Werte Verleger,
mit Bestürzung erlebe ich die Selbstdemontage Ihrer Verlagshäuser.
Offen gestanden bin ich, schon aus mehr als 30jähriger zur Gewohnheit gewordener Routine im Tageszeitungskonsum darüber erschüttert, wie anhaltend die einzigen Qualitätsgaranten für Ihr Produkt Zeitung, die Journalisten, Spießruten laufen müssen, um ihrem Broterwerb nach zugehen.
Nun also sollen die Gehälter in einer Weise gekürzt werden, dass jedem normalen Menschen die Motivation für seine Tätigkeit zwangsweise flöten gehen muss. Und mit der Macht der Direktive wird die Öffentlichkeit aus dem Tarifkonflikt ausgeblendet: eine Informationspolitik, die den Selbstanspruch manches Blattes in seiner Titelzeile, unabhängig, geradezu verhöhnt.
Klar: schuld sind die Öffentlich-Rechtlichen
Werte Verleger, glauben Sie allen Ernstes, dass Sie die Attraktivität ihrer Rotationsmaschinenergebnisse heben können, indem Sie die Qualitätsmerkmale und Voraussetzungen so zusammen streichen?
Mit Verlaub: wenn Sie das wirklich glauben, dann muss ich davon ausgehen, dass Sie mit der Anwendung solcher Mittel selbst die Ursache jener Krise sind, die Sie so gern und wiederholt in den Mittelpunkt der eigennützigen Diskussionen stellen.
Die Klagen über das erschwerte Zeitungsgeschäft jedoch wurden übertrieben; logische Folge zu häufigen Klagens von Kaufleuten ist, dass weiß jeder, der Handel oder Produktion mit seinen Auf und Ab langjährig erfahren hat, dass die Kundschaft weg bleibt, wenn sie fremder Sorgen überdrüssig ist; abgesehen natürlich von einer kleinen Schar von Getreuen, die sich noch aus dem Abwind des Gewerbetreibenden einen Vorteil versprechen: dem reden sie dann sogar noch am Abgrund zum mutigen Schritt nach vorne zu.
Zu diesen Klagen gehört auch das schon nervende Lamento über die Bevorzugung der Öffentlich-Rechtlichen gegenüber den Zeitungen: stattdessen sollte gefragt werden, warum das Geld den Weg dort hin denn geht. Geld verfügt, in dieser Hinsicht, über so etwas wie Schwarm-Intelligenz!
Statt also nüchtern zu analysieren werden enorme Beträge aufgewandt, die neuen Medien zu den Ikonen der Informationskultur zu (v)erklären. Das jedoch mit erschreckender Kurzsichtigkeit, denn diese neuen Medien sind von einer Schnelllebigkeit, dass ihre Wirkungskraft bereits überholt ist, wenn die ersten Investitionen zu schmerzen beginnen; in der Zwischenzeit wird bei den etablierten Produkten gespart und dieser ausgehöhlte Wirkungsgrad in die neuen Medien übertragen. Die ‚alten’ Leser bemerkten es zuerst!
Die Zeitung für tot erklären?
Die sprachlichen Schnitzer wurden häufiger, trotz entsprechender Software, der ungeprüfte Abdruck von Agenturmeldungen, fast bis zu fachlichen Enten, griff mehr und mehr um sich, die Tendenz zum Boulevard weitete sich aus…
Aber die Stimmen der Kritiker wurden erst schön geredet, bald ignoriert; die reifere Generation sieht sich, in einem Hype um die Jugend als Publikum, ausgebremst. Womit wesentliche Träger der Institution Zeitung durch resignierte Kündigung der Abonnements weg brechen. Vielleicht sogar erst recht in die Arme der ÖR getrieben werden, und das, obwohl diese den Aspekt der lokalen Berichterstattung nicht annähernd so gut bewältigen können, wie eben eine Zeitung. Mal abgesehen von den Blättern mit überregionaler Bedeutung.
Womit sich der Kreis wieder schließt, allerdings wohl ein letztes Mal. Denn wenn die Lokalredaktionen im Sog der tariflichen Forderungen der Verleger sowohl für Berufsanfänger wie auch für erfahrene Journalisten nach niedrigeren Gehältern zu Geiseln der Zeitungshäuser werden, dann ist es absehbar, dass die Inhalte nur noch beliebiger, austauschbarer, schließlich verzichtbarer werden. Die Zeitungskrise erscheint mehr und mehr als ein Hausmacher nach Gutsherrenart.
Für wen, bitte, wird Zeitung noch gleich gemacht?
Werte Verleger, es mag ja sein, dass eine unbedeutende Leserstimme Sie nicht mehr erschrickt als das Kratzen einer Assel im Keller, sind Sie doch ganz anderen Umgang gewöhnt. Aber vielleicht ist auch das so ein Problem: dass Sie, wie so vielen andere Wirtschafts-Kreise, denen Sie es in Ihren Kolumnen und Kommentarleisten durch Ihre eigenen Journalisten vor Augen führen lassen, einfach nur den Kontakt zur Basis verloren haben.
Es wäre zugegeben wesentlich einfacher ein Ei über die Sache zu schlagen und dieses Produkt, dass mich selbst die meiste Zeit meines Lebens begleitet hat, für tot zu erklären und zu Grabe zu tragen. Aber damit will ich es nicht auf sich beruhen lassen; wie schon irgend so ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat besagt: Verachte nicht den Kritiker, er hat Dich noch nicht aufgegeben.
Aber es liegt an Ihnen, die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen, um in der durch Ihre angestrebte Tarifpolitik absehbaren Entwicklung irgendwann feststellen zu müssen, dass die Produkte Ihrer Rotationsmaschinen keinen Unterschied mehr machen zu denen, die Sie bisher als so genannt kostenlose Zeitungen in den meisten Fällen haben abwehren können.
