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Die Erinnerungen an eine Flucht…..
Flucht über das zugefrorene Haff
Die Erinnerungen an eine Flucht aus Ostpreußen im Winter 1944/45 habe ich für unsere Kinder aufgeschrieben, die mir viele Fragen nach unserer Vergangenheit gestellt haben. Ausgelöst wurden diese Fragen letztlich durch die vielen Filme, die in jüngster Zeit im Fernsehen zum Thema Aufarbeitung von Flucht und Vertreibung der Deutschen am Ende des 2. Weltkrieges, wie z.B. ‚Die Flucht’ oder demnächst ‚Die Wilhelm Gustloff’, gezeigt wurden bzw. noch werden. Es geht um die Zeit zwischen Herbst 1944 und Frühjahr 1945 und dem sich zu Ende neigenden Nazi-Regime, der den Verlust meiner Heimat bedeutete. Wie groß dieser Verlust war, habe ich erst im Juli 1990 bei meinem Besuch in Polen mit unserem Sohn ermessen können.
 
Wie habe ich diese Zeit erlebt? Was haben meine Eltern mir erzählt und was haben Sie verschwiegen? Ist es nicht zu kurz gesprungen, wenn man den Fokus nur auf diese Zeit legt und die Vergangenheit davor außer Acht lässt? Habe ich das Recht meine Eltern anzuklagen? Wie hätte ich mich in ähnlicher Lage verhalten? Viele Fragen auf die ich versuchen will unseren Kindern eine Antwort zu geben.
 
Mitte Januar 1945 begann die russische Offensive auf Ostpreußen gemäß dem Muster des Angriffs des Zarenheeres im ersten Weltkrieg. Während die 3. Belorussische Armee am 13. Januar von Osten mit Stoßrichtung Königsberg angriff, startete die 2. Belorussische Armee am 14. Januar von Südosten in Richtung Elbing und Allenstein, meinem Geburtsort. Aus dem Buch ‚Aufbewahren für alle Zeiten’ von Lew Kopelew weiß ich nunmehr, dass die 2. Belorussische Armee bereits am 22. Januar Allenstein eingenommen, sowie bei Osterode und Mohrungen bereits alle Transportwege in Richtung Westen abgeschnitten hatte. Der Evakuierungsbeschluss am 21. Januar für die Zivilbevölkerung kam also viel zu spät und sollte sich als einer der Hauptgründe für das nunmehr entstehende Chaos erweisen. Glaubten die Menschen an eine Wiederholung der Geschichte des ersten Weltkrieges als die Russen nach kurzer Zeit wieder aus Ostpreußen vertrieben wurden? Glaubten Sie an die Propaganda der Nazis und deren so genannte Wunderwaffen? Oder wurden Sie durch das rigorose Verbot der Nazis an jeglicher frühzeitiger Evakuierung gehindert? Heute wissen wir, dass fast alle verantwortlichen Nazis ihre Flucht schon vorher sorgfältig geplant hatten. Sie, die vorher so laut getönt hatten, dass kein Russe seinen Fuß auf ostpreußischen Boden setzen würde, waren dann plötzlich nicht mehr da. Sie ließen die Zivilbevölkerung im Stich.
 
Wahrscheinlich am 22. Januar frühmorgens machten sich meine Mutter und ich, sowie im Kinderwagen meine kleine Schwester, auf zum Bahnhof Wartenburg. Wartenburg war unser Wohnort etwa 15 km östlich von Allenstein. Für mich, der den Ernst der Lage mit seinen 5 Jahren noch nicht begriff, schien das der Beginn eines schönen Abenteuers zu werden. Auf dem Bahnhof angekommen warteten bereits viele Flüchtlinge. Wir haben dann aber zu unserem Glück keinen Platz mehr in einem der übervollen Züge bekommen. Nachdem ich aus dem bereits genannten Buch von Lew Kopelew erfahren habe, dass beim Eintreffen der russischen Verbände am 22. Januar auf dem Bahnhof in Allenstein noch Züge von Insterburg und Lyck, die beide über Wartenburg fuhren, ankamen, wären wir, wenn wir in diesen Zügen noch Platz bekommen hätten, den Russen somit direkt in die Arme gefahren. Den von Lew Kopelew dann geschilderten Grausamkeiten: Morden, Vergewaltigungen, Plünderungen, Brandschatzungen wären wir dann ausgesetzt gewesen. Er hat als einer der wenigen russischen Offiziere gegen den vom russischen Schriftsteller Ilja Ehrenburg verfassten Appell Stellung bezogen, nach dessen Wortlaut alle russischen Soldaten aufgerufen wurden, zu morden, zu vergewaltigen, Rache zu nehmen für das von faschistischen deutschen Bestien verwüstete Vaterland, für ‚Mütterchen Russland'. Die eindeutige Haltung von Kopelew gegen diese Exzesse hat ihm die spätere Festnahme und Verurteilung wegen Mitleids mit dem Feind mit 10 jähriger Verbannung in russische Lager eingebracht.
 
