Im Frühjahr 1945
Siglinde S., 2010
Als wir nachts Fliegerangriffe auf den Bereich des Stolper Bahnhofs erlebten und einige Male voller Furcht nun auch in Omis Korridor die Nacht belauschten, später dann den nächtlichen Beschuß von irgendwo wahrnehmen mußten (am 26. Februar war General Schukow zum Angriff auf Pommern angetreten - Mutti mußte im Jahr zuvor noch Panzergräben ausheben), gab es für uns nur noch ein Thema: Geht Mutti mit mir aufs Land (dazu waren Mütter mit Kindern aufgefordert), oder bleiben wir bei Omi und Opa in der Wohnung (Omi war 69, Opa 71 Jahre). Für die beiden stand fest: "Wir verlassen doch nicht unser Haus, darin steckt die Arbeit unseres ganzen Lebens. So schlimm kann es doch nicht werden. Wir haben uns nie etwas zu Schulden kommen lassen". Und Opa: "Der Krieg ist schon zu Ende".

Mutti verlor in diesen Tagen nie die Übersicht; sie nähte aus Decken zwei Rucksäcke, füllte sie mit einem Bett, packte für mich und sie je zwei kleinere Koffer mit Wintersachen. In meinen schwarzen Lackkoffer kam auch mein Einsegnungskleid, ein rostrotes Strickkleid, von Omi gerade zu Weihnachten gestrickt, mollig und warm, und meine Babypuppe, die ich über alles liebte. Dazu Unterwäsche, warme Strümpfe, Schuhe, Hausschuhe. Ich konnte das vom Bett aus - ich lag mit fieberhaftem Gelenkrheuma in den Knien - beobachten. Es standen nun die Rucksäcke und das Handgepäck bereit! Auf alle Fälle vorsorgen!

Am 4. März hatte die russische Armee bei Köslin bereits das Meer erreicht; wir waren ahnungslos.

Mutti nun sehr gefaßt, aber voller Unruhe, sich von Omi und Opa evtl. trennen zu müssen. Ihre größte Angst um mich ließ sie entscheiden: Tagsdrauf machte sie noch aus Gries, Aroma und Puderzucker ein marzipanähnliches Naschwerk, packte einen kleinen Steintopf mit Schmalz, Brot und ein Stück harte Wurst in die Tasche. Und dann kam der 6. März 1945 mit sehr viel Schnee und Kälte.

Nun mussten wir den Geschützdonner auch am Tage wahrnehmen. Opa wollte sich am Bahnhof nach Reisemöglichkeiten erkundigen. Dabei erlebte er das Grauen eines Flüchtlingstransportes und die hoffnungslose Gesamtsituation der Bahn. Nur noch dieser eine Zug sollte die Menschen irgendwohin in Sicherheit bringen. Das war das Alarmzeichen für uns! Ich in panischer Angst, Mutti stark an meiner Seite, das Herz übervoll! Opa lud unser Gepäck auf einen Schlitten, und wir Vier schleppten uns zum Bahnhof durch sehr hohen Schnee. Omi: "Wir passen hier auf, bitte fahrt mit!"

Und das entsetzliche Bild auf dem Perron: Unzählige Flüchtlinge saßen tief eingeschneit in offenen Loren, in die ich auch sofort hineinwollte. Doch Mutti: "Da erfrieren wir." Das überzeugte. In Schnee und Eis hockten Frauen, Kinder, Babys und alte Menschen auf offenen Güterwagen, zum Teil schon erfroren, die aus Richtung Ostpreußen auf dem Stolper Bahnhof angekommen waren, hier aber nicht "gebraucht" wurden. Nun sollte es den Weg Richtung Osten zurückgehen. Die einzigen überdachten Viehwaggons waren überfüllt; es schien alles aussichtslos. In diesem Moment wurde ein Viehwaggon angehängt, in den wir von den Massen hineingedrängt wurden. Mutti in den Armen von Omi und Opa: "Ich lasse Euch nicht allein, kommt mit": Sie hatte panische Angst um ihre Eltern und Oma und Opa um uns. Was muß da in ihr vorgegangen sein! Schließlich ließ sie sich von der Sorge um mich leiten und die richtige Entscheidung treffen.

Ein qualvoller Abschied - jeder wollte stark bleiben. Im Waggon Eiseskälte, wir beide hatten die rechte hintere Ecke erkämpft und versuchten, auf unseren Koffern bzw. Säcken zu sitzen. Mutti hatte mir vorsichtshalber ihren Mantel übergezogen und mich mit einer Decke so gut es ging eingehüllt. Die Trennung lag hinter uns, unvergesslich, und nun hieß es nur noch: schnell dorthin. wo wir sicher waren vor dem Krieg. Es sollte ja aufs Land gehen!

