"Sehr geehrter Herr Koch,
ich hoffe, dass Sie sich wenigstens schämen.
Mit freundlichen Grüßen aus dem katholischen Köln
Navid Kermani"
Diese kleine Mitteilung schrieb Kermani an Herrn Koch, nachdem er ihm angeboten hatte, doch noch an einer Podiumsdiskussion im Anschluß an die Preisverleihung des Hessischen Kulturpreises 2009 teilzunehmen:
Kermani war für diesen Preis vorgeschlagen worden, nachdem es Probleme mit einem der vorgesehenen Preisträgern gab. Der in Frankfurt lehrende Wissenschaftler Sezgin Roland Koch erteilte den Juroren des Preises eine Absage. Er sähe sich außerstande den Preis gemeinsam mit dem Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Korn, anzunehmen, da dieser den Konflikt zwischen Israel und den Palistinensern öffentlich in einer Weise kommentiert hat, die er nicht akzeptieren könne.
Die Jury hat sich daraufhin für auf Navid Kermani, in Köln lebender Autor mit iranischen Wurzeln, entschieden.
Um es vorweg zu sagen, ich hege außerordentliche Sympathien für Navid Kermani als Autor und Mensch. Gut...ich kenne ihn nicht näher, habe ihn nur einmal bei einer Lesung hier in Nippes persönlich wahrgenommen. Aber ich liebe seine Bücher. Auf ihn aufmerksam geworden bin ich durch sein Buch "Das Buch der von Neil Young Getöteten" Eine wunderbare Homage an den alten Neil Young für alle Fans. Herrlich zu lesen.
Gelesen habe ich weiter seine "Kurzmiteilungen" und "4o Leben". Beide Bücher haben mir außerordentlich gefallen. Sie sind dicht und menschlich, beschäftigen sich mit dem, was zwischen den Zeilen, im Hintergrund, geschieht, wenn wie z.B. in "Kurzmitteilungen" man plötzlich vor dem Tod eines menschen steht, den man gar nicht kennt, der einen aber dennoch aus der Bahn werfen kann.
Nun denn...Jedenfalls man hat Kermani den Preis nicht zugestehen wollen, weil man sich auf einen Artikel in der Neuen Züricher Zeitung bezog, den die Printausgabe des KSTA heute z.T. als Auszug abgedruckt hatWarum hast Du uns verlassen
In diesem Artikel beschreibt Kermani seine zurückhaltende und kritische persönliche Einstellung zum Thema Glauben im Katholizismus und im Allgemeinen seine Sichtweise auf das "Kreuz", das Symbol des christlichen Glaubens schlecht hin.
Ich muß sagen...ich kenne ja nun schon einige seiner Haltungen und Einstellungen. Gestern noch schrieb mir jemand...Röschen...ich dachte du seist katholisch. Ja.. bin ich auch und doch wieder nicht... Ich meine...es gibt sehr vieles, womit ich nicht einverstanden bin, was ich so nicht annehmen kann. Naja.. und dann kommen die persönlichen Erfahrungen hinzu. 15 Jahre Hardcore-Weg Neokatechumenat, das prägt, dennoch ich verschweige nicht, auch Gutes erfahren zu haben, Dinge, die mich weitergebracht haben. Ich meine.. ich schmeiße nichts in Schubladen...ich sortiere....das brauche ich noch, das kann weg. So bin ich eben.
Jedenfalls, um auf Kermani zurückzukommen, ich teile seine Haltung zum Kreuz absolut. Ich verstehe ihn sehr. Denn.. gerade der Blick auf´s Kreuz ist eine Angelegenheit, vor dessen Anblick die Menschen lieber das Gesicht verhüllen würden. Daran ist aber grundsätzlich nicht nur die Kirche Schuld, sondern natürlich auch vieler der Künstler und Erschaffer sämtlicher Skultpuren, Bilder und anderweitige Darstellungen. Diese haben nur das geschaffen, was sie selber gedacht und empfunden haben.
Und die Einstellung zum Kreuz kann nunmal vielfältig sein. Man kann das Kreuz als lästiges Übel, als drohendes Unheil und körper- und lebensfeindliches Symbol ansehen. So jedenfalls...hat es Kermani in seinem Leben empfunden. Nicht zu Unrecht.
Ehrlich gesagt...als ich jung war, muß ich ganz klar sagen, hat mir der Anblick auf das Kreuz einen Halt gegeben, ja..ich würde es wagen zu behaupten, es hat mein Leben gerettet.. und doch hatte ich große Angst davor.
Die Vorstellung, dass das Leben nur Schmerz, Enttäuschung und Verlassenheit für mich vorbereitet hat, das machte mir einfach unangenehme Gefühle, ja, sozusagen Angst.
Und manche der Kirchenmänner, sei es in der kirchlichen Geschichte der Vergangenheit noch in unserem heutigen Zeitalter, tuen alles daran, um diese Vorstellungen zu füllen. Schwermütig, drohend und angstmachend immer noch oft die Botschaften, die in den Predigten ausgedrückt werden, wenig bis gar nicht, wird ein Verständnis des Kreuzes vermittelt, das lebensbejahend, das wirklich auf eine Auferstehung hinweist, das eine "frohe Botschaft" verkündet.
Kermani hat nichts anderes getan, als "seine persönliche" Haltung, dennoch mit Achtung und Respekt der katholischen Kirche und den Kreuzen an sich gegenüber dargestellt. Das ist zu akzeptieren und zu respektieren.
Wer den Link anschaut und den Artikel liest, wird aber nun auch das kleine Wunder sehen. Kermani hat nach Jahren seiner bisherigen Sichtweise auf das Kreuz auch eine andere Erfahrung gemacht.
Dieses Wunder ist ihm passiert bei seinem Anblick auf ein Gemälde bzw. Altarbild Guido Renis in der Kirche St. Lorenzo in Lucina. Das war der Moment, wo er dachte, tatsächlich man könnte an das Kreuz glauben! *wow* Ehrlich gesagt, ich bin wirklich beeindruckt gewesen, als ich diese Zeilen las.
Also zum einen, weil es mich schon immer fasziniert hat, wenn Menschen plötzlich eine andere Perspektive bekommen, eine Kehrtwendung machen, es sich eingestehen können, dass sie gewisse Dinge so noch nicht gesehen haben.
Und die Sache mit dem Kreuz ist nun,al etwas, an dem man grundsätzlich nicht vorbeikommt. Aufgerichtet stehen sie überall in dieser Welt, als Symbol..aber letztendlich auch in den sichtbaren Geschehnissen auf dieser Welt.
Aber dennoch ist das Kreuz nicht das, was uns die Kirche überwiegend seit Jahrhunderten versucht einzuimpfen, dunkel, schwarz, bedrohend, einsam, verlassen und etwas, was man verpflichtet ist zu tragen, ob man will oder nicht.
