Unser täglich Döner...
(Bild: dpa)
Es kann manchmal sehr unappetitlich sein, ausgerechnet aus dem Lebensmittel verarbeitenden Gewerbe zu kommen.
Bin ich zwar selber 13 Jahre ohne nennenswerten Beanstandungen darin tätig gewesen, beunruhigt mich doch die Phlegmatik, mit der so einige mir nun augenfällige Phänomene undurchdacht Alltag geworden sind.
 
Wer z.B. Fleischprodukte in einer Theke ungenügend gekühlt lagert oder anbietet, der darf mit der klaren Konsequenz rechnen, dass er die ganze Marge vernichten darf, gleichgültig, ob Garprozesse eventuelle ‚Erreger’ wieder vernichten.
 
Ganz anders beim Döner.
 
Der kommt zwar aus einem Kühlhaus, wie es sich gehört, aber das Temperaturgefälle zwischen der Innenseite (immerhin ist so ein Fleischspieß bis zu 30cm dick, und wer nur den Spießbraten kennt, weiß wie lange es dauert, bis er erst aufgetaut bzw bis er im Inneren gegart ist.) und Außen ist doch enorm; das mag ja unerheblich sein, wenn so ein Teil binnen eines Tages (oder schneller) aufgebraucht ist, doch wenn so ein Spieß zum Feierabend wieder vorschriftsgemäß(!) ins Kühlhaus kommt, dann, spätestens dann wachsen mir die Zweifel, was sich da in dieser Schichttorte von Fleisch und im Wechsel der Temperaturen für ein Biotop entwickelt.
 
Nun gehört dieses Produkt, nebenher, auch noch in die Sparte der Hackfleischverordnung. Diese Verordnung war einmal, so weiß der Kundige, weit aus strenger ausgelegt als heute; denn nach den früheren Kriterien wäre es vor allem den Discountern überhaupt nicht möglich, Tartar, Gehacktes oder Mett abgepackt unter Frischhaltefolie überhaupt anzubieten: es musste früher am Tag des Zerkleinerns verkauft werden, sonst: Weiterverarbeitung zu Buletten, Fleischkäse oder was auch immer.
 
Vermutlich unter Ausnutzung dieser Nische wurde es erst möglich, die Döner- aber auch Gyrosspieße unters Volk zu bringen. Was, um es nochmals zu betonen, dort kein Problem sein mag, wo es schnell genug abverkauft wird.
 
Aber wo kann ich mir dessen gewiss sein, wenn die Gewürze im Fleisch jeden sensorischen Verdacht auf Verderbliches zerstreuen (obwohl zugegebener Maßen viele unserer heute so geschätzten Wurstspezialitäten genau diesem Phänomen ihre (mittelalterliche) Herkunft verdanken: der Überlagerung der verdächtigen Aromen; von der desinfizierenden Wirkung einiger Kräuter ganz abgesehen.
 
Und dabei muss ich noch ganz ausser acht lassen, unter welchen Vorraussetzungen das Fleisch vorher überhaupt verarbeitet wurde; der Preiskampf unter den Imbissbuden soll ja angeblich der Grund gewesen sein, dass es seinerzeit der Gammelfleischskandal bis in dieses Gewerbe schwappte.
Die angedrohten Auflagen der Gesundheitsämter wurden von einigen Seiten dann glatt als Kulturkampf gegen orientalische Lebensweise aufgefasst.
 
Mittlerweile ist es an dieser Front ruhiger geworden. Aber wenn ich morgens oder vormittags in der Stadt auf dem Weg zur Arbeit an Dönerbuden vorbei komme, in denen frisch aus dem Kühlhaus der angefangene Spieß vom Vortag eingebaut wird, dann mache ich innerlich eine Kerbe an die Türrahmen solcher Fastfoodschmieden, in der Hoffnung, meine Lebenserwartung dadurch wenigstens etwas zu verlängern.
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Kommentare | 1 bis 11 von 11 Kommentieren
08.09.2011 | 10.29 Uhr | DatDing Hat sich ungefähr vor 25 im Ferkulum zugetragen:
Kunde, mehr als etwas beschwipst: Einmaldönerbitte.
VK: Hamwernich, wir ham nur Gyros.
Kunde: nemmich
VK: mit Tzatzikki?
Kunde: Hä? (kölsches Fragewort)
VK: KnoblauchSOSSE ?
 