Nach zwei Tagen und Nächten standen wir immer noch vor Lauenburg auf den Gleisen. Mutti hatte von irgendeinem Gehöft Trinkwasser besorgt und plante, mit anderen Frauen gemeinsam eine Kuh in den verlassenen Gehöften zu melken, um den schreienden Babys und Kleinkindern zu helfen.

In dem Augenblick wurde der Zug beschossen, die Lok war getroffen. Mit vielen anderen suchten wir die Rettung außerhalb des Zuges. Am dritten Tag war es wohl, als wir aus den Waggons sprangen, unser Gepäck ergriffen und im Beschuss -von welcher Seite auch immer - das interessierte nicht, stolperten und rutschten wir über die hartgefrorenen Ackerfurchen in Richtung Lauenburger Chaussee. Bis dahin waren es noch 6 Kilometer. Keiner spürte die Kälte, Aufregung und Angst nahmen uns das Gefühl dafür. Mutti schleppte mich mit letzter Kraft; meine Kräfte reichten nicht, ich nahm den Gürtel vom Mantel als Leine, und wir zogen das Gepäck über die Furchen. Im Schreck, als vor meinen Füßen eine Blindgängergranate umherwirbelte, wurde mir gewahr, dass die Unterseite des Koffers durchgerieben war. Ich wollte alles hinwerfen; ich hatte um uns beide höllische Angst - nur weg! Mutti half mir bis zur mit Trecks und Soldaten verstopften Straße, wir wichen auf die Feldränder aus, und so quälten wir uns bis Lauenburg. An irgendeinen Karren hängten wir heimlich unsere Gepäckstücke. Zuvor waren wir mit Peitschen und Schimpfen abgewiesen worden, weil jeder nur mit allerletzter Kraft vorwärtskam.

Mutti: "In der Lauenburger Apotheke werden wir unsere Koffer abstellen, bis wir wieder zurück nach Stolp können".
Mein durchweichter Lackkoffer wurde nach 2 Jahren bei Omi in der Geersstraße abgegeben. - Für sie war das befürchteter Beweis, dass wir tot waren. -Mit dieser Sorge lebte sie bis zu ihrer Aussiedlung 1947 und unserem späten Wiedersehen 1948.

Es musste weitergehen. Hier in Lauenburg konnten wir auf gar keinen Fall bleiben. Alles war überfüllt mit flüchtenden Menschen, auch diese Apotheke. Das war unser Glück, wie sich später herausstellte. Am 4. Tag nach unserem Aufbruch von zu Hause, es war ein Sonnabend, lief Mutti mit mir zur Bahnstrecke nach Danzig. Hier stand ein Zug vor der Abfahrt. Er war mit Wehrmachtsmaterial beladen. Mutti entdeckte darauf einen PKW. Der Fahrer hatte es sich darin "gemütlich gemacht". Ungesehen von anderen (es war auf gar keinen Fall erlaubt) nahm er uns beide in sein Auto. Wir fühlten uns in relativer Wärme und in seinem Schutz gut verstaut. Dieser Mensch, ein echter Rheinländer, gesprächsliebend und noch immer voller Humor, teilte mit uns seine Tagesreserve. Was kann ein Schluck heißer Tee bedeuten! Falls wir am Leben bleiben, wollten wir uns nach dem Krieg wiedersehen; Adressen wurden ausgetauscht.

Auf diese Weise gelangten wir nach Danzig-Neufahrwasser. Alle Schiffe waren bereits mit Verwundeten beladen, und zusätzlich waren Flüchtende an Bord, mehr als erlaubt. Es war der 10. März. Schiffe dieser Art waren bereits vor Leba, Stolpmünde und Kolberg gesunken. Wir waren damals ahnungslos - unser Glück!

