieber Herr Herbst,vielleicht denkt die so kopflastige deutsche Filmbranche mal ein wenig darüber nach, warum der Deutsche ,selbst sehr kopflastig,durchaus bereit ist, sich auf schwere Kost im Kino einzulassen,-wenn sie mit dem Charme des französischen Films daher kommt. Zum Beispiel!
Jeder eingespielte Trailer aus den nominierten Filmen hingegen zeigt sich quälende Menschen in ihrer Behinderung,in ihrer Krankheit ,in ihrer Radikalität,völlig humorlos,"zuschauerschreckig",bitter!
 
Wen wundert es da, dass Roland Emmerich mit seinem,wenn auch etwas an das Ambiente der MUSKETIERE erinnernden Filmspektakel über den **falschen Shakespeare**, ein bisschen mehr Freude auf **anspruchsvolles** deutsches Kino macht. Und ja, es ist nicht verständlich,warum die ewig spröde,aber hinreißend spielende Nina Hoss von der Jury ebenso verschmäht wird wie von uns, dem Kinopublikum.
 
Unter dem Strich aber zeigt diese Veranstaltung deutscher Filmschaffender einmal umso mehr:
Für den **wirklich guten erhabenen deutschen Film**,liebe Kinobesucher,sind wir alle zu,pardon,blöd: Die morbide Intellektualität eines problemschwangeren nun mehrfach ausgezeichneten deutschen Filmepos ist für den normalen deutschen Kinobesucher nicht zu ertragen! Ja, Herr Herbst, und ganz besonders schwer ist diese Arroganz auszuhalten,mit der sich viele deutsche Filmschaffende über **ihr**Publikum erheben...
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Kommentare | 1 bis 16 von 16 Kommentieren
04.05.2012 | 15.02 Uhr | Heinz K Danke, das könnte mir in der Tat gefallen. Hier im Rheinland finde ich es in der Hinsicht ohnehin überaus erträglich, aber ich betrachte uns Kölner ja auch nur bedingt als Deutsche ^^
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03.05.2012 | 21.54 Uhr | Profil gelöscht @ HeinzK
 
Versuch doch mal (antiquarisch)
Lützeler: "Philosophie des Kölner Humors"
zu ergattern.
 
Der Mann (ehemal. Prof der Uni Bonn)
stellt rheinischen Humor gegen Berliner Witz,
das Ganze ist recht vergnüglich zu lesen.
 
Nur als Tipp, falls du Zeit hast... ;))
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03.05.2012 | 16.09 Uhr | eos bleiben wir einfach die schlimmen deutschen ^^
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03.05.2012 | 15.49 Uhr | Heinz K Ich gebe dir recht denk-mal. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Sonst nichts.
 
Nun ist es natürlich angebracht meine Aussage zu revidieren: Die Deutschen haben schon Humor. Nur im Vergleich zu allen anderen Menschenvölkern sind sie relativ humorlos. Ich kenne jedenfalls kein anderes Volk, daß auf mich jemals so steif gewirkt und so platte Witze erzählt wie die Deutschen. Selbst die Japaner, die Preußen des Ostens, sind nicht so schlimm ^^
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03.05.2012 | 09.40 Uhr | Profil gelöscht Man müsste wohl "Humor" definieren, um von einer gemeinsamen Perspektive auszugehen.
 
Seid ihr einverstanden, wenn ich sage, dass Humor dann gegeben ist, wenn etwas den Zuschauer/Leser/Hörer zum Schmunzeln, Kichern,Lachen bringt?
 
Solltet ihr alleine(?) im Kino/zu Hause gewesen sein kann ich euch versichern, dass Szenen wie
der TV-Liebesfilm, den die kleine Lara zwar nicht selber sehen durfte, aber ihrer Mutter übersetzen musste,
die Szene in der Schule, in der sie ihre gehörlosen Eltern gnadenlos ausgetrickst hat, indem sie etwas gründlich falsch übersetzte,
die Schattenszene an der Mauer,
die Tanzszene mit Gregor,
die Musikszene in der Gehörlosenschule,
die Veräppelung der Mutter -die mit Augenzwinkern reagiert- durch die kleine freche Schwester (.....etc....etc....)
mit viel Spaß vom Publikum aufgenommen wurde.
 