Vom Bahnhof Wartenburg sind wir wieder nach Hause gegangen, um dann anschließend nach Norden nach Lichtenau, wo meine Großeltern mütterlicherseits einen Bauernhof besaßen, zu fliehen. Die rund 55 km von Wartenburg bis nach Lichtenau sind wir wahrscheinlich von einem der zahlreichen Trecks, die nach Norden fuhren, mitgenommen worden.

Bereits am 26. Januar hatte die 2. Belorussische Armee das Frische Haff bei Tolkemitt östlich von Elbing erreicht. Dadurch war Ostpreußen nun vollständig eingekesselt. In der Kriegsgeschichte ist dieser Kessel als Heiligenbeiler Kessel beschrieben worden, in dem sich damals die gesamte 4. deutsche Armee befand. Die Russen haben nun diesen Kessel Ende Januar und Anfang Februar 1945 immer mehr in Richtung auf das Frische Haff in die Enge getrieben. Im Rücken der verzweifelt kämpfenden 4. Armee flohen nun alle Zivilisten in Richtung Frisches Haff, das zum Glück bei nächtlichen Temperaturen bis zu -20 Grad zugefroren war. Über dieses zugefrorene Haff konnte man an einigen Stellen noch auf die Frische Nehrung gelangen. Am Beginn der Frischen Nehrung war zu diesem Zeitpunkt nördlich von Elbing noch eine Flucht in Richtung Westen nach Danzig möglich. Die andere Möglichkeit war über die Spitze der Nehrung bei Neutief mit der Fähre nach Pillau zu gelangen und anschließend per Schiff über die Ostsee zu fliehen.

Ich erinnere mich noch, dass wir auf einem LKW der Wehrmacht in Richtung Frisches Haff mitgenommen wurden. Ich sehe mich noch auf der Ladefläche sitzen als am Himmel Flugzeuge auftauchten und etwa 200m hinter unserem LKW eine Bombe niederging, die beim Aufschlag auf die Straße einen hellen Feuerschein erzeugte. Für mich war das wieder nur Abenteuer pur, da ich bisher noch nie Flugzeuge wahrgenommen hatte. Wir waren bisher von Bombardierungen in Ostpreußen weitgehend verschont geblieben. Nach insgesamt 60 km Fluchtweg haben wir dann das Frische Haff erreicht. Über das Eis des Haffes führte ein gekennzeichneter ca. 14 km langer Weg auf die Frische Nehrung. Es war auch tagsüber bitterkalt und zu unserem Glück hatten wir einen stark bedeckten Himmel, der uns bei unserer Überquerung des Haffs vor russischen Tieffliegerangriffen schützte. Ich erinnere mich noch an den Leiterwagen, der von einem Pferd gezogen wurde, auf dem ich und meine kleine Schwester saßen, während Mutter mit anderen Erwachsenen neben dem Wagen her liefen. Die Wochenschausequenzen von einer langen Reihe von solchen Leiterwagen und der Film ‚Die Flucht’ illustrieren diese Situation vortrefflich. Weiter erinnere ich mich an die Übergänge zwischen Land und Eis, wo das Eis sehr dünn war. Dort waren Birkenstämme und Holzbohlen als Fahrweg gelegt worden, um diese Stellen passieren zu können. Auf dem Eis war der Weg durch Bäume und Stangen markiert.
 
