Spielzeugwelt aus Holz
Spielzeugaltar
Zu Besuch bei meiner Schwiegertochter und der Enkelin in Köln haben wir viele Ausflüge gemacht. Als ich den Artikel über “die Rheinländer“ las, musste ich lachen. Ich war mit meiner Familie auch da. In den Herbstferien.
Natürlich hatte die kleine Enkelin viel größeres Interesse an der Ausstellung des Holzspielzeugs als an der Rheinländerausstellung. Diese Ausstellung ist klein aber fein und befindet sich in nur einem großen Saal. Sie liegt direkt gegenüber dem Gebäude mit der Rheinländer-Ausstellung. Wenn man beide Ausstellungen besucht, kann man am Kiosk, welches zwischen den Gebäuden liegt, einen Kaffee trinken, sich auf den Bänken niederlassen und erst einmal kurz verschnaufen.
 
Man wird auch einiges wieder entdecken, denn die Puppenstuben und Puppenmöbel entstammen der Spielzeugsammlung Maria Junghanns, die das Museum seinerzeit für die große Spielzeugausstellung erworben hatte. Theaterpuppen und Tiere aus Holz kamen hinzu, ebenso wie die aus der Sammlung Klein beschafften Burgen, Ställe und Fahrzeuge. Alles Spielzeug!
 
Sehr schön zu sehen ist die Entwicklung vom schlichten und einfachen Kinderspielzeug bis zu dem Spielzeug, welches die Welt der Erwachsenen widerspiegelt und sie spielerisch einüben lassen soll.
 
Von Holztieren auf dem Bauernhof geht es zur Arche Noah und zu Pferd und Wagen, von der Puppenstube mit Möbeln im Biedermeier-Stil bis zum 50er Jahre-Stil inclusive Gelsenkirchener Barock. Selbst in Notzeiten wurden Puppenmöbel wie Wiegen oder Schränke kunstvoll aus Holzresten selbst zusammen gebaut.
Im Laufe der Jahre wurde man mobil, und das zeigte sich auch in der Welt des Kinderspielzeugs. Autos und Lokomotiven sowie Roller und Fahrräder ließen Kinder die Welt erobern und aus einem kleinen Kinderzimmer in diese andere Welt ausbrechen.
 
Sehr interessant ist ein „religiöses Spielzeug", ein Kinderaltar. Der Altar ist bis ins kleinste der Nachbau eines in der Zeit der neugotischen Phase entstandenen Altars um 1900. Solche Miniatur-Altäre waren als religiöses Spielzeug für Kinder gedacht. – So wie noch bis nach dem 2. Weltkrieg Schreiner in der Eifel private Prozessions- und Hausaltäre herstellten, schufen sie auch diese Art von Kinderaltären. „Kinder sollten und konnten daran religiöse Inhalte und rituelle Abläufe während eines Gottesdienstes einüben. Die Jungen spielten Messe und konnten sich schon einmal in der Rolle des Messdieners üben. Oft wurde ein männlicher Nachkomme aus der Familie Priester“, heißt es im Begleittext zum dargestellten Altar Foto).
Das es „katholisches“ Spielzeug gibt, war mir bislang nicht bewusst. Es zeigt, so die Beschriftung, die „tiefe Verwurzelung des katholischen Glaubens in der Eifel“. Wobei auch erwähnt wird, das es Kinderaltäre auch in Bayern und Polen gab, selten jedoch im neugotischen Stil wie das hier gesehene Modell.
 
Der Altar hat die Enkelin nicht sonderlich beeindruckt, aber die Puppenmöbel, darauf flog sie und konnte sich kaum losreißen.
 
Das Altar-Foto hat meine Schwiegertochter fotografiert. Leider nur von der Seite, weil die Spiegelung durch die Vitrine frontal zu stark war.
Am Ende meines Blogs noch vielen Dank an die geduldige Escape im Verein Nähkästchen. Sie hat mir in vielen mühevollen emails erklärt wie das mit dem Fettschreiben, Kursivschreiben und Verlinken geht. Ich glaube jetzt habe ich es verstanden.
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04.11.2009 | 22.13 Uhr | Paula Hallo Selma, ich bin auch - kurz - durch diese Ausstellung marschiert. Aber die damalige Spielzeugausstellung war viel besser, viel liebevoller aufbereitet. Interessant fand ich die Foto-Ausstellung von Eifeler Bürgern, die am Aufgang zur der Ausstellung zu sehen war: 50 er Jahre. Einfach herrliche Fotos. Die Jungs in Lederhosen, die Eltern chic gemacht am Sonntag...
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