Auch Laien kann ich diese kleine aber feine Ausstellung über Fritz Leonhardt am Roncalliplatz 2 empfehlen. Modelle, Fotos, Videos sowie knappe, verständlich geschriebene Texte übermitteln auch dem Nichtfachmann etwas von der Faszination des Bauens.
Es sollte eine Ausstellung zweier großer Brückenbauer werden, beide vor 100 Jahren geboren: Gerd Lohmer und Fritz Leonhardt. Doch die Exponate über den Kölner Brückenarchitekten Gerd Lohmer sind nach dem Einsturz des Archivs derzeit nicht auffindbar. Sicher bitter für die Familie. Bleibt zu hoffen, dass die Unterlagen über Gerd Lohmer schon geborgen sind und bald wieder aufgefunden werden.
So ist die Ausstellung im Kuriengebäude am Roncalliplatz ganz dem Leben und Werk des schwäbischen Ingenieurs Fritz Leonhardt gewidmet. Die Präsentation ist in 8 Stationen wie folgt gegliedert:
01 Studium+Reisen
02 Berufseinstieg
03 Ingenieurbüro Dr.Ing Fritz Leonhardt.
04 Wiederaufbau des zerstörten Landes
04 Hochschullehrer und Rektor
06 Türme
07 Brücken
08 Hochbauten.
Einige Bauwerke, an denen Leonhardt maßgeblich beteiligt war und die auch dem einen oder anderen Nichtfachmann bekannt sein dürften sind:
Severins-, Deutzer- und Rodenkirchener Brücke.
Fernsehturm auf dem Killesberg in Stuttgart
Dreischeibenhaus in Düsseldorf.
Wer mehr erfahren will: Fritz Leonhardt.
Hier sei nur auch auf seine Leidenschaft für Wandern und Bergwandern verwiesen. So gehört zu den Exponaten der Ausstellung auch ein Paar seiner Wanderschuhe und ein Eispickel, mit dem er manchen Viertausender bestiegen hat.
Ein Wort zu dem Zusammenspiel von Architekt und Ingenieur. Die Berufsbilder berühren sich in vielen Punkten, aber jeder bringt sein spezielles Können bei Planung und Verwirklichung eines Bauwerks ein. Der Architekt versteht i.A. mehr von der formalen Gestaltung, salopp gesagt von der Schönheit eines Bauwerks. Der Ingenieur versteht i.A. mehr von der Technik dahinter. So zum Beispiel vom Tragwerk, das dem Bauwerk Standfestigkeit und Gebrauchstauglichkeit verleiht. Eine Brücke darf nicht einstürzen und auch nicht so sehr schwanken, dass die Nutzer Angst bekommen, wenn sie auf der Brücke stehen, gehen oder fahren.
Nun sollten der Architekt wie auch der Ingenieur ein Gespür für beides habe: Die Form und die Technik. Das war im Falle von Lohmer und Leonhardt, die beide oft zusammengearbeitet haben, sicher der Fall. Wenn auch der eine von der Ausbildung Architekt war (Lohmer) so hat er doch im Laufe seines Berufslebens sicher ein gerüttelt Maß an Technik erlernt und der andere (Leonhardt) hat im Laufe seines Berufslebens eine gerüttelt Maß an Gefühl für Form und Schönheit entwickelt.
Architekt und Ingenieur müssen zusammenabeiten und einer den anderen und dessen Beitrag zu einem Bauwerk verstehen und würdigen. Einer allein kann sowieso ein so komplexes Bauwerk wie eine Rheinbrücke nicht mehr entwerfen, planen und verwirklichen. Das konnte Brunelleschi noch, der Schöpfer der Kuppel von Santa Maria del Fiore in Florenz. Aber eine Rheinbrücke, einen Fernsehturm, ein Hochhaus, das sind Bauwerke, die nur mehr von großen Teams auf die Beine gestellt werden können.