NEin!! und nochmal nein!! Das Kreuz hat nach meiner Erfahrung eine ganz andere Botschaft und das kommt in diesem von Kermani gesehenen Bild auch sehr schön zum Ausdruck. Man sieht keinen blutüberströmten, mit Wunden verunstalteten Jesus, sondern man sieht einen unversehrten Leib, stark und kräftig, die Hände ausgebreitet, den Blick himmelwärts gerichtet. Es ist eine Jesusdarstellung die vom Tod des Menschen an sich spricht, nicht nur eines Menschen, der unter Folterungen und Gewalt leiden mußte.
Der Mensch steht zwischen Himmel und Erde. Das dazwischen ist sein leben. Und der Mensch hat die Verantwortung für sein Leben. Er hat die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob er seinen Blick verfinstern lassen will, ob er gebeugt, sich unterwerfend den Dingen, die ihm entgegentreten, ohnmächtig und mit der Gewißheit leben will, letztendlich bin ich doch allein. Oder, ob er aufrechtstehend, gehend, den Blick nach oben gerichtet, dem Leben etwas entgegensetzt, auch wenn es schwer wird, auch wenn er aushalten muß, auch wenn er unschuldig ist, niemals die Hoffnung verliert und wenn er dazu in der Lage ist, die Verantwortung nicht abzuwälen..so nach dem Motto...da oben wird mann´s schon richten.
Nein!!! Ich glaube an die Kraft und die Stärke eines Geistes, der einem beistehen kann, das ja...aber ich glaube in erster Linie an mich selber und ich will nicht Marionette irgendeines Gottes sein, dessen Bild mir von Kirchenmännern vermittelt wird, sondern an einen Gott der mir das Leben geschenkt hat und gesagt hat..."mach was draus", egal was passiert.
Ich glaube ehrlich gesagt, und das sind auch meine Erfahrungen, wenn ich auf meine Lebensgeschichte zurückblicke, an ein verherrlichtes Kreuz", wenn ihr versteht was ich damit meine.
Verherrlicht in dem Sinne... es geschieht viel, woran wir unschuldig sind, woran wir nicht ändern können, was wir aushalten müssen, man könnte es als Kreuz bezeichnen, als Bild, als Symbol...aber dieses Kreuz bringt mich nicht um. Es macht mich nur stärker, das ist die Auferstehung, von dem das Bild des Kreuzes spricht. Das ist seine Botschaft.
Schlingensief hat in seinem neusten Buch "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein" sogar gewagt zu behaupten, niemals hätte Jesus diese Worte gesagt." Warum hast du mich verlassen"
Der Mensch will nicht verlassen sein. Er will nicht allein aushalten. Er braucht eine Hand, die ihn hält, und wenn es am Ende seines Lebens ist. Das ist richtig. Aber dennoch, den Weg des Leidens, des Sterbens, egal ob physisch, psychisch oder ontologisch muß er aufrecht allein beschreiten. Und das Kreuz zeigt nichts anders, als dass es möglich ist. Das es eine Auferstehung gibt aus allen Problemen, aus allen Übeln.
Kermani hat nichts anderes gesagt, als seine kritische persönliche Haltung zum Kreuz niedergeschrieben, aber er hat auch von einer anderen Perspektive geschrieben, die er bekommen hat. Das verdient mehr als Achtung.
Und nun sich von Kirchenpräsident Steinacker vorhalten lassen zu müssen, dass sei Gotteslästerung und unterbinde jeden religiösen Dialog, halte ich schlicht und ergreifend für eines dieser Dinge, mit denen ich mich gar nicht einverstanden fühle... nein... nicht einverstanden bin...
Gerade Menschen wie Kermani, die sich kritisch, ernsthaft und nachvollziehbar mit Glauben, Gott und Religion auseinandersetzen, haben es nicht verdient, ausgegrenzt zu werden.
Ach.. ich rege mich auf...wenn einer diesen Preis verdient hätte, dann wäre es Kermani gewesen.
Und ihm jetzt einen Brosamen zuwerfen zu wollen, von wegen Podiumsdiskussion...ehrlich...ich hätte auch darauf verzichtet. Ein sehr schlechtes Bild mal wieder für Kirche und Glaubensweitergabe, wie ich finde.
Und Kermani kann man nur sagen...weiter so... lassen sie sich nicht unterkriegen...
ich hoffe, dass Sie sich wenigstens schämen.
Mit freundlichen Grüßen aus dem katholischen Köln
Navid Kermani"
Diese kleine Mitteilung schrieb Kermani an Herrn Koch, nachdem er ihm angeboten hatte, doch noch an einer Podiumsdiskussion im Anschluß an die Preisverleihung des Hessischen Kulturpreises 2009 teilzunehmen:
Kermani war für diesen Preis vorgeschlagen worden, nachdem es Probleme mit einem der vorgesehenen Preisträgern gab. Der in Frankfurt lehrende Wissenschaftler Sezgin Roland Koch erteilte den Juroren des Preises eine Absage. Er sähe sich außerstande den Preis gemeinsam mit dem Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Korn, anzunehmen, da dieser den Konflikt zwischen Israel und den Palistinensern öffentlich in einer Weise kommentiert hat, die er nicht akzeptieren könne.
Die Jury hat sich daraufhin für auf Navid Kermani, in Köln lebender Autor mit iranischen Wurzeln, entschieden.
Um es vorweg zu sagen, ich hege außerordentliche Sympathien für Navid Kermani als Autor und Mensch. Gut...ich kenne ihn nicht näher, habe ihn nur einmal bei einer Lesung hier in Nippes persönlich wahrgenommen. Aber ich liebe seine Bücher. Auf ihn aufmerksam geworden bin ich durch sein Buch "Das Buch der von Neil Young Getöteten" Eine wunderbare Homage an den alten Neil Young für alle Fans. Herrlich zu lesen.
Gelesen habe ich weiter seine "Kurzmiteilungen" und "4o Leben". Beide Bücher haben mir außerordentlich gefallen. Sie sind dicht und menschlich, beschäftigen sich mit dem, was zwischen den Zeilen, im Hintergrund, geschieht, wenn wie z.B. in "Kurzmitteilungen" man plötzlich vor dem Tod eines menschen steht, den man gar nicht kennt, der einen aber dennoch aus der Bahn werfen kann.
Nun denn...Jedenfalls man hat Kermani den Preis nicht zugestehen wollen, weil man sich auf einen Artikel in der Neuen Züricher Zeitung bezog, den die Printausgabe des KSTA heute z.T. als Auszug abgedruckt hatWarum hast Du uns verlassen
In diesem Artikel beschreibt Kermani seine zurückhaltende und kritische persönliche Einstellung zum Thema Glauben im Katholizismus und im Allgemeinen seine Sichtweise auf das "Kreuz", das Symbol des christlichen Glaubens schlecht hin.