Um nicht wieder Mark Twain zu zitieren:
Kultfigur der Publizisten, Karl Kraus, schrieb einmal: echte Avantgarde ist der mutige Rückschritt zur Vernunft.
Niemand sagt, dass dabei nicht neue Wege, auch durch neue Medien beschritten werden dürfen. Aber sie sollten sich an Werten orientieren, die Zeitungen auch eine Rechtfertigung geben.
Über das Inserententum hinaus…
mit Bestürzung erlebe ich die Selbstdemontage Ihrer Verlagshäuser.
Offen gestanden bin ich, schon aus mehr als 30jähriger zur Gewohnheit gewordener Routine im Tageszeitungskonsum darüber erschüttert, wie anhaltend die einzigen Qualitätsgaranten für Ihr Produkt Zeitung, die Journalisten, Spießruten laufen müssen, um ihrem Broterwerb nach zugehen.
Nun also sollen die Gehälter in einer Weise gekürzt werden, dass jedem normalen Menschen die Motivation für seine Tätigkeit zwangsweise flöten gehen muss. Und mit der Macht der Direktive wird die Öffentlichkeit aus dem Tarifkonflikt ausgeblendet: eine Informationspolitik, die den Selbstanspruch manches Blattes in seiner Titelzeile, unabhängig, geradezu verhöhnt.
Klar: schuld sind die Öffentlich-Rechtlichen
Werte Verleger, glauben Sie allen Ernstes, dass Sie die Attraktivität ihrer Rotationsmaschinenergebnisse heben können, indem Sie die Qualitätsmerkmale und Voraussetzungen so zusammen streichen?
Mit Verlaub: wenn Sie das wirklich glauben, dann muss ich davon ausgehen, dass Sie mit der Anwendung solcher Mittel selbst die Ursache jener Krise sind, die Sie so gern und wiederholt in den Mittelpunkt der eigennützigen Diskussionen stellen.
Die Klagen über das erschwerte Zeitungsgeschäft jedoch wurden übertrieben; logische Folge zu häufigen Klagens von Kaufleuten ist, dass weiß jeder, der Handel oder Produktion mit seinen Auf und Ab langjährig erfahren hat, dass die Kundschaft weg bleibt, wenn sie fremder Sorgen überdrüssig ist; abgesehen natürlich von einer kleinen Schar von Getreuen, die sich noch aus dem Abwind des Gewerbetreibenden einen Vorteil versprechen: dem reden sie dann sogar noch am Abgrund zum mutigen Schritt nach vorne zu.
Zu diesen Klagen gehört auch das schon nervende Lamento über die Bevorzugung der Öffentlich-Rechtlichen gegenüber den Zeitungen: stattdessen sollte gefragt werden, warum das Geld den Weg dort hin denn geht. Geld verfügt, in dieser Hinsicht, über so etwas wie Schwarm-Intelligenz!
Statt also nüchtern zu analysieren werden enorme Beträge aufgewandt, die neuen Medien zu den Ikonen der Informationskultur zu (v)erklären. Das jedoch mit erschreckender Kurzsichtigkeit, denn diese neuen Medien sind von einer Schnelllebigkeit, dass ihre Wirkungskraft bereits überholt ist, wenn die ersten Investitionen zu schmerzen beginnen; in der Zwischenzeit wird bei den etablierten Produkten gespart und dieser ausgehöhlte Wirkungsgrad in die neuen Medien übertragen. Die ‚alten’ Leser bemerkten es zuerst!
Die Zeitung für tot erklären?
Die sprachlichen Schnitzer wurden häufiger, trotz entsprechender Software, der ungeprüfte Abdruck von Agenturmeldungen, fast bis zu fachlichen Enten, griff mehr und mehr um sich, die Tendenz zum Boulevard weitete sich aus…
Aber die Stimmen der Kritiker wurden erst schön geredet, bald ignoriert; die reifere Generation sieht sich, in einem Hype um die Jugend als Publikum, ausgebremst. Womit wesentliche Träger der Institution Zeitung durch resignierte Kündigung der Abonnements weg brechen. Vielleicht sogar erst recht in die Arme der ÖR getrieben werden, und das, obwohl diese den Aspekt der lokalen Berichterstattung nicht annähernd so gut bewältigen können, wie eben eine Zeitung. Mal abgesehen von den Blättern mit überregionaler Bedeutung.
Womit sich der Kreis wieder schließt, allerdings wohl ein letztes Mal. Denn wenn die Lokalredaktionen im Sog der tariflichen Forderungen der Verleger sowohl für Berufsanfänger wie auch für erfahrene Journalisten nach niedrigeren Gehältern zu Geiseln der Zeitungshäuser werden, dann ist es absehbar, dass die Inhalte nur noch beliebiger, austauschbarer, schließlich verzichtbarer werden. Die Zeitungskrise erscheint mehr und mehr als ein Hausmacher nach Gutsherrenart.
Für wen, bitte, wird Zeitung noch gleich gemacht?
Werte Verleger, es mag ja sein, dass eine unbedeutende Leserstimme Sie nicht mehr erschrickt als das Kratzen einer Assel im Keller, sind Sie doch ganz anderen Umgang gewöhnt. Aber vielleicht ist auch das so ein Problem: dass Sie, wie so vielen andere Wirtschafts-Kreise, denen Sie es in Ihren Kolumnen und Kommentarleisten durch Ihre eigenen Journalisten vor Augen führen lassen, einfach nur den Kontakt zur Basis verloren haben.
Es wäre zugegeben wesentlich einfacher ein Ei über die Sache zu schlagen und dieses Produkt, dass mich selbst die meiste Zeit meines Lebens begleitet hat, für tot zu erklären und zu Grabe zu tragen. Aber damit will ich es nicht auf sich beruhen lassen; wie schon irgend so ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat besagt: Verachte nicht den Kritiker, er hat Dich noch nicht aufgegeben.