Das zum Unterschied. Gyros ist übrigens immer Schweinefleisch, deshalb nicht weniger fettig. Wie die Türken aber immer so fettiges Hähnchenfleisch produzieren, ist auch mir schleierhaft.
Döner kommt übrigens von dönmek, was "drehen" heisst. Wir essen das nur noch ganz selten. Eignet sich, auch wg. des Gammelfleischs, sehr gut bei alkoholbedingtem Heisshunger so gegen 2 Uhr nachts. Die Reste davon sieht man morgens dann immer auf den Gehsteigen, z.B. in Ehrenfeld. Man weiss nicht, ob es Döner oder Kotze oder beides ist...
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17.07.2011 | 14.04 Uhr | Jeannette Hollmann "Im Ferkulum" - gerade fiel mir wieder der Name meines Lieblingsgyrosimbisses ein. Warum? Weil frau dort bis 4-5Uhr noch leckeres, griechisches Gyros bekommt. Also optimal after pardie... :)) Am besten hat frau dazu einen FS Kl.3 und nimmt das Essen mit nach Hause, da sonst die ganzen besoffenen Altsemester und jungen HüpferInnen um einen rumscharen, schon ein bisken zu eng dort und auch ordentlich versüfft.... :)) Hachja, ...Kölner Zeiten, vergess ich nie! :)) Äver mit Döner könnt ihr mich jagen! :))
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17.07.2011 | 12.59 Uhr | Jeannette Hollmann Mein Lieblingsgyrosimbiss in Köln ist der Ecke Zülpicher/Dasselstrasse, hab den Namen vergessen.
 
Von geschächtetem Fleisch, sofern dies echt ist, rate ich ab, da es mit echter Tierquälerei verbunden ist. Und genau das ist die türkische Spezialität.
Lammfleisch? Fehlanzeige. Ist meist Schweinefleisch oder Hähnchenfleisch, lässt sich bei der Art der Zubereitung mit türkischen Einheitsgewürzen geschmacklich kaum unterscheiden. Wenn schon Türke, dann der auf der Heinsbergstrasse in der Innenstadt am Rudolfplatz. Ich geh doch nicht auf die "Schäl Sick", die die Türken zu ihrem Boden erklärt haben...! In der Nähe von der Keupstrasse gibt den grössten Schwarzmarkt für Waffenhandel übrigens in Köln.
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17.07.2011 | 12.28 Uhr | Jeannette Hollmann Da sagst Du was, franxville. Döner Igittigitt. Schön war die Zeit, wo die Griechen noch Gyros in Deutschland verkauften. Sie sind ja ordentlich von den Türken in Deutschland verdrängt worden, fast wie beim Finanzmarktgeschäft insgesamt.
Bei den griechischen Gyrosbuden waren wenigstens gute Gewürze (Oregono) daran. Von den türkischen Gewürzen bekomme ich regelmässig Brechreiz, wenn ich schon mal in dei Verlegenheit gerate, ein Döner essen zu müssen, dann nur mit Gemüse. Vom Fleischwürzen verstehen sie nichts.
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27.06.2011 | 11.50 Uhr | Profil gelöscht Von einem Kellner hörte ich folgende Story: Die wurden bezüglich des Tee-Umsatzes nach Teebeuteln abgerechnet, d.h. 1 Teebeutel = 1 Kännchen Tee = 4,00 Euro. Dies führte bei den Kollegen zu folgender Vorgehensweise: 2 alte Teebeutel kurz in frisches Wasser gehalten ergab 1 neues Kännchen Tee = 4,00 Euro Extra-/Schwarzgeldverdienst.
 
Wenn wir also Sicherheit wollen, gehen wir nicht mehr aus. Wo wir dann die zu kaufenden Lebensmittel vertrauenswürdig herbekommen, weiß ich auch nicht.
 
Mein Allergologe empfahl mir mal, das Essen einzustellen. Ich sei dann meine Allergien los. Diese Vorgehensweise hätte allerdings Nebenwirkungen, die ich im Auge behalten solle.
 
Liebe Grüße
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26.06.2011 | 14.52 Uhr | Herr_Sumsemann Ich hab den Namen schon gefunden:
http://restaurantkervansaray.de
 
Allerdings rede ich nur vom Straßenverkauf, zum Restaurant kann ich nix sagen.
 
Achso, und dann gibt es noch das Mevlana,
Mevlana, Keupstr. 47-49, das ist wohl der größte Laden dort.
 
Muss du dir selbst ein Bild von machen ;o))).
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26.06.2011 | 14.36 Uhr | Herr_Sumsemann agrippinensis teilte uns mit:
Die Speisen in der Keupstraße sind für Türken zubereitet und sehr zu empfehlen... ;)))
 
Genau meine Worte!
Ich werde die Woche mal wieder dort etwas essen, Lemmy, dann teil ich dir später noch die genaue Hausnummer von meinem Stamm-Döner-Laden mit ;o))))
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21.06.2011 | 07.46 Uhr | Zabaione In der Keupstr brauchst du kein Döner zu essen, wie wäre es mit Lammspießen...:-)!
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21.06.2011 | 07.35 Uhr | ing.lambertz Hallo franxville,
 
neue Erkenntnisse für mich. Interessant.
 
Nun ist Döner i.a. für mich kein Thema. Wann esse ich schon einmal so etwas. Eigentlich nie.
 
Aber der Hinweis von @Sunsemann auf die Keupstraße macht mich doch neugierig. Diese angepriesene Qualität lohnt es sich vielleicht doch einmal auszuprobieren.
 
Ich hoffe mich daran zu erinnern, wenn mich meine Wege nach Mülheim führen und ich Platz für einen kleinen Imbiss habe. (Muss ich dann anderweitig durch verstärkte Bewegung oder Gehirntätigkeit kompensieren)
 
Meine Neugier auf fremde Küchen ist Gottseidank ständig virulent.
 
Virulent im Sinne von heftig, drängend nicht von krankheitserregend, schädlich ;-).
 
Gruß Lemm(y)i
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21.06.2011 | 05.43 Uhr | Herr_Sumsemann Ich empfehle die bekannten Läden auf der Keupstraße, und zwar die mit 3 verschiedenen Spießen!. Da wird nicht mit Hackfleisch gedönert, sondern mit richtigem Kalb-, Hühner- und geschichtetem Lammfleisch. Ein absoluter Genuss, und selbstverständlich ist da jeden Tag alles frisch. Solche Läden hätten sonst ihren Ruf zu verlieren.
 
Ansonsten lasse ich die Kölner Dönerläden alle links liegen, denn mir reicht meist schon der Anblick auf den geschrumpften Spieß mit vertrocknetem Etwas :-(((((.
 
Noch nicht so richtig einordnen kann ich die Dönerversion in den Niederlanden, mit der man im Urlaub täglich konfrontiert wird:
http://nl.wikipedia.org/wiki/Shoarma
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20.06.2011 | 23.56 Uhr | A-Jay Ein Döner- oder Gyrosimbiss, bei dem Spieße vom Vorabend übrig bleiben, welche man am nächsten Tag aus wirtschaftlichen Gründen wieder verwendet, ist kein guter, und deshalb auch kein hoch frequentierter Imbiss dieses Genres.
 
Bei richtig guten Läden ist diese Spezialität längst vor Ladenschluß ausverkauft.
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