Zum Schluss noch eine kritische Bemerkung zu Megabauten wie Hochhäuser, die wirklich bald den Himmel berühren wie einst der Turm zu Babel. Der Fritz-Leonhardt-Preis, zum ersten Mal verliehen im Jahre 1999 wurde unlängst zum vierten mal vergeben und zwar an den US-amerikanischen Ingenieur William F.Baker. Sein wohl bekanntestes Bauwerk ist der Wolkenkratzer Burj Dubai, mit 818 Metern Höhe fast einen Kilometer hoch !!. Da kommen bei mir doch Zweifel, ob dies noch sinnvoll ist oder doch nur reiner Größenwahn, würdig eines GRÖBAZ, dem Größten Baumeister aller Zeiten.
Eine Freundin meiner Frau nennt solche in den Himmel aufragenden Bauten gerne Phallussymbole und trifft damit vielleicht die Wahrheit.
Jedenfalls: Die Ausstellung ist empfehlenswert auch für Leute, die nicht vom Fach sind. Der Eintritt ist kostenlos. Dienstags bis Sonntags von 10 bis 18 Uhr im Kuriengebäude, Roncalliplatz 2, 50667 Köln.
Noch eine Abschlussbemerkung: Im KStA steht heute schon eine Bericht über diese Ausstellung von Ralf Johnen. Eingangs schreibt er: Der Architekt entwarf die Rodenkirchener und die Deutzer Brücke sowie die Severinsbrücke.
Herr Johnen sie haben nichts begriffen. Fritz Leonhardt war Ingenieur und wollte auch Ingenieur sein und kein Architekt. Er selbst nannte sich am liebsten Baumeister.
Es sollte eine Ausstellung zweier großer Brückenbauer werden, beide vor 100 Jahren geboren: Gerd Lohmer und Fritz Leonhardt. Doch die Exponate über den Kölner Brückenarchitekten Gerd Lohmer sind nach dem Einsturz des Archivs derzeit nicht auffindbar. Sicher bitter für die Familie. Bleibt zu hoffen, dass die Unterlagen über Gerd Lohmer schon geborgen sind und bald wieder aufgefunden werden.
So ist die Ausstellung im Kuriengebäude am Roncalliplatz ganz dem Leben und Werk des schwäbischen Ingenieurs Fritz Leonhardt gewidmet. Die Präsentation ist in 8 Stationen wie folgt gegliedert:
01 Studium+Reisen
02 Berufseinstieg
03 Ingenieurbüro Dr.Ing Fritz Leonhardt.
04 Wiederaufbau des zerstörten Landes
04 Hochschullehrer und Rektor
06 Türme
07 Brücken
08 Hochbauten.
Einige Bauwerke, an denen Leonhardt maßgeblich beteiligt war und die auch dem einen oder anderen Nichtfachmann bekannt sein dürften sind:
Severins-, Deutzer- und Rodenkirchener Brücke.
Fernsehturm auf dem Killesberg in Stuttgart
Dreischeibenhaus in Düsseldorf.
Wer mehr erfahren will: Fritz Leonhardt.
Hier sei nur auch auf seine Leidenschaft für Wandern und Bergwandern verwiesen. So gehört zu den Exponaten der Ausstellung auch ein Paar seiner Wanderschuhe und ein Eispickel, mit dem er manchen Viertausender bestiegen hat.
Ein Wort zu dem Zusammenspiel von Architekt und Ingenieur. Die Berufsbilder berühren sich in vielen Punkten, aber jeder bringt sein spezielles Können bei Planung und Verwirklichung eines Bauwerks ein. Der Architekt versteht i.A. mehr von der formalen Gestaltung, salopp gesagt von der Schönheit eines Bauwerks. Der Ingenieur versteht i.A. mehr von der Technik dahinter. So zum Beispiel vom Tragwerk, das dem Bauwerk Standfestigkeit und Gebrauchstauglichkeit verleiht. Eine Brücke darf nicht einstürzen und auch nicht so sehr schwanken, dass die Nutzer Angst bekommen, wenn sie auf der Brücke stehen, gehen oder fahren.
Nun sollten der Architekt wie auch der Ingenieur ein Gespür für beides habe: Die Form und die Technik. Das war im Falle von Lohmer und Leonhardt, die beide oft zusammengearbeitet haben, sicher der Fall. Wenn auch der eine von der Ausbildung Architekt war (Lohmer) so hat er doch im Laufe seines Berufslebens sicher ein gerüttelt Maß an Technik erlernt und der andere (Leonhardt) hat im Laufe seines Berufslebens eine gerüttelt Maß an Gefühl für Form und Schönheit entwickelt.