Aber es liegt an Ihnen, die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen, um in der durch Ihre angestrebte Tarifpolitik absehbaren Entwicklung irgendwann feststellen zu müssen, dass die Produkte Ihrer Rotationsmaschinen keinen Unterschied mehr machen zu denen, die Sie bisher als so genannt kostenlose Zeitungen in den meisten Fällen haben abwehren können.
Um nicht wieder Mark Twain zu zitieren:
Kultfigur der Publizisten, Karl Kraus, schrieb einmal: echte Avantgarde ist der mutige Rückschritt zur Vernunft.
Niemand sagt, dass dabei nicht neue Wege, auch durch neue Medien beschritten werden dürfen. Aber sie sollten sich an Werten orientieren, die Zeitungen auch eine Rechtfertigung geben.
Über das Inserententum hinaus…
Beitrag bewerten
Erst einloggen, dann bewerten
Note
Stimmen
Aufrufe
weiterempfehlen
13.08.2011 | 18.06 Uhr | Taxania
Betrachter
Bei Deiner Aussage kommt mir ein Gedanke. Ist möglicherweise der Begriff"Qualitätsjournalismus" ein Annocronismuss ein weißer Schimmel usw. Wird hieretwas zusammengeführt, was gar keinen Sinn gibt?
Zumeinen ist der Journalismus, der im Grunde doch nur den Fakt zur Kenntnis zu bringen hat. Teilweise ist das nur ein Bild ohne Worte!
Fas hier mit Qualität gemeint ist, ist die Ausführung, die gefällige, sachbezogene, ausgewogene Sprache! Hat das etwas mit dem Zweck der Nachrichtenvermittlung zu tun? Wenn die Krankenschwester einen Verband anlegen soll, ist es da wichtig, ob die Wickelung "schön" ist?
Die Qualität ist wünschenswert, mehr nicht! Anders ist das, bei Recherchen. Aber hier ist doch nicht die Qualität sondern die gewissenhafte, sachgerechte, solide "Handarbeit" gefragt! Im Grunde interesiert doch niemanden die Meinung eines J.!
Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Letztlich könnenwir uns doch über Q. unterhalten, wenn eine entspr. Bildung gegeben ist!
Bei Deiner Aussage kommt mir ein Gedanke. Ist möglicherweise der Begriff"Qualitätsjournalismus" ein Annocronismuss ein weißer Schimmel usw. Wird hieretwas zusammengeführt, was gar keinen Sinn gibt?
Zumeinen ist der Journalismus, der im Grunde doch nur den Fakt zur Kenntnis zu bringen hat. Teilweise ist das nur ein Bild ohne Worte!
Fas hier mit Qualität gemeint ist, ist die Ausführung, die gefällige, sachbezogene, ausgewogene Sprache! Hat das etwas mit dem Zweck der Nachrichtenvermittlung zu tun? Wenn die Krankenschwester einen Verband anlegen soll, ist es da wichtig, ob die Wickelung "schön" ist?
Die Qualität ist wünschenswert, mehr nicht! Anders ist das, bei Recherchen. Aber hier ist doch nicht die Qualität sondern die gewissenhafte, sachgerechte, solide "Handarbeit" gefragt! Im Grunde interesiert doch niemanden die Meinung eines J.!
Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Letztlich könnenwir uns doch über Q. unterhalten, wenn eine entspr. Bildung gegeben ist!
09.08.2011 | 01.04 Uhr | Betrachter
-F -
Der Begriff „Qualitätsjournalismus“ ist recht jung und nichts weiter als ein verlogener Appell, weiterhin jenen Driß zu kaufen, den bezahlte Redakteure produzieren, statt sich kostenlos im Netz zu tummeln. Der angebliche Zwang, „seriöser“ Blätter, sich dem niederen Niveau des www anzupassen, um keine Leser zu verlieren, ist schon durch die jahrzehntelange Existenz von BILD &Co widerlegt.
Viele Leser wollen unzensierte Information statt gleichgeschalteter MS-Manipulation, und genau da muß die „Qualitätspresse“ weitgehend passen. Aus fünf herzhaften Tendenzartikeln ergibt sich ein besseres Bild als aus sterilen Artikeln auf kleinstem gemeinsamem (pc-genehmigtem) Nenner.
Das hat sich der „Qualitätsjournalismus“ definitiv selbst zuzuschreiben.
Der Begriff „Qualitätsjournalismus“ ist recht jung und nichts weiter als ein verlogener Appell, weiterhin jenen Driß zu kaufen, den bezahlte Redakteure produzieren, statt sich kostenlos im Netz zu tummeln. Der angebliche Zwang, „seriöser“ Blätter, sich dem niederen Niveau des www anzupassen, um keine Leser zu verlieren, ist schon durch die jahrzehntelange Existenz von BILD &Co widerlegt.
Viele Leser wollen unzensierte Information statt gleichgeschalteter MS-Manipulation, und genau da muß die „Qualitätspresse“ weitgehend passen. Aus fünf herzhaften Tendenzartikeln ergibt sich ein besseres Bild als aus sterilen Artikeln auf kleinstem gemeinsamem (pc-genehmigtem) Nenner.
Das hat sich der „Qualitätsjournalismus“ definitiv selbst zuzuschreiben.
09.08.2011 | 01.04 Uhr | Betrachter
Teilweise Zustimmung, Heinz. Zeitungen sind nicht wegen des Internets schlechter geworden, man kann es nur besser erkennen, weil qua Internet mehr Informationen zugänglich sind.