Ich muß sagen...ich kenne ja nun schon einige seiner Haltungen und Einstellungen. Gestern noch schrieb mir jemand...Röschen...ich dachte du seist katholisch. Ja.. bin ich auch und doch wieder nicht... Ich meine...es gibt sehr vieles, womit ich nicht einverstanden bin, was ich so nicht annehmen kann. Naja.. und dann kommen die persönlichen Erfahrungen hinzu. 15 Jahre Hardcore-Weg Neokatechumenat, das prägt, dennoch ich verschweige nicht, auch Gutes erfahren zu haben, Dinge, die mich weitergebracht haben. Ich meine.. ich schmeiße nichts in Schubladen...ich sortiere....das brauche ich noch, das kann weg. So bin ich eben.
Jedenfalls, um auf Kermani zurückzukommen, ich teile seine Haltung zum Kreuz absolut. Ich verstehe ihn sehr. Denn.. gerade der Blick auf´s Kreuz ist eine Angelegenheit, vor dessen Anblick die Menschen lieber das Gesicht verhüllen würden. Daran ist aber grundsätzlich nicht nur die Kirche Schuld, sondern natürlich auch vieler der Künstler und Erschaffer sämtlicher Skultpuren, Bilder und anderweitige Darstellungen. Diese haben nur das geschaffen, was sie selber gedacht und empfunden haben.
Und die Einstellung zum Kreuz kann nunmal vielfältig sein. Man kann das Kreuz als lästiges Übel, als drohendes Unheil und körper- und lebensfeindliches Symbol ansehen. So jedenfalls...hat es Kermani in seinem Leben empfunden. Nicht zu Unrecht.
Ehrlich gesagt...als ich jung war, muß ich ganz klar sagen, hat mir der Anblick auf das Kreuz einen Halt gegeben, ja..ich würde es wagen zu behaupten, es hat mein Leben gerettet.. und doch hatte ich große Angst davor.
Die Vorstellung, dass das Leben nur Schmerz, Enttäuschung und Verlassenheit für mich vorbereitet hat, das machte mir einfach unangenehme Gefühle, ja, sozusagen Angst.
Und manche der Kirchenmänner, sei es in der kirchlichen Geschichte der Vergangenheit noch in unserem heutigen Zeitalter, tuen alles daran, um diese Vorstellungen zu füllen. Schwermütig, drohend und angstmachend immer noch oft die Botschaften, die in den Predigten ausgedrückt werden, wenig bis gar nicht, wird ein Verständnis des Kreuzes vermittelt, das lebensbejahend, das wirklich auf eine Auferstehung hinweist, das eine "frohe Botschaft" verkündet.
Kermani hat nichts anderes getan, als "seine persönliche" Haltung, dennoch mit Achtung und Respekt der katholischen Kirche und den Kreuzen an sich gegenüber dargestellt. Das ist zu akzeptieren und zu respektieren.
Wer den Link anschaut und den Artikel liest, wird aber nun auch das kleine Wunder sehen. Kermani hat nach Jahren seiner bisherigen Sichtweise auf das Kreuz auch eine andere Erfahrung gemacht.
Dieses Wunder ist ihm passiert bei seinem Anblick auf ein Gemälde bzw. Altarbild Guido Renis in der Kirche St. Lorenzo in Lucina. Das war der Moment, wo er dachte, tatsächlich man könnte an das Kreuz glauben! *wow* Ehrlich gesagt, ich bin wirklich beeindruckt gewesen, als ich diese Zeilen las.
Also zum einen, weil es mich schon immer fasziniert hat, wenn Menschen plötzlich eine andere Perspektive bekommen, eine Kehrtwendung machen, es sich eingestehen können, dass sie gewisse Dinge so noch nicht gesehen haben.
Und die Sache mit dem Kreuz ist nun,al etwas, an dem man grundsätzlich nicht vorbeikommt. Aufgerichtet stehen sie überall in dieser Welt, als Symbol..aber letztendlich auch in den sichtbaren Geschehnissen auf dieser Welt.
Aber dennoch ist das Kreuz nicht das, was uns die Kirche überwiegend seit Jahrhunderten versucht einzuimpfen, dunkel, schwarz, bedrohend, einsam, verlassen und etwas, was man verpflichtet ist zu tragen, ob man will oder nicht.
NEin!! und nochmal nein!! Das Kreuz hat nach meiner Erfahrung eine ganz andere Botschaft und das kommt in diesem von Kermani gesehenen Bild auch sehr schön zum Ausdruck. Man sieht keinen blutüberströmten, mit Wunden verunstalteten Jesus, sondern man sieht einen unversehrten Leib, stark und kräftig, die Hände ausgebreitet, den Blick himmelwärts gerichtet. Es ist eine Jesusdarstellung die vom Tod des Menschen an sich spricht, nicht nur eines Menschen, der unter Folterungen und Gewalt leiden mußte.
Der Mensch steht zwischen Himmel und Erde. Das dazwischen ist sein leben. Und der Mensch hat die Verantwortung für sein Leben. Er hat die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob er seinen Blick verfinstern lassen will, ob er gebeugt, sich unterwerfend den Dingen, die ihm entgegentreten, ohnmächtig und mit der Gewißheit leben will, letztendlich bin ich doch allein. Oder, ob er aufrechtstehend, gehend, den Blick nach oben gerichtet, dem Leben etwas entgegensetzt, auch wenn es schwer wird, auch wenn er aushalten muß, auch wenn er unschuldig ist, niemals die Hoffnung verliert und wenn er dazu in der Lage ist, die Verantwortung nicht abzuwälen..so nach dem Motto...da oben wird mann´s schon richten.
Nein!!! Ich glaube an die Kraft und die Stärke eines Geistes, der einem beistehen kann, das ja...aber ich glaube in erster Linie an mich selber und ich will nicht Marionette irgendeines Gottes sein, dessen Bild mir von Kirchenmännern vermittelt wird, sondern an einen Gott der mir das Leben geschenkt hat und gesagt hat..."mach was draus", egal was passiert.
Ich glaube ehrlich gesagt, und das sind auch meine Erfahrungen, wenn ich auf meine Lebensgeschichte zurückblicke, an ein verherrlichtes Kreuz", wenn ihr versteht was ich damit meine.
Verherrlicht in dem Sinne... es geschieht viel, woran wir unschuldig sind, woran wir nicht ändern können, was wir aushalten müssen, man könnte es als Kreuz bezeichnen, als Bild, als Symbol...aber dieses Kreuz bringt mich nicht um. Es macht mich nur stärker, das ist die Auferstehung, von dem das Bild des Kreuzes spricht. Das ist seine Botschaft.
