USA - Unfassbar Stupide Ansichten
Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass den USA nicht die Vorbildfunktion zukommt, die wir ihnen zeitweise zugeschrieben haben und die sie noch heute gerne für sich reklamieren. Man denke an die haarsträubende Klimapolitik eines George W. Bush, an ein marodes Sozialsystem oder auch an die bigotte Sexualmoral. All das lässt einen als Mitteleuropäer nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Und dennoch neigen wir dazu, ein wenig ehrfürchtig über den großen Teich zu schauen, um uns am American Way of Life zu laben. Man muss sich aber doch wundern. Wundern über ein Land, das weit rückständiger zu sein scheint, als wir es alle vermutet haben.
 
Nehmen wir zum Beispiel mal Guantánamo, ein amerikanisches Paradeparadoxon. Als Gefangenenlager, in dem Menschenrechte nach US-amerikanischer Auffassung keine Geltung beanspruchen, soll es zur globalen Durchsetzung der Menschenrechte dienen. Das wirkt abstrus und ist genauso scheinheilig, wie es klingt. Aber wir haben uns daran gewöhnt und es in grenzenloser Ohnmacht gegenüber amerikanischer Doppelmoral inzwischen akzeptiert. Nunmehr aber hat der Supreme Court in Washington entschieden, dass auch den in Guantánamo Inhaftieren das Recht zustehen soll, gegen ihre Haft vorgehen und deren Rechtmäßigkeit gerichtlich überprüfen zu können. Im Klartext: In den USA steht jedermann Rechtsschutz zu. In Deutschland ist dies (seit 60 Jahren) eine grundgesetzlich verbürgte Selbstverständlichkeit, über die niemand auch nur eine Sekunde ernsthaft diskutieren würde. Bei unserem vermeintlich großen Bruder bedarf es dagegen dazu im Jahre 2008 einer gesonderten Feststellung, die im Übrigen bei Teilen der Regierung heftige Empörung nach sich gezogen hat. So viel also zu den USA als Kämpfer für die Menschenrechte.
 
Kommen wir nun Barack Obama, dem Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, der mit einem genauso teuren wie inhaltslosen Vorwahlkampf in der ganzen Welt für Aufsehen gesorgt hat. Obamas Leitspruch, mit dem er bei zahlreichen Veranstaltungen die Massen verzaubern konnte, hatte den unsagbar stupiden wie nichtssagenden Text: „Yes, we can“.
Nun, der Slogan hat gezogen. Obama hat gewonnen. Glückwunsch an Obama, aber Beileid an die Amerikaner, die sich von einem dreisilbigen Nichts derart verzücken lassen. Mag man diesen Slogan noch mit der fortwährenden Rassendiskriminierung in den USA zu erklären versuchen, so dürfte uns spätestens das allgegenwärtige Wahlkampfthema die Haare zu Kopf stehen lassen: „Change, we can believe in“ – „Wir können an den Wechsel glauben“. Was das konkret bedeutet? Nichts. Gar nichts! Sollte man jemals dem ehemaligen Bundeskanzler Schröder vorgeworfen haben, ein Schaumschläger zu sein, der sich vor konkreten Aussagen drücke, so muss man sich angesichts Barack Obamas Auftritten bei ihm entschuldigen. Denn im Vergleich zu Obama ist Schröder geradezu einer Meister des Konkreten.
Obamas Slogans sind so platt und nichtssagend, dass sie im deutschen Wahlkampf, der weiß Gott alles anderes als ein intellektueller Genuss ist, sang- und klanglos untergehen würden.
 
So weit, so schlecht. Das alles klingt fast so selbstverständlich, dass man hierzulande nicht lange darüber diskutieren müsste. Möchte man meinen. Denn Hubertus Heil, Generalsekretär der SPD und in dieser Funktion traditionell ausgestattet mit dem Charisma eines Volkskammer-Abgeordneten, wollte unlängst beim Nürnberger Zukunftskongress über seinen eigenen, nicht sonderlich großen Schatten springen. Inspiriert durch Obamas Wahlkampfslogan versuchte er die Delegierten zu animieren, erwähnten Dreisilber lauthals in den Saal zu brüllen. Ein zum Glück wenig geglückter Versuch der Amerikanisierung, der gleich doppelt peinlich war. Denn nicht nur, dass Heil mit seinem ambitionierten Aufruf entgeisterte Mienen statt gröhlende Kehlen erntete, zeigte er auch, dass er eines nicht verstanden hat: Deutschland ist nicht Amerika. Und das ist auch gut so!
Beitrag ändern
Beitrag bewerten
Erst einloggen, dann bewerten
Note
Stimmen
Aufrufe
weiterempfehlen
Kommentare | 1 bis 6 von 6 Kommentieren
11.07.2008 | 00.43 Uhr | Hora Hallo HaJo,
 