Ein (nicht der einzige!!) Grund für den Verfall ist die Verlagskonzentration. Was sollen noch Stadtanzeiger und Rundschau, wenn sie sie aus demselben Stall kommen? Was kann eine NRZ noch wert sein, die zur WAZ-Gruppe gehört? In ganz Schleswig-Holstein hat ein Zeitungsschreiber die Wahl zwischen 2(!) Arbeitgebern: entweder SHZ mit seinen 15 (!) Lokalzeitungen(*) oder Madsack mit den Kieler und Lübecker Nachrichten.
(*) Überflüssig zu erwähnen, daß der „Mantelteil“ mit Politik, Wirtschaft und Panorama usw. identisch von einer Zentralredaktion produziert wird. Man nennt das Pressevielfalt.
-F-
Ein (nicht der einzige!!) Grund für den Verfall ist die Verlagskonzentration. Was sollen noch Stadtanzeiger und Rundschau, wenn sie sie aus demselben Stall kommen? Was kann eine NRZ noch wert sein, die zur WAZ-Gruppe gehört? In ganz Schleswig-Holstein hat ein Zeitungsschreiber die Wahl zwischen 2(!) Arbeitgebern: entweder SHZ mit seinen 15 (!) Lokalzeitungen(*) oder Madsack mit den Kieler und Lübecker Nachrichten.
(*) Überflüssig zu erwähnen, daß der „Mantelteil“ mit Politik, Wirtschaft und Panorama usw. identisch von einer Zentralredaktion produziert wird. Man nennt das Pressevielfalt.
-F-
08.08.2011 | 16.36 Uhr | Heinz K
...abenteuerlich. Ich erwähne nur noch mal die "Software fürs Massaker" zum Erfurter Amoklauf. Das war zu einer Zeit, wo das Web 2.0 noch in den Kinderschuhen steckte, aber eben so langsam anfing Kommentarbereiche zu entwickeln. Bis dahin hatte wohl niemand bei der FAZ damit gerechnet, daß man ihr Geschreibe so genau überprüfen könnte. Dementsprechend erbärmlich waren die Reaktionen dieser Zeitung auf ihre offensichtlichen journalistischen Fehler.
Man wollte einfach nicht zugeben, daß man sein Weltbild auch bei der FAZ genauso unreflektiert und polemisch in Zeitungsspalten quetschen kann, wie sie es bei der BILD grundsätzlich machen.
Vor ein paar Jahren hatte ich ein Probe-Abo der FAZ und war auch damals irritert, wenn in Artikeln Ausrufezeichen drin standen. Das bedeutet für mich immer: "Sieh her! Meine Meinung entspricht der Wahrheit!"
Ich kenne diese Art Journalismus, von der ihr mir vorschwärmt, irgendwie nicht :)
Man wollte einfach nicht zugeben, daß man sein Weltbild auch bei der FAZ genauso unreflektiert und polemisch in Zeitungsspalten quetschen kann, wie sie es bei der BILD grundsätzlich machen.
Vor ein paar Jahren hatte ich ein Probe-Abo der FAZ und war auch damals irritert, wenn in Artikeln Ausrufezeichen drin standen. Das bedeutet für mich immer: "Sieh her! Meine Meinung entspricht der Wahrheit!"
Ich kenne diese Art Journalismus, von der ihr mir vorschwärmt, irgendwie nicht :)
08.08.2011 | 16.36 Uhr | Heinz K
Ich zweifel ja bekanntlich daran, daß früher der Journalismus mehr Qualität gehabt haben soll. Für mich hat sich eigentlich kaum etwas geändert, bis auf die Rechtschreibung.
Es ist doch schon merkwürdig, daß ausgerechnet mit dem Internet plötzlich die journalistische Qualität abgenommen haben soll, obwohl in den Redaktionen immer noch die selben Köpfe arbeiten. Was genau soll denn vorgefallen sein, daß man sich einen angeblichen Qualitätsverlust erklären kann?
Da ich keine bessere Erklärung bislang gehört habe bleibe ich bei meiner Theorie: Die Qualität war schon immer so. Nur dank dem Internet haben wir endlich Zugriff auf eine Reflektion die eine journalistische Illusion zerstört hat.
Deswegen irritiert es mich auch, daß ihr die FAZ so lobend hervorhebt. Für mich schreiben die genau denselben Mist wie alle anderen auch und sie verstecken es noch nicht einmal sonderlich geschickt.
Was selbst der gute Herr Schirrmacher dort schon vom Stapel gelassen hat war für mich stellenweise...
Es ist doch schon merkwürdig, daß ausgerechnet mit dem Internet plötzlich die journalistische Qualität abgenommen haben soll, obwohl in den Redaktionen immer noch die selben Köpfe arbeiten. Was genau soll denn vorgefallen sein, daß man sich einen angeblichen Qualitätsverlust erklären kann?
Da ich keine bessere Erklärung bislang gehört habe bleibe ich bei meiner Theorie: Die Qualität war schon immer so. Nur dank dem Internet haben wir endlich Zugriff auf eine Reflektion die eine journalistische Illusion zerstört hat.
Deswegen irritiert es mich auch, daß ihr die FAZ so lobend hervorhebt. Für mich schreiben die genau denselben Mist wie alle anderen auch und sie verstecken es noch nicht einmal sonderlich geschickt.
Was selbst der gute Herr Schirrmacher dort schon vom Stapel gelassen hat war für mich stellenweise...
08.08.2011 | 13.46 Uhr | Roeschen
Das Problem ist doch, Steinfels....nicht das Schönreden der Jorunalisten, sondern das Aufnehmen der Leser dieser Schönrederei, die dann unreflektiert in die eigene Lebenshaltung übergeht. Sloterdijk hat in seinem Buch "Im Welteninneren des Kapitals" einmal gesagt, die ganze Welt ist eine Leichenschauhaus und man muß hart arbeiten, um dem Toten entgegenzuwirken. Aber was ist denn das Tote in dieser Welt?