Schlingensief hat in seinem neusten Buch "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein" sogar gewagt zu behaupten, niemals hätte Jesus diese Worte gesagt." Warum hast du mich verlassen"
Der Mensch will nicht verlassen sein. Er will nicht allein aushalten. Er braucht eine Hand, die ihn hält, und wenn es am Ende seines Lebens ist. Das ist richtig. Aber dennoch, den Weg des Leidens, des Sterbens, egal ob physisch, psychisch oder ontologisch muß er aufrecht allein beschreiten. Und das Kreuz zeigt nichts anders, als dass es möglich ist. Das es eine Auferstehung gibt aus allen Problemen, aus allen Übeln.
Kermani hat nichts anderes gesagt, als seine kritische persönliche Haltung zum Kreuz niedergeschrieben, aber er hat auch von einer anderen Perspektive geschrieben, die er bekommen hat. Das verdient mehr als Achtung.
Und nun sich von Kirchenpräsident Steinacker vorhalten lassen zu müssen, dass sei Gotteslästerung und unterbinde jeden religiösen Dialog, halte ich schlicht und ergreifend für eines dieser Dinge, mit denen ich mich gar nicht einverstanden fühle... nein... nicht einverstanden bin...
Gerade Menschen wie Kermani, die sich kritisch, ernsthaft und nachvollziehbar mit Glauben, Gott und Religion auseinandersetzen, haben es nicht verdient, ausgegrenzt zu werden.
Ach.. ich rege mich auf...wenn einer diesen Preis verdient hätte, dann wäre es Kermani gewesen.
Und ihm jetzt einen Brosamen zuwerfen zu wollen, von wegen Podiumsdiskussion...ehrlich...ich hätte auch darauf verzichtet. Ein sehr schlechtes Bild mal wieder für Kirche und Glaubensweitergabe, wie ich finde.
Und Kermani kann man nur sagen...weiter so... lassen sie sich nicht unterkriegen...
Schlagworte: Kirche | Theologie | Kreutz | Sichtweeise | Preisverleihung | Kulturpreis | Navid Kermani | Kampf | Wahrheit | Guido Renis | Kreuzigung
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02.06.2009 | 02.59 Uhr | Schuster
2).. Christus selbst) sind im Glaubensbereich beheimatet. Indem ich doch verschiedene Ansichten zulasse, betrifft das immerhin die Empfindungen eines anderen Menschen, die jener aus dem halbdämmerigen Zustand vernünftig logisch betrachten kann und damit sich zu neuen Ansichten oder sogar Änderungen im Empfindungsbereich durchringen kann, wenn er der Meinung ist, dass er wohl falsche Empfindungen zu einem Gegenüber oder bei sich selbst gehegt hat. Tatsächlich ist der Empfindungsbereich des Menschen in der Regel eher subjektiv, aber unterschiedlich wandelbar oder gar nicht wandelbar (starr).
02.06.2009 | 02.39 Uhr | Schuster
Roeschen,
Kritik an den Empfindungen eines anderen Menschen betreffend: Nimm mal an, der andere Mensch wird sich über seine Emfindungen durch fremde Kritik vielleicht bewusst, dass er falsche Empfindungen hegt.
Leichtes Beispiel Bibel Berrgpredigt, alle werden satt, Christus hat Brot und Fische verteilt - das Wunderbare.
War vielleicht ein Tierliebhaber dabei, der Fisch als empfindsamer Mensch nicht isst? Anderer Mensch hat Mitleid mit der gebissenen Pflanzenwelt,wenn er sie zerkaut ode4r zu Brot ummodelt. Mir scheint, wir gehen über die unmöglichen Empfindungen beim Essen lieber hinweg, wenn wir einsehen, dass Nahrungsmittel den Menschen am Leben erhalten und dennoch die Kreatur in Pflanze und Tier im Empfindungsleben so einordnen, dass der Mensch als Geschöpf seinen Platz einnimmt; wenn es Christus als Vorbild gibt, kann man "Ihm" auch darin folgen, muss es allerdings nicht; denn weitergehende Empfindungen (Abendmahl. Leib und Blut als Symbole der Speise oder Christus selbst)2)
Kritik an den Empfindungen eines anderen Menschen betreffend: Nimm mal an, der andere Mensch wird sich über seine Emfindungen durch fremde Kritik vielleicht bewusst, dass er falsche Empfindungen hegt.
Leichtes Beispiel Bibel Berrgpredigt, alle werden satt, Christus hat Brot und Fische verteilt - das Wunderbare.
War vielleicht ein Tierliebhaber dabei, der Fisch als empfindsamer Mensch nicht isst? Anderer Mensch hat Mitleid mit der gebissenen Pflanzenwelt,wenn er sie zerkaut ode4r zu Brot ummodelt. Mir scheint, wir gehen über die unmöglichen Empfindungen beim Essen lieber hinweg, wenn wir einsehen, dass Nahrungsmittel den Menschen am Leben erhalten und dennoch die Kreatur in Pflanze und Tier im Empfindungsleben so einordnen, dass der Mensch als Geschöpf seinen Platz einnimmt; wenn es Christus als Vorbild gibt, kann man "Ihm" auch darin folgen, muss es allerdings nicht; denn weitergehende Empfindungen (Abendmahl. Leib und Blut als Symbole der Speise oder Christus selbst)2)
21.05.2009 | 12.32 Uhr | Roeschen
@Steinfels.....
Aber hier geht es nicht um Kritik an seiner Arbeit als Vermittler zwischen den Religionen und den Kulturen, hier geht es um eine Kritik an "seiner" persönlichen Empfindung und das hat meines Erachtens überhaupt nichts mit der Preisverleihung zu tun.
Und außerdem.... wo bleibt die Akzeptanz eines persönlichen Gefühls, wo die Freude daran, dass ein Mensch sich ganz eigen auf eine Annäherung zum Kreuz einläßt.
Wieso kann man eine persönliche Empfindung kritisieren, man kann höchstens nicht verstehen...dahinter steckt doch, dass man selber so sehr von etwas überzeugt ist und meint, man habe die richtige Einstellung und Wahrheit gepachtet, dass man anderes gar nicht mehr zu lassen kann. Ich hab immer wieder erlebt, wie Menschen sich hinter festen, gemauerten Glaubensinhalten verstecken, weil sie Angst haben, selber zu denken, weil vielleicht dann ihr Glaubensgerüst auseinanderfallen würde.
Für meine Begriffe ist diese Ablehnung auch ein Akt "gegen" die
Aber hier geht es nicht um Kritik an seiner Arbeit als Vermittler zwischen den Religionen und den Kulturen, hier geht es um eine Kritik an "seiner" persönlichen Empfindung und das hat meines Erachtens überhaupt nichts mit der Preisverleihung zu tun.
Und außerdem.... wo bleibt die Akzeptanz eines persönlichen Gefühls, wo die Freude daran, dass ein Mensch sich ganz eigen auf eine Annäherung zum Kreuz einläßt.