Auf dem Bahnsteig in Richtung Brösen stand ein überfüllter Personenzug, in den sich immer noch Menschen zwängten. Sie standen auf Trittbrettern, saßen auf Dächern. Alles schrie durcheinander. Mutti schob mich mit Leibeskräften durch das Fenster eines Waggons, und schließlich gelangte auch sie noch in beherzter Weise zu mir. Wir hatten ja kein Gepäck, das uns hinderte. So erreichten wir tatsächlich das Meer, den Hafen; aber tausende Menschen standen auch hier vor dem einzigen Schiff, Ro 22, um fortzukommen. In dieser Nacht vollbrachte Mutti wahre Wunder. Sie schlich sich mit mir in den Speicher, der über und über mit Flüchtenden seit Tagen gefüllt war; wir sanken auf den Boden. Während ich erschöpft einschlief, "organisierte" Mutti alles Weitere. Auf der Schiffsliste konnte niemand mehr aufgenommen werden. Ich weiß nicht, wie Mutti es schaffte, aber als Allerletzte wurden unsere Namen auf losen Zetteln vermerkt, jedoch ohne Erfolgsaussichten. Mutti hatte sich vorgenommen, auch wenn wir nicht auf dieses Schiff dürfen, mit mir die Postensperre zu durchbrechen. Als am nächsten Morgen der Ansturm auf das Schiff beginnen sollte, wurden zuerst Mütter mit Kindern, die die längste Wartezeit hatten, aufgerufen. Wir trauten unseren Ohren nicht,als unsere Namen mit dabei waren. Das Listenpaket war mit dem letzten Blatt begonnen worden, es muss wohl eine Verwechslung gewesen sein. Das Unerwartete war eingetroffen. Oder hatte Mutti ihre Überredungskünste angewendet?

Wie oft hatte ich mir in Stolpmünde vorgestellt, einmal auf einem großen Schiff zu fahren. Nun standen wir hoch oben am Bug, schauten aufs Meer, das uns vorübergehende Obhut und die Rettung aus dieser Katastrophe versprach.

Mit ihrem fürsorglichen Gespür ließ Mutti es nicht zu, dass wir in den überfüllten Lagerraum dieses Transporters gezwängt wurden. Alle Räume im Schiff waren belegt. Muttis Hartnäckigkeit brachte einen Matrosen mit viel Herz dazu, uns in einem Seitengang zwischen den Kabinen der Besatzung ein Stückchen Platz zuzuweisen. Hier war noch Luft zum Atmen, und hier konnten wir uns zeitweise, wenn niemand von der Besatzung durchwollte, beinahe vollständig auf dem Boden ausstrecken und wurden sogar mit einer Schwimmweste versorgt.

Diese Ro 22 gehörte zu einem Geleitzug, der dann auf unserer 6-tägigen Fahrt mehrmals aus der Luft und aus dem Wasser angegriffen wurde. Unser Schiff setzte zwar wiederholt die Fahrt aus, weil vor uns immer wieder die See von Mienensuchern frei gemacht werden musste. So blieb unser Schiff aber heil.

Wovon wir lebten, kann ich gar nicht mehr genau sagen, aber Mutti hatte ja mit ihrem Schmalztopf vorgesorgt, und es ging jetzt um die Reste unserer Reserve.

Am 15. März nahm ein Vorpostenboot uns in Empfang. Auf hoher See stiegen wir über eine Strickleiter in das kleinere Boot. Es begann die Überfahrt nach Ückermünde, und hier wurde uns erstmals ein Erbseneintopf angeboten. Ich erinnere mich an die erste erfolgreiche Benutzung einer Toilette nach schweren Koliken. Am nächsten Tag schon befanden wir uns auf einem Dampfschiff nach Anklam. Hier fühlten wir uns sicher, obwohl unter Planen auf dem Deck tote Menschen mit uns reisten. Ein nächster Dampfer brachte uns nach Demmin. Als Mutti mit mir am 17. März durch die Bahnhofsstraße ging, hielt uns eine ältere Frau an. "Wohin wollen sie denn noch mit diesem Kind? Das fällt ihnen doch gleich um"! Sie nahm uns in ihrer Wohnung auf. Ich war sehr krank. Wir schliefen erstmalig in einem Bett. Nach zwei oder drei Tagen suchten wir über die Bahn ein Weiterkommen. Es ging immer nur stückweise, jetzt bis Neubrandenburg. Dort standen wir wieder sieben Stunden in der Nacht, und so stoppelten wir von Bad Kleinen nach Schwerin, stets in einem Güterzug, und endlich fanden wir in einer Schule ein Strohlager. Es war der 21. März, und für eine Nacht hatten wir Ruhe.

Endlich stand ein Güterzeug nach Salzwedel bereit, wieder ein Tag Aufenthalt, stets im offenen Waggon. Am 23. März "reisten" wir über Stendal nach Magdeburg. Wohin diese Reisen gingen, darauf hatte niemand Einfluß. Wann und wo diese Fahrt ihr Ende fand, das war dort, wo überhaupt noch Menschen aufgenommen werden konnten.