In seiner Novelle ‚Im Krebsgang’ von Günter Grass werden dem Gang über das zugefrorene Haff folgende beeindruckende Zeilen gewidmet, wobei mit ‚er’ der Autor selber gemeint ist:
‚Das nagt an dem Alten. Eigentlich, sagt er, wäre es Aufgabe seiner Generation gewesen, dem Elend der ostpreußischen Flüchtlinge Ausdruck zu geben: den winterlichen Trecks gen Westen, dem Tod in Schneewehen, dem Verrecken am Straßenrand und in Eislöchern, sobald das gefrorene Frische Haff nach Bombenabwürfen und unter der Last der Pferdewagen zu brechen begann, und trotzdem von Heiligenbeil aus immer mehr Menschen aus Furcht vor russischer Rache über endlose Schneeflächen…Flucht…Der weiße Tod…’
Dieses schreibt ein Autor, der bei seinem jüngsten Werk ‚Beim Häuten der Zwiebel’ selbst erst nach über 60 Jahren zugibt, dass er in den letzten Kriegstagen noch als 17-jähriger Angehöriger der Waffen-SS war. Hier war wohl die eigene ‚nachwachsende Scham’ Ursache seiner Verdrängung.
 
Ich weiß nicht mehr nach welcher Zeit wir letztlich die Frische Nehrung erreicht haben. In Erinnerung sind mir nach der Ankunft auf der Frischen Nehrung nur noch die Sanddünen und die vielen Birken. Beeindruckt hat mich auch die Überfahrt mit einer Fähre von Neutief an der Spitze der Nehrung nach Pillau. Dort haben wir dann meinen Vater, der zu dieser Zeit dort bei der Wehrmacht stationiert war, zufällig wieder gesehen. Wir haben dann als Familie in einer Dienstwohnung nahe dem Leuchtturm in Pillau gewohnt. Allerdings muss diese Zeit ziemlich kurz gewesen sein, da die 3. Belorussische Armee den Ring um Königsberg bereits am 31.Januar geschlossen hatte. Wir mussten also weiter nach Westen fliehen. Entweder durch Vaters Beziehungen oder weil Mütter mit Kleinstkindern (meine Schwester war erst 5 Monate alt) bevorzugt wurden, erhielten wir einen Platz auf einem kleineren Schiff, dass nachts in Küstennähe über die Ostsee nach Danzig-Neufahrwasser fuhr.
 
Ich sehe noch meine Vater, der mich an der ‚Gangway’ hochhebt, damit ein Matrose mich auf das Schiff bringen kann. Mutter hatte meine kleine Schwester im Arm. In diesem Augenblick wusste ich noch nicht, dass wir Vater erst 1950 wieder sehen werden, da nur Frauen mit kleinen Kindern und Kranke, sowie Verwundete, evakuiert wurden. Er hat uns sicher auch mit gemischten Gefühlen ziehen lassen und uns mit auf den Weg gegeben zunächst bei der Schwägerin seiner Schwester in Danzig-Oliva Zuflucht zu suchen. Er hatte wohl noch immer die Hoffnung auf eine Wende zum Guten. Glaubte er wirklich an die Durchhalteparolen der Nazis? Wismar war doch das Ziel unserer Flucht in den Westen. Dort hatte Vater im Juli 1942 vorausschauend ein zweites Geschäft eröffnet. Wir hätten doch gleich ein Schiff von Pillau in den Westen bis nach Swinemünde, Rostock oder sogar bis nach Wismar nehmen können. Wer weiß, wozu es gut war? Hätten wir das Schiff ‚Die Steuben’, die am 9. Februar den Hafen von Pillau verlassen hatte, genommen, wären wir wohl in den Fluten der Ostsee umgekommen. Die Steuben wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar von russischen Torpedos getroffen und sank mit rund 4000 Menschen. Nur 600 Menschen konnten sich retten. Dieses war nach der Wilhelm Gustloff, die bereits am 30. Januar das gleiche Schicksal ereilt hatte, die zweitgrößte Schiffskatastrophe. Im Wissen um diese Unglücke ist Mutter wohl mit mulmigem Gefühl auf das Schiff gestiegen. Für mich war es lediglich ein neues Abenteuer.
 