Wieso kann man eine persönliche Empfindung kritisieren, man kann höchstens nicht verstehen...dahinter steckt doch, dass man selber so sehr von etwas überzeugt ist und meint, man habe die richtige Einstellung und Wahrheit gepachtet, dass man anderes gar nicht mehr zu lassen kann. Ich hab immer wieder erlebt, wie Menschen sich hinter festen, gemauerten Glaubensinhalten verstecken, weil sie Angst haben, selber zu denken, weil vielleicht dann ihr Glaubensgerüst auseinanderfallen würde.
Für meine Begriffe ist diese Ablehnung auch ein Akt "gegen" die
21.05.2009 | 12.27 Uhr | Roeschen
christliche Nächstenliebe......Als Christ befinde ich mich auf einem Weg der Anname des ganz anders seienden und denkenden Anderen und nicht auf einem Weg der Ablehnung!
21.05.2009 | 12.21 Uhr | Steinfels
Roeschen ... du verstehst offenbar meinen
Standpunkt nicht, aus welchen Gründen
auch immer.
Natürlich kann K. das Kreuz als Sinnbild
des katholischen Glaubens interpretieren
und in Frage stellen. Darum geht es über-
haupt nicht.
Aber ..... so frei wie er (K.) seine Mei-
nung äußert, so frei muß er es sich ge-
fallen lassen, kritisiert zu werden und
darf sich nicht wundern, wenn Kardinal
Lehmann es ablehnt, gemeinsam mit
K. geehrt zu werden.
Es ist doch verwunderlich, so gut wie
keine Aufregung zu erfahren, als der
Vize des Zentralrates der Juden es
ablehnte, mit dem türk.Orientalisten
Sezgin geehrt zu werden.
So geht es nicht.
Standpunkt nicht, aus welchen Gründen
auch immer.
Natürlich kann K. das Kreuz als Sinnbild
des katholischen Glaubens interpretieren
und in Frage stellen. Darum geht es über-
haupt nicht.
Aber ..... so frei wie er (K.) seine Mei-
nung äußert, so frei muß er es sich ge-
fallen lassen, kritisiert zu werden und
darf sich nicht wundern, wenn Kardinal
Lehmann es ablehnt, gemeinsam mit
K. geehrt zu werden.
Es ist doch verwunderlich, so gut wie
keine Aufregung zu erfahren, als der
Vize des Zentralrates der Juden es
ablehnte, mit dem türk.Orientalisten
Sezgin geehrt zu werden.
So geht es nicht.
21.05.2009 | 10.41 Uhr | Roeschen
@Steinfels...
Aber Kermani hat keine "christlichen Positionen" angegriffen...i Gegenteil...er ist ein Mensch, der sich damit auseinandersetzt... und hat allenfalls seine persönlichen Empfindungen wiedergegeben, das muß doch erlaubt sein.
Kirche ist schon auch noch...meine Heimat, aber auch ich hab die Erfahrung gemacht, sobald Du anders denkst und fühlst, bist du ein Außenseiter. Aber wer hat denn verdammt nochmal den Anspruch auf die Wahrheit? Niemand! Auch die Kirche und ihre Obrigkeiten nicht., Und wie wir ja wissen, gibt es auch innerhalb der Kirche himmelweite Unterschiede über die Auffassung, was Glauben, woran und wie, betrifft.
Hier fängt doch meines Erachtens der Weg und der gemeinsame Dialog an. Wenn es nur darum geht, zu fressen, was einem vorgesetzt wird und einem jede persönliche EMpfindung abgesprochen wird....wovor hat man Angst?
Aber Kermani hat keine "christlichen Positionen" angegriffen...i Gegenteil...er ist ein Mensch, der sich damit auseinandersetzt... und hat allenfalls seine persönlichen Empfindungen wiedergegeben, das muß doch erlaubt sein.
Kirche ist schon auch noch...meine Heimat, aber auch ich hab die Erfahrung gemacht, sobald Du anders denkst und fühlst, bist du ein Außenseiter. Aber wer hat denn verdammt nochmal den Anspruch auf die Wahrheit? Niemand! Auch die Kirche und ihre Obrigkeiten nicht., Und wie wir ja wissen, gibt es auch innerhalb der Kirche himmelweite Unterschiede über die Auffassung, was Glauben, woran und wie, betrifft.
Hier fängt doch meines Erachtens der Weg und der gemeinsame Dialog an. Wenn es nur darum geht, zu fressen, was einem vorgesetzt wird und einem jede persönliche EMpfindung abgesprochen wird....wovor hat man Angst?
21.05.2009 | 10.29 Uhr | Steinfels
Es gehört auch hier schon zum guten Ton,
christliche Positionen überall und jeder-
zeit anzugreifen; niemals aber musli-
mische oder gar jüdische Standpunkte
in Frage zu stellen. U nd wenn es denn-
noch geschieht, bricht eine sattsam be-
kannte Empörungskultur los. Dann
fordern man Verständnis und Toleranz.
Das ist einseitig und kann nicht unwider-
sprochen bleiben.
christliche Positionen überall und jeder-
zeit anzugreifen; niemals aber musli-
mische oder gar jüdische Standpunkte
in Frage zu stellen. U nd wenn es denn-
noch geschieht, bricht eine sattsam be-
kannte Empörungskultur los. Dann
fordern man Verständnis und Toleranz.
Das ist einseitig und kann nicht unwider-
sprochen bleiben.
21.05.2009 | 09.42 Uhr | Roeschen
Und dann schreibt da einer:" Kermani will doch nur Friede, Freude, Eierkuchen! So nicht, meint er...Hallo! Was für engstirnige Kleingeister total unterwürfig sich alles in Kirche befindet. Genau das ist der Punkt, diese Haltung, die sich dahinter verbirgt.
Was meint der Schreiber denn damit. Lieber Krieg zwischen den Religionen? Ach... ich hör jett lieber auf....
Schade, alles so schade....
Was meint der Schreiber denn damit. Lieber Krieg zwischen den Religionen? Ach... ich hör jett lieber auf....
Schade, alles so schade....
21.05.2009 | 09.40 Uhr | Roeschen
Ich hab heute Morgen nochmal die Leserbriefe im KSTA zu Kermani gelesen* manoman...was da für ein düsterer Dunst rüberkommt. Wenn ich das schon lese:" Wir Christen sind nunmal Sünder! Hallo!
Wenn man das Wort "Sünde" durch falsche Wege, Fehler oder wie auch immer umbenennen könnte, wäre den menschen eher gedient. Mit gerade diesem Wort drückt man die Menschen mehr, als dass man sie aufrichtet. Wobeo wir wieder beim Kreuz wären.