Oder fängt "Humor" inzwischen da an, wo Blut/Torten/Fäkalien fliegen, Leute stolpern oder Hormonstau thematisiert wird?
:-(
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02.05.2012 | 22.10 Uhr | Roeschen Oh..."Jenseits der Stille" ist ein wunderbarer Film. Wo da der Humor sein soll, erschließt sich mir jetzt auch nicht. Ich hab ihn mindestens 5 x geschaut. Ich finde, er ist einfach nur zum Weinen schön.
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02.05.2012 | 15.39 Uhr | Profil gelöscht HeinzK,
es ging doch um Humor(!), nicht um schenkelkloppendes Hohoho und gröhlendes Potenzgewieher. ;)))
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02.05.2012 | 14.21 Uhr | Heinz K Nö, find ich nicht lustig. Ich mein "Jenseits der Stille" ist ein schöner Film, aber nicht übermässig humorvoll. Es ist ja keine Komödie im eigentlichem Sinne.
 
Wirklich lustige deutsche Komödien fallen mir nicht ein. Döner-Connection ist für mich auch schon wieder dieser typisch deutsche Humor. Oberflächlich, bieder, langweilig. Aber selbst wenn mal Türken anfangen in Deutschland Witze zu erzählen ist mir das schon wieder zu kartoffelig.
Nehmen wir doch nur einmal Serdar Somuncu, der ja angeblich so inkorrekt sein soll. Dennoch entzaubert er sich mit seinen Beschwichtungen jedesmal selber. Er kann es sich einfach nicht leisten seine Art Comedy wahrhaftig durchzuziehen. Er passt sich an die Verklemmtheit der deutschen Gesellschaft an.
 
Ich hingegen bin am Wochenende von einem Linken geboxt worden, weil er einen Hitlerwitz von mir als zu verstörend emfand. Das nenne ich Humor :)
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01.05.2012 | 10.21 Uhr | Profil gelöscht Och,
"wir" haben keinen Humor?
Das, was im TV unter Comedy läuft lässt einen meist wirklich grausen, aber wieder gleich schwarz-weiß malen?
 
Erinnert sich jemand an den Film
"Jenseits der Stille"?
Gehörlosen-'Problematik' mit viel Sinn für Humor.
 
"Bella Martha",
offenbar so attraktiv, dass die Amerikaner das Ding für ein 'remake' mit Zeta-Jones würdig befanden.
 
"Döner-Connection"
Bauchmuskeltraining ohne Verblödungswitze zum Thema Multikulti.
 
Könnte fortgesetzt werden....
 
Es gibt ein cineastisches Leben jenseits des eigenen Kühlschranks und der TV-Luuustischkeit...!
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30.04.2012 | 15.17 Uhr | Heinz K Die Deutschen haben auch einfach keinen Humor, also was wollt ihr da überhaupt erwarten? Schaut euch doch nur an wie unlustig unsere deutsche Comedy-Elite ist. Da mag man schon von Zufall sprechen, wenn es mal jemand hinbekommt sich wenigstens über das Niveau des Klamauks zu erheben. Also das Witze erzählen sollten wir wirklich lieber anderen qKulturen überlassen.
 
An sich ist der deutsche Film schon recht erträglich, gibt ja hin und wieder wirklich hervorragende Beiträge. Nur sind das eben keine Filme, die man heutzutage noch im Kino sehen will. Das Kino bietet das große Bildspektakel. Anspruchsvolle Filme kann man sich auch zuhause anschauen, wo man mittlerweile ja selber eine fast kinoreife Ausstattung hat (behaupte ich mal ^^). Wenn ich einen Film ausleihe, streame oder im Fernsehen anschaue habe ich ein mindestens genauso gutes Filmerlebnis für weitaus weniger Geld. Das haben einige Filmemacher wohl immer noch nicht begriffen.
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30.04.2012 | 12.48 Uhr | Profil gelöscht Oh doch, cherriebitter, "Rainman" ist mir sehr wohl sehr präsent. Und mit überschminkten Kriegshelden habe ich auch meine Probleme.
 