Das Tote in dieser Welt ist doch nichts anderes, als dass der Mensch in eine Gesellschaft hineingeboren wird und nicht zu sich selber findet, in Frage stellt, sondern dass er übernimmt und mitmacht.
Das Tote in dieser Welt ist doch nichts anderes, als dass der Mensch in eine Gesellschaft hineingeboren wird und nicht zu sich selber findet, in Frage stellt, sondern dass er übernimmt und mitmacht.
08.08.2011 | 12.48 Uhr | Jeannette Hollmann
Mit der Zukunft der Tageszeitung, die aus Druckerschwärze besteht, welche empfindlich allergische Reaktionen hervorrufen kann, verhält es sich in etwa so, wie mit der Mobilität derzeit auf Deutschlands Flughäfen: Wenn es so weitergeht haben wir hier Klein-China und werden alle nur noch vor einem 4-eckigen Kasten sitzen. :)
Schönen Wochenstart allerseits vom Niederrhein und der Fussballsiegerstadt Mönchengladbach! :))
Schönen Wochenstart allerseits vom Niederrhein und der Fussballsiegerstadt Mönchengladbach! :))
08.08.2011 | 12.36 Uhr | Taxania
Katharina
Den Stadtanzeiger abbestellt!
Das würde ich schon im Hinblick auf den Lokalteil nie tun. Egal wie mit Meinungen, Fakten umgegangen wird, gibt die Zeitung doch auch Anregungen in vielfältiger Form. Das tut eine Sonntagszeitung nur bedingt.
In soweit ist es wie immer im Leben, es ist eine persönliche "Qualität", wie man mit dem Angebot umgeht.
Beispiel: Wenn die Bildzeitung eine Übersicht bringt, wie zum Beispiel berufliche Tätigkeiten bundesweit bewertet werden, kauf ich auch mal diese Zeitung! Will ich Hintergründ dazu wissen, kann ich mir Informationen besorgen, die eben nicht auf den einen Satz der Bildzeitung beschränkt sind. Interessant ist dabei, wie "beweglich argumentationsorientiert" Statistiken sein können.
Den Stadtanzeiger abbestellt!
Das würde ich schon im Hinblick auf den Lokalteil nie tun. Egal wie mit Meinungen, Fakten umgegangen wird, gibt die Zeitung doch auch Anregungen in vielfältiger Form. Das tut eine Sonntagszeitung nur bedingt.
In soweit ist es wie immer im Leben, es ist eine persönliche "Qualität", wie man mit dem Angebot umgeht.
Beispiel: Wenn die Bildzeitung eine Übersicht bringt, wie zum Beispiel berufliche Tätigkeiten bundesweit bewertet werden, kauf ich auch mal diese Zeitung! Will ich Hintergründ dazu wissen, kann ich mir Informationen besorgen, die eben nicht auf den einen Satz der Bildzeitung beschränkt sind. Interessant ist dabei, wie "beweglich argumentationsorientiert" Statistiken sein können.
08.08.2011 | 11.20 Uhr | Steinfels
Den Zeitungen geht es wie den Parteien.
Sie springen über jedes Stöckchen, das
man ihnen hinhält und verlieren dabei
mehr und mehr an Profil.
Beide Institutionen wollen gefallen, sind
beliebig und entfernen sich vom Bürger
und Leser.
Wie bei unseren Politprofis, wird am
Schluß alles schöngeredet.
Sie springen über jedes Stöckchen, das
man ihnen hinhält und verlieren dabei
mehr und mehr an Profil.
Beide Institutionen wollen gefallen, sind
beliebig und entfernen sich vom Bürger
und Leser.
Wie bei unseren Politprofis, wird am
Schluß alles schöngeredet.
08.08.2011 | 11.12 Uhr | Profil gelöscht
Da kann ich Röschen nur beipflichten. Wir bekommen auch seit einigen Jahren die Sonntagszeitung und es macht Spaß die zu lesen.
Gut gefällt mir auch Niggemann. :-))
Gut gefällt mir auch Niggemann. :-))
08.08.2011 | 10.42 Uhr | Roeschen
Taxania...
dann lies einfach mal die FAZ am Sonntag. Dann wirst Du noch Begeisterung beim Lesen einer Zeitung empfinden. Du hast noch wirklich Lust jeden Artikel zu lesen, weil, nicht wie Du schreibst, die eigene Meinung bestätigt werden soll. Du spürst genau, die Journalisten bedienen eben nicht nur die schnelle Kurzinformation, sondern gehen inhaltlich sehr vielfältig und informativ mit den Themen um. Ehrlich, es macht richtig Freude sie zu lesen.
dann lies einfach mal die FAZ am Sonntag. Dann wirst Du noch Begeisterung beim Lesen einer Zeitung empfinden. Du hast noch wirklich Lust jeden Artikel zu lesen, weil, nicht wie Du schreibst, die eigene Meinung bestätigt werden soll. Du spürst genau, die Journalisten bedienen eben nicht nur die schnelle Kurzinformation, sondern gehen inhaltlich sehr vielfältig und informativ mit den Themen um. Ehrlich, es macht richtig Freude sie zu lesen.
08.08.2011 | 01.02 Uhr | Profil gelöscht
Ich gebe zu: Die FAZ ist die einzige Tageszeitung, die ich noch gerne lese. Nicht, weil ich ihren liberal-konservativen Standpunkt teile, sondern weil da ein Profil erkennbar ist. Viellicht könnte man noch die taz erwähnen, aber dann kommt jene Sauce, über die Betrachter spottet.
Den Stadtanzeiger habe ich abbestellt, die Frankfurter Rundschau, die ich auch mal im Abo hatte, wurde von Neven-Dumont endgültig inhaltlich ruiniert. Dann lieber die FAZ.