Ehrlich..wenn ich so was lese...das muß man sich mal reinziehen...Wie sagte unser fundamentalistisch-erzkonservativer Pfarrer mal so schön, als er von meiner Krebserkrankung hörte:" as sei eine Folge meiner Sünde!":
Hallo! Ehrlich, da merke ich, wie mir die Nackenhaare hochgehen.
Das muß man sich mal vorstellen, ich hab niemals einem menschen was zu leide getan, im Gegenteil...immer nur ertragen müssen, überleben müssen und dann muß ich mir so was anhören.
Ach....da kommt tatsächlich noch was hoch!!
Wenn man das Wort "Sünde" durch falsche Wege, Fehler oder wie auch immer umbenennen könnte, wäre den menschen eher gedient. Mit gerade diesem Wort drückt man die Menschen mehr, als dass man sie aufrichtet. Wobeo wir wieder beim Kreuz wären.
Ehrlich..wenn ich so was lese...das muß man sich mal reinziehen...Wie sagte unser fundamentalistisch-erzkonservativer Pfarrer mal so schön, als er von meiner Krebserkrankung hörte:" as sei eine Folge meiner Sünde!":
Hallo! Ehrlich, da merke ich, wie mir die Nackenhaare hochgehen.
Das muß man sich mal vorstellen, ich hab niemals einem menschen was zu leide getan, im Gegenteil...immer nur ertragen müssen, überleben müssen und dann muß ich mir so was anhören.
Ach....da kommt tatsächlich noch was hoch!!
19.05.2009 | 22.37 Uhr | Roeschen
@Vögi:
Ich muß gestehen....:-) den Satz habe ich so aus einem Artikel übernommen;-)
@Schuster:
Nö...da bin ich anderer Meinung. Bei der Preisverleihung ging es um den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen, für den sich kermani äußerst positiv in all seinen Schaffensjahren eingesetzt hat und noch immer tut. Was haben da "persönliche Empfindungen", die geäußert werden, beim Anblick eines religiösen Symbols zu suchen. Man muß da wohl schon differenzieren können.
Dialog positiv bewirken heißt ja auch nichts anderes...als sich selber annähern und verstehen zu wollen oder sich zumindestens auseinandersetzen zu wollen. Erst dann kann überhaupt ein Dialog entstehen.
Ich muß gestehen....:-) den Satz habe ich so aus einem Artikel übernommen;-)
@Schuster:
Nö...da bin ich anderer Meinung. Bei der Preisverleihung ging es um den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen, für den sich kermani äußerst positiv in all seinen Schaffensjahren eingesetzt hat und noch immer tut. Was haben da "persönliche Empfindungen", die geäußert werden, beim Anblick eines religiösen Symbols zu suchen. Man muß da wohl schon differenzieren können.
Dialog positiv bewirken heißt ja auch nichts anderes...als sich selber annähern und verstehen zu wollen oder sich zumindestens auseinandersetzen zu wollen. Erst dann kann überhaupt ein Dialog entstehen.
19.05.2009 | 20.04 Uhr | Schuster
an Röschen:
Kulturfragen sind ande3rs als nur theologisch aufschlussreich.
Unvereinbare Ansichten aus verschiedenen Kulturkreisen können per definitione zu gar keinen Diskussionsergebnissen führen, wenn man nicht irgendwo einen Kompromiss eingebaut hat, um eine Basis diplomatisch herzustellen.
Preise werden nach Kriterien von Stiftergremien oder einzelnen vergeben; Leistung von Preisträgern sollte schon erbracht werden; kritischer wird es, wenn sich selbst die dazu auserwählten Experten nicht auf entscheidende Punkte einigen können, wem sie für welche Leistung eine Anerkennung aus welchen Gründen auch immer zukommen lassen wollen oder sollen. Wenn es um schlichte Kunst geht, sind Geschmacksrichtungen mit ausschlaggebend; wenn es um Politik mit der Kunst geht, sehe ich auch förderungswürdige und abzulehnende Inhalte, die dem Sinn einer Preisverleihung beeinflussen.
Insofern spielen Empfindungen zu Aussagen auch im Sinne der Preisverleihung eine Rolle, und keine vorgefasste Meinung
Kulturfragen sind ande3rs als nur theologisch aufschlussreich.
Unvereinbare Ansichten aus verschiedenen Kulturkreisen können per definitione zu gar keinen Diskussionsergebnissen führen, wenn man nicht irgendwo einen Kompromiss eingebaut hat, um eine Basis diplomatisch herzustellen.
Preise werden nach Kriterien von Stiftergremien oder einzelnen vergeben; Leistung von Preisträgern sollte schon erbracht werden; kritischer wird es, wenn sich selbst die dazu auserwählten Experten nicht auf entscheidende Punkte einigen können, wem sie für welche Leistung eine Anerkennung aus welchen Gründen auch immer zukommen lassen wollen oder sollen. Wenn es um schlichte Kunst geht, sind Geschmacksrichtungen mit ausschlaggebend; wenn es um Politik mit der Kunst geht, sehe ich auch förderungswürdige und abzulehnende Inhalte, die dem Sinn einer Preisverleihung beeinflussen.
Insofern spielen Empfindungen zu Aussagen auch im Sinne der Preisverleihung eine Rolle, und keine vorgefasste Meinung
19.05.2009 | 19.53 Uhr | Vögi
Tja, sehr sensibles Thema. Schöner Beitrag. Aber durch den Satz:
"Der in Frankfurt lehrende Wissenschaftler Sezgin Roland Koch erteilte den Juroren des Preises eine Absage." steige ich nicht durch. Ist der so gewollt?
"Der in Frankfurt lehrende Wissenschaftler Sezgin Roland Koch erteilte den Juroren des Preises eine Absage." steige ich nicht durch. Ist der so gewollt?
19.05.2009 | 19.43 Uhr | Schuster
chalkidiki
deinen Namen will ich dennoch hier korrigieren - meine Tippfehler sind bei Alterssichtigkeit unentschuldbar, aber nicht immer vermeidbar. MfG.Schuster
deinen Namen will ich dennoch hier korrigieren - meine Tippfehler sind bei Alterssichtigkeit unentschuldbar, aber nicht immer vermeidbar. MfG.Schuster
19.05.2009 | 19.33 Uhr | Schuster
@chaldiki nochmal:
Die Glaubenswahrheiten schlucken ja auch Christen beim Nachdenken nicht so locker, und wer wilol wirklich dann auch die Dreifaltigkeit erklären?
Wer von Kindesbeinen an daran gewöhnt einfach betet, übersieht im Glauben solcherlei Aufklärungsversuche von anderen, die tatsächlich neue Aspekte im so festgelegten Glaubenspotenzial einbringen können, weil sie eben zu entsetzt vor ungewohnten problemlos eingeübten Übernahmen zurückschrecken.