Filmpreise sind aber wohl auch in gewisser Weise Spiegelbild der Gesellschaft, aus der sie ihren Ursprung nehmen. Wenn dies auch einen weiten Bogen darstellt, so doch eine halbwegs passende Analogie: als Teenager sammelte sich die Clique Mittwochabends zumeist bei mir, da ich im Dorf den ungestörtesten Radioempfang hatte. Es lief Mal Sondocks "Radiothek" im WDR.
 
Was ein tauriges und unnötiges Ende fand. Die Sendung wurde abgesetzt, vielfach kritisiert im Kreise der Jugend. Aber ganz offenbar war Sondock den Verantwortlichen zu locker und hob zu selten (oder gar nicht) den mahnenden Zeigefinger. Gerade das war es aber, was uns ansprach.
 
"Rainman" als deutsche Produktion mit deutschen Schauspielern? Ich weiß nicht - ob ich mir das wirklich angetan hätte? Ganz ehrlich: da steckt bei mir schon eine negative Erwartenshaltung tief drinnen.
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30.04.2012 | 11.15 Uhr | Cherriebitter ramona99
Natürlich kann ich es nicht gutheißen, wenn Kriegshelden im am. Kino "gut geschminkt" sind! Wahrscheinlich erinnert sich kaum noch einer an Dustin Hoffman als Autist und dessen Bruder Tom Cruise in RAINMAN?!
Das war eine sehr ernste Thematik und dennoch gab es viele Momente,in denen man trotz allem lachen musste! Wenn der anspruchsvolle deutsche Film den Anspruch erhebt, das Leben, die Realität, zu reflektieren, dann vergisst er schlichtweg, dass genau das HUMOR ausmacht: Trotz aller Widrigkeiten des Lebens lachen zu können! Danke und Gruß, cherriebitter
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29.04.2012 | 19.18 Uhr | ramona99 Cherriebitter

es stimmt, die Leichtigkeit, die man in Hollywood-Filmen sieht, in denen selbst in Kriegsfilmen nur geschminkte, gestylte und lässig wirkende Darsteller zu sehen sind, oder der Charme der französischen Filme, fehlen in deutschen Filmen völlig. Ich glaube da spielen die Charaktereigenschaften sowie auch die Mentalität eine entscheidende Rolle.

Wir Deutschen wirken eher ernst und streng und nicht so " locker - flockig " und unbekümmert wie viele Menschen aus südlichen Ländern.
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29.04.2012 | 00.51 Uhr | Profil gelöscht @ escape
 
Die deutschen Verleihungsquälereien schau ich mir nicht mehr an.
Waren zuletzt nur noch bemühte Werbeveranstaltungen mit "Kultur"-Anspruch.
Erinnert mich immer an Kulturbeutel. :-((
 
'Oscar' ist da schon ehrlicher, feiern sich selbst, machen Wirbel und gut ist.
Bilderbuch in Sachen Mode und Selbstdarstellung.
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29.04.2012 | 00.37 Uhr | escape Oscar, Grammy, Bambi, Filmpreis ... egal wie die Preise grad heißen ... immer feiert die Branche sich selbst.
 
Ich wundere mich, dass da noch so viele zuschauen. Spektakel ... Hype ... man will dabei sein und mitreden können ... ???
 
2008 hat Reich-Ranicki den deutschen Fernsehpreis tatsächlich öffentlich abgelehnt ... da stand die Branche kurz Kopf ... aber das Spektakel geht unbeirrt weiter:-(
 
Allerdings bin ich kein Maßstab: Mich interessieren weder Deutschlands neuer Superstar, noch das nächste Topmodell oder der Sieger beim Djungel Camp. Selbst Jauch, Illner, Beckmann und Plasberg -die Therapeuthen der Nation, locken mich nicht vor die Kiste ...
 
Aber eventuell mach ich ja auch etwas ganz falsch??
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28.04.2012 | 23.33 Uhr | Gaggaohnelady Ich habe die Verleihung des deutschen Filmpreises auch gesehen und kann deinen Eindruck der Selbstbeweihräucherung der Branche nur bestätigen. Gut gefallen hat mir der Österreicher Josef Hader,der das Filmgewerbe selbstironisch auf die Schippe genommen hat.
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