Mutti hatte bei diesen tagelangen Fahrten und Aufenthalten aus der Lok heißes Wasser organisiert, um etwas Wärmendes zu trinken. Sie kümmerte sich in unserem Waggon um kranke Menschen. Ein alter Mann, der seit Tagen für tot gehalten wurde - niemand schaute nach ihm - wurde von Mutti angesprochen, und es stellte sich heraus, dass er lebte. Mutti massierte von Zeit zu Zeit dessen Füße und Hände und versuchte ihn durch ein Heißgetränk anzuregen.

Als wir beide in Calförde ausgeladen wurden und in der Schule ein bleibendes Strohlager unser eigen nennen konnten, war es der 25. März. -

Dies alles hatte Mutti mit übergroßer körperlicher und psychischer Anstrengung bis hierher getragen, hatte Beherztheit und Zuversicht nie erlahmen lassen, wusste immer wieder Rat, half, wo sie konnte und fand schließlich den einzigen Ausweg auf der Flucht vor dem Krieg.
 
Doch der nahm erst am 12. April in Calförde durch den Einzug der Amerikaner sein Ende.
 
(Siglinde S., Das war unsere Mutter)
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Kommentare | 1 bis 16 von 16 Kommentieren
15.02.2012 | 21.38 Uhr | Spiegel PS. zu meinem 1. Kommentar vom 10.2.12:
 
Mit der Änderung der Zusammenfassung vor einigen Tagen auch im Ksta-online ist das Problem beseitigt worden.
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10.02.2012 | 09.42 Uhr | Spiegel Ja, denk-mal!
 
08.02.2012 | 04.20 Uhr | Spiegel
Stefan habe ich gestern um 20:59 Uhr eine IN geschickt.
(Plauderecke)
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10.02.2012 | 09.27 Uhr | denk-mal @Spiegel,
 
hier gab es schon häufig den Hinweis,
dass in solchen Fällen eine IN an den Stadtrat zum Erfolg führt.
 
Schon probiert?
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10.02.2012 | 08.57 Uhr | Spiegel Trotz aller Hinweise für die "Stadtmenschen"-Redaktion seit 7.2.12. z. B. in der Plauderecke:
 
07.02.2012 | 20.42 Uhr | Spiegel

"Im Frühjahr 1945" ist Siglindes Geschichte.
 

ist noch immer in ksta-online zu meinem Beitrag zu lesen
 

1945

Flucht aus Pommern

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges entschließt sich auch die Mutter von Stadtmenschen-Blogger Spiegel mit ihrem Sohn aufs vermeintlich sichere Land zu flüchten. Die Erinnerungen an die tagelange Odyssee wollen bis heute nicht verblassen.
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10.02.2012 | 08.49 Uhr | checkmate Also noch mal.
 
Da hat der Doc absolut recht. Das ist eine Riesensauerei, was da in Afrika - und anderswo - passiert. und wir sammeln Klicks. Wir sollten täglich ein Care/Merkel-Paket in diese Hungergebiete schicken. Und so was nennt sich Christen!
 
Da sollten wir - unbewaffnet die Bundeswehr einsetzen. Herr Oehler dürfte am Newsdesk drüber berichten.
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09.02.2012 | 17.49 Uhr | Luegenbaron Diese Fluechtlingsgeschichten beeindrucken mich nicht besonders, weil ich sie heute noch live miterleben kann, wenn ich wollte. Denken wir nur an die Buergerkriege und deren Fluechtlingsstroeme. Dagegen hatten die deutschen geradezu luxuriöse Lebensbedingugen. Mit Hoffnung auf ein besseres Leben !!!
 
DAS haben z.B. afrikanische Buerger nicht.
 
Bin mal gespannt, ob ein Afrikaner ueber seine Lebens- und Fluchtbedingungen schreibt ?? ok. die meisten koennen nicht schreiben ;-) Aber er koennte sie erzaehlen und davon berichten lassen.
 
Wenn man wenigstens aus der Vergangenheit lernt und in der Gegenwart und Zukunft die Lebensbedingungen verbessert, hat sich das Leiden der Ahnen "gelohnt".
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09.02.2012 | 09.10 Uhr | mediterano vertreibung ist das allerletzte. und das was die flüchtlinge in der neuen heimat erwartet eine herausforderung, wenn sie überhaupt dort ankommen. ein trauma was nicht verheilt und unsere gesellschaft noch heute kraft kostet
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08.02.2012 | 22.44 Uhr | Spiegel Gleich zweimal, vermutlich aber aus Versehen, ist im Kommentar von Gräueltaten die Rede, die auf beiden Seiten nicht nur das Schlimmste des 2. Weltkrieges charakterisieren.
 