Hilfreich ist es allemal, wenn jemand zweifelnd um Perspektiven ringt; an vielen Ungereimtheiten des Glaubens vorbei ist aber eine Folge-Erscheinung unübersehbar:
Unterschiede der christlichen Lebensweise oder eben anderer Religionen bestimmen das Leben, und von den Konsequenzen her hat jede der monotheistischen ihre problematischen Seiten; allerdings wird es wohl hiermit überschaubarer als bei den Vielgöttereien oder den Atheisten; nur "eine weiche Landung" gibt es wohl nirgends.
Die Glaubenswahrheiten schlucken ja auch Christen beim Nachdenken nicht so locker, und wer wilol wirklich dann auch die Dreifaltigkeit erklären?
Wer von Kindesbeinen an daran gewöhnt einfach betet, übersieht im Glauben solcherlei Aufklärungsversuche von anderen, die tatsächlich neue Aspekte im so festgelegten Glaubenspotenzial einbringen können, weil sie eben zu entsetzt vor ungewohnten problemlos eingeübten Übernahmen zurückschrecken.
Hilfreich ist es allemal, wenn jemand zweifelnd um Perspektiven ringt; an vielen Ungereimtheiten des Glaubens vorbei ist aber eine Folge-Erscheinung unübersehbar:
Unterschiede der christlichen Lebensweise oder eben anderer Religionen bestimmen das Leben, und von den Konsequenzen her hat jede der monotheistischen ihre problematischen Seiten; allerdings wird es wohl hiermit überschaubarer als bei den Vielgöttereien oder den Atheisten; nur "eine weiche Landung" gibt es wohl nirgends.
19.05.2009 | 19.14 Uhr | Bonald
Herr Kermani sollte seinen pauschalen Pornographievorwurf an einem konkreten Werk deutlich machen, etwa an Grünewalds Isenheimer Altar. Vielleicht würde dann klarer, wieso ihn ein Gemälde besonders angesprochen hat, das akademische Glätte mit süßlicher Sentimentalität zu einer "Kreuzigung light" verbindet. Und am Ende käme dann womöglich noch heraus, dass der ganze Aufruhr nur auf Herrn Kermanis bieder-bürgerliches Kunstverständnis zurück geht. Eine solche Lachnummer wäre das Beste, was aus dieser ganzen unseligen Angelegenheit noch heraus zu holen wäre.
19.05.2009 | 19.12 Uhr | Roeschen
Och Bertha....das war nicht beabsichtigt! Ich hatte heute Morgen nicht so viel Zeit....Aber danke, dass Du es ergänzt hast. Alles gut!
19.05.2009 | 18.50 Uhr | Bertha
Steinacker fühle sich durch den Artikel Kermanis, indem er eine rein "persönliche" Empfindung beim Anblick des Kreuzes wiedergibt, verletzt!!
Ach, Röschen! Wenn Du schon zitierst, dann solltest Du es richtig tun:
Der Kardinal (Lehmann) hatte sich in einem Brief über einen Artikel Kermanis...... empört; auch der (evangelische)Theologe Steinacker fühlte sich verletzt
Warum nimmst Du also deinen katholischen Amtsträger von deiner Kritik aus?
Neutrale Beobachter wissen sowieso in welcher der beiden christlichen Kirchen Deutschlands mehr Mitspracherechte bei den Laien und mehr echte Mitwirkungsmöglichkeiten bei den Frauen bestehen. Davon kannst Du in deiner Kirche nur träumen
meint Bertha
Ach, Röschen! Wenn Du schon zitierst, dann solltest Du es richtig tun:
Der Kardinal (Lehmann) hatte sich in einem Brief über einen Artikel Kermanis...... empört; auch der (evangelische)Theologe Steinacker fühlte sich verletzt
Warum nimmst Du also deinen katholischen Amtsträger von deiner Kritik aus?
Neutrale Beobachter wissen sowieso in welcher der beiden christlichen Kirchen Deutschlands mehr Mitspracherechte bei den Laien und mehr echte Mitwirkungsmöglichkeiten bei den Frauen bestehen. Davon kannst Du in deiner Kirche nur träumen
meint Bertha
19.05.2009 | 08.35 Uhr | Roeschen
Und was bitteschön, haben persönliche Empfindungen mit der Sache an sich zu tun. Der Kulturpreis wird schließlich für die positive Förderung in Bezug auf den Dialog zwischen den Religionen verliehen, darauf kommt es doch an und nicht darauf, was ein Preisträger meditativ und nachdenklich empfindet, beim betrachten, wie hier, des Kreuzes.
Fragen über Fragen!
Ich meine.....es ist ein Zeichen unglaublicher Schwäche.....
Fragen über Fragen!
Ich meine.....es ist ein Zeichen unglaublicher Schwäche.....
19.05.2009 | 08.33 Uhr | Roeschen
Ich bin ja wieder mal erstaunt. Heute Morgen im KSTA ein Bericht, nachdem Lehmann und Steinacker ein Gespräch mit Kermani suchen. Der wiederum möchte dieses Gespräch nur in einem privaten Rahmen stattfinden lassen, was ich auch für absolut richtig halte.
Aber was ich für so erstaunenswert halte, ist folgender Satz:
Steinacker fühle sich durch den Artikel Kermanis, indem er eine rein "persönliche" Empfindung beim Anblick des Kreuzes wiedergibt, verletzt!!
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es bleibt mir, wie in vielen ähnlich gelagerten Fällen, unzugänglich und ich werde das wohl nie verstehen können, wie ein mensch, egal, welcher religiöser oder ideologischer Gesinnung er sich nzugehörig fühlt, sich "verletzt" fühlen kann, wenn jemand eine andere Empfindung oder Haltung zum Ausdruck bringt.
Ich meine....was versteckt sich denn dahinter?
Etwa die Angst, dass das eigene Glaubensgerüst ins Wanken kommt?
Ich faß es einfach nicht.
Aber was ich für so erstaunenswert halte, ist folgender Satz:
Steinacker fühle sich durch den Artikel Kermanis, indem er eine rein "persönliche" Empfindung beim Anblick des Kreuzes wiedergibt, verletzt!!
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es bleibt mir, wie in vielen ähnlich gelagerten Fällen, unzugänglich und ich werde das wohl nie verstehen können, wie ein mensch, egal, welcher religiöser oder ideologischer Gesinnung er sich nzugehörig fühlt, sich "verletzt" fühlen kann, wenn jemand eine andere Empfindung oder Haltung zum Ausdruck bringt.
Ich meine....was versteckt sich denn dahinter?
Etwa die Angst, dass das eigene Glaubensgerüst ins Wanken kommt?
Ich faß es einfach nicht.