Die Zukunft der Zeitung? Ich hoffe, es gibt sie.
Den Stadtanzeiger habe ich abbestellt, die Frankfurter Rundschau, die ich auch mal im Abo hatte, wurde von Neven-Dumont endgültig inhaltlich ruiniert. Dann lieber die FAZ.
Die Zukunft der Zeitung? Ich hoffe, es gibt sie.
07.08.2011 | 01.57 Uhr | escape
Na ja, der ein oder andere kann Qualität noch erkennen ... ;-)
06.08.2011 | 22.48 Uhr | Taxania
Ihr schreibt so viel von Qualität, Offenheit usw.
All das setzt doch voraus, ich bin in der Lage, das, was ihr fordert auch erkennen zu können! Wird eine anspruchsvolle Sprache gesprochen, wer kann das angemessen würdigen und ggf. in seinen Fasetten verstehen?
Ebenso ist das doch mit den "Fakten", die doch nur mit einem Grundwissen sachgerecht bewertet werden können!
Bleibt das Besondere, wer will den sich einen Spiegel vor Augen halten lassen, der Unwissenheit zeigt? Will heißen, viele suchen doch die Zeitung, die eigene Überzeugung repräsentieren und das eigene Weltbild bestätigen! Dazu braucht es nicht viele Worte. Warum ist die Bildzeitung die "Beste Jounalistische" Zeitung! Sie bringt den Fakt, nackt und vorgedacht, allein die Information, Grundlage für das "Mitreden" bestimmt die Zeitung und das bei einem Minimum an Zeitaufwand!
All das setzt doch voraus, ich bin in der Lage, das, was ihr fordert auch erkennen zu können! Wird eine anspruchsvolle Sprache gesprochen, wer kann das angemessen würdigen und ggf. in seinen Fasetten verstehen?
Ebenso ist das doch mit den "Fakten", die doch nur mit einem Grundwissen sachgerecht bewertet werden können!
Bleibt das Besondere, wer will den sich einen Spiegel vor Augen halten lassen, der Unwissenheit zeigt? Will heißen, viele suchen doch die Zeitung, die eigene Überzeugung repräsentieren und das eigene Weltbild bestätigen! Dazu braucht es nicht viele Worte. Warum ist die Bildzeitung die "Beste Jounalistische" Zeitung! Sie bringt den Fakt, nackt und vorgedacht, allein die Information, Grundlage für das "Mitreden" bestimmt die Zeitung und das bei einem Minimum an Zeitaufwand!
06.08.2011 | 00.36 Uhr | Betrachter
Qualitätsjournalismus? Ist das nicht längst ein Lachbegriff?
Früher gab es zwei Arten echter Qualitätsjournalisten: Die einen hatten sich (offen!) einer politischen Richtung verschrieben und betrieben Propaganda mit Fakten (nicht mit Lügen!) indem sie das berichteten, was andere „übersahen“. Die anderen bemühten sich redlich um das (kaum erreichbare) Ideal objektiver Berichterstattung. Zu letzteren Blättern gehörte gaaanz früher auch mal der StA.
Heutiger „Qualitätsjournalismus“ ist Main-Stream-Propaganda im Anständigkeitsgewand. Von der Süddeutschen über den StA bis zu den Kieler Nachrichten dieselbe pseudo-liberale Sauce. Einzige Ausnahme scheint die FAZ zu sein, erkennbar u. a. daran, daß bisweilen in einer einzigen Ausgabe krachend konträre (nicht kontradiktorische!) Artikel erscheinen.
Wenn Zeitungen überleben wollen, müssen sie besser, ehrlicher, objektiver informieren als die Summe des www. Das wäre jener Qualitätsjournalismus, nach dem der Leser hungert.
Früher gab es zwei Arten echter Qualitätsjournalisten: Die einen hatten sich (offen!) einer politischen Richtung verschrieben und betrieben Propaganda mit Fakten (nicht mit Lügen!) indem sie das berichteten, was andere „übersahen“. Die anderen bemühten sich redlich um das (kaum erreichbare) Ideal objektiver Berichterstattung. Zu letzteren Blättern gehörte gaaanz früher auch mal der StA.
Heutiger „Qualitätsjournalismus“ ist Main-Stream-Propaganda im Anständigkeitsgewand. Von der Süddeutschen über den StA bis zu den Kieler Nachrichten dieselbe pseudo-liberale Sauce. Einzige Ausnahme scheint die FAZ zu sein, erkennbar u. a. daran, daß bisweilen in einer einzigen Ausgabe krachend konträre (nicht kontradiktorische!) Artikel erscheinen.
Wenn Zeitungen überleben wollen, müssen sie besser, ehrlicher, objektiver informieren als die Summe des www. Das wäre jener Qualitätsjournalismus, nach dem der Leser hungert.
05.08.2011 | 14.49 Uhr | agrippinensis
Zustimmung!
Ich hatte auch nicht gemeint, dass man sich seine Informationen aus einem einzigen Printmedium besorgen sollte.
Die Ergänzung durch die I-Net-Möglichkeiten ist vielfältig und mehr als notwendig.
Worum es mir geht ist, dass die verbleibenden Zeitungen/Magazine größtmögliche Qualität in Sprache und Recherche, bzw. Verarbeitung der Informationen anstreben.
Es ist in der Tat überflüssig, dieselbe dpa-Meldung in zig Käseblättern zu lesen.
Aber eine solide Ver- / Bearbeitung mit Hintergrundinformation und Einordnung in einen Kontext halte ich für wünschenswert.
Das hieße z.B., Infotainment von Information zu unterscheiden, Nachricht vom Kommentar erkennbar zu trennen und sich ggf. zu spezialisieren.
Ad-hoc-Nachrichten findest du besser im Netz,
aber eine gründliche Aufbereitung -in Ruhe gelesen- hierfür kann ein Printmedium m.E. eine gute Wahl sein.