Aus den Kriegstagebüchern wird ersichtlich, dass rund um die Danziger Bucht im Februar 1945 eine relative, trügerische Ruhe eingekehrt war. Dieses und die Anordnungen der Nazibehörden hatten offensichtlich dazu geführt, dass fast 2 Millionen Flüchtlinge, die sich in der Danziger Bucht drängten nicht weiter nach Westen geflohen sind. Und dazu zählten wir auch. In einem der Villen in Danzig-Oliva haben wir erneut Unterschlupf gefunden. und ich erinnere mich noch, dass ich dort mit kleinen Kriegsschiffen aus Blei gespielt habe, die dem Sohn der Schwägerin meines Vaters gehörten. Weiter erinnere ich mich an die Seebrücke in Zoppot und an den Nachbarort Gotenhafen von dem aus die meisten Evakuierungsschiffe ausliefen. Es ist für mich heute z.B. nicht nachvollziehbar, warum wir erst Anfang März 1945 aus Danzig geflohen sind, obwohl unser Ziel Wismar doch von Anfang an klar war und die Eisenbahnen im Februar 1945 noch von Danzig nach Westen fuhren. Von Gotenhafen sollten wir dann auch ein weiteres Mal über die Ostsee fliehen müssen.
 
Wir hatten bisher viel Glück gehabt bei unserer Flucht aus Ostpreußen. Doch nun ereilte auch uns ein Schicksal, dass auch vielen anderen Flüchtlingen nicht erspart blieb. Meine kleine Schwester starb in Danzig-Oliva an Unterernährung. Aus der Sterbeurkunde meiner Schwester kann ich noch heute das Datum 25. Februar 1945 und den Ort der Beerdigung Zoppot entnehmen. Mutter hat mir später erzählt, dass ich auf dem Nachhauseweg vom Friedhof angeblich triumphierend gesagt haben soll: ‚Nun sind wir wieder alleine und Du hast ja noch mich’. Das war wohl meiner kindlichen Eifersucht geschuldet. Meine Schwester ist nur 5 Monate alt geworden und hat mit großer Wahrscheinlichkeit dadurch meiner Mutter und mir das Leben gerettet. Wir mussten nach der Einkesselung Ostpreußens, der wir per Schiff aus Pillau nach Danzig entkommen waren, nach einer weiteren Einkesselung von Danzig und Gotenhafen durch die russische Armee erneut über die Ostsee nach Saßnitz/Rügen fliehen. Doch davon im nächsten Beitrag später mehr.
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Kommentare | 1 bis 11 von 11 Kommentieren
22.08.2007 | 11.43 Uhr | Bertha @Betrachter:
Ich bin noch in Allenstein/Ostpreußen 1940 geboren worden. Im Buch 'Ostpreußen ade!' von Giordano stehen viele bedenkenswerte Sätze: Was wäre wenn? Ich glaube seit meinem Besuch 1990 ist schon vieles nicht mehr so wie es einmal war. Das größte Problem in Masuren ist die fast vollständig fehlende Reinigung der Abwässer. Einige der schönen Seen sind kurz vor dem Umkippen. Überbordender Tourismus, vor allen Dingen in und um Nikolaiken, tut ihr übriges. Man wird sich immer schwerer tun noch unberührte Fleckchen zu finden. Es gibt sie noch. Wie lange
noch? Insofern stimme ich voll zu. Eines meiner Hobbies ist die Genealogie. Ich habe unseren Familienstammbaum bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück verfolgen können. Es ist für mich spannend zu wissen, das in meiner ermländischen Familie auch Wurzeln aus dem Salzburgerland und aus dem Eichsfeld vorhanden sind. Auch der geschichtliche Vergleich mit den Daten der Vorfahren ist spannend. Vielleicht suchen das auch andere?
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22.08.2007 | 02.55 Uhr | Betrachter - Fortsetzung –
Heute erlebe ich beispielsweise Wismar als eine schöne, raus geputzte Kleinstadt. Das ist völlig in Ordnung. Aber es ist nicht mehr das Wismar der 40er-Jahre, das man vor 15 Jahren noch sehen konnte.
 