Anhand von Siglindes Bericht halte ich Haussers Frage für nicht gerade nahe liegend. Der Rheinländer im Auto tut mehr Gutes, als er darf. Und die Matrosen der Ro 22 haben sicher auch viel Glück, Aber schließlich bringen sie so viele Menschen wie möglich ans Ziel.
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08.02.2012 | 15.35 Uhr | checkmate @ Spiegel
 
Setz mal einen Link bei Bertha und Orlodoc
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08.02.2012 | 13.39 Uhr | Hausser Wie das für die Soldaten gewesen sein muss, zu wissen, dass der Russe nicht mehr aufgehalten werden kann, aber genau das so lange wie irgend möglich tun müssen, damit möglichst wenig Zivilisten den Gräultaten der Roten Armee ausgesetzt sind und fliehen können.
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08.02.2012 | 13.39 Uhr | Hausser Wie das für die Soldaten gewesen sein muss, zu wissen, dass der Russe nicht mehr aufgehalten werden kann, aber genau das so lange wie irgend möglich tun müssen, damit möglichst wenig Zivilisten den Gräultaten der Roten Armee ausgesetzt sind und fliehen können.
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08.02.2012 | 12.20 Uhr | checkmate Mein Großvater starb am 6.1 46. Wir waren erst 5 Monate wieder in Köln.
 
Mein Vater sagte: "Da hat er nun den ganzen Krieg mitgemacht, "
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08.02.2012 | 04.13 Uhr | Spiegel Eine "traurige Geschichte"?
 
Stimmt, checkmate! Und nur ein Ausschnitt, auch wenn im letzten Satz schon vom Ende des Krieges in Calförde die Rede ist.
 
Trotzdem fasst Suglinde diesen Teil ihrer Erinnerungen positiv wie folgt zusammen:
"Wesentlich war für uns: Wir waren lebend diesem mörderischen Krieg entkommen. Erleichternd kam nun nach und nach ein Gefühl der Befreiung von der Angst. Wir durften weiterleben!
 
Wie sagten doch alle?
Lieber Trockenbrot essen und auf alles verzichten - wenn nur dieser Krieg beendet wird!"
 
Alle, die noch lebten, Viele waren inzwischen tot. Und weitere Menschen wurden noch seine Opfer. -
Noch vor Siglindes Großeltern srarb am 23. Mai 1949 ihre Mutter. "Die Lebenskraft hatte sie verlassen".
 
Danke auch für Amiras und Paulas Kommentare!
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07.02.2012 | 18.47 Uhr | checkmate Eine traurige Geschichte. Erinnert mich an "Alles Umsonst" von Walter Kempowski. Der Osten ist mir erspart geblieben, aber meine Mutter und ich waren auch viel unterwegs. Wir wollten in Olpe nach Neheim-Hüsten und landeten kurzzeitig wieder in Köln. Die Militär-LKW fuhren mit Holzvergasern, wenns den Berg raufging, alles aussteigen. Überhaupt die Mütter. Nach dem Krieg hat meine Mutter in Oldenburg gebettelt.
 
Scheiß Krieg.
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07.02.2012 | 08.55 Uhr | Paula Liebe Siglinde, Du schreibst sehr beeindruckend, und es ist schön, dass Du schreibst und nicht schweigst. Ich stelle mir vor, dass damit auch viel altes wieder hoch kommt, Schmerzhaftes - aber es ist trotzdem gut so: für all die, die nicht wissen oder vergessen wollen, was nicht vergessen werden darf. Manche können bekanntlich nicht darüber reden/schreiben; aber die, die es können, sollen es auch tun.
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07.02.2012 | 03.18 Uhr | Profil gelöscht Anscheinend verkümmern die stadtmenschen doch noch nicht. Ein Blog, der auf die Titelseite gehört - unbedingt.
 
Mein Vater musste mit seiner Familie Mitte Januar 1945 aus Ostpreußen fliehen. Auf dem Landweg kam er nach Brandenburg, wo er den Sommer 1945 verbrachte. Danach ging es weiter in Richtung englische Besatzungszone. Er hat mir gegenüber nur einmal von der Flucht gesprochen. Aber seit diesem Gespräch - es dauerte nur dreißig Minuten - kann ich mir im Fernsehen keine Dokumentationen über das Ende des Krieges in den ehemaligen deutschen Ostgebieten ansehen.
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