Architekt und Ingenieur müssen zusammenabeiten und einer den anderen und dessen Beitrag zu einem Bauwerk verstehen und würdigen. Einer allein kann sowieso ein so komplexes Bauwerk wie eine Rheinbrücke nicht mehr entwerfen, planen und verwirklichen. Das konnte Brunelleschi noch, der Schöpfer der Kuppel von Santa Maria del Fiore in Florenz. Aber eine Rheinbrücke, einen Fernsehturm, ein Hochhaus, das sind Bauwerke, die nur mehr von großen Teams auf die Beine gestellt werden können.
Zum Schluss noch eine kritische Bemerkung zu Megabauten wie Hochhäuser, die wirklich bald den Himmel berühren wie einst der Turm zu Babel. Der Fritz-Leonhardt-Preis, zum ersten Mal verliehen im Jahre 1999 wurde unlängst zum vierten mal vergeben und zwar an den US-amerikanischen Ingenieur William F.Baker. Sein wohl bekanntestes Bauwerk ist der Wolkenkratzer Burj Dubai, mit 818 Metern Höhe fast einen Kilometer hoch !!. Da kommen bei mir doch Zweifel, ob dies noch sinnvoll ist oder doch nur reiner Größenwahn, würdig eines GRÖBAZ, dem Größten Baumeister aller Zeiten.
Eine Freundin meiner Frau nennt solche in den Himmel aufragenden Bauten gerne Phallussymbole und trifft damit vielleicht die Wahrheit.
Jedenfalls: Die Ausstellung ist empfehlenswert auch für Leute, die nicht vom Fach sind. Der Eintritt ist kostenlos. Dienstags bis Sonntags von 10 bis 18 Uhr im Kuriengebäude, Roncalliplatz 2, 50667 Köln.
Noch eine Abschlussbemerkung: Im KStA steht heute schon eine Bericht über diese Ausstellung von Ralf Johnen. Eingangs schreibt er: Der Architekt entwarf die Rodenkirchener und die Deutzer Brücke sowie die Severinsbrücke.
Herr Johnen sie haben nichts begriffen. Fritz Leonhardt war Ingenieur und wollte auch Ingenieur sein und kein Architekt. Er selbst nannte sich am liebsten Baumeister.
Schlagworte: Gerd Lohmer | Fritz Leonhardt | Brücken | Ausstellung Fritz Leonhardt | Kuriengebäude | Roncalliplatz | Lemm(y)i
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25.08.2009 | 21.24 Uhr | ing.lambertz
Hallo Maria,
Er befindet sich auf dem 483 Meter hohen Hohen Bopser im Stadtbezirk Degerloch am Südrand des Stuttgarter Talkessels.
Danke, da muss ich mich belehren lassen. Weiß auch nicht, seit ich den Turm zur Kenntnis genommen habe, verbinde ich diesen immer mit dem Killesberg.
War verkehrt und als Stuttgarterin kannst du das natürlich nicht stehen lassen.
Also merke ich mir jetzt: Auf dem Hohen Bopster.
Aber ein Meisterwerk ist er, da sind wir uns sicherlich einig ;-).
Gruß in die schwäbische Metropole
Lemm(y)i
Er befindet sich auf dem 483 Meter hohen Hohen Bopser im Stadtbezirk Degerloch am Südrand des Stuttgarter Talkessels.
Danke, da muss ich mich belehren lassen. Weiß auch nicht, seit ich den Turm zur Kenntnis genommen habe, verbinde ich diesen immer mit dem Killesberg.
War verkehrt und als Stuttgarterin kannst du das natürlich nicht stehen lassen.
Also merke ich mir jetzt: Auf dem Hohen Bopster.
Aber ein Meisterwerk ist er, da sind wir uns sicherlich einig ;-).
Gruß in die schwäbische Metropole
Lemm(y)i
25.08.2009 | 21.09 Uhr | Maria123
Der Stuttgarter Fernsehturm steht nicht auf dem Killesberg, sondern auf dem Hohen Bopser in Degerloch. Das mag für Kölner belanglos sein, als Stuttgarterin kann ich das allerdings nicht so stehen lassen.