Ich hatte auch nicht gemeint, dass man sich seine Informationen aus einem einzigen Printmedium besorgen sollte.
Die Ergänzung durch die I-Net-Möglichkeiten ist vielfältig und mehr als notwendig.
Worum es mir geht ist, dass die verbleibenden Zeitungen/Magazine größtmögliche Qualität in Sprache und Recherche, bzw. Verarbeitung der Informationen anstreben.
Es ist in der Tat überflüssig, dieselbe dpa-Meldung in zig Käseblättern zu lesen.
Aber eine solide Ver- / Bearbeitung mit Hintergrundinformation und Einordnung in einen Kontext halte ich für wünschenswert.
Das hieße z.B., Infotainment von Information zu unterscheiden, Nachricht vom Kommentar erkennbar zu trennen und sich ggf. zu spezialisieren.
Ad-hoc-Nachrichten findest du besser im Netz,
aber eine gründliche Aufbereitung -in Ruhe gelesen- hierfür kann ein Printmedium m.E. eine gute Wahl sein.
05.08.2011 | 14.08 Uhr | Heinz K
Was genau ist denn der Vorteil des Qualitätsjournalismus? Also meine persönliche Erfahrung ist, daß ich seit dem Web 2.0 viel besser über das Weltgeschehen informiert bin als zu der Zeit, wo ich lediglich Zeitungen gelesen habe.
Ich erlebe nun viel mehr Quellen, egal was für ein Niveau sie haben und gerade deswegen kann ich auch meine Meinung differenzierter bilden. Vorher musste ich ja einfach die Meinung der sogenannten Qualitätsjournalisten übernehmen, und egal was für ein orthographisches Niveau diese auch immer hatte, letztendlich war sie voreingenommen und idealistisch gefärbt, ohne aber das ich es wirklich gegenkontrollieren konnte.
Ich denke doch, daß Journalismus auch weiterhin Bestand haben wird, nur eben deutlich reduziert. Warum braucht man auch bei jeder Lokalzeitung einen Haufen Journalisten, die über das Weltgeschehen berichten, wenn bei Tausenden anderen Zeitungen genau dasselbe letztendlich steht?
Ich erlebe nun viel mehr Quellen, egal was für ein Niveau sie haben und gerade deswegen kann ich auch meine Meinung differenzierter bilden. Vorher musste ich ja einfach die Meinung der sogenannten Qualitätsjournalisten übernehmen, und egal was für ein orthographisches Niveau diese auch immer hatte, letztendlich war sie voreingenommen und idealistisch gefärbt, ohne aber das ich es wirklich gegenkontrollieren konnte.
Ich denke doch, daß Journalismus auch weiterhin Bestand haben wird, nur eben deutlich reduziert. Warum braucht man auch bei jeder Lokalzeitung einen Haufen Journalisten, die über das Weltgeschehen berichten, wenn bei Tausenden anderen Zeitungen genau dasselbe letztendlich steht?
05.08.2011 | 12.16 Uhr | agrippinensis
Heinz,
so ganz kann ich deinen Pessimismus (noch) nicht teilen.
Das Buch ist auch schon etliche Male totgesagt worden und die Buchmessen erfreuen sich großen Zustroms.
Sicher wird man das Zeitungskonzept umkrempeln müssen und der Absatzmarkt wird schrumpfen, aber das heißt doch nicht, dass ich von den vielen Leuten , die "was mit Medien" machen wollen, nicht sorgfältig diejenigen aussuche, die mit Sprache umgehen können und guten Journalismus betreiben wollen.
Klar, die werden ggf. nach einiger Zeit wechseln und größere Aufgaben(+mehr Geld) fordern.
Ist auch ok.
Aber deshalb Qualitätsjournalismus durch Schulaufsatzniveau und Bloggerei ersetzen????? :(((
so ganz kann ich deinen Pessimismus (noch) nicht teilen.
Das Buch ist auch schon etliche Male totgesagt worden und die Buchmessen erfreuen sich großen Zustroms.
Sicher wird man das Zeitungskonzept umkrempeln müssen und der Absatzmarkt wird schrumpfen, aber das heißt doch nicht, dass ich von den vielen Leuten , die "was mit Medien" machen wollen, nicht sorgfältig diejenigen aussuche, die mit Sprache umgehen können und guten Journalismus betreiben wollen.
Klar, die werden ggf. nach einiger Zeit wechseln und größere Aufgaben(+mehr Geld) fordern.
Ist auch ok.
Aber deshalb Qualitätsjournalismus durch Schulaufsatzniveau und Bloggerei ersetzen????? :(((
04.08.2011 | 16.08 Uhr | Heinz K
@agrippensis
Damit würde man aber das alte System wieder erhalten wollen. Wie wir doch wissen hat das auch nicht viel genutzt. Oder würdest du mehr Geld für Zeitungen ausgeben, wenn sie ein besseres Deutsch hätten und mehr differenzierte Meinungen?
Ich mein wofür braucht man überhaupt bezahlte Meinungen? Für soetwas gibt es Blogs.
Das einzige was man im Zeitalter des Internets immer noch braucht sind Journalisten, die recherchieren und sich an Orte begeben, wo sich sonst niemand hintraut, um uns zu erzählen was dort passiert.
Damit würde man aber das alte System wieder erhalten wollen. Wie wir doch wissen hat das auch nicht viel genutzt. Oder würdest du mehr Geld für Zeitungen ausgeben, wenn sie ein besseres Deutsch hätten und mehr differenzierte Meinungen?
Ich mein wofür braucht man überhaupt bezahlte Meinungen? Für soetwas gibt es Blogs.
Das einzige was man im Zeitalter des Internets immer noch braucht sind Journalisten, die recherchieren und sich an Orte begeben, wo sich sonst niemand hintraut, um uns zu erzählen was dort passiert.