Will sagen: Ja, schaut es Euch an, das Vergangene, genießt und liebt es, saugt es auf, haltet es fest. Aber bitte, bildet Euch nicht ein, es wäre heute noch annähernd so, wenn es (West-) deutsch geblieben wäre.
 
Röschen: Du schreibst bitte den Reisebericht, ja !!!
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22.08.2007 | 02.55 Uhr | Betrachter zu Berthas Tränen:
Stell Dir mal vor, Ostpreußen wäre seit 1945 bundesdeutsch. Wie sähe es dort heute aus? Erlebnisparks an jeder Ecke; die Landschaft zersägt von Autobahnen; Frittenbuden und Minigolfplätze am Strand, nachmittags Beach-Volleyball, abends Event-Party, Reiterhöfe für die besser Betuchten usw. usw.
Als ich 1991 in der damals gerade eben Ex-DDR gearbeitet habe, trat ich jede Woche eine Zeitreise an, die ich mit allen Sinnen aufgesaugt habe. Jeden Sonntagabend, wenn ich bei Lübeck über die ehemalige Grenze fuhr, knallte ich in eine völlig andere Welt. Es gab noch Wandaufschriften aus der Kaiserzeit (wer’s nicht glaubt, dem schicke ich gerne die Photos). – „NSDAP Ortsgruppe Strelasund“, verblichen aber noch gut lesbar an einem Haus in Stralsund. Ihr müßt es nicht glauben, ich habe die Photos. In Binz auf Rügen wäre ich fast gestorben als ein gutes Stück Putz aus dem 19, Jhd. runter kam und knapp neben der Kloschüssel einschlug.
- Fortsetzung –
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22.08.2007 | 02.18 Uhr | Betrachter Wenn ich es richtig verstanden habe, ist keiner von Euch in Ost- oder Westpreußen geboren, geschweige denn aufgewachsen (?). Woher kommt diese Sehnsucht??? Mein Vater stammte aus Breslau. Kaum je ein Wort darüber. Wozu möchte ich – nein, nicht Schlesien – sondern das Schlesien meines Vaters kennenlernen??
Warum suchen Menschen, die in frühester Kindheit adoptiert wurden, mit unglaublicher Energie und Zähigkeit ihre leiblichen Eltern?
Was ist so wichtig an den Wurzeln? – Ehrliche Frage. Ich weiß, daß es so ist, aber ich weiß nicht, warum.
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21.08.2007 | 10.24 Uhr | Roeschen @Berta und Mipane:
 
Das wäre ein super gute Idee, ich wäre sofort dabei. Laß es uns tun:-)
 
Grüße
 
Röschen
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19.08.2007 | 14.36 Uhr | Bertha @Mipane:
Die Idee finde ich sehr gut.;-))) Vielleicht finden wir in unserem Blog noch bei anderen ostpreußisches Blut in den Adern. Wir können es ja mal versuchen, oder?
Übrigens als Vorbereitung könnte auch das Buch 'Ostpreußen, ade!' von Ralf Giordano dienen und natürlich das Ostpreußen Portal: www.ostpreussen.net
Gruß Bertha
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19.08.2007 | 14.32 Uhr | Bertha @Röschen:
Wer hätte das gedacht? In einem Kölschen Mädchen fließt ostpreußisches Blut! :-))).
Bei meinem Besuch in meiner ehemaligen Heimat im Sommer 1990 habe ich angesichts der Schönheit der Natur : dunkle Wälder, tausend Seen, lange Baumalleen,wahnsinnig viele Störche, noch unberührte Natur usw. geheult. Geheult auch vor Wut über die Nazi-Verbrecher, die uns durch ihren wahnsinnigen Ausrottungskrieg im Osten Europas dieses alles eingebrockt haben. Nach Deinem Besuch der schleswig-holsteinischen Seenplatte, musst Du Dir die ostpreussische Seenplatte in Masuren um einiges größer und unberührter vorstellen. Ein gutes Fortbewegungsmittel ist hier auch ein Kanu und nicht nur das Fahrrad.
LG Bertha
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18.08.2007 | 20.24 Uhr | Mipane @ Röschen
"Auch ich würde gerne einmal diese Region besuchen, um meine Wurzeln anzuschauen."
 