Herzliche Grüße aus Stuttgart sendet
Maria
Herzliche Grüße aus Stuttgart sendet
Maria
14.08.2009 | 22.54 Uhr | Roeschen
Hallo Lemmy(i):
Zuerst dachte ich bei der Überschrift, Du schreibst was über "Bodo den Baumeister:-)", aber dann sah ich sehr schnell, dass es sich um eine ernste Angelegenheit handelt. Naja...Dein Enkel ist aus Bodo Baumeisters Alter ja auch längst herausgewachsen.
Ich hab´s auf jeden Fall mit Interesse gelesen. Architektektur hat mich schon immer interessiert. Gerade jetzt wieder in Frankfurt, hab ich die hell erleuchteten Bauwerke von sicher ebenfalls Dir oder anderen Wissenden bekannten Architekten und Ingenieuren bewundert. Vor allen Dingen der Frankfurter Messe-Bleistift-Bau hat mir sehr gut gefallen!
Gruß
Röschen
Zuerst dachte ich bei der Überschrift, Du schreibst was über "Bodo den Baumeister:-)", aber dann sah ich sehr schnell, dass es sich um eine ernste Angelegenheit handelt. Naja...Dein Enkel ist aus Bodo Baumeisters Alter ja auch längst herausgewachsen.
Ich hab´s auf jeden Fall mit Interesse gelesen. Architektektur hat mich schon immer interessiert. Gerade jetzt wieder in Frankfurt, hab ich die hell erleuchteten Bauwerke von sicher ebenfalls Dir oder anderen Wissenden bekannten Architekten und Ingenieuren bewundert. Vor allen Dingen der Frankfurter Messe-Bleistift-Bau hat mir sehr gut gefallen!
Gruß
Röschen
14.08.2009 | 20.23 Uhr | Leon Blogiker
Hallo Lemmy,
das Wörtchen "Technik" bedeutet eigentlich "Kunst". So waren die Dombaumeister des Mittelalters Künstler, nämlich Ingenieure und Architekten zugleich. Nun sind etwa die gothischen Kathedralen in Europa doch wirklich keine technische Kleinigkeit. Ob die Arbeitsteilung zwischen den schönen und technischen Künsten, die sich ja erst in den letzten 300 Jahren herausgebildet hat, wirklich so unausweichlich war? Oder hätte sich das auch anders entwickeln können? Vielleicht hätten wir dann eine menschlichere Technik und eine intelligentere Kunst?
Natürlich ist das jetzt nur ein spekulatives Gedankenspiel. Aber Du siehst, du hast mich zum Grübeln gebracht.
Gruß von L.B.
das Wörtchen "Technik" bedeutet eigentlich "Kunst". So waren die Dombaumeister des Mittelalters Künstler, nämlich Ingenieure und Architekten zugleich. Nun sind etwa die gothischen Kathedralen in Europa doch wirklich keine technische Kleinigkeit. Ob die Arbeitsteilung zwischen den schönen und technischen Künsten, die sich ja erst in den letzten 300 Jahren herausgebildet hat, wirklich so unausweichlich war? Oder hätte sich das auch anders entwickeln können? Vielleicht hätten wir dann eine menschlichere Technik und eine intelligentere Kunst?
Natürlich ist das jetzt nur ein spekulatives Gedankenspiel. Aber Du siehst, du hast mich zum Grübeln gebracht.
Gruß von L.B.
14.08.2009 | 19.43 Uhr | Bertha
Hallo Lemm(y)i,
Schön, dass Du mit deinem Beitrag an einen großen Baumeister erinnert hast. Dafür ***** von mir. Während meiner Assistentenzeit an der Uni Stuttgart hatte ich Gelegenheit diesen großen Bauingenieur kennen zu lernen.
Gruß Bertha
Schön, dass Du mit deinem Beitrag an einen großen Baumeister erinnert hast. Dafür ***** von mir. Während meiner Assistentenzeit an der Uni Stuttgart hatte ich Gelegenheit diesen großen Bauingenieur kennen zu lernen.
Gruß Bertha