03.08.2011 | 23.21 Uhr | Taxania
Mir ist nicht so recht klar, mal vom finanziellen abgesehen, was Dich besonders erregt und veranlasst, hier die Verleger besonders anzusprechen.
Wir können uns im Zeitungswesen auf eine Vielfalt konzentrieren, die von dem Einzelnen gar nicht zu bewältigen ist! Wer die Frankfurter Allgemeine abonniert, muß doch"Schnelldenker", "Schnellleser" oder Machoist bzw. zum Lesen Manipulierter sein, will er allein in dieser Zeitung, Deine Aussagen überprüfen!
Will heißen, ich kann als freier Bürger mir meine Qualutät schaffen! Mag schwierig sein, aber machbar.
Ziehen wir jtzt noch, die von Dir verworfenen anderen Medien zur Meinungsbildung mit ein, besitz die Zeitung nicht einmal ein Monopol für Meinungsbildung, wenn das der Leser nicht will.
Wir können uns im Zeitungswesen auf eine Vielfalt konzentrieren, die von dem Einzelnen gar nicht zu bewältigen ist! Wer die Frankfurter Allgemeine abonniert, muß doch"Schnelldenker", "Schnellleser" oder Machoist bzw. zum Lesen Manipulierter sein, will er allein in dieser Zeitung, Deine Aussagen überprüfen!
Will heißen, ich kann als freier Bürger mir meine Qualutät schaffen! Mag schwierig sein, aber machbar.
Ziehen wir jtzt noch, die von Dir verworfenen anderen Medien zur Meinungsbildung mit ein, besitz die Zeitung nicht einmal ein Monopol für Meinungsbildung, wenn das der Leser nicht will.
03.08.2011 | 17.10 Uhr | agrippinensis
Heinz,
bis man "neue Geschäftsmodelle" ausprobiert, wäre aber doch immerhin möglich, von den Bewerbern diejenigen auszuwählen, die eine solide Grundlage in deutscher Sprache und vielleicht sogar Spaß an der eigenen Denke haben, oder?!
Die gibt's ja -- einige sogar beim ksta... ^^
bis man "neue Geschäftsmodelle" ausprobiert, wäre aber doch immerhin möglich, von den Bewerbern diejenigen auszuwählen, die eine solide Grundlage in deutscher Sprache und vielleicht sogar Spaß an der eigenen Denke haben, oder?!
Die gibt's ja -- einige sogar beim ksta... ^^
03.08.2011 | 16.38 Uhr | franxville
Danke für die Nasenstüber, habe nochmal überarbeitet; hoffe jetzt kann der Inhalt besser wahrgenommen werden...
;-)
;-)
03.08.2011 | 15.18 Uhr | Heinz K
Was sollen die Verlage denn machen? Qualitätsjournalismus kostet nunmal Geld, und wenn man heutzutage seine Nachrichten lieber aus dem Internet holt, wo alles kostenlos ist, dann können die Verlagshäuser wohl nicht wirklich etwas dagegen machen.
Zu altbewährten Strukturen zurückkehren wird nichts bringen, weil die gedruckte Zeitung bald ausgestorben sein wird.
Man wird neue Geschäftsmodelle probieren müssen. Das schafft man aber bestimmt nicht, wenn man einfach nur zwanghaft versucht wieder zum Altbewährten zurückzukehren.
Probleme wurden genug beschrieben. Lösungen will anscheinend niemand erdenken.
Zu altbewährten Strukturen zurückkehren wird nichts bringen, weil die gedruckte Zeitung bald ausgestorben sein wird.
Man wird neue Geschäftsmodelle probieren müssen. Das schafft man aber bestimmt nicht, wenn man einfach nur zwanghaft versucht wieder zum Altbewährten zurückzukehren.
Probleme wurden genug beschrieben. Lösungen will anscheinend niemand erdenken.
03.08.2011 | 08.26 Uhr | agrippinensis
Ja, hier hat wohl Jemand schnell und voller Zorn geschrieben...
Informationen und Begründungen zum Arbeitskampf hab ich vermisst oder etwa überlesen?
Dass der ksta nicht sonderlich informativ ist, wenn's um eigene Belange geht, war ja sehr deutlich bei der Auseinandersetzung in der eigenen Verlags-Familie zu beobachten.
Vergleiche mit anderen Blättern tut Not.
Der Qualitätsschwund ist offenkundig,
und wenn ich bedenke, dass des ksta früher als leuchtendes Beispiel für guten Lokal-Journalismus galt, dann kommt Wehmut auf...
Abbestellen?
Nö, noch(!) ziehe ich das gemütliche, ausführliche Lesen der Printausgabe der Bildschirmhockerei vor...
Informationen und Begründungen zum Arbeitskampf hab ich vermisst oder etwa überlesen?
Dass der ksta nicht sonderlich informativ ist, wenn's um eigene Belange geht, war ja sehr deutlich bei der Auseinandersetzung in der eigenen Verlags-Familie zu beobachten.
Vergleiche mit anderen Blättern tut Not.
Der Qualitätsschwund ist offenkundig,
und wenn ich bedenke, dass des ksta früher als leuchtendes Beispiel für guten Lokal-Journalismus galt, dann kommt Wehmut auf...
Abbestellen?
Nö, noch(!) ziehe ich das gemütliche, ausführliche Lesen der Printausgabe der Bildschirmhockerei vor...
03.08.2011 | 06.40 Uhr | Spiegel
Nicht schlecht, aber viel zu viel Fehler für den Erbsenzähler!
Lässt sich doch wohl noch ändern, oder nicht?
Lässt sich doch wohl noch ändern, oder nicht?




