Sieh an, auch ein zumindest halbes "Marijellchen"!
 
Wenn Du nicht gerade mit dem Fahrrad nach Ostpreußen möchtest, könnten wir glatt darüber reden!
 
Aber mal im Ernst: Vielleicht gibt es ja noch mehr Leute mit ost- oder westpreußischer Vergangenheit hier. Dann könnte man doch mal darüber nachdenken, ob man nicht zu mehreren eine Bloggertour zu den Wurzeln veranstaltet.
 
Was hältst Du, haltet Ihr davon?
 
Liebe Grüße
Mipane
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18.08.2007 | 17.40 Uhr | Roeschen Hallo Berta:
ich hatte gestern einen Kommentar zu Deinem Beitrag und *****Sternchen gegeben, aber der ist gar nicht mehr da, hast Du den löschen lassen.
 
Also ich sag es nochmal, mich hat der Beitrag sehr berührt. Mein Vater kam aus Insterburg/Ostpreußen und wear mit Mutter und zwei Schwestern auf der Flucht, Leider aus verschiedenen Gründen haben sie beide nie was darüber erzählt, ich konnte nur an den Ergebnissen und daraus, was aus ihnen geworden ist, sehen, dass es schlimme Erfahrungen sein mußten. Trotzdem ist die Liebe zu ihrer Heimat geblieben und die Sehnsucht dorthin zurückkehren zu können. Auch ich würde gerne einmal diese Region besuchen, um meine Wurzeln anzuschauen.
 
Alles Liebe und jetzt nochmal*****
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16.08.2007 | 00.46 Uhr | Mipane Hallo Bertha,
 
es gibt ja manchmal Zeiten, in denen man sich plötzlich für ein bestimmtes Thema interessiert und dann tatsächlich auch die richtigen Bücher und Aufsätze dazu findet.
 
So geht es mir jetzt mit Deinem Beitrag!
 
Ich gehöre zwar der Nachkriegsgeneration an, interessiere mich aber in letzter Zeit sehr für die Heimat meiner Vorfahren, welche - je nach Belieben der Geschichte - mal aus Westpreußen und mal aus Ostpreußen stammten. Sie stammten aus Tiefenau (später kurzfristig Kiefernwalde, heute Tychnowy) im Kreis Marienwerder. Obwohl bereits mein Urgroßvater von dort Richtung Berlin zog, fühle ich mich zu dem "Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen" hingezogen.
 
Unabhängig davon, dass ich Deinen bisherigen Bericht sehr lesenswert finde (eine Fortsetzung soll ja folgen), würde mich interessieren, was im Juli 1990 geschah, als Du mit Deinem Sohn in Deiner alten Heimat warst. Denn auch ich möchte in naher Zukunft mich gerne mal auf eine "Ahnenreise" begeben.
 
Grüße
Mipane
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15.08.2007 | 21.55 Uhr | Profil gelöscht Wie entsetzlich für Deine Mutter, dass Deine kleine Schwester starb. Ich weiss auch aus meiner Kindheit, dass man viele Bilder erinnert, die genauen Zusammenhänge erfährt man später durch das Erzählen der Eltern. Angst hat man nur manchmal, und sobald man sich nicht mehr bedroht fühlt, nicht zuviel friert und Hunger hat, fängt man an zu spielen. Und das ist gut so. Man bekam ja alles mit, ohne wirklich zu begreifen und hörte aber zu. Ich glaube, ich kann manche Dinge noch mit genau den Worten meiner Mutter wieder erzählen.
Vor ein paar Monaten hat Orlodoc hier im Blog viel über seine Kinheitserlebnisse im Krieg geschrieben.
Bei mir kam alles wieder hoch von damals, und ich habe angefangen, meine Kriegskindheit aufzuschreiben. Berlin hat mich dazu ermuntert. Einige Kapitel habe ich schon. Jetzt im Sommer habe ich hier zuviel zu tun, aber die langen Wintertage...... dann geht es weiter.
Viele Grüße Greta
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