18.05.2009 | 17.49 Uhr | Bertha
Der Gastbeitrag von Elmar Salmann zum Thema in der heutigen Ausgabe des KStA (Kultur Seite 21) hat mir sehr gut gefallen. Der Titel lautet: Das Taumeln der Religion. Der Untertitel : Der Fall Kermani weckt die Scham, heutzutage einer Kirche anzugehören.
Ein sehr differenzierter Beitrag eines katholischen Theologen für den ich leider keinen Link durch die KStA Suchfunktion gefunden habe.
Es gibt sie also noch die Schäfchen, die sich von ihren Oberhirten das eigene Nachdenken nichtverbieten lassen. Mal sehen wie lange es dauert bis auch sie eingenordet (pardon: gleichgeschaltet) werden.
Ein sehr differenzierter Beitrag eines katholischen Theologen für den ich leider keinen Link durch die KStA Suchfunktion gefunden habe.
Es gibt sie also noch die Schäfchen, die sich von ihren Oberhirten das eigene Nachdenken nichtverbieten lassen. Mal sehen wie lange es dauert bis auch sie eingenordet (pardon: gleichgeschaltet) werden.
18.05.2009 | 16.25 Uhr | chalkidiki
@schuster
da wir Christen uns auch als Monotheisten bezeichnen, ist es glaube ich einem Muslimen nur schwer verständlich zu machen, worin nun der Unterschied zwischen einem Sterbenden Gott am Kreuz und einem sterbenden Gottessohn, der zum Mensch geworden ist, klarzumachen.
Das ist ja eben der springende Punkt, wehalb die Kreuzestheologie so schwer zu schlucken ist, und genau deshalb schätze ich den Beitrag Kermanis und finde ihn weder respekt- noch ahnungslos, sondern einfach nur bereichernd.
da wir Christen uns auch als Monotheisten bezeichnen, ist es glaube ich einem Muslimen nur schwer verständlich zu machen, worin nun der Unterschied zwischen einem Sterbenden Gott am Kreuz und einem sterbenden Gottessohn, der zum Mensch geworden ist, klarzumachen.
Das ist ja eben der springende Punkt, wehalb die Kreuzestheologie so schwer zu schlucken ist, und genau deshalb schätze ich den Beitrag Kermanis und finde ihn weder respekt- noch ahnungslos, sondern einfach nur bereichernd.
18.05.2009 | 15.59 Uhr | Schuster
@chaldiki: "Anblick des sterbenden Gottes am Kreuz"
Es handelt sich nicht um den sterbenden Gott,
sondern um den Mensch gewordenen Gottessohn nach christlicher Lehre jedenfalls.
Damit verbunden ist der AUFERSTEHUNGSGLAUBE
und die nun Pfingsten wieder gefeierte Verbindung
zum HEILIGEN GEIST
bei den betrachtenden Menschen, wenn sie sich
beim Kreuz allein verloren
fühlen; da ist eben von ewigem Leben die Rede und den Geheimnissen des Glaubens, die nicht so "risikofrei" sind wie sie sich von der Bezeichnung her anhören.
Es handelt sich nicht um den sterbenden Gott,
sondern um den Mensch gewordenen Gottessohn nach christlicher Lehre jedenfalls.
Damit verbunden ist der AUFERSTEHUNGSGLAUBE
und die nun Pfingsten wieder gefeierte Verbindung
zum HEILIGEN GEIST
bei den betrachtenden Menschen, wenn sie sich
beim Kreuz allein verloren
fühlen; da ist eben von ewigem Leben die Rede und den Geheimnissen des Glaubens, die nicht so "risikofrei" sind wie sie sich von der Bezeichnung her anhören.
18.05.2009 | 15.50 Uhr | Schuster
So ist es also in "deinem Schicksal" der Himmel auf Erden; weil du eben keine Selbsterlösung zu brauchen scheinst.
Na ja, Verantwortung für zu Pflegende muss kein Kreuz sein, aber da gibt es eigentlich auch andere Erfahrungen, so Grenzwerte z.B. bei notwendiger Eigenpflege noch selber aktiv kommt auch mal vor; datt jeht aufs Kreuz! (:))) und immer nur "löcheln".
Süßsauer, versteht sich! Und "do müsse mer durschschsch.
MfG Schuster
Na ja, Verantwortung für zu Pflegende muss kein Kreuz sein, aber da gibt es eigentlich auch andere Erfahrungen, so Grenzwerte z.B. bei notwendiger Eigenpflege noch selber aktiv kommt auch mal vor; datt jeht aufs Kreuz! (:))) und immer nur "löcheln".
Süßsauer, versteht sich! Und "do müsse mer durschschsch.
MfG Schuster
18.05.2009 | 14.36 Uhr | Roeschen
@ chalkidiki:
Vielen Dank für Deinen ergänzenden Kommentar. So sehe ich das auch! Leider wir durch die in vielen Foren oder in den Medien geäußerte Kritik am Vorgehen nichts ändern. Schade! Wirklich! Das Kind ist in den Brunnen gefallen!
Vielen Dank für Deinen ergänzenden Kommentar. So sehe ich das auch! Leider wir durch die in vielen Foren oder in den Medien geäußerte Kritik am Vorgehen nichts ändern. Schade! Wirklich! Das Kind ist in den Brunnen gefallen!
18.05.2009 | 13.33 Uhr | chalkidiki
Zu Kermanis Text kann ich nur sagen, dass man ihn als persönlichen Text einordnen und verstehen sollte.
Sicherlich sind die verwendeten Begriffe wie Pornographie, Gotteslästerung und Idolatrie provozierend, aber nicht, wenn man sie als Zusammenfassung der ursprünglichen Haltung Kermanis gegenüber dem Kreuz auffasst, die deshalb so drastisch beschrieben wird um die Annäherung an das Kreuz und die Ausstrahlung des Bildes und die bewirkte Sinnesänderung zu beschreiben.
Ich bin überzeugte und glückliche Christin, gerade deswegen hat mich der Text Kermanis sehr berührt und nachdenklich zurückgelassen, machte er mir doch einmal mehr klar, wie provokativ die Botschaft des sterbenden Gottes am Kreuz eigentlich ist.
Danke Herr Kermani!
Sicherlich sind die verwendeten Begriffe wie Pornographie, Gotteslästerung und Idolatrie provozierend, aber nicht, wenn man sie als Zusammenfassung der ursprünglichen Haltung Kermanis gegenüber dem Kreuz auffasst, die deshalb so drastisch beschrieben wird um die Annäherung an das Kreuz und die Ausstrahlung des Bildes und die bewirkte Sinnesänderung zu beschreiben.
Ich bin überzeugte und glückliche Christin, gerade deswegen hat mich der Text Kermanis sehr berührt und nachdenklich zurückgelassen, machte er mir doch einmal mehr klar, wie provokativ die Botschaft des sterbenden Gottes am Kreuz eigentlich ist.
Danke Herr Kermani!



