Du hast Recht, Obama gibt nur belangloses Geschwafel von sich, aber genau deswegen unterscheidet er sich m. E. nicht im Geringsten von WC-Bush.
Es ist egal wer in den USA Präsident wird, die politische Richtung bestimmt er sowieso nicht. Wenn es verlangt wird rasselt auch Obama artig mit dem Säbel.
Kommentar löschen
Kommentar melden
10.07.2008 | 23.57 Uhr | Hora @ Grimbergen,

die USA gehen mich persönlich sehr viel an, denn sie stellen im Verbund mit Israel und England, die einzige reale Bedrohung für die gesamte Menschheit dar! Sie praktizieren Staatsterrorismus vom Feinsten.
 
Hallo Vögi,
 
Der Justiz in den USA ist Guantanamo völlig egal, da niemand sonst unter so massivem Einfluss der Elite steht wie die Justiz, wenn sie es ehrlich meinte dann hätte sie 7 Jahre früher reagieren müssen!
 
Die Gründe dafür das man sich bezüglich Guantanamo jetzt rührt sind offensichtlich.
 
1. das weltweit miserable Image der USA ist nicht zuletzt auf dieses, alle Menschenrechte missachtende Folterlager zurückzuführen!
 
2. Es steht ein Präsidentenwechsel an, jeder Nachfolger egal wer es ist, dürfte sich für dieses Bush Erbe bedanken!
 
Also muss jetzt schleunigst gehandelt werden, eine andere Wahl bleibt nicht.
Wir können also alle beruhigt sein, denn in den USA ist nur ein vorgetäuschter Gerechtigkeitsfanatismus ausgebrochen,
mehr nicht
Kommentar löschen
Kommentar melden
09.07.2008 | 20.33 Uhr | Magnolia Danke HaJo,
 
besser kann man es nicht kommentieren.
Kommentar löschen
Kommentar melden
09.07.2008 | 13.53 Uhr | Vögi @ Grimbergen
Wieso ist das denn USA-"Bashing" (übrigens auch so ein nerviger Anglizismus), wenn ich anhand zweier Beispiele aufzeige, dass die USA bei weitem nicht so fortschrittlich und vorbildlich sind, wie man gemeinhin denkt. Stimmt es denn nicht, dass man den Guantánamo-Inhaftierten den Rechtsschutz versagen wollte, was für einen Rechtsstaat unerträglich ist? Stimmt es denn nicht, dass Obamas Wahlkampf mit seinen Slogans platt und inhaltsleer war?
 
Im Übrigen: Ich kehre hier regelmäßig vor der eigenen Haustür, wenn ich mich mit der deutschen Politik und Gesellschaft befasse. Und was mich die USA angehen? Viel! Einem Land, das für sich selbst eine Vorreiterstellung in vielen Dingen (inkl. Menschenrechte) beansprucht, muss man auf die Finger schauen, um dessen Glaubwürdigkeit beurteilen zu können.
Kommentar löschen
Kommentar melden
09.07.2008 | 08.38 Uhr | Profil gelöscht Die USA wurden immer schon überschätzt, auch die ach so tolle Hlfe nach WW2 geschah keinesfalls aus Menschenfreundichket, sondern aus eiskaltem politischem Kalkül. Seit der böse Warschauer Pakt als willkommen ablenkendes Feindbild nicht mehr existiert wird die tatsächliche Intention der USA immer deutlicher: nicht Bewahrer der Demokratie und des Guten, sondern rücksichtsloser Welthegemonieanspruch. Gut, dass es auch immer mehr US-Bürger gibt, die das erkennen.
 
Dennoch, ein Obama mit leerem Geschwafel ist mir immer noch lieber als ein säbelrasselnder Psychopat im weissen Haus, davon hatten wir genug in den letzten Jahren, die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen trägt die ganze Welt. Ohne Bushs & Co hätten wir wohl kaum ein weltweites Islamterrorproblem und auch keine derart exorbitanten Energiepreise.
Kommentar löschen
Kommentar melden
09.07.2008 | 07.55 Uhr | Grimbergen Was für ein Schwachsinn, ich kann dieses öde USA-Bashing nicht mehr ertragen. Kehr erstmal vor der eigenen Haustür und kümmer dich um das was im Land der Meckerer und Nörgler so alles schief läuft, was gehen dich die USA überhaupt an?
Kommentar löschen
Kommentar melden
Kommentar schreiben
1000/1000
Zeichen übrig
Beitrag suchen
Neu hier? Fragen? Anregungen?
Der direkte Draht zum Stadtrat ist hier. Einfach auf das Icon